Supplemente: Günstig aus der Küche

Supplemente: Günstig aus der Küche

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Der heutige Artikel ist für all diejenigen unter euch, die aufgrund ihrer Budgetierung nicht gleich jedes neuste Supplement, sobald es auf den Markt geschmissen wird, kaufen wollen oder können. Sind wir noch eine Spur ehrlicher, dann muss man sich auch zusätzlich nach dem Kosten-Nutzenverhältnis diverser High-Tech Supplements fragen: Ist ein reines Protein-Hydrolysat gut? Gut? Gut wofür überhaupt? Um die Muskeln 5 Minuten eher mit hoch leichtverdaulichem Protein zu versorgen? Der Reinheitsgrad mag höher sein, die Aufnahmegeschwindigkeit ebenso, doch rechtfertigt das den hohen Preis und legitimiert es einen regelmäßigen Preis? Man will sich das Zeug ja auch nicht spritzen, sondern oral einnehmen.

Nun, wenn ihr ein Sponsorship habt oder euch die Supplemente kostenlos zur Verfügung habt, dann ist ein wenig Experimentierfreude gar nicht so unangebracht, denn euch entstehen keine monetären Kosten. Auch wenn die Versprechen hochgegriffen sind und die Wirkung gegebenfalls ausbleibt oder nur von minderer Qualität ist, habt ihr nichts verloren. In diesem Fall ist alles super (oder eben nicht, weil es nicht gewirkt hat) und ihr könnt jetzt ruhigen Gewissens den Browser schließen.

Steht ihr auf der anderen Seite vor der schwierigen Entscheidung euer hart verdientes Geld möglichst effizient zu investieren, dann sieht die Sache aber schon anders aus. Dann ärgert man sich über jeden Rotz, der nicht richtig wirkt. Das mögen wir Kraftsportler und Bodybuilder nicht: aufs Kreuz gelegt zu werden. Da werden wir stinking, da werden wir wütend, da werden wir grün und zum Hul… ach nein, Moment. Soweit ist es ja noch Odin sei Dank nicht. Die Kernsupplemente, also Whey-Protein, vielleicht Kreatin, Zink, Fischöl und Multivitamintabs reichen in der Regel absolut aus, um neben dem Training und der herkömmlichen, nährstoffreichen Ernährung auch einige Prozentpunkte in Sachen sinnvoller Supplementation einzuheimsen und auf der sicheren Seite zu sein. Ein Anfänger, der sein teures Geld für den neusten High-Tech Spielkram ausgibt, der wird vermutlich nicht so star davon profitieren. Mehr Sinn macht wenn die oben genannten Bereiche maximiert und optimiert werden, also Training, Ernährung und Regeneration. Der Ausspruch „you cannot out train bad eating habits“ lässt sich auch analog auf das Thema Supplemenbtierung ausweiten: You simply cannot out supplement bad training and bad eating habits!

original_weight_loss_supplementsTraining und Ernährung machen die großen Kuchenstücke aus, während die Supplementation das Sahnehäubchen auf dem Dessert darstellt. Aber ich weiß auch, dass Supps ein gewisser Balsam für die Seele sind. Einige Leute werden durch den bloßen Placebo-Effekt angetrieben, andere denken sich vielleicht „Boah, jetzt gebe ich schon soviel Geld für den Kram aus – da kann ich es mir nicht leisten in Sachen Trainung und Ernährung zu schludern. Das muss auch optimiert werden!“ Machen wir uns nichts vor: Supplemente entfalten nicht nur eine Wirkung auf physischer Ebene. Sie wirken auch auf einem mentalen Level.

Ein Ort, an dem die meisten aber nicht nach ergogenischen, d.h. leistungssteigernden, Substanzen suchen, ist die eigene Bude. Oder besser formuliert: die Küche! Warum teuer Geld für teure Helfer ausgeben, wenn ihr das ganze Paket auch auf günstiger – oftmals gar kostenloser – Basis auch direkt aus dem eigenen Haus beziehen könnt? Zermahlene Corn Flakes mögen zwar an dieser Stelle vielleicht nicht  unbedingt ein preisgünstigeres Substitut für Dextrose und Maltodextrin sein, doch sie liefern euch noch zusätzlich (wenn auch nicht in Massen) einen Schwung Mikronährstoffen, die in dem raffinierten Produkt nicht enthalten sind (und obendrein erspart ihr euch im Jugendalter obsolete Diskussionen mit euren Eltern zu dem Teufelszeug aka Supplementen). Wie war das mit zwei Fliegen und einer Klappe?

Und wie steht es um den Kalziumbedarf? Muss man dafür extra in die Apotheke rennen, wenn man auch ein perfektes Substitut mit hoher Bioverfügbarkeit daheim hat? Wenn ihr ohnehin kartonweise Eier spachtelt, dann werdet ihr nie mehr in die Verlegenheit kommen, euch teures Kalzium aus dem Internet besorgen zu müssen. Wie siehts mit dem Spureelement Eisen aus? Insbesondere Frauen sind (Achtung Wortwitz!) in der Regel stark davon betroffen. Die triviale Lösung: eine Eisenpfanne. Ihr braucht Ballaststoffe und Antixodantien? Ein Wort: Orangenschalen. Eine Verbesserung des Muskeltonus? NaCl+KCl statt nur NaCl, bro.

Der heutige Artikel erklärt und zeigt euch wie ihr mit einfachsten Mitteln eine handvoll interessanter Nahrungsergänzungsmittel aus heimischem Anbau gewinnen könnt (klingt ein wenig nach Drogenlabor). Und das Beste ist, dass die meisten Dinge davon entweder bereits in eurer Küche darauf warten, optimal genutzt zu werden oder relativ günstig zu bekommen sind. Oftmals ohne horrenden Marketingkostenaufschlag wie beim Supp-Händler eures (Schein)-Vertrauens.

Mir schweben desweiteren noch einige weitere Ideen im Kopf herum – und vielleicht habt ihr ja auch noch den einen oder anderen Geheimtipp im petto, den ihr mit der Community teilen wollt? Dann basteln wir uns sogar einen zweiten Teil! Aber genug erstmal, brennen wir erstmal den ersten Teil fachmännisch ab.

Supps, Marke Eigenbau? Shut up and take (not) my money!

Supplemente: Günstig aus der Küche

aus dem Englischen von N.D. “Furor Germanicus” M / copyright by silverhydra.com & Kurtis Frank

Geldnot macht erfinderisch – und spart Kosten

Supplemente sind gewiss nicht magisch. Meist handelt es sich um gängige Nahrungsmittel (typischerweise) oder Kräuter/Pflanzen, die nur ein wenig weiter verarbeitet wurden und sich folglich geringwertig davon unterscheiden, wie sie in ihrer natrülichen Form vorkommen. Nehmen wir als Beispiel das klassische Whey-Protein, welches selbst nichts anderes ist, als ein verarbeitetes Nebenprodukt, welches bei der Milchherstellung anfällt (früher sogar ein Abfallprodukt).

Andere Substanzen wie Rosenwurz (wirkt auf den Dopamin-, Serotonin- und Endorphinstoffwechsel) und Vinpoctin (erweitert die Blutgefäße im Gehirn, steigert den Katecholaminstoffwechsel) sind dagegen Pflanzen, aus denen man bestimmte Extrakte entnimmt. Sogar Epinephrin (auch bekannt als Stresshormon Adrenalin, welches Herzfrequenz sowie Blutdruck erhöht und die Fettverbrennung ankurbelt), Yohimbin (wirkt auf den Serotoninstoffwechsel und hemmt den Appetit) oder Koffein (regt das zentrale Nervensystem an und fördert die Glykogenolyse sowie die Lipolyse) werden originär aus Pflanzen gewonnen (wobei Koffein noch das chemischtee Supplement von allen ist [ – ich wäre damit also vorsichtig].

Davon abgesehen verfügt aber ein Großteil der Bevökerung auch gar nicht über die nötigen Utensilien, um sich seine eigenen Ergänzungsmittel herzustellen. Geräte zur Mikrofiltration, welche für die Verarbeitung von Whey eingesetzt werden, sind nicht unbedingt die Art von Küchenhelfern, die man in den typischen Wohnhausküchen vorfindet. Und es gibt auch nur wenige Laboratorien in denen Pflanzen mit Säuren und Basen behandelt werden oder aus Extrakten, mittels säulenförmiger Filtration, die gewünschten Komponenten extrahiert werden können. Machen wir uns nichts vor: Es ist wesentlich komfortabler wenn man für dererlei Dinge einen großen Konzern verpflichtet und sich die Pülverchen und bunten Pillen einfach von ihnen besorgt.

Aber Moment. Es gibt in der Tat einige Dinge in eurer Küche, die ihr relativ problemlos als Supplemete nutzen könnt. Es sind meistens Dinge, für die ihr auch nicht gleich ein halbes Vermögen ausgeben müsst, um in den Genuss ihrer vorteilhaften Wirkung zu gelangen. Mit ein wenig Erfindergeist können solche Sachen ohne weiteres einen alternativen Nutzen generieren.

Die beste Investition, die ihr in dieser Hinsicht nach tätigen könnt, liegt in der Anschaffung von Mörser und Stößel – und etwas rhythmisch Musik, die euch beim vermahlen den Ton angibt (hier & hier gibt es welche günstig bei Amazon zu erstehen – Preisklasse: um ~10 Euro herum).

Glukosepulver (Dextrose) oder Corn Flakes?

Bei Glukosepulver handelt es sich schlicht und ergreifend um Glukose – nichts wirklich Spezielles. Ihr braucht schnellen Zucker? Ihr bekommt schnellen Zucker; nichts leichter als das.

Aufbauend auf dem Begriff der „reinen Glukose,“ sehe ich Corn Flakes nicht wirklich als Lebensmittel an. Dieses Produkt ist exorbitant hoch be- und verarbeitet (und mit zusätzlichem Zucker angereichert, welcher obendrein für Insulinspitzen jenseits von Gut und Böse sorgt und alles andere als gesund bezeichnet werden kann, wenn man beabsichtigt einen stabilen Blutzucker zu halten). Das – und etwas Leucin – ist demnach hervorragend dazu in der Lage, einen gewünschten Insulinausstoß hervorzurufen. Wenn ihr mich fragt, handelt es sich bei Corn Flakes nicht gerade um eine gesunde Frühstücksmahlzeit, die man seinen Kindern unbedingt vor die Nase setzt, wenn man nicht gerade beabsichtigt, dass diese irgendwann an Diabetes erkranken sollen.

Abseits dessen stellt ein Corn Flakes Blend jedoch einer unschlagbare Option in der Post-Workout-Phase dar. Die typischen Frühstücks-Corn-Flakes bestehen nämlich aus einem Disaccharid (Zweifachzucker) namens Maltose. Maltose ist aber nichts anderes als ein Glukosemolekül, welches an ein weiteres Glukosemolekül gebunden ist (genauso wie das Disaccharid Saccharose ein Glukosemolekül ist, welches an ein Fruktosemolekül gebunden ist). Das zermahlen der Corn Flakes mit Hilfe eines Mörsers und eines Stößels (oder das schiere zerbröseln dergleichen) bringt euch ein simples Zuckerpulver, welches frei von Fruktose ist.

Es gibt einige Markenprodukte, welche auch einen Zusatz an fruktosehaltigen Zuckerarten aufweisen – checkt also vorher die Labels beim Einkauf. Ob euch diese Tatsache stört oder nicht, hängt im wesentlichen von der beabsichtigten Dosierung und euren Gesamtzielen ab. [Ich würde dennoch dazu raten, derartige Corn Flakes im Regal stehen zu lassen und auf die fruktosefreie Ware zu setzen]

Wenn ihr die Flakes nur fein genug mahlt, dann lässt sich das Pulver ohne Probleme in Shakes einrühren, ohne das der Geschmack des Shakes im Wesentlichen beeinflusst wird.

Voilá, ihr habt euch so eben ein fruktosefreies Zuckerpulver kreiert, welches auch noch ein (zugegeben kleines) Närstoffprofil mit an den Spieltisch bringt.

Es mag zwar preislich gesehen keinen großen Unterschied machen, da Dextrose aus dem Supermarkt auch nicht die Welt kostet, aber man sollte nicht vergessen, dass die gemahlenen Corn Flakes immernoch Mikronährstoffe enthalten, die in normaler Dextrose eher nicht vorhanden (wenn nicht extra hinzugesetzt sind). Ein weiterer Vorteil für die Jüngeren unter uns: man erspart sich bei den Eltern so manche Diskussion bezüglich Nahrungsergänzungsmitteln.

Komplexe-Kohlenhydrate-Mischung oder zerstoßene Haferflocken / Müsli

Gainer

Kostenargumente zählen hier nicht, doch liefern euch Flakes & Müsli – im Gegensatz zu Dextrose und Maltodextrin – eine ganze Reihe von Mikronährstoffen. Challenge considered?

Es gibt da ein Ergänzungsmittel, welches sich Maltodextrin schimpft und welches vom Markt durch sein postuliertes, länger anhaltendes Zucker-High vermarktet wird (da das gebundene Molekül selbst eine lange Kette aus Glukosemolekülen darstellt). Es handelt sich ohne Frage um eine interessanten Bestandteil, den man nicht so einfach in der Küche replizieren kann.

Glücklichweise bestehen die meisten Haferflockensorten aus Kohlenhydrat-Arten, die auch als Amylose und Amylopektin bekannt sein dürften. Ersteres setzt sich aus einer linearen Kette von Glukosemolekülen zusammen (ähnlich wie Maltodextrin) und das letztere beinhaltet ein Amylose-Grundgerüst mit Amylose-Zweigen. Es handelt sich hierbei also um reine, verzweigte Glukosearten.

Ähnlich wie bei den Corn Flakes, sorgt das Vermahlen und Zerstoßen dieses Grundausgangsstoffes (den Haferflocken/dem Müsli) bis zur Unkenntlichkeit dafür, dass das Ergebnis ein feines Amylose-Pulver ist, welches man perfekt als Workout-Treibstoff verwenden kann. Für die akute Vermahlung empfehle ich noch immer Mörser und Stößel, da diese Werkzeuge sehr effektiv sind. Haferflocken und Müsli stellen typischerweise die einfachsten Quellen dar, die man vermahlen kann (jedoch fällt es einem schwerer, wenn man es direkt mit getrockneten Flakes vergleicht).

Diejenigen unter euch, die über einen BlendTec Mixer verfügen, dürfen frohlocken: Auch damit kann man relativ problemlos das gewünschte Ergebnis erzielen. [eben Blend-Tec gegoogled; holy-moly ist das Teil teuer – vielleicht tut es ein einfacher Mixer auch?!]

Kalziumtabletten oder Eierschalen? [15][16][17][18][19]

Eierschalen? Ja, Eierschalen! Was wollt ihr denn sonst mit dem Kram machen?

Allerdings erfordert diese Herangehensweise eine essenzielle Sache: ALLE Eierschalen, die ihr hierfür verwenden wollt, müssen vorher in heißem Wasser blanchiert werden. Eine einfache Schutzmaßnahme um etwaige und potenziell gefährliche Partikel (Verunreinigungen, Salmonellen), die auf der Schale residieren, abzutöten (und gerade dort befinden sich die meisten Übeltäter und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, im Inneren des Eis). Am besten geht das, indem man einfach ein komplettes Ei kocht, obwohl man theoretisch auch nur die Eierschalen blanchieren könnte.

Nachdem ihr die Eierschalen blanchiert und abgetrocknet habt, packt ihr sie für erstmal zur Seite (bis ihr eine entsprechen großzügige Menge in einem Karton o.ä. angesammelt habt – baut euch ruhig einen kleinen Vorrat auf). Im Anschluss kommen wieder Freund Mörser und Freund Stößel zum Einsatz: Vermahlt die Eierschalen solange, bis ihr ein sehr feines Pulver daraus erhaltet (schließlich steht keiner darauf kleine Stückchen von Eierschalen mit Flüssigkeit runterzuspülen).

Et voilá: ihr habt euch soeben ein höchst-bioverfügbares (d.h. leicht absorbierbares) Kalziumpulver hergestellt, welches sich ohne Probleme in Shakes und Co. untermischen lässt. [Wenn ihr ohnehin einen exorbitanten Verbrauch an Eiern habt, dann ist das DIE Option schlechthin an ein quasi kostenloses Kalziumsupplement zu gelangen].

Eisensupplement oder Eisenpfanne? [10][11]

Jetzt kommt ein „schmutziger Ernährungstrick,“ welcher oftmals hinter vorgehaltener Hand von Ernährungsexperten kommuniziert wird, wenn es um ein allseits bekanntes Problem geht: den Eisenmangel bzw. die Eisenanämie. Die Empfehlung lautet dahingehend, dass man den Leuten empfiehlt, säurehaltige Nahrungsmittel (empfohlen wird oftmals Tomatensauce [ich glaube passierte Tomaten gehen auch] in einer schlichten Eisenpfanne zu erhitzen. Bei jedem Garvorgang wird ein kleiner Teil des Eisens aus der Pfanne in die Sauce übergehen. [Ja, richtig gelesen! Edelstahl ist deswegen nicht „im Rennen“ weil hier z.B. auch eine übermäßige Nickelkonzentration auftreten kann). [10][11] Daher: Einfaches Eisen > all.]

Voilá: Eure Sauce enthält nun eine kleine Menge des Mikronährstoffes Eisen und wisst ihr was: Das Vitamin C, welches ohnehin in den Tomaten enthalten ist, hilft obendrein auch noch bei der Eisenresorption.

Gemüse-Extrakt oder Kochwasser? [2][1]

matrix

…wenn ihr irgendwann so geschädigt seid wie ich, seht ihr nur noch die Matrix. :)

Nährstoffe in Form von Vitaminen und Mineralien – genauso übrigens auch andere Bestandteile aus unserer Nahrung (die man „Sekundäre Pflanzenstoffe“ nennt) – kommen entweder in wasser- oder fettlöslicher Form vor. Oder einem Mix aus beidem (was im Übrigen von der Polarität der Moleküle und ihrem Aufbau abhängt bzw. ob die Moleküle umringt sind von Metyhl- oder Hydroxyl-Gruppen.)

Sobald ihr also eure Nahrungsmittel in irgendeiner Art und Weise kocht, stört ihr gleichzeitig dessen Zellaufbau (Nährstoffe sind in der Zelle durch Temperatur/Hitze und Säuren gespeichert): Der Garvorgang bricht die Zellwände der Pflanze auf. Wasserlösliche Bestandteile nutzen nun das Wasser, welches ihr zum Kochen verwendet, als Transportmittel und verlassen auf diesem Wege z.B. das Gemüse. [1]

Dieses Phänomen (und seine Tragweite) könnt ihr auch tatsächlich live miterleben, nämlich sobald sich euer Kochwasser grünlich färbt, sofern ihr grünes Gemüse, z.B. Spinat oder Brokkoli, kocht. Das Blattgrün („Chlorophyll“) ist fettlöslich, doch es es wird infolge der Zubereitung in einzelne, wasserlösliche Bestandteile zerlegt, die im Anschluss aus dem Gemüse in das Kochwasser diffundieren. Der Grad, der darüber bestimmt in welchem Ausmaß die Zellwände aufgebrochen werden, hängt von der Hitze- und Säureintensität ab, die auf das Gemüse während des Garens einwirken – und dies korreliert mit der Färbung des Wassers.

Nun kann man argumentieren, dass das „Best-Case“-Szenario darin läge, dass meine Mikronährstoffe des Gemüses verloren gehen sollten. Dies ist z.B. ein Grund, weshalb an vielen Stellen das dämpfen von Gemüse empfohlen wird (also das Garen mittels heissem Wasserdampf). Eine andere Methode stellt die Zubereitung in der Mikrowelle dar. In beiden Vorgängen gibt es kein Wasser, welches den Mikronährstoffen die Fluchtmöglichkeit bietet. [2] Dennoch gibt es einige Methoden des Garens, bei denen Wasser eine gewisse Rolle spielt und gerade dort können diese Nährstoff- und Vitaminverluste auftreten.

Und jetzt das Skandalöse: Ein Großteil der Bevölkerung schüttet das wertvolle „Vitaminwasser“ nach dem Kochen einfach weg und entledigt sich somit auf schnellem Wege von kostbaren Nährstoffen. Wer effektiv haushalten will, sollte dieses Vorgehen vielleicht überdenken.

Die Alternative? Gießt das Kochwasser nach dem Garen nicht einweg weg. Trinkt es als Boullion (mit einwenig Gewürzen für die Bekömmlichkeit) oder nutzt es als Vitamindrink. Auch die Verwendung in Shakes ist eine erwägenswerte Option. Nutzt das Kochwasser zum Zubereiten von gesunde Saucen oder andere Rezepte, die auf Wasserbasis hergestellt werden. Zugegeben: das Wasser mag einen gewissen Gemüse-Eigengeschmack aufweisen, doch das ist im Grunde genommen nichts, was man nicht bei einer herzhaften Mahlzeit mit Gewürzen überdecken könnte, sofern euch der ursprüngliche Geschmack nicht zusagt.

Und Voilá: ihr habt ein kostenloses Vitaminwasser; die Vitamine die ihr daraus beziehen könnt, sind im Wesentlichen von den Gemüsesorten abhängig, die ihr gekocht habt.

Ballaststoff-Supplement oder Orangenschalen? [12][13][14]

Hier werdet ihr vermutlich härtere Geschütze als Mörser und Stößel auffahren müssen; das Zeug hier ist wirklich zäh. Ich empfehle euch irgendeine Art von Mixer oder ein Küchengadget zum Pürieren oder dergleichen.

Speziell für diesen Improvisationsfall würde ich euch dringend Bio-Qualität empfehlen [Orangen aus Spanien sind nicht gerade das, was man als pestizidfrei bezeichnen würde und niemand möchte diesen Rotz schlucken, oder?]

Deutsch: Orangen

Orangen – die Schale hat es in sich; warum also entsorgen? (Wikipedia)

Orangen stellen eine hervorragende Quelle für Ballaststoffe dar. Gemäß Label enthält eine Frucht mittlerer Größe im Durchschnitt knapp 8 Gramm Ballaststoffe;  eine Mischung aus Löslichen und Unlöslichen. Aber vielleicht habt ihr euch ja gefragt, wo zur Hölle diese Ballaststoffe enthalten sein sollen. Die Antwort: Das Zeug findet sich überwiegend in den weißen Zwischenwänden der Orange.

Und wo das herkommt, gibt es noch eine ganze Menge mehr! Wo? Na, in der Innenschale der Frucht! Diese Ballaststoffe werden üblicherweise nicht in die Ernährungsettiketten berücksichtigt – schließlich werden die Schalen eigentlich auch gar nicht gegessen.

Die Außenhülle der Orange ist dagegen eine hervorragende Quelle für Vitamin C sowie andere Polyphenole, die man in der Regel in derartigen Zitrusfrüchten findet (der Kaloriengehalt liegt meist bei Nullkommanix). Die Orangenschalen entfalten übrigens auch einen leichten Orangengeschmack, weshalb man sie auch oft beim Backen in der Küche verwendet (z.B. geriebene Orangenschalen).

Wascht und schrubbt die Schalen um Dreck und Verunreinigungen zu entfernen. Anschließend mahlt/mixt/shreddert ihr den Kram als gäbe es kein Morgen mehr.

Voilá: Ihr habt ein kostenloses Ergänzungsmittel für Ballaststoffe UND einen Haufen Antioxidantien, die ihr z.B. in Shakes und Getränken verwenden könnt. Aufgrund des eigentümlichen Geschmacks solltet ihr das Zeug nicht unbedingt pur geniessen, sondern eventuell mit einem geschmacklich attraktiven Proteinpulver (Ich votiere für Schoko) mischen.

Pimp my Salt: Die Natrium-Kalium Mischung [3][4][5][6][7][8][9]

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Salz ist nicht nur eine Zutat, sondern auch ein Regulator für den körpereigenen Wasserhaushaltes. Ein Natrium-Kalium Blend verbessert das intra- und extrazelluläre Verhältnis.  (Photo credit: Wikipedia)

Eine hervorragende Methode um den Natriumkonsum zu reduzieren und gleichzeitig die Körperkomposition zu verbessern, besteht darin das gewöhnliche Kochsalz (Natriumchlorid) mit Kaliumsalz (Kaliumchlorid) zu mischen. Das richtige Mischungsverhältnis liegt bei ungefähr 75 % NaCl und 25 % KCl (beeinflusst den Geschmack des Gesamtproduktes kaum) bzw. 60:40 (im Optimum).

Der Salt Blend hilft eurem Körper dabei ein ideales Verhältnis von Kalium (intrazellulär ; im Muskel) und Salz (extrazellulär) zu gewährleisten. Dieser Vorgang wird üblicherweise durch die Osmose beeiflusst. Die Reduktion der Salzzufuhr führt zu einer Reduzierung der Flüssigkeit außerhalb der Zelle. Die verbesserte Kaliumzufuhr (wenn nicht schon optimal), sorgt dagegen für eine Erhöhung der Flüssigkei IN der Zelle – ein optimales Verhältnis der beiden Stoffe ist für eine effektive Muskeltätigkeit unablässig. Wenn ihr euch ULC ernährt, dann solltet ihr die Natriumzufuhr erhöhen um zu verhindern, dass das Kalium aus dem Muskel geschwemmt wird. (Mehr zum Wechselspiel von Kalium und Natrium bei einer ketogenen Ernährung in diesem Buch – absolute Lesempfehlung!)

Das Ergebnis? Ein strafferer Muskeltonus und prallerer Look. Kaliumchlorid in Lebensmittelqualität und großzügiger Verpackungseinheit könnt ihr z.B. über Amazon beziehen.

Solltet ihr noch über weitere interessante Herstellungsmethoden und Quellen für den günstigen Ergänzungsbedarf kennen, so zögert nicht und hinterlasst einfach einen Kommentar mit euren Ideen und Eindrücken.

HIER bekommt ihr Mörsel & Stößel (bei Bedarf)


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Über Kurtis Frank

Kurtis Frank ist einer der Mitbegründer der unabhängigen Supplement-Review-Plattform  Examine.com und Inhaber des Blogs Silverhydra.com.
Sein Bachelor-Studium schloss Kurtis an der University of Guelph im Fachbereich der Applied Human Nutrition ab. Mittlerweile ist die wissenschaftliche Analyse von Supplementen und Ernährung sein Hauptaufgabengebiet.

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Kurtis Frank ist einer der Mitbegründer der unabhängigen Supplement-Review-Plattform  Examine.com und Inhaber des Blogs Silverhydra.com.

Sein Bachelor-Studium schloss Kurtis an der University of Guelph im Fachbereich der Applied Human Nutrition ab. Mittlerweile ist die wissenschaftliche Analyse von Supplementen und Ernährung sein Hauptaufgabengebiet.


Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Wikimedia.org ; GNU Free Lizenz


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  • Felix

    Super Artikel, bitte mehr davon. Sowas liest man gerne !!