Intermittent Fasting – Studie: Muskelschutz in der Diät dank IF

Intermittent Fasting – Studie: Muskelschutz in der Diät dank IF

3 Kommentare
Dank an Vraser, der den Link bei Eisenhart gepostet hat. 
 
Surprise, surprise – ein aktueller Abstract vom 17. März 2011 bei Pubmed behandelt eine Studie der International Association for the Study of Obesity und vergleicht dabei zwei Diätmethoden bei Einhaltung einer CR (Calorie Restriction, zu deutsch: Kalorienrestriktion / Kaloriendefizt). 
 
Hierzu wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt, wobei eine der Gruppen einer klassischen Diät folge leistete (mit Kaloriendefizit). die zweite Gruppierung  dagegen nach einem Intermittent Fasting Konzept (Alternate Day Fasting, ebenfalls mit Kaloriendefizt) ihre Diät absolvierte.
 
Bei der IF-Gruppe gestaltete sich das Ganze wie folgt: einer 24-stündigen Fastenphase, anschließend eine entsprechende ad libidum (d.h. nach Lust und Laune) Essphase. Das Mahlzeitenmuster der anderen Gruppe folgte keinem bestimmten Schema. Die CR betrug dabei 15 – 60 % der üblichen Kalorienzufuhr. Zur Untersuchung stand der Vergleich beider Diätarten im Hinblick auf Gewichtsverlust, Reduktion des KFA sowie Aufrechterhaltung von schierer Muskelmasse bei übergewichtien Erwachsenen.
 
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Es dürfte nicht weiter überraschen, dass beide Gruppen einen Erfolg für sich verbuchten – ein Kaloriendefizit ist schließlich ein Kaloriendefizit ist schließlich ein Kaloriendefizit … usw. ;) Konkret ergeben sich folgende Werte für die Gruppen:

  • Der Fettverlust war für Zeiträume von 3 – 12 Wochen nahezu bei beiden Gruppen identisch
  • IF-Gruppe: 4-8 % bzw. 11-16 %
  • Klassische Diät5-8 % bzw. 10 – 20 %
  • ebenfalls von Interesse: gem. Angaben bei Wiley Online Library umfasste die Metastudie n= 427 Probanden. (für die komplette Tabelle mit Studiendaten siehe weiterführende Links)
Und jetzt kommt das große Aber: Bei der Intermittent-Fasting Gruppe veränderte sich der Anteil der Magermasse in geringerem Umfang, als bei der klassischen Variante des Diäthaltens. Das Ergebnis der Studie, die “Conclusion” kommt zu folgendem Ergebnis:

“In sum, intermittent CR and daily CR diets appear to be equally as effective in decreasing body weight, fat mass, and potentially, visceral fat mass. However, intermittent restriction regimens may be superior to daily restriction regimens in that they help conserve lean mass at the expense of fat mass. These findings add to the growing body of evidence showing that intermittent CR may be implemented as another viable option for weight loss in overweight and obese populations.” – Quelle: Obesity Reviews

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Interessant dürfte die Studie des Papiers über PubMed hinaus, auf der entsprechenden Seite, sein: So kann man dessen entnehmen, dass es sich bei den Diäten um LowFat-Diäten handelte. Zirka 30-35 % der Teilnehmer haben nach der Studie ihr altes Gewicht wieder erreicht – ob dies durch die Rückkehr zu einer iso/hyperkalorischen Ernährungsweise induziert wurde oder nicht, wird nicht genannt. Weiterhin wirft die Metastudie den Wissenschaftlern zur Folge einige Fragen auf, besonders im Hinblick auf das IF-Konzept an sich. 

 
So steht zum Beispiel die Frage im Raume, in welcher Hinsicht Sport das Ergebnis nachhaltig beeinflusst hätte, wie sich statt einer Low-Fat Ernährung eine High Fat Ernährung ausgewirkt hätte und in wiefern das Ganze dabei helfen könnte, schiere Magermasse zu halten. Nachfolgend dürfte vielleicht noch dieses Zitat von Interesse sein:

“Recent findings indicate that the reduction in energy expenditure by CR is not due to a reduction in metabolic rate per se, but instead, due to a reduction in activity-related energy expenditure.” Quelle: hier 

Neusten Erkenntnissen zu Folge verringert sich bei einem Kaloriendefizit der Stoffwechsel nicht “per se”, sondern resultiert offenbar – aus Energie/Antriebsmangel daher, dass sich die Aktivität des Diätenden im Alltag verringert (z.B. werden Sachen wie Treppensteigen vermieden, man bewegt sich ungern / weniger etc.) was im Endeffekt in einem geringeren Energieverbrauch resultiert und ein Defizit ggf. kompensiert (die Diät stagniert!).
 
Wie man die Sache auch dreht und wendet: für das IF ist dies jedenfalls ein weiterer “Sieg,” zeigt es doch, dass das Ernährungstiming und die sich im Körper abspielenden Prozesse erheblichen Einfluss auf die Körperkompositionen nehmen können. Insbesondere das “wahren von Magermasse” dürfte hier für Kraftsportler wichtig sein, die im Zuge einer Definition sowieso größte Anstrengungen in dieser Richtung unternehmen.


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Quellen & Referenzen
weiterführende Links:

Bildquelle Titelbild: Flickr / Health Gauge ; CC Lizenz

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  • Viktor

    Schön geschrieben!

    Warum werden solche Studien nur immer an dicken Leuten durchgeführt … ein kcal-Defizit wird immer das gleiche Ergebnis bringen …

    Ich gebe dem IF-Konzept in nächster Zeit mal einen Versuch, trotz relativ gut funktionierender Diät bisher.

  • Aesir Sports

    Cheers Vik,
    ja, dass ist das einzige Manko an dieser Studie, frei nach Churchill "no sports." Ich nehme an, dass die Teilnehmer einfach dem durchschnittlichen – man verzeihe mir die Wortwahl – fetten Ami entsprachen. Andererseits werden einige Teilnehmer sicher in ihrer Freizeit Sport gemacht haben, nur wurde dieser Parameter ja nicht untersucht.

    Aber das ist ja nicht das Entscheidende – was zählt, ist eben die Tatsache, dass es mehr als nur ein Indiz dafür gibt, dass das halten von schierer Masse mit einem IF-Konzept besser vereinbar ist.

    …und mittlerweile erlebe ich IF eher als Lifestyle, als ein kurzfristiges Ernährungskonzept, daher (auch wenn du schon in die Richtung gehst mit deiner herkömmlichen Defi), solltest du es ruhig auch mal versuchen ;) Es ist auch eine mentale Erfahrung, hehe.

    tüdelü
    Furor Germanicus

  • Viktor

    Ich hab jetzt schon so ein paar Tage IF hinter mir, hunger den ich sonst bisher immer in meinem Leben hatte, sogar NACH "all u can eat"-Veranstaltungen ist weg. Klar hab ich ab und zu noch ein klein wenig hunger, aber es ist viel entspannter und ich muss nicht mehr so verdammt aufpassen in meiner Diät :)

    Was ich festgestellt habe, mein Körper reagiert jetzt extrem anders auf Schlafmangel.
    Vorher waren 5 Std. ausreichend, um mich am nächsten Tag noch einigermaßen fit zu fühlen.
    Jetzt hänge ich schlichtweg in den seilen bei Schlafmangel.

    Bei Sport, insbesondere Schwimmen, hab ich ein extrem anderes Körpergefühl. Der Widerstand vom Wasser fühlt sich weniger an, ich hab mehr Ausdauer und auch bei Kurzstrecken mehr Kraft.

    Heute ist die erste Krafteinheit, seit diesem neuen Körpergefühl. Ich werde berichten!