Buchrezension: Carb-Backloading 1.0

Buchrezension: Carb-Backloading 1.0

1 Kommentar

Zeit für einen Backload: CBL 1.0 reviewed
Kiefer? Who the fuck is John Kiefer, anyway?” Diese Frage dürfte sich mit Sicherheit einigen Lesern gestellt haben, die in den letzten Wochen auf Aesir Sports unterwegs gewesen sind und fleissig mitgelesen haben. Kiefer sagt dies, Kiefer schreibt jenes. Frühstück? Müsli, Müsli, mjam mjam mjam. Kohlenhydrate hier, Backload dort. 
 
Verdammt, dieser Mann hat in letzter Zeit scheinbar eine ganze Menge zu sagen gehabt – aber wer zum Geier ist dass denn nun schon wieder? Ich muss zugeben, dass es mir vor längerer Zeit ähnlich ging und wenn ihr es bis jetzt noch nicht gecheckt habt, dann lasst die folgenden Worte auf euch wirken: John Kiefer ist der Mann hinter Carbbackloading (und er hat auch das CarbNiteR-Ernährungssystem entwickelt) um das es im folgenden Beitrag, einer Buchrezension. gehen wird. 
 
Aber bevor wir einen deep dive in die Materie des CBL machen, lasst mich noch ein paar Worte zu John verlieren.

Buchrezension: Carb-Backloading 1.0

Über den Author: John Kiefer

John Kiefer – der eigentlich nur unter “Kiefer,” firmiert (und nein, nicht weil er so einen großen Kiefer hat) ist sowas wie der neue Stern am Nutrition-Himmel, eine Koryphäe  was sport- und leistungsspezifische Ernährung betrifft. Nicht, weil er sich selbst gerne so bezeichnet, sondern deswegen, weil ihm die gesammelten Referenzen, sein Coaching, seine Systeme und schlussendlich auch die Meinung seiner Klienten Recht geben. 
 
Powerlifter wie, ein “EliteFTS sponsored athlete,” dessen Spitzenleistung in den drei Großen Übungen (Kreuzheben/Kniebeugen/Bankdrücken) bei unglaublichen 2700 Pfund liegen (und ein Weltrekord im Knieneugen bei 1180 Pfund) oder die 27jährige Alex Navarro, die selbst in der Bikini- und Fitnessklasse teilnimmt und auch schon einmal den Titel der Ms.Natural Fitness Olympia erringen konnte. Auch Scott Paltos, der zu den besten CrossFit Open Athleten zählt, hat mit Kiefer zusammengearbeitet und schwört auf ihn. 
 
“He just goes just by ‘Kiefer'” ;)
Freilich, das sind nur einige Profi-Beispiele von vielen, aber auch in Laienkreisen, einschlägigen Bodybuilder- und Kraftsportforen, geht ein Geist um, ein ernstzunehmender Gegner der klassischen Ernährung á la mindestens 3 Stunden was essen und Carbcutoff beachten – er lehrt ihn das fürchten und “treibt ihm den katabolen Teufel.” Berkhan, Kiefer, Aragon – das sind die Namen, die mit den schon in Zement gegossenen, unhinterfragten Ernährungsregeln gebrochen haben und einen neuen Weg zu mehr Fitness, mehr Leistung und einem gemeisselten Body aufzuzeigen versuchen. 
 
Die Speerspitze der “New Nutrition Order,” wenn man so sagen will. 
 
Kiefer, ein studierter Physiker (! talk about first/second law of thermodynamics ; B.A. in Mathematik und Physik + Master in Physik) und IT-Programmierer, der von sich selbst behauptet weit mehr als 40.000 wissenschaftliche Publikationen zum Thema Humanernährung und -biologie gelesen und gewälzt zu haben, blickt selbst auf eine mittlerweile mehr als 15jährige Karriere in angewandter Trainings- und Ernährungslehre zurück. Ein Zeitraum, den der damit verbracht hat seine Konzepte weiterzuentwickeln, auszubauen und zu verfeinern. Seine Ergebnisse? CarbNiteR und Carbbackloading. Derzeitig ist Kiefer desweiteren auch für einige Magazine, z.B. das Muscle & Fitness und Men’s Fitness, als Berater tätig.
 
Ihr seht also, der Kiefer hat eine Menge auf den Kerbholz – und das sollte er auch besser haben, wenn ich schon meine kostbare Zeit dafür hergebe, eine Buchrezension über seinen großen Opus Magnum, das “Carb-Backloading 1.0”, zu schreiben. 
 
Head over heels – Zeit zum schmökern. 

Das Buch: Carb Backloading 1.0

Ich will nicht lügen. Ganz sicher nicht. Und ich will es auch nicht schön reden. Mit etwas mehr als 300 Seiten ist das e-Book “Carb-Backloading 1.0 – Manual for total body fat control,” welches abseits irgendwelcher komischen Versionen (“Titanium Edition” und “Carbon Edition”) für einen stolzen Preis von $ 89 U.S. Dollar verkauft wird, nicht gerade ein “Buch” íst, dass man sich mal eben als Bettlektüre ranschafft. Neunundachtzig freakin’ Dollar für ein e-book (!) reisst die Messlatte zur Rechtfertigung eines Kaufs schon verdammt hoch. Unverschämt hoch. Kann das Buch den Erwartungen (und dem Investment) gerecht werden? 

Der Inhalt: Carb Backloading 1.0

Was steckt drin für 89 Öcken?
Beim erstmaligen Durchblättern habe ich nicht schlecht mit den Ohren gewackelt: Allein das Inhaltsverzeichnis erstreckt sich auf 5 Seiten. Das sind mal eben 54 Kapitel ohne den Appendix und das Quellenverzeichnis (welches meiner persönlichen Meinung nach superb ist). 
 
54 Kapitel – Kiefer, are you kiddin’ me? Nein, tut er nicht. Aber die Erklärung hierfür ist ganz einfach und vielleicht intuitiv nachvollziehbar: im digitalen Zeitalter hat es für den guten Mann viel mehr Sinn gemacht ein elektronisches Buch herauszubringen, welches sich im Laufe der folgenden Jahre leicht durch neueste, wissenschaftliche Erkenntnisse aktualisieren lässt. Oder um es in seinen Worten auszudrücken: CBL 1.0 soll nicht nur “cutting edge” sein – es soll “bleeding cutting edge” sein – und es auch bleiben. In wiefern Konsumenten und Käufer des Buches nachhaltig davon profitieren (können und werden) , z.B. in Form günstiger Updates) bleibt abzuwarten. Dennoch heisst es vollmundig auf der Seite: 

“So upgrades to Carb Back-Loading 1.0 will be free and delivered straight to your inbox. No more hunting for the latest research, no more trial-and-error — simply the most effective program currently supported by science.” [2] 

Angenommen, Kiefer aktualisiert die 1.0er Version rund 50 Jahre immer weiter – dann könnte das den Preis schon wieder relativieren. ;) Okay, wir haben einen satten Preis, ein elektronisches Buch, dessen Umfang mich von der Seitenzahl her nicht vom Hocker haut. ’tis better be good! (ich glaube, mit dem Inhaltsverzeichnis lasse ich schon ein bisschen “die Katze aus dem Sack”, eh?) 
 

Inhaltsverzeichnis: Carb Backloading 1.0

 
Get started XII 
About the Author XI
Acknowledgements XVI 
 
SECTION I – Introduction 

Chapter 1: The Ultimate Drug
Chapter 2: Catalyst
Chapter 3: Cliff Notes
Chapter 4: Modulated Tissue Response
Chapter 5: Always Improving
Section I: Essential Points 

SECTION II – Bricks 

Chapter 6: Controversy
Chapter 7: Insulin: The eXtreme Growth Agent
Chapter 8: Carbs to Burn
Chapter 9: Glucose Transport
Chapter 10: Why so Sensitive?
Chapter 11: Sensitivity, It Varies
Chapter 12: Exercise a Little Control
Section II: Essential Points 

SECTION III – Mortar 

Chapter 13: Some Assembly Required
Chapter 14: Best Breakfast Ever – None
Chapter 15: Eat At Night
Chapter 16: No Carbs, No Problems
Chapter 17: The Sweet Spot
Chapter 18: 16 oz Carb Curls, Post Training
Chapter 19: Slam The Carbs
Chapter 20: Highly Inefficient Design
Section III: Essential Points 

SECTION IV – Aftermarket Add-Ons 

Chapter 21: High Performance Tuning
Chapter 22: Omega-3s
Chapter 23: Medium Chain Triglycerides
Chapter 24: High-Insulinotropic Carbs
Chapter 25: Whey Isolates
Chapter 26: Hydrolysates
Chapter 27: Leucine
Chapter 28: Caffeine
Chapter 29: Creatine
Section III: Essential Points 

SECTION V – What to do 

Chapter 30: Tell Me How, Hold The Details
Chapter 31: Strength Accumulation & Density Bulking
Chapter 32: Preparation Phase
Chapter 33: Upon Waking
Chapter 34: Low-Carb Mealtimes
Chapter 35: Pre-Training
Chapter 36: Intra-Training
Chapter 37: Post-Training
Chapter 38: Carb Loading Mealtimes
Chapter 39: Before Bed
Chapter 40: Off-Days
Chapter 41: All-Day Supplementation
Section V: Essential Points 

SECTION VI – Nobody’s Perfect 

Chapter 42: Customize
Chapter 43: Training Fasted
Chapter 44: Middle Training
Chapter 45: Late Night Sessions
Section VI: Essential Points 

SECTION VII – Do’s and Don’ts 

Chapter 46: Everybody Needs Advice
Chapter 47: Don’t be a Fat Kid
Chapter 48: Gluten Allergies
Chapter 49: Don’t Let Training Derail You
Chapter 50: Cardio
Chapter 51: Gender Difference
Section VII: Essential Points

SECTION VIII: 

Chapter 52: Case Study: Jay DeMayo
Chapter 53: Professionals
Chapter 54: Everyday Success Stories 

SECTION IX – Appendix 

Appendix A: FAQ
Appendix B: Ultra-Low Carb Vegetables
Appendix C: Carb-Needs Calculators
Appendix D: Pre Carb-Mealtimes Macro Calculator
Appendix E: Sample Days 

SECTION X – References 
 
Seid ihr noch bei mir? Holter-di-Polter. Wenn das mal kein Inhaltsverzeichtnis ist, dann weiß ich auch nicht. Rein aus Zeitgründen dürfte sich dem schlauen Aesir-Sports-Leser erschließen, dass ich hier nicht alles en detail ausrollen kann (so wie ich es vielleicht gerne tun würde), aber man sieht schon, in welche Richtung das geht: Narrensicherheit. 
 
Mit einem kleinen Text über den Autor und einem Acknowledgement wird einem erst einmal eröffnet, wer denn dieser Kiefer überhaupt ist und wem man ansonsten noch dafür zu Dank verpflichtet ist, dass man dieses Buch in den Händen halten (oder viel mehr auf dem Monitor betrachten) kann. Für Heißsporne gibt es auch das “Getting started.” wo die wichtigsten Passagen zur Ausarbeitung eines Quickstarts noch einmal mit Seitenangabe angestrichen sind. 
 
Die erste Section “Introduction” beinhaltet das, was man auch ohne Vowissen anhand der Chapter-Überschriften erwarten könnte: eine Einführung. Warum sind Kohlenhydrate das Schlüsselkomponent? Wie ist Kiefer zu dem Konzept gekommen? Warum ein e-Book? Es dürfte klar sein, dass es hier noch nicht zur Sache geht, aber es sind die nötigen einleitenden Worte die das Dilemma in der Kraft- und Fitnesswelt aufzeigen: Wie muskulös werden, ohne zu verfetten und ohne ein Sklave eines rigiden Ernährungsplanes zu werden? 
 
Section II beinhaltet schließlich die “Bricks,” also die Grundsteine – das Fundament – des CBL, wenn man so will. Welche Rolle spielt das Insulin und warum wird das Thema so heiss (und kontrovers) diskutiert? Wie sieht es mit Süßstoffen und ihrem tatsächlichem Energiewert aus? Der interessanteste Teil für mich in dieser Section war aber das Kapitel über die Glukosetransporter – die GLUTs – die für die Aufnahme der Kohlenhydrate in unsere Zellen verantwortlich sind und was es mit der Insulinsensivität auf sich hat. Freunde der ernährungsbedingten Biochemie dürfen frohlocken. Ja, es sind viele Fachwörter, mit denen Kiefer um sich schmeisst, aber ich halte das Buch selbst auch für Lektüre im Bereich der Advanced Nutrition – wer sich einwenig mit seiner Ernährung auseinandergesetzt hat und gerne wissenschaftlich belegte Fakten vor sich hat, der ist hier genau richtig.Der Laie lernt dagegen noch viel mehr, als er vielleicht zu träumen gewagt hat. Keine Sorge, es klingt wilder als es ist (aber es ist nunmal alles in Englisch!) 
 
Ein Punkt der mir positiv aufgefallen ist: Jede “Section” im Buch wird am Ende noch einmal auf weniger als einer Seite  in kurzen, stichwortartigen Sätzen zusammengefasst. Sofern man eben schnell was nachlesen will, ohne sich die ganzen Kapitel zu geben, ist das einfach nur gediegen. 
 
Das M&F-Magazin hat CBL in einer ihrer Ausgaben als “the Holy Grail of dieting” bezeichnet. Section III, “Mortar,” geht darauf ein, warum viele Leute mit CBL Erfolge feiern. Drei Worte: Simple as fuck. Und es fängt schon beim Frühstück an, wenn Kiefer sagt: das beste Frühstück ist erst einmal garkeines – jedenfalls nicht direkt nach dem Aufstehen. 
 
Wieder muss ich betonen, dass Kiefer sich in dem gesamten Abschnitt auf wissenschaftliche Fakten beruft und dieses auch eindrücklich mit Fußnoten deutlich macht. Warum ich es betone? Weil es einfach nicht Gang und Gäbe ist (was einen traurig stimmen sollte). Kiefer zieht sich die Sachen nicht aus den Fingern – ein Blick ins Quellenverzeichnis (worauf ich später noch eingehen werde) spricht – wortwörtlich – wahre Bände. Was hat es mit Kortisol am Morgen auf sich? Was ist mit den Hungerhormonen? Und warum sind selbst Eier keine gute Wahl, wenn es darum geht, sich bis zum Backload am Abend hinüberzuretten? Und wenn es dann ersteinmal soweit ist: wie siehts denn nun mit dem Essen – dem kohlenhydrathaltigen Essen – am Abend, der Kardinalsünde der klassischen Aufbauernährung, aus?
 
Einige der hier aufgeführten Studien habe ich bereits im Blog erwähnt (darunter fällt z.B. “Wirkt sich das Essen am späten Abend positiv auf Fettverlust und Gesundheit aus”). JK erläutert, welchen Einfluss das Training auf die Sensivität von Muskelnzellen hat und wie es darum in einer CBL-Ernährungsweise (no carbs Pre-Workout) aussieht. Hier nimmt er auch Bezug auf den Hulk-EffektTM
 
In “The Sweet Spot” geht es um den optimalen Trainingszeitpunkt (around 5 p.m), das darauffolgende Kapitel widmet sich dem Ziel, die Proteolyse – den Abbau von Muskelprotein – zu stoppen. “Welcome to the anabolic side of life!” wenn es in Ch. 19 heisst “SLAM THE CARBS.” Wer außerdem einige frei erhältliche Artikel von Kiefer gelesen hat, dem werden Punkte bekannt vorkommen, Stichwort: Ist eine Kalorie wirklich eine Kalorie? (soon to come @ Aesir Sports)
 
Freunde der Supplementierungkommen in der dritten Section auf ihre Kosten, nämlich dann, wenn Kiefer auf eine handvoll hilfreicher Nahrungsergänzungsmittel zu sprechen kommt, von denen einige sowieso zu den Basics des Kraftsports und Bodybuildings gehören. Hier geht es maßgeblich um das Feintuning des CBL, etwa Kaffee als Booster des Stoffwechsels und zur Bekämpfung dess Hungers, MCTs als Energietreibstoff und zur Verlängerung der Ketogenese im Laufe des Tages, Omega-3s für die Viskosität der Zellen oder Kreatin als potenzieller Myostatinblocker (sic!). Ich glaube sogar, dass die hier von mir gewonnenen Erkenntnisse neben der GLUT-Geschichte, mitunter die Interessantesten im Bereich des aktuellen Forschungsstandes waren. Ich glaube schon allein dafür müsste ich Kiefer feiern.

In der nächsten Sektion geht um die Alternativen, die einem mit CBL zur Verfügung stehen: das Strength Accumulation-Protokoll, dessen Hauptschwerpunkte in der Steigerung der Kraft bei moderaten Muskelzuwächsen und rapidem Fettverlust liegen Vs. dem Density-Bulking-Protokoll (mehr Muskeln zu Lasten der Rekomposition geht, als eine geringere KFA-Reduktion als mit dem SA-P. Geringer – nicht “gar keine”!
 
Wie ich eingangs sagte: narrensicher! Kiefer erläutert auch hier alles ganz genau. Jede einzelne Phase. Was man nach dem Aufstehen darf, was man im Laufe des Vormittags/Nachmittags tun oder lassen sollte, wie man an die Pre-, Intra- und Post-Workout-Phase gestaltet (“Accelerator Shakes”). Und wie man in die CBL mit einem kalten Kopfsprung angeht (“Carb Depletion” –> “Keton Build-Up” –> “Fuel Reorientation”erinnert mich bisschen an Oris “Unlock Your Muscle Gene”). Halt fool-proof. 
 
Ein Punkt der mir hier noch am Herzen liegt, da Kiefers Konzept ganz gerne mal mißbraucht oder falsch dargestellt wird (und was er auch im Kapitel “Don’t be a Fat Kid” thematisiert): Es heisst zwar immer, dass der Backload mit Lebensmitteln erfolgen soll, die hochglykämisch sind – Kiefer selbst nimmt oft das Wort “Junk” in den Mund – aber das heisst nicht, dass man Fertigfraß aus der Packung essen soll. Simple said: der frisch gemachte Donut von der Konditorei geht tutti. Der Industriefraß aus der Packung mit einer ass-load E-Nummern dagegen nicht. Die Pizza vom Italiener ist geschenkt – der eingeschweißte, böse Bruder soll im Einkaufsregal liegen bleiben: keine Fertigpizzaa. Es ist zwar “Junk,” aber es gibt auch hier Nuancen. Im Backload soll man den “frischen” Junk stets bevorzugen. Darunter fällt auch weißer, klebriger (Patna)-Reis oder das gute deftige Hausmannsgulasch von Mama, die nicht unbedingt mit schierer Pute gekocht hat und wo das Fleisch in der Soße schwimmt. (Süß)kartoffeln und Reis sind gegenüber Nudeln und Brot zu bevorzugen (Nudeln+Brot =Weizen = Gluten = siehe Chapter “Gluten Allergies”). 
 
Nachdem wir das geklärt haben, sei hier noch gesagt, dass Kiefer auch auf trainingsfreie Tage eingeht (“Off-Days”) und wie so ein Tag zu definieren ist. Im Grunde eine (alte) revolutionäre Betrachtung: iss entsprechend danach, was du am nächsten Tag leisten willst. Steht morgen keine TE an? Kein Backload. Gehst du morgen Eisen biegen? Backload! Hast du paar Tage nicht trainiert und fühlst dich aufgrund mangelnder KH flach, leer und ausgelaugt – willst aber morgen wieder trainiere? Backload! Meiner Meinung nach ein wichtiger Part im Gesamtkonzept des CBL
 
In der sechsten Sektion “Nobody’s Perfect” geht es um das Customizing des CBL. Training am Vormittag? Cardio? What do? Wie in “The Sweet Spot” angedeutet (nach Kiefers Ansicht ist der “Sweet Spot” der ideale Trainingszeitpunkt gegen 16-18 Uhr), lässt es sich nunmal nicht immer so einrichten, wie man es gerne haben möchte. Kiefer gibt selbst zu, dass man so vielleicht nicht DIE Ergebnisse erzielen wird, wie sie das CBL ermöglicht, doch das heisst nicht, dass diese Ergebnisse schwach ausfallen werden. Man muss eben einwenig mehr planen, mehr Stolperfallen aus dem Weg gehen – vorsichtiger sein. 

 

Carbcutoff? Ohne Mich. Time to refuel!

Section sieben geht zum Einen darauf ein, was ich schon angesprochen habe: den Missbrauch des CBL für wahre Fressorgien und wie es um die Interpretation des CBL von Leuten steht, die NICHT John Kiefer heissen. Konkret: Empfehlungen vom dicken Jungen aus dem Gym die meinen “CBL wäre der Knaller” – und es dann als Ausrede für wirklich, wirklich miese Ernährung nehmen (Kiefer spricht von “bacon-and-maple-infused brownies” mit einer Wanne voll Kuchenteig) sollte man nicht unbedingt für voll nehmen. Ein paar andere Dinge, die er anspricht, beinhalten Nahrungsmittelintoleranzen (Glutenallergie), Cardio (HIT), Unterschiede bei Mann und Frau was die Backload und Training betrifft, sowie sein S.H.I.T.- Konzept. Nein: darunter meint er nicht das, was ihr vermutet, denn S.H.I.T. steht hier für “Super Hero In Training– Leute, die mit CBL zu neuen Höhen aufsteigen! 
 
Der nachfolgende Abschnitt – Section 8 – besteht maßgeblich aus “testimonials” von Profis und Laien, die sich für CBL verbürgen (weil sie es ausprobiert haben). Sicher, das muss noch Nichts heissen, aber wenn man selbst liest dass verdammte Spitzensportler, zum Beispiel Powerlifter mit Weltrekorden, das System für sich entdeckt haben und sogar mit Sixpack durch die Gegend jucken (Powerlifter!), dann gibt einem das schln zu denken. Aber auch die Erfahrungsberichte der “Laien” aus dem CBL-Forum sind lesenswert und unterstreichen die Authentizität des CBL
 
Damit wären wir auch am Ende der Carbbackloading-Odysee. Im Appendix findet sich noch ein Frequently Asked Questions, z.B. was die Sache mit dem “clean food” betrifft, den Kaffeekonsum, Back-Off-Days, ob CBL mit Intermittent Fasting kombiniert werden darf/kann und wie man sich verhält, wenn man wieder ins CBL einsteigen will (Depletion Phase, Ketone Build-Up etc. pp.) .
 
Appendix B bietet eine Liste mit den Gemüsesorten, die Kiefer für den Vor-/Nachmittag empfiehlt (Stichwort: “usuable carbs”). Appendix C zeigt auf, wie man seinen Kohlenhydratbedarf für den Backload ermittelt – detailliert mit schöner Liste. Gleiches gilt für Teil D, nur hier sind des der Proteingehalt, die Fette etc. für die Pre-Carb-Phase, an denen man sich orientiert. Wer noch immer ohne konkrete Vorstellung ist, wie so ein CBL Tag aussehen kann, der findet in Teil E einige Sample-Mealplans
 
Das dürfte das Buch schlussendlich abrunden. Nein, halt. Eines fehlt noch: das Mammut-Quellenverzeichnis, welches ungelogen +50 Seiten enthalten dürfte (habs nun nicht extra nachgezählt). Ich kann jetzt nachvollziehen, wenn das nicht jeden von euch in Verzückung geraten lässt, aber für mich stellt das eine wahre Fundgrube an interessanten Studien zum Nachrecherchieren dar. No bullshit-talk, alles piko-bello belegt und individuell überprüfbar – scientific proofed quasi. Wenn bloß alle Diätratgeber so arbeiten würden. *seufz 

Fazit 

Jungs und Mädels, was soll ich sagen? Hätte ich es nicht gelesen und würde ich mir noch einmal den Preis ins Gedächtnis rufen müssen, so würde die Entscheidung sicher schwerfallen. 89 Dollar für ein e-book ist schon eine Hausnummer. Und ich bin ehrlich: Ich hätte viel lieber eine Hardcopy in der Hand – da bin ich old-fashioned
 
fuark – alles wissenschaftlich belegt. +50 Seiten
Quellenverzeichnis. Ba-BAM!
Der Preis, das Format und vielleicht auch der Umfang sind eindeutige Mankos, die ich hier bemängeln muss. Das Buch ist ferner komplett in englischer Sprache und geizt nicht mit Fachvokabular – für mich kein Hindernis, aber ich bin auch nicht jedermann. Dazu kommt noch, dass die Einführung und der Appendix + Quellenverzeichnis eine Menge Platz einnehmen (die ich trotzdem allesamt als wichtig erachte), was den tatsächlichen Content noch weiter reduziert. Ich würde das alles nicht missen wollen und ich glaube, ich störe mich einfach nur daran, dass Kiefer das CBL auf so wenig Seiten AUF DEN PUNKT bringt. Es ist wirklich ein komplettes System mit Hand und Fuß. 
 
Training am Morgen? Ist drin. Cardio? Ist drin. Trainingseinheiten in der Nacht (“Late Night Sessions”) – ist drin. Bulking? Ist drin. Kraftaufbau? Drin. Wahl der Nahrungsmittel? Jo. En detail-Beschreibung der einzelnen Phasen (Was, wie wann und in welchem Umfang)? Fuck yeah. Wissenschaftlicher Rückenwind? Ja man, alles belegt. 
 
Ich würde Kiefer für den unverschämten Preis gerne einen Strick drehen, aber – verdammt – ich kann es nicht. 
 
Wenn CBL das hält, was es verspricht und man es wirklich zu 100 % so durchzieht, wie von Kiefer empfohlen, dann glaube ich schon, dass man einen guten Teil der bisherigen Diät- und Ernährungsratgeber in die Tonne kloppen (und sich das Geld sparen) kann. CBL ist stimmig, CBL ist alt-revolutionär (wie unsere Ahnen: Erst wenig essen, dann Gas geben, dann wieder auftanken) und es KÖNNTE, um es mit Kiefers Worten zu sagen:Intermittent Fasting evolved” sein.
 
Sollte der Mann das Buch wirklich “bleeding cutting edge” halten und kostenlose Updates nachreichen so würde ich sagen: Go get it. Spart euch paar Packen Zigaretten, geht ein paar Mal weniger ins Kino. Verscherbelt eure alte “Diät”-Literatur. Oder spart euch den Kauf von sonstigem Schnick-Schnack. Mit Carb-Backloading 1.0 bekommt man sozusagen den neusten High-End Rechner im Bereich der Real-Life-Games an die Hand. Ein “Manual,” welches selbst mit wenig Seiten auskommt, simpel ist, aber vor allem auch das Essen wieder essenswert macht. Weniger Streß bei der Planung der Ernährung bei besseren Erfolgen? Wo muss ich unterschreiben? 
 
…bei Kiefer’s! Und denkt dran: “he just goes by Kiefer.” 
 
Furor Germanicus 
 

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Quellenangaben (draufklicken)

[1] Kiefer, J. (2011): Carb-Backloading 1.0. Manual For Total Body Fat Contol. M&F Special Edition: 2011-2012.

[2] Carbbackloading.com. URL: http://carbbackloading.com/ . (abgerufen am 17.06.2012)
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Buchrezension: Carb-Backloading 1.0 - Übersicht
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Zusammenfassung Sollte der Mann das Buch wirklich "bleeding cutting edge" halten und kostenlose Updates nachreichen so würde ich sagen: Go get it. Spart euch paar Packen Zigaretten, geht ein paar Mal weniger ins Kino. Verscherbelt eure alte "Diät"-Literatur. Oder spart euch den Kauf von sonstigem Schnick-Schnack. Mit Carb-Backloading 1.0 bekommt man sozusagen den neusten High-End Rechner im Bereich der Real-Life-Games an die Hand. Ein "Manual," welches selbst mit wenig Seiten auskommt, simpel ist, aber vor allem auch das Essen wieder essenswert macht. Weniger Streß bei der Planung der Ernährung bei besseren Erfolgen? Wo muss ich unterschreiben?

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