Aromatase & Aromatase-Hemmer: Erhöhe dein Testosteron

Aromatase & Aromatase-Hemmer: Erhöhe dein Testosteron

4 Kommentare

Von Kurtis Frank |

Mit dem Wörtchen Aromatase („CYP19A1“) kann man Kraftsportler und Bodybuilder, die sich ein wenig mit der Biochemie des Menschen auskennen, tatsächlich jagen. Bei dem membranassoziierten Protein im endoplastischen Retikulum („Zytoplasma“ einer Zelle, schwierige Wörter – jaja! ;)) handelt es sich um ein Enzym, welches in signifikantem Ausmaß an der Biosynthese des weiblichen Sexualhormons Östrogen beteiligt ist. Das ist natürlich nur die eine Seite der Medaille, denn was vielleicht vielen Athleten zusätzlich die Tränen in die Augen treibt, ist die Wirkungsweise wie dieser Prozess abläuft, nämlich durch die Zerlegung von Testosteron zu Estradiol bzw. die Transformation von Androstendion(e) zu Estron.

Zerlegung von Testosteron? Oh noes – ain’t nobody got time fo‘ dat! Für alle die jetzt geschlafen haben, noch einmal die elementaren Punkte einer (zu) hohen Aromatase-Aktivität für den ambitionierten Kraftsportler kurz erklärt:

  • Steigerung des Östrogens = schlecht
  • Zerlegung von Testosteron = sehr schlecht

Zu hohes Östrogen im Mann führt u.a. zur vielfach gefürchteten und berüchtigten „Feminisierung,“ – auch bekannt als „Aromatase Excess Syndrome, [30] was zur Verweiblichung des männlichen Körpers (u.a. Gynäkomastie – einer weiblichen Brust) führen kann. Do not want. Für meine Freunde, die Biertrinker, darf ich allerdings Entwarnung geben: der bekannte „Bierbauch“ bzw. der im Bier enthaltene Hopfen (bzw. dessen Prenylflavonoide) scheinen keine größere Auswirkung auf die Östrogenproduktion oder den Aromatase-Effekt zu haben (eigentlich bewirken sie sogar nach einer Studie von Monteiro et al. (2006) das Gegenteil:

„The tested prenylflavonoids were able to inhibit estrogen formation, and their IC(50) values were determined, although no effect on aromatase expression was found. Lager beer, alcohol-free beer, stout beer, and xanthohumol-rich stout beer (200 microL/mL) significantly decreased aromatase activity. In conclusion, prenylflavonoids are able to modulate aromatase activity, decreasing estrogen synthesis, with relevance for the prevention and treatment of estrogen-dependent disorders such as breast cancer.” [31]

Allerdings sollte man jetzt nicht zum nächsten Getränkemarkt düsen und sich ein paar Kästen des Lieblingsgerstensaftes auf Halde holen, den immerhin sagt die obige Studie nichts über den negative Effekt auf den körpereigenen Testosteronlevel bzw. die Auswirkungen des Alkoholkonsums darauf, aus (was auch nicht Gegenstand der Studie war). Zuviel Alk und der Testospiegel sagt „Adios“ nach einer feucht-fröhlichen Zechparade. [32][33]

Vor dem Dilemma des „zuviel Östrogen habens“ stehen wir Männer allerdings nicht alleine dar, denn – wie wir heute wissen – spielt die Aromatase-Aktivität eine große Rolle bei der Diagnose von Brust-Krebs. Dies ist auch ein Grund weshalb Aromatase-Hemmer und Anti-Östrogene – SERMs & SERDs, wie Tamoxifen oder Fulvestrant, in der Krebstherapie eingesetzt werden. [34][35]

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Aromatase-Hemmer greifen vornehmlich in zwei Umwandlungsprozesse ein, bei dem Testosteron zu Estradiol bzw. Androstenedione zu Estron transformiert wird. Estradiol bindet anschließend and die Östrogenrezeptoren (ERs). Anti-Östrogene, wie z.B. Tamoxifen (SERM), konkurrieren mit Estradiol um das Andocken an die Östrogenrezeptoren, während Aromatase-Hemmer einen Schritt vorher ansetzen und die Östrogensynthese verhindern. Bildquelle: Nature.com

Die Einführung und der vorliegende Artikel sind nicht nur sorgfältig übersetzt, sondern von mir noch ergänzt und erweitert worden. Neben einer grundlegenden Erläuterung des Aromatase-Effektes werden wir uns mit einigen Schlüsselelementen der Aromatase, zugehörigen Interventionsstudien, sowie der praktischen Anwendung mit dem Ziel der Einschränkung der Aromatase-Aktivität beschäftigen.

Wie immer freue ich mich über eure Zuschriften und Feedback via Kommentarfunktion. Wer darüber hinaus Lust auf eine Diskussion zu dem Thema hat, der findet am Ende des Artikels einen Link zum entsprechenden Thread. Bon chance und denkt dran: je mehr Testo besser.

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Aromatase & Aromatase-Hemmer

Aus dem Englischen übersetzt und erweitert von D.N. “Furor Germanicus” M. / copyright by silverhydra.com & Kurtis Frank

Eines der am meisten verfolgten Ziele beim Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ist folgendes: die Erhöhung des körpereigenen Testosteronspiegels.

Als Testo-Booster werden die vermeintlichen Supplemente bezeichnet, die den Bluttestosteronspiegel erhöhen. Mehr Testosteron im Körper wird u.a. mit einem verbesserten Muskelaufbau, eine gesteigerten Libido und einem erhöhten Selbstbewußtsein in Verbindung gebracht. Neben Tribulus terrestris zählen auch Substanzen, wie Maca, D-Asparaginsäure, Vitamin D3, Fenugreek & Ecdysteroide zu den testosteronsteigernden natürlichen Mitteln.
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Allerdings vergessen die meisten Leute, dass die Level einer beliebigen Substanz im Körper – und damit die gedachte Gesamtgleichung – stets  von additiven (+) und subtraktiven (-) Effekten beeinflusst wird (hier: Zerlegung von Testosteron). Es erscheint daher “markt-freundlicher,” ein Produkt als “testosteron-erhöhend” zu vermarkten, als einfach nur die “Verringerung des Testosteronabbaus” (aka testosterone breakdown) zu promoten. Es dürfte also nicht weiter verwundern, dass die meisten Leute nach Testo-Booster Ausschau halten, während die Möglichkeit den Testosteronabbau zu beeinflussen, eher vernachlässigt wird.

Der Abbau von Testosteron und Androgenen (mit Ausnahme des Androgen 5-DHT) erfolgt durch ein Enzym, welches man Aromatase nennt. Doch das Enzym wirkt zweifach, nämlich indem es Testosteron abbaut und dabei gleichzeitig den Östrogenspiegel erhöht. Grund genug sich einmal näher mit dem Thema zu beschäftigen und es anzusprechen.  Darüber hinaus ist auch die Nachfrage nach Supplementen, die Aromatase in Schach halten, in den letzten Jahren stark gestiegen. Große Überraschung: der einfachste Weg um den Aromatase-Prozess zu beeinflussen, erfolgt über die Modifikation der Ernährung.

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Aromatase-Hemmung bei Frauen (Pre- & Post-Menopausal: Durch den Einsatz von Aminoglutethimide (einen Aromatase-Hemmer, nicht-steroidal) kann bereits bei der Umwandlung von Cholesterin zu Pregnenolone, welches in der Nebenniere geschieht, interveniert werden. Darüber hinaus ist Aromatase Teil eines zweiteiligen Syntheseprozesses: 1. Die Umwandlung von Testosteron zu Estradiol im Eierstock (vorherrschender Weg zur Östrogensynthese bei pre-menopausalen Frauen) und 2. Die Umwandlung von Androstenedione zu Estron (vorherrschender Weg zur bei post-menopausalen Frauen).(Bildquelle: adaptiert aus University of Minnesota)

Struktur & Funktion

Bei Aromatase handelt es sich um ein körpereigenes Enzym, welches in konzentrierter Form in den weiblichen Geschlechtsdrüsen, in der Leber und im Fettgewebe vorkommt. (auch wenn man hinzufügen sollte, dass es in Kleinstmengen nahezu überall vorhanden ist. Die Kontrolle und Regulation ist aber von höchst komplexer Natur). [1] Das Enzym ist vornehmlich für seine Fähigkeit zur Umwandlung (“Aromatisierung”) von androgenen Substanzen, wie Testosteron und Androstenediol (Androstenedione) in östrogene Substanzen, wie 17-β-estradiol oder Estron, bekannt.

Es handelt sich hierbei um eines der P450 Entgiftungsenzyme, welches auch als CYP19A1 bezeichnet wird. (d.h. die Bezeichnungen können als Synonyme verwendet werden)

Aromatase rückt gerade dann in den Fokus von Interventionsmaßnahmen, wenn sich beispielsweise exzessives Östrogen krebsbegünstigend auswirkt (vorallem bei Brustkrebs) oder wenn bestimmte Personen ihren Testosteronspiegel infolge einer Supplementation bzw. Zyklen erhöhen möchten. Merke: Je mehr Testosteron im Körper, desto aktiver ist das Aromatase-Enzym. Es wirkt simpel formuliert als Regulator und stellt eine Balance sicher.

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Muskelaufbau-Vorteil für Frauen dank Aromatase-Inhibitoren? Eine Studie von Winter-Stone et al. (2011) untersuchte die Auswirkungen einer DHEA-Supplementation bei Frauen, die den Brustkrebs besiegt haben. Die Probandinnen zeigten eine erstaunliche Affinität für eine erhöhte Knochendichte und erreichten größere Muskelmassezuwächse, als die Frauen aus der Kontrollgruppe. [17]

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Aromatase: Key-Facts

  • Die Aromatase-Aktivität steigt mit zunehmendem Alter und zusätzlicher Körperfettmasse. [36]
  • Die Aromatase-Aktivität ist in Pre-Adipozyten (undifferenzierte Fibroblasten, die bei Bedarf zu Fettzellen transformiert werden können) wesentlich höher als in ausgereiften Fettzellen (bis zu zehnmal so hoch!). Sie ist auch in subkutanem Fett höher als im viszeralen Fett. Darüber hinaus begünstigt ein hoher Östrogenspiegel die Proliferation (Ausprägung) der Fettzellen. [37]
  • Eine hohe Aromatase-Aktivität beim Mann senkt den Testosteronspiegel und erhöht das Risiko für Prostata-Krebs und Herzkrankheiten. [36]
  • Niedrige Testosteronspiegel führen wiederum zu niedrigen Östrogenspiegeln, welches für den Mann eine erhöhte Risikogefahr für Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt birgt. [39]

Ein hoher Östrogenspiegel infolge einer erhöhten Aromatase-Aktivität (z.B. induziert durch Übergewicht beim Mann) sorgt nicht nur dafür, dass das Testosteron vom Körper selbst zur Östrogenproduktion verwendet wird, sondern es sorgt auch gleichzeitig dafür, dass die Testosteronproduktion durch das ZNS heruntergefahren wird – ein Teufelskreis. Dies hängt mit dem negativen Feedbacksystem zusammen (sog. Hypogonadotroper Hypogonadismus):

  1. Das im Hypothalamus (Steuerzentrale des vegetativen Nervensystems) ausgeschüttete Gonadotropin-Releasing Hormon (GnRH; Gonadoliberin) wandert in die Adenohypophyse (Teil der Hirnanhangsdrüse) und sorgt dafür dass diese das luteinisierende Hormon (LH; Lutropin) und das follikelstimulierende Hormon (FSH; Follitropin) ausgeschüttet wird.
  2. FSH stimuliert die Spermatogenese (Herstellung von Spermien) in den Sertoli-Zellen (teilungsunfähiges Hodengewebe) der Testikel. LH stimuliert die Leydig-Zwischenzellen (Zelltyp im Interstitium des Hodens), wodurch die Testosteronproduktion angekurbelt wird.
  3. Östrogen sorgt durch die Reduktion in der GnRH-Ausschüttung für einen Shut-Down bei der Testosteronproduktion (FSH+LH ↘). Mit fallendem LH-Spiegel wird auch die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen heruntergefahren.

Praktische Supplement-Interventionen

Ich betone in diesem Zusammenhang “praktisch,” da zwei der vielversprechendsten Aromatase-Hemmer pharmazeutische Substanzen sind (Anastrozole; Letrozole). Beide werden zur Bekämpfung von Brustkrebs eingesetzt, insofern dürfte es nicht so einfach sein daran zu kommen.

In seiner Supplementform verfügt auch Resveratrol die Fähigkeit die Aromatase-Transkription zu hemmen [2] und den positiven Feedbackmechanismus zu unterstützen. [3] Auch Traubenkernextrakt [4] zeigt eine vielversprechende Wirkung (durch den Proanthocyanidin B Dimer Gehalt). [5] Die Wirkungsweise von Traubenkernextrakt ist eine indirekte, daher könnte es durchaus einen additiven Effekt unter Hinzunahme typischer Aromatase-Antagonisten wie Resvertrol haben.

Vorläufig lässt sich auch sagen, dass eine Substanz namens Biochanin A in der Lage ist die Aromatase-Aktivität und Expression zu hemmen. [6] Biochanin A findet sich in Rotklee (bzw. Wiesenklee).

Abschließend möchte ich meine Bedenken im Bezug auf die Ergänzung durch Bioflavonoide, wie z.B. Chrysin, Apigenin und Kaempferol, ausdrücken. Ihre Wirkungweise kann in vivo einen völlig anderen Effekt haben, als es in vitro Studien zeigen. [7]

Praktische Ernährungsmaßnahmen

Forscher des Beckman Research Institue (Kalifornien) untersuchten in eine in vitro-Studie die Auswirkungen von Traubenkernextrakt (GSE) auf die Estradiol-Produktion der Zellen. Das Ergebnis: Je höher die GSE-Gabe, umso geringer die Estradiolexpression. [4]

Forscher des Beckman Research Institue (Kalifornien) untersuchten in eine in vitro-Studie die Auswirkungen von Traubenkernextrakt (GSE) auf die Estradiol-Produktion der Zellen. Das Ergebnis: Je höher die GSE-Gabe, umso geringer die Estradiolexpression. [4]

Wie bereits im letzten Absatz der vorhergehenden Sektion dargestellt, gibt es eine Abweichung bei den in vitro beobachteten Effekten von Bioflavonoiden und den vermeintlichen Anti-Aromatase-Effekten in vivo von besagten Substanzen. Dies lässt sich teilweise durch die Unterscheidung von isolierten Bioflavonoiden (Quercetin, Apigenin, Chrysin, etc.) und ihren Glycosiden (Quercetin-3-O-Glucoside, Apigenin-7-O-Glycoside, Chrysin-O-Glycoside, etc.) erklären. Diese Glykoside kommen üblicherweise in den natürlichen Nahrungsmitteln vor und sind relativ widerstandsfähig (d.h. sie überstehen üblicherweise den typischen Kochvorgang). Die Bioflavonoide selbst bilden eine Form von unverdaubaren/unlöslichen Haufen und veredeln damit quasi lediglich die Exkremente.

Aus diesen Gründen  machte es auch am meisten Sinn, wenn man diese anti-aromatase Substanzen durch die typische Ernährung aufnimmt, als dass man den teuren Weg der Supplementation geht und sich davn abhängig macht. Supplemente in der Glykosid-Form werden ihren Dienst tun, doch es wäre einfach unnötig. Gemüse wird euren Zielen mit Sicherheit nicht im Weg stehen, daher ist dieser Weg der Supplementation vorzuziehen.

Die Bioflavonoide, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen und die den größten Anti-Aromatase-Effekt versprechen sind Chrysin (vorkommend in Bienenharz und Honig) und Apigenin (vorkommend in roten Zwiebeln). [8] Ein Blick auf die Examine-Seite von Apigenen verrät uns außerdem, dass diese Substanz in größere Mengen auch in rotem Wein, Bier und Kamillen-Tee vorkommt. (Was zum Beispiel eine gute Erklärung dafür wäre, weshalb Rotwein hervorragend dafür geeignet ist die Östrogenspiegel zu kontrollieren – die Resveratrolmenge im Wein ist für nennenswerte Effekte jedoch viel zu gering.)

Bemerkenswert: Auch Zucht-Champignions („Agaricus bisporus“) scheinen einen potenziellen Anti-Aromatase-Effekte zu besitzen. [9] Wer sich für das Thema interessiert, findet hier einen frei erhältliches Paper zum Thema. [10]

Allerdings werde ich an dieser Stelle im Text keinen Freifahrtsschein für den Rotweinkonsum ausstellen, da ein Großteil der Leserschaft dieses Artikels vermutlich aus Männern bestehen dürfte, die nach einer Möglichkeit suchen, um ihren Körperfettanteil zu senken und Muskelmasse aufzubauen. Der Konsum von Rotwein zeigt ohne Zweifel eine Korrelation mit einer geringeren Östrogenaktivität [genauso wie Bier, siehe Einleitung]. Dies lässt sich auf die im Rotwein enthaltenen Anti-Aromatase-Substanzen zurückführen, [11] doch ein Großteil der Forschung in dem Gebiet beschränkt sich auf Präventionsmaßnahmen für Brustkrebs. Roter Wein beeinflusst den gesamten Östrogenstoffwechsel des Körpers und kann obendrein zu einer erhöhten Aktivität in Fettzellen, den Adipozyten beitragen. [12] Es ist jedoch nicht ganz klar, ob dies auf die darin enthaltenen Polyphenole zurückzuführen ist oder auf den Alkoholgehalt – oder gar eine Mischung aus beiden.

Themenverwandter Artikel:
Buchrezension: The Renegade Diet von Jason Ferruggia

Anti-Aromatase Supplementation

  1. Möglichkeit: Hierzulande nicht zu kriegen, jedoch in Übersee sehr beliebt – Dehydroepiandrosterone. Genauer gesagt: Nicht DHEA, sondern dessen Metabolit der unter dem wohlklingenden Namen Androsta-3,5-diene-7,17-dione (ein Pro-Hormon) bekannt ist. [13] Das Metabolit zeigt in in vitro Studien eine vielversprechende Anti-Aromatase-Wirkung. [14] Die Humanstudien sind limitiert – die darin verwendete Dosierung beträgt 75mg/Tag (3x 25 mg). Interessanterweise scheinen Frauen, die in Folge von Brustkrebs mit DHEA supplementieren, gewisse Vorteile beim Muskelaufbau und Krafttraining zu haben (siehe Schaubild oben). [16][17]
  2. Möglichkeit: Vielleicht weniger kritisch einzustufen und leichter zu kriegen, ist Traubernkernextrakt. GSE (von Grape Seed Extract) zeigte in in vivo Tierversuchsmodellen eine hemmende Wirkung im Bezug auf den Aromatase-Effekt. [4][15] Eine für den Menschn äquivalente Dosis entspricht rund 2 Gramm GSE, was zum einen an der geringen Bioverfügbarkeit des Extraktes und zum anderen an der Aufnahme der im GSE enthaltenen Procyanidine liegt.
  3. Möglichkeit: Wie so oft dürfen auch Exoten nicht in der Auflistung fehlen. Als vielversprechender Aromatasehemmer hat sich in dieser Beziehung der sog. „Eurycoma Longifolia Jack („Long Jack“) herausgestellt – eine Pflanzenart die vornehmlich in Asien (Indonesien, Philippinen, Thailand und die ganze Ecke dort) wächst. [18][19][20] Die basale Dosis liegt bei 200 mg des Wirkstoffes (äquvialente Dosis für Menschen). Die hierzu durchgeführten Studien wurden allerdings im Rattenversuchsmodell durchgeführt, insofern ist eine gewisse Skepsis bei der Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen angebracht.

Weitere potenzielle Substanzen, die im Kampf gegen zu hohes Östrogen helfen können sind Kelp, [21] Ginkgo biloba-Extrakt, [22] Damiana (hoho!), [23] Fisch Öl (DHA), [24] Grüner Tee (Katechine), [25] Zink, [26] Myosmin [27] & Nikotin. [28]

Zusammenfassung

In Jason Ferruggias "The Renegade Diet" werden noch weitere Maßnahmen zur natürlichen Steigerung von Testostron und Senkung von Östrogen gegeben. Good read.

In Jason Ferruggias “The Renegade Diet” werden noch weitere praktische Tipps zur natürlichen Steigerung von Testostron und Senkung von Östrogen gegeben. Good read.

Heftiger Missbrauch und Konsum von Kamillen-Tee, das vertilgen von roten Zwiebeln und einer Wagenladung Pilze könnte in der Tat ein relativ natürlicher Weg sein, um der Aromatase-Aktivität zu begegnen und auf indirektem Wege zu kontrollieren, ohne auf eine Supplementation zurückzugreifen. Und wenn man schon dabei ist, sich gesund zu ernähren, kann man diese Maßnahmen auch gleich in die alltäglichen Ernährungsgewohnheiten einfließen lassen.

Es gibt zwar – wie weiter oben eindrücklich gezeigt – einige Substanzen die als potenzielle Aromatase-Hemmer in Frage kommen, allerdings handelt es sich bei den wenigsten Untersuchungen um Humanstudien (bzw. in vivo Studien). Supplemente wie Zink, Fisch Öl oder Grüner Tee gehören meiner Meinung nach sowieso in jeden gut durchdachten und wohl strukturieren Plan, insofern sollte es – beispielsweise beim Zink – ohnehin zu keinem Mangel kommen können. Wer mit den Exoten (Damiana, Long Jack, Traubkernextrakt und/oder Ginkgo) experimentieren möchte, dem steht dies natürlich sei frei zu tun. Wer jetzt allerdings vorhat mit dem Rauchen anzufangen (Nikotin, Myosmin) oder Pro-Hormone zu schlucken (DHEA), nur um die Aromatase-Aktivität einzuschränken, der sollte sich das Ganze vielleicht nochmal reiflich überlegen. (Es sei denn ihr leidet im letzteren Fall an Brustkrebst; dann go ahead).

Wer sich darüber hinaus noch über die weitere Forschungslage bei natürlichen Aromatase-Hemmern informieren möchte, dem sei das ausführliche Paper von Balunas et al. (2008) ans Herz gelegt. [29]

Haltet euren KFA niedrig (für den Aufbau am besten bei 10-15 %), dann solltet ihr – zumindest als Mann – kein Problem mit einer überbordenden Aromatase-Aktivität zu kämpfen haben. Euer Testosteronspiegel wird es euch übrigens auch danken.


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Über Kurtis Frank

Kurtis Frank ist einer der Mitbegründer der unabhängigen Supplement-Review-Plattform  Examine.com und Inhaber des Blogs Silverhydra.com.
Sein Bachelor-Studium schloss Kurtis an der University of Guelph im Fachbereich der Applied Human Nutrition ab. Mittlerweile ist die wissenschaftliche Analyse von Supplementen und Ernährung sein Hauptaufgabengebiet.

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Kurtis Frank ist einer der Mitbegründer der unabhängigen Supplement-Review-Plattform  Examine.com und Inhaber des Blogs Silverhydra.com.

Sein Bachelor-Studium schloss Kurtis an der University of Guelph im Fachbereich der Applied Human Nutrition ab. Mittlerweile ist die wissenschaftliche Analyse von Supplementen und Ernährung sein Hauptaufgabengebiet.



Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Wikimedia.org / Jatlas2 ; Public Domain Lizenz


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  • Dawid

    Grosses Lob fuerden sehr guten und invormativen Artikel!

  • pat

    Super Artikel!

  • Paulchxn

    langt es, Zink, & Grüntee, als Aromatase Hemmer zu benutzen, oder sollte ggf. noch mehr supplementiert werden? um den effekt niedrig zu halten? Da ich D-AA supplementiere.

    • Hey Paul,

      ist immer die Frage, was dein Zweck und Ziel ist. Natürlich kann man schlecht einschätzen, wie gut die natürlichen Stoffe die Aromatase hemmen – als jemand, der trainier und sich gut ernährt, kannst du nur das Beste draus machen und so viel wie möglich tun, ohne dass du zu Medikamenten greifst, die dann wohlmöglich die hormonelle Balance durcheinanderbringen. Auch Östrogen hat im Mann seine Daseinsberechtigung und wir hatten erst im neusten Artikel (Bio Signature: Sind Hormone der Schlüssel zum Gewichtsverlust) klar und deutlich gesagt, dass beim (naturalen) Mann das Testosteron und Östrogen unweigerlich miteinander gekoppelt sind.

      DAA wird wahrscheinlich nur dann einen Effekt haben, wenn dein Testosteronspiegel von Haus aus schon niedrig ist. Da würde ich mir beim Onkel Doc mal die Werte holen und vorher sowie nachher vergleichen um zu sehen, ob es bei dir anschlägt oder ob du es dir sparen kannst.

      Gruß