Spotted – Einen guten Personal-Trainer erkennen (inkl. Gastbeitrag!)

Spotted – Einen guten Personal-Trainer erkennen (inkl. Gastbeitrag!)

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Irgendwann treten einige von uns an eine Schwelle – einen Punkt – an dem sie sich entscheiden müssen, ob sie den Sprung in das kalte Wasser tun möchten oder sich lieber weiterhin auf eigene Faust durchkämpfen. Die Rede ist davon, sich einen Personal-Trainer zu nehmen, der einem bei der Gestaltung und Durchführung des Trainings unterstützt und motiviert, der bei der Ernährung wichtige Ratschläge und Tipps bereithält und der euch dabei hilft eine gewisse Objektivität – dank Abstand – in euren Lebensalltag zu integrieren. Wenn ihr ernsthaft mit dem Gedanken spielt auf die Bühne zu gehen oder die letzten paar Prozentpunkte an Leistung und Optik aus euch herauszuholen, dann kommt ihr irgendwann schwerlich um einen solchen PT herum.

Und man sollte diesen Aspekt der subjektiven Vereinnahmung („bias“) nicht unterschätzen oder weshalb glaubt ihr, rufen viele Vollprofis, die sich selbst in einer Vorbereitungsphase befinden, einen persönlichen Coach an ihre Seite? Richtig: Es macht einen Unterschied, ob man anderen hilft oder diese Pläne und Richtlinien für sich selbst schmiedet. Am Ende siegt oft das subjektive Ego, welches einen dazu veranlasst die eigenen Empfehlungen plötzlich zu ignorieren (ob beim Training oder der Ernährung) und die Dinge doch ganz anders aufzuziehen. Was für die anderen gut genug war, wird dann für einen selbst dann plötzlich nicht mehr als wahr und richtig angesehen. Es ist ein gewisser Eigenschutz, der hier zu Tag tritt, doch auch der Laie kann von einem objektiven Coach profitieren.

Eine Bestandsaufnahme

Mittlerweile erwarte ich von einem Großteil der in den Fitnessstudios eingestellten Trainern* nicht mehr allzu viel. Es werden eigene Süppchen gekocht und die Wünsche der Kunden oftmals nur oberflächlich berücksichtigt. Am Ende landen die meisten bei einem standardisierten Maschinenplan, der nicht nur für die vielen Studios gemütlich und sicher ist, sondern auch dafür sorgt dass man relativ schnell die Lust an dem Rumgeeiere verliert. Warum? Ganz einfach: weil die großen und heiss erwarteten Veränderungen auf sich warten lassen oder im Extremfall völlig ausbleiben. (Ein Tipp an dieser Stelle: Schaut euch im Studio diejenigen an, die eure Vorbilder sind und beobachtet einmal wie diese Person trainieren. Sind sie überwiegend an den Maschinen zu finden? Oder doch eher im Freihantelbereich?).

Selbst Online, also in einem der zahlreichen Kraftsportforen, bekommt man eine bessere Beratung zur Ernährung und dem Training, als beim lokalen Haus- und Hoftrainer, der einfach nur sein eingeübtes Ein-Mann-Theater abspult.

(*mit „dem typischen Trainer“ sind natürlich nicht alle Gym-Coaches gemeint, denn hin und wieder kommt es doch vor, dass man auf ein äußerst seltenes Exemplar trifft, welches selbst für den Sport brennt und das Wohl seiner Kundschaft im Auge hat ;-) Es sollte also jeder selbst entscheiden, ob er sich den hier angebotenen Schuh anzieht.)

Eine andere Kategorie von Coaches stellen dagegen die Personal-Trainer (PT) dar. Diese Menschen leben von ihrer Profession – sie verdienen ihre Brötchen damit – und sind in vielfacher Weise auch auf ihre Referenzen angewiesen. Der typische Trainer im Studio ist dagegen meistens ein fester Angestellter, dem es egal sein kann, ob ihr euch tatsächlich weiterentwickelt oder auf der Stelle tretet. Zur Not wandelt er ein paar Übungen ab und schon seit ihr für drei weitere Monate beschäftigt: aus den Augen, aus dem Sinn! Sowas kann sich der PT nicht erlauben, wenn er langfristig erfolgreich sein will. Aber was noch wichtiger ist: ein PT benötigt eine ganze handvoll weiterer Charaktereigenschaften und Qualifikationen, die man bei einem typischen Gym-Trainer häufig vergebens sucht. Eine kleine Auswahl der markanten Punkte gefällig? Nichts leichter als das:

  1. Sieht der Trainer auch aus, wie ein Trainer? Zwar kein hinreichendes Argument für einen guten Coach, aber alleine am Aussehen kann man schon abschätzen, ob derjenige seine eigenen Ideale lebt und für den Sport brennt. Ein dicker Diätassistent mag Ahnung haben, aber sein Aussehen ist nicht kongruent und schadet seiner Integrität. Einen Trainer der selbst dünn und schwächlich aussieht (und mich nicht vom Gegenteil überzeugen kann, indem er +100kg auf der Bank stemmt), kann man nur schwer ernst nehmen. Entweder trainiert er selbst nicht (in der Folge fehlt das, was ich „Leidenschaft & Herzblut für den Sport“ nenne) oder er hat keine Ahnung von seinem Metier – beides ist ein schlechtes Indiz. Aber dann sollte er sich auch nicht als Trainingsexperte verkaufen! Was uns zu Punkt 2 bringt:
  2. Hat der Trainer überhaupt Ahnung von dem, was er da erzählt? Ein Großteil der Leute lässt sich nur allzu leicht von Fachvokabular einlullen und ist mächtig beeindruckt, wenn der Typ hinter dem Tresen mit Begriffen wie „Hypertrophie“ und „Muskelproteinsynthese“ um sich schmeisst.  Leider kenne ich genug Leute die außerhalb der Schultrainingslehre so gut wie keine Ahnung von den biochemischen Vorgängen (speziell aber Ernährung) und praktischer Trainingslehre im menschlichen Körper haben.  Das Schlimme daran ist aber, dass es diese Leute gar nicht stört und sie der Ansicht sind, dass sie Nichts mehr dazulernen müssten (Es gibt zwar einiger natürlich Begabte, die trotz wenig Ahnung hammermäßig aussehen, aber nur weil sie selbst ein Händchen für ihren Köper haben, macht sie das noch lange nicht utomatisch zu guten Coaches für andere.) Ein Trainer, der selbst aufhört sich weiter zu entwickeln, ist kein guter Trainer. Fragt euren Coach doch einmal weshalb ihr dieses und jenes tun sollt und wartet seine Antwort ab. Ist sie schlüssig? Lasst euch nicht mit vagen Aussagen abspeisen, sondern beharrt auf Erklärungen und fragt euren Trainer zusätzlich doch einmal, welche konkreten Maßnahmen er  im letzten Jahr ergriffen hat, um sich auf seinem Fachgebiet weiterzubilden!
  3. Ist der Coach an eurer Weiterentwicklung und eurem Fortschritt überhaupt interessiert? Dies ist einer der wichtigsten Punkte, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Ein Coach der nur eure Geldscheine in den Augen hat, euch mit standardisierten Plänen abspeist und nicht auf eure individuellen Wünsche und Probleme eingeht,  ist schlicht und ergreifend ein Abzocker. Natürlich kann man nicht erwarten dass man als Anfänger innerhalb von Monaten wie Greg Plitt oder Lazar Angelov aussieht, aber die Veränderungen sollten sich bemerkbar machen – vor allem dann, wenn man vorher lange Zeit gar nichts gemacht hat. Ebenso würde ich mir ernsthafte Gedanken machen, wenn der Coach versucht euch permanent irgendwelche Supplemente aufzuschwatzen, die er ja ach so günstig besorgen kann, da er einen guten Draht zu einem Hersteller hat. Als Anfänger kann man sich ein gutes Whey-Protein für die Phase nach dem Training gönnen, aber man muss nicht gleich eine ganze Apotheke einrichten, nur weil der Trainer es sagt. (Hier gilt: Recherche im Internet & in Kraftsportforen darüber, was Sinn macht und was nicht, hilft da oft weiter).

Dies sind einige der Punkte, die mir spontan eingefallen sind und die ich mit ernsthafter Besorgnis sehe.  Aber keine Sorge! Genau für dieses Thema habe ich mir einen richtigen Fachmann besorgt, mit dem wir ein wenig tiefer in das Personal-Trainer-Business eintauchen werden und der euch in einem anschließenden überblicksartigen Text einen kleinen Einblick gibt, woran man einen guten PT erkennen kann.

Enter Alexander Gaier
Moderner Spartiat? Alex blickt auf eine langjährige Karriere auf der Bühne zurück. Dem Kraftsport war er seit 1993 verfallen. Mit "Spartak-Fitness" hilft er anderen dabei, sich fit fürs Leben zu halten.

Moderner Spartiat? Alex blickt auf eine langjährige Karriere auf der Bühne zurück. Dem Kraftsport war er seit 1993 verfallen. Mit “Spartak-Fitness” hilft er anderen dabei sich fit fürs Leben zu halten. (copyright by Spartak-Fitness.de)

Alexander Gaier ist der Mann hinter Spartak Fitness und leidenschaftlicher Personal Trainer aus Stuttgart – und DAS sieht man ihm auch an. Neben seiner eigenen Karriere als Kraftsportler (übrigens auch im Wettbewerbs-Bodybuilding!) ist Alex das perfekte Musterbeispiel für einen leidenschaftlichen, sich stetig weiterentwickelnden Coach, der individuell auf seine Klienten eingeht und ihnen bei ihrem steinigen Weg der körperlichen Entwicklung behilflich ist.

Der nachfolgende Text gibt also einen näheren Einblick in die Charaktereigenschaften eines anständigen Coaches und stellt auch gleichzeitig eine guten Grund für Aesir Sports dar, um sich ein wenig näher mit dem Thema zu befassen und den guten Alex zu einem (in Kürze erscheinenden) Interview einzuladen.

Ein Personal Trainer als Unterstützung für den Kampf gegen den „inneren Schweinehund“

von Alexander Gaier – Spartak Fitness

Zu wenig Zeit, schlechtes Wetter oder einfach zu müde: Wenn es um das Thema Fitness geht, ist man nur selten um eine Ausrede verlegen. Oftmals ist es einfach zu verlockend, den Nachmittag lieber auf der Couch zu Hause zu verbringen, als die Sportschuhe zu schnüren und eine Runde durch den Wald zu joggen. Vielleicht kann man sich selbst über einen gewissen Zeitraum hinweg belügen, das stetig wachsende „Hüftgold“ und die nur allzu schlaffen Oberschenkel sprechen hingegen eine deutliche Sprache. Spätestens, wenn sich dann der oberste Knopf der Lieblingshose nicht mehr schließen lässt, ist es an der Zeit, dem inneren Schweinehund endgültig den Kampf anzusagen.

Sollte man es nicht alleine zu sportlichen Höchstleistungen und damit zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl schaffen, kann man einen Personal Trainer buchen. Dieser unterstützt das Vorhaben dann in den eigenen vier Wänden, im Park oder im Fitnessstudio für maximale Trainingserfolge. Die jeweilige Art der sportlichen Betätigung kann vom Trainierenden nach Wunsch frei gewählt werden, jedoch sollte sie Spaß machen, denn dies sorgt für eine Langzeitmotivation. Ausreden haben an der Seite eines Personal Trainers in der Zukunft keine Chance mehr.

Woran lässt sich ein guter Personal Trainer erkennen?

Sicherlich sind sportliche Erfolge oder gewisse Qualifikationen nicht das entscheidende Kriterium, das einen guten Personal Trainer ausmacht. Viel wichtiger ist es, dass die Chemie zwischen Trainierendem und Trainer stimmt und der Personal Trainer zudem über eine gehörige Portion Geduld verfügt. Ausgebildete Athleten dürften es selbst wissen: Bis Muskeln aufgebaut werden und sich der Körper verändert und sportlicher wird, benötigt es viel Einsatzwillen und Zeit. Ein erfahrener Personal Trainier weiß: Möchte man zu viel auf einmal erreichen, riskiert man Überlastungen und eine Verletzung. Der anfängliche Spaß an der Bewegung wird dadurch natürlich zunichte gemacht.

...ein guter Coach läuft auch mal selbst ein paar Runden mit!

…ein guter Coach läuft auch mal selbst ein paar Runden mit! (copyright by Spartak-Fitness.de)

Ein guter Trainer ist in der Lage, sich in seinen Kunden einzufühlen. Ein 50-jähriger übergewichtiger Mensch, der lange keinen Sport getrieben hat, kann natürlich nicht dieselben sportlichen Leistungen vollbringen wie eine 25-jährige gut trainierte Frau, die nur etwas Bauchspeck verlieren möchte. In diesem Fall ist Kommunikation das A und O. Ein guter Personal Trainer wird ein kostenloses Vorabgespräch anbieten, indem man sich schnell klar darüber werden kann, welche Ansprüche beide Seiten verfolgen und ob die Chemie zwischen Trainer und Trainierendem stimmt.

Ein Personal Trainer sollte nicht nur fachliche Qualifikationen erfüllen, sondern auch gewisse psychologische Kenntnisse besitzen. Der Trainer fungiert schließlich nicht nur als Vorbild bezüglich der verschiedenen sportlichen Aktivitäten, sondern nimmt zudem die Rolle als Motivator ein, der seinen Schützling immer wieder dazu antreiben sollte, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und die definierten Trainingsziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Entsprechende Vorsicht sollte man walten lassen, wenn der Personal Trainer außergewöhnlich schnelle Trainingserfolge in Aussicht stellt. Gut Ding will Weile haben; nicht anders verhält es sich auch, wenn man etwas für seine Gesundheit und seine Fitness tun möchte. Es ist unrealistisch zu glauben, Bauchspeck, den man über Jahre „gepflegt“ hat, innerhalb weniger Tage loszuwerden.

Fazit

Der Weg zur Idealfigur ist lang und steinig. Dies weiß auch ein guter Personal Trainer und wird seinem Schützling daher keine vorschnellen Versprechungen machen. Er steht dem Trainierenden vielmehr mit Geduld zur Seite und wird auch als Motivator auftreten, wenn der Elan des Trainierenden zu wünschen übrig lassen sollte.

Mehr von Alexander Gaier zum Thema Personal Training gibt es in einem bald folgenden Interview hier auf Aesir Sports – stay tuned.

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