Studie (Nutrition): Bigger ist better – Haferflocken im Test: Blütenzart oder doch lieber kernig?

Studie (Nutrition): Bigger ist better – Haferflocken im Test: Blütenzart oder doch lieber kernig?

2 Kommentare

Ich muss zugeben, bisher habe ich eher weniger darauf geachtet, welche Art von Haferflocken in meinen Einkaufskorb wanderten, aber nur allzu oft bevorzugte ich die Kombination aus den Kernigen und den Zarten. Dabei favorisieren viele Kraftsportler insbesondere die blütenzarte Version, was nicht zuletzt der leichteren Löslichkeit in Shakes zu verdanken ist und sich so ideal für die schnellere Mahlzeit eignet. Dabei greift manch einer sogar auf die Schmelzflocken-Variante zurück, quasi die Turboversion die sich nahezu vollständig innerhalb kurzer Zeit in Flüssigkeit auflöst. Natürlich wird jeder, der einmal den Test wagt, schnell feststellen was offensichtlich ist: kernige, d.h. grobblättrige Haferflocken liegen nicht nur schwerer im Magen, sondern benötigen auch mehr Zeit für die Verdauung als ihre beiden Konterparts. 

 
Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich haben nun erstmals nachgewiesen, dass die “Kernige” Version einen kleinen, aber feinen Vorteil gegenüber den beiden anderen Sorten aufweißt: gemäß dem britischen Department of Food and Nutritional Science and Institute for Cardiovascular and Metabolic Research (Oh Gott, was für ein Name!) hat die gröbere Struktur der Haferflocken, namentlich ihre größere Fläche, einen weitaus positiveren Effekt auf die Darmflora als die stärker verarbeiteten, blütenzarten Flocken. Die Haferflocken wurden in der Untersuchung auf Oligofruktose und Cellulosegehalt untersucht. Die Ergebnisse verblüfften die Forscher.

“Significant changes in total bacterial populations were observed after 24 h incubation for all substrates except Oat 23’s and cellulose. Oats 23’s fermentation resulted in a significant increase in the Bacteroides-Prevotella group. Oligofructose and Oats 25’s/26’s produced significant increases in Bifidobacterium in the latter stages of fermentation while numbers declined for Oats 23’s between 5 h and 24 h.” [Quelle: Pubmed]

Oder um es in deutschen Worten auszudrücken: Die Zahl der sich im Darm befindlichen Bakterien der “Bacteroides-Prevotella-Gruppe” (Link: Wikipedia.de) erhöhte sich bei den zarten Haferflocken (Durchmesser 0,53-0,63mm) signifikant. Die “kernigen” Haferflocken ( Durchmesser: 0,85-1,0mm) erhöhten im Verdauungstrakt dagegen die Zahl der Bifido-Bakterien (Link: Zentrum der Gesundheit), die bei den kleineren Getreideflocken bereits nach 5 und 24 Stunden absank. Außerdem verursachten die kernigen Haferflocken – dank ihrer größeren Fläche, so die Wissenschaftler – eine zusätzliche Erhöhung des Buttersäurespiegels im Darm. Buttersäure, eine kurzkettige Fettsäure zeichnet sich vornehmlich für den Abbau von Kohlenhydraten verantwortlich und erzeugt ein für Krankheitserreger ungünstiges, saures Millieu. Ein weiterer positiver Aspekt der Buttersäure lässt sich in einer geregelteren Verdauung festmachen. Die zarten Haferflocken zeigten dagegen keinen signifikaten Anstieg in der Buttersäurekonzentration.
 
Was hat das in letzter Instanz für Konsequenzen für Sportler? Nun, vermutlich wenige bis gar keine. Dennoch ist es interessant zu erfahren, dass die Effekte unserer Nahrung bereits durch eine solche Kleinigkeit immense Auswirkungen auf den Stoffwechsel ausüben. In diesem Kontext wird der Aspekt von möglichst unverarbeiterer, natürlicher Nahrung gegenüber verarbeiteten Lebensmitteln in einer völlig anderes Licht gerückt. Wer weiß schon, wie mein zukünftiger Einkauf sich nun gestalten wird? Vielleicht wandert die Hand ja doch unbewußt vermehrt zur kernigen Sorte, während die “blütenzarten Haferflocken” öfters im Regal zurückbleiben…?

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weiterführende Links: 
Pubmed-Artikel zur Studie: “In vitro evaluation of the microbiota modulation abilities of different sized whole oat grain flakes.” 
Science-Direct: Studie zum herunterladen inkl. Vorgehensweise  

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  • Anonymous

    Interessant aber irrelevant.

  • Michael

    Ein überraschendes Ergebnis, wenn man bedenkt, daß sich kernige und zarte Haferflocken ausweislich der Erläuterung bei Wikipedia nur hinsichtlich ihrer mechanischen “Endfertigung” unterscheiden und genau dies – die Zerteilung und Kleinteilung der Haferflocken – auch durch sorgfältiges Kauen erfolgen kann bzw. können sollte. Inhaltlich handelt es sich ausweislich aller Erläuterungen im Netz in beiden Fällen um Vollkornflocken. Ob bei den Untersuchungen darauf geachtet wurde, daß die Esser der kernigen Flocken diese nicht zerkaut sondern unzerkaut geschluckt haben? Und ist denn sichergestellt, daß die in GB gängigen kernigen und zarten Haferflocken mit den hiesigen Produkten identisch sind, es sich also auch um Vollkornflocken handelt, die sich nur hinsichtlich der mechanischen Endfertigung (Kleinteilung) unterscheiden?
    Zum Fazit: Da stolpere ich etwas über einerseits “kaum bis keine Auswirkungen für Sportler” und andererseits “immense Auswirkungen auf den Stoffwechsel”. Letztere sind doch auch für Sportler relevant. Allerdings sehe ich, offen gesagt, nicht, worin hier diese “immensen Auswirkungen” liegen.