Buchrezension: Kein Brot für die Welt

Buchrezension: Kein Brot für die Welt

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Buchrezension: Kein Brot für die Welt

Mit “Kein Brot für die Welt – Die Zukunft der Welternährung” habe ich mir nicht gerade die beste Gute-Nacht-Lektüre auf den Schreibtisch gelegt, aber als angehender Volkswirt kann und muss man manchmal auch einmal über den Tellerrand blicken, schließlich ist das Thema “Welternährung” im Zusammenhang mit dem Wort “Krise” recht aktuell bzw. wird es bei Zeiten mit Sicherheit sein. Wie passt das ganze in meinen Blog? Nun, den gesundheitlichen Aspekt kann man dem Buch nicht absprechen und auch wenn es nicht direkt mit Sport und Co. zu tun hat, so richtet sich sein Fokus gewiss dem Thema Gesundheit aber auch Nachhaltigkeit.

Okay, genug der Rechtfertigung – ich muss jedoch zugeben, dass das Buch mehr oder weniger in der Bibliothek auslag und ich aus Langeweile einfach mal unverblümt und ohne Erwartungen zugegriffen habe, schließlich kostet das Ausleihen eines Buches nichts und insofern war es von vornherein eine Win-Win Situation. :)
 
Das Buchcover, welches die einzelnen Kontinente als verbranntes Brot darstellt, gibt schon einen guten Eindruck, was einen im Inneren erwartet – dennoch war ich selbst erstaunt, wie sachlich und nüchtern, gleichzeitig aber auch anschaulich und mit einer Menge unterlegten Fakten, Bommert in seinem Buch zur Sache geht. Dieses Buch ist nicht nur was für sogenannte “Müslis” oder Öko-Freaks. Es ist nicht populistisch geschrieben und geht auch nicht mit hanebüchenen Argumenten auf Stimmenfang. Bommert beschäftigt sich in “Kein Brot für die Welt” mit der Ernährung und ihrer Nachhaltigkeit in der Zukunft.
 
Das die Menschheit in einen essenziellen Engpass an Nahrungsmitteln hineinschlittert ist aber im Grunde nichts Neues. Mit stichhaltigen Begründungen, wie etwa eine stetig steigende Bevölkerung, die Konzentration auf einzelne Monokulturen und eine Verringerung der Arten (in der Vieh- wie auch in der Landwirtschaft, Stichwort: Turboweizen) , Klimawandel, Bodenerosion und nicht zuletzt die Gier der Agrochemiekonzerne wie Monsanto, Syngenta und Pioneer, versteht der Autor sich bestens darin, beim Leser zu punkten, ohne dabei polemisch zu wirken.
 
 Monokulturen bergen dank ihrer Anfälligkeit für Missernten eine Menge Krisenpotenzial. Missernten aufgrund von Schädlingsbefall und Klimaveränderung sind kein Problem der Vergangenheit

 

Das die Krise auf dem Lebensmittelmarkt kommt, dürfte so sicher sein, wie das Amen in der Kriche. Die richtige Frage lautet dahingehend lediglich: Wann? Bis zum Jahre 2030 wächst die menschliche Bevölkerung um weitere 2 Milliarden Menschen an, bis 2050 sind es dann schon schließlich 9 Milliarden Weltenbürger, wobei ein Großteil dieser “Neuzugänge” nicht im industrialisierten Okzident das Licht der Welt erblickt, sondern überwiegend in den ärmsten Nationen und den Schwellenländern, wo die Glut schon leise unter der Oberfläche brodelt. Spekulationen auf dem Rohstoffmarkt haben schon in den vergangenen Jahren (Wir erinnern und alle an 2008/2009 wo die Preise für Reis und Weizen nahezu explodiert sind!) für Unruhen und Aufstände in aller Welt gesorgt. Und da die Produktion von Lebensmitteln auch an den Rohölpreis gebunden ist – und wir alle Wissen, wie es um diesen Rohstoff steht – ist eine Entspannung auf lange Sicht nicht abzusehen.

 

Bommert behandelt all diese Themengebiete und noch Vieles mehr in seinem zirka 350 Seiten dicken Schmöker und zeigt auch am Ende des Buches einige Wege aus der Krise auf. Das Buch liest sich dank seiner Gliederung erstaunlich flüssig und man findet selbst nach einer längeren Pause ohne Probleme wieder in die Materie. Es gibt große “Überkapitel” die in kurzen und knackigen “Unterkapitel” gegliedert sind. Nebst einiger interessanter Diagramme findet sich in der Mitte des Buches ein Sammelsurium an einzelnen Grafiken, auf die Bommert im Laufe des Buches öfters verweist. Behauptungen und Studien werden im Anhang vollzählig und übersichtlich aufgeführt und selbst ein Stichwortverzeichnis findet man auf den letzten Seiten.

Viehzucht im Turbo-Modus: nicht nur Bio-Sprit konkurriert mit dem Menschen um Weizen, Reis und Hirse – Zuchtbetriebe setzen nicht auf fett- und eiweißreiche Nahrungsmittel. Das Zauberwort heißt Kohlenhydratmast. Der Hunger nach billigem Fleisch wächst stetig.
 

Fazit

Für all jene, die sich einwenig mit der kommenden Ernährungssituation der Welt auseinandersetzen wollen, ist dieses Buch wärmstens empfohlen. Es ist kurzweilig geschrieben, liefert eine gute Übersicht über die einzelnen, ausschlaggebenden Faktoren, die eine kommende Krise begünstigen und fördern und zu meiner Überraschung muss ich gestehen, dass ich mich beim Lesen mehrmals dabei ertappt habe, wie msicir h neue Zusammenhänge, die ich so noch nie bedacht hatte (etwa die schrumpfende Artenvielfalt und Konzentration auf technisch hochentwickelte Monokulturen, die dank ihrer Uniformität anfälliger für Missernten zu sein scheinen), nach und nach erschlossen. Gut, der Teil mit den Lösungsansätzen am Ende des Buches ist recht komprimiert dargestellt, aber dafür geht der Autor äußerst ausführlich auf die Einflussfaktoren ein, was den Leser am Ende des Buches um einiges schlauer zurücklässt im Hinblick auf das Thema. Das Buch ist also nicht nur etwas für Biofanatiker oder Schwarzseher sondern stellt eine gut gegliederte Informationsquelle zum Thema dar.


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Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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Buchrezension: Kein Brot für die Welt - Übersicht
Aufmachung
Inhalt
Preis
Fazit

Zusammenfassung Für all jene, die sich einwenig mit der kommenden Ernährungssituation der Welt auseinandersetzen wollen, ist dieses Buch wärmstens empfohlen. Es ist kurzweilig geschrieben, liefert eine gute Übersicht über die einzelnen, ausschlaggebenden Faktoren, die eine kommende Krise begünstigen und fördern und zu meiner Überraschung muss ich gestehen, dass ich mich beim Lesen mehrmals dabei ertappt habe, wie msicir h neue Zusammenhänge, die ich so noch nie bedacht hatte (etwa die schrumpfende Artenvielfalt und Konzentration auf technisch hochentwickelte Monokulturen, die dank ihrer Uniformität anfälliger für Missernten zu sein scheinen), nach und nach erschlossen. Gut, der Teil mit den Lösungsansätzen am Ende des Buches ist recht komprimiert dargestellt, aber dafür geht der Autor äußerst ausführlich auf die Einflussfaktoren ein, was den Leser am Ende des Buches um einiges schlauer zurücklässt im Hinblick auf das Thema. Das Buch ist also nicht nur etwas für Biofanatiker oder Schwarzseher sondern stellt eine gut gegliederte Informationsquelle zum Thema dar.

3.88 Gut
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