Strikte Ernährungsweisen vs. Geschäftsreisen

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Wer kennt diese Situationen nicht? Man trainiert eisern und kontinuierlich, tüfftelt an Trainingsplänen und Übungen, berücksichtigt Ruhezeiten und sorgt für genügend Regeneration. Und als I-Tüpfelchen knobelt man sich eine musterhafte Ernährung zusammen, so dass selbst der strengste Mischkostverfechter Marke “DGE” nur noch mit den Ohren wackeln kann. Kurzum: man gibt 110 %.Und dann kommt der Tag X – jene Situation, in der man nicht vollsten Zugriff auf die Gestaltung seines Alltags hat. Terminstreß, Zeitnot und vielleicht auch ein klein wenig Unlust. Besonders Vielreisende sind in dererlei Hinsicht schwer gebeutelt, da die Komponente “Routine” häufig in ihrem Arbeitsalltag fehlt. Man muss sich nicht nur unregelmäßigen Arbeitszeiten, wechselnden Standorten und fehlenden Trainingsmöglichkeiten – nein, denn obendrein ist man auch oft genötigt in Sachen Ernährung auf die Sachen auszuweichen, die “Mutter Schnellimbiss” einem auf dem unnatürlichen Silberteller serviert.Ich rede hier nicht nur, von On-the-Go-Snacks, wie sie in unserer westlichen Welt derzeit auf dem Vormarsch sind: McDonalds, Subway, Pizza Hut oder die altbekannte Fleischtasche vom türkischen Grill um die Ecke. Nein, ich rede von üppigen Buffetts in Hotels und Restaurants. Tische voller Köstlichkeiten, die man sonst nur aus Hochglanzmagazinen und Fernsehspots kennt. Coq-au-vin, Perlhuhnbrust mit Pariser-Kartoffeln oder Zanderfilet in Sahnesauce – nichts, was man auf die Schnelle am Restaurant um die Ecke kriegt. Natürlich belässt man es hierbei nicht bei der Hauptspeise, denn um das Dutzend voll zu machen gibt es noch etliche Vorspeisen und Apperitiffs gekoppelt an anschließende Nachspeisen, welche von Vanilliepudding in Mandelsoße bis hin zu heißem Kürbiskuchen reichen. Die volle Palette Dekadenz. Und was noch schlimmer ist: das Alles gibt es kostenlos, ist es doch im Hotelpreis quasi inbegriffen – und wenn der Arbeitgeber schon die Geschäftsreise anleiert und die Spendierhosen anzieht, schlemmt man gleich doppelt so gut, oder etwa nicht?

Ihr fragt euch jetzt sicher, was der Anstoß für so einen Artikel ist, denn so wirklich “nüchtern” und “abgeklärt” ist er freilich nicht. Und damit habt ihr auch recht, denn im Grunde handelt es sich um eine Art Erlebnisbericht, welcher recht gut meine aktuelle Situation wiederspiegelt.Nun bin ich kein vielreisender Businessman im geschniegelten Anzug, welcher Monat für Monat um die Welt jettet und Kunden aquiriert. Dennoch ist es mir vergönnt gewesen, an einer solchen “Geschäftsreise” teilzunehmen. 3-Sterne-Hotel im Zentrum Berlins, Einzeltimmer mit Minibar, Flachbildfernseher und WLan-Hotspot. Zwischendurch ein paar Vorträge und Präsentationen. Aber halt: So irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich Nonstop am Essen bin. Typischer Alltag?

  • 7:20 Uhr aufstehen
  • 7:40 – 9:00 Uhr Frühstück
  • 9:00 – 12:00 Uhr Vorträge/Seminare/Exkursionen
  • 12:00 – 13:00 Uhr Mittag
  • 13:00 – 14:30 Uhr Freizeit
  • 14:30 – 15:00 Uhr Kaffee & Kuchen
  • 15:00 – 17:30 Uhr Voträge/Seminare/Exkursionen
  • ab 18:00 – 19:00 Uhr Abendessen mit anschließender Freizeit
Das sieht vielleicht auf den ersten Blick halb so wild aus, dennoch – Sportmöglichkeiten sucht man hier vergebens und oft treibt einen die Unlust am Abend aufs Hotelzimmer vor den Fernseher/Laptop und man möchte nur noch rumlümmeln. Gekoppelt mit mangelnder Disziplin am Buffetttisch (das Essen ist aber auch unverschämt gut!) läuft man quasi den ganzen Tag kugelrund durch die Gegend.Natürlich gibt es eine adequate Auswahl an “gehaltvollen” Lebensmitteln. Obst und Quark, Haferflocken und Milch. O-Saft und Gemüse. Aber mal ehrlich: bei wem ist die Disziplin schon so hoch, vor allem, wenn man sonst eine strikte Ernährungsweise führt und sich alles selbst zubereitet, dass man bei Sachen wie Gnocchi mit Rattatoullie oder Schweinebraten mit Schupfnudeln dauerhaft widerstehen kann? Denn es ist so simpel und einfach: Hingehen, auf den Teller packen, zum Tisch zurück und wohl bekomm’s! Das Essen steht in seiner Pracht und Fülle und wartet nur darauf, gegessen zu werden.

Bruegel’s Vision vom Schlaraffenland: Zugreifen und Geniessen!

Wie steht’s mit euch? Seid ihr viel unterwegs? Achtet ihr in besonderer Hinsicht auf eure Ernährung? Könnt ihr auch mal “Nein” sagen, wenn man euch ein reichhaltiges Buffett mit extravagantem Speis und Trank serviert oder brechen bei euch auch schon mal alle Dämme, wo es dann nur noch heißt “Volle Kraft voraus”?Ich für meinen Teil bin froh, dass ich am Donnerstag nach dem Frühstück die Heimreise antreten darf. Nicht, weil es mir hier nicht gefällt, nein! Denn wenn ich noch länger an diesem Ort der Völlerei verweilen müsste – ohne Sport und Co. – dann würde ich garantiert innerhalb von Wochen aufgehen wie ein Hefekloß. Ohnehin habe ich meine Glanzform in den letzten Tagen eingebüßt. Ich will nicht sagen dass alles Fett ist, was dazugekommen ist (Stichwort: Glykogenspeicher & Wasser), aber ich bin sicher, dass meine Waage daheim einen gehörigen Schreck kriegen wird, wenn ich sie das nächste mal beehre :)Welches Fazit ich aus dieser schönen Tour ziehe: Wenn man selbst für sein Essen verantwortlich ist, sprich, nicht alles für sich zubereiten lässte (Stichwort: Hotel Mama), dann fällt es einem gleich viel leichter, für Ordnung im Hause bzw. der Ernährung zu sorgen, als wenn man wie im Schlaraffenland, einfach nur zugreifen und essen kann…Aber hey, ab und zu darf man sich auch eine Entspannungswoche gönnen!In diesem Sinne: guten Hunger!


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