Life Domination III: Der Fluch des Mannes

Life Domination III: Der Fluch des Mannes

2 Kommentare

Seit einiger Zeit stapeln sich die Bitten doch bitte den dritten Teil der Life Domination Serie zu veröffentlichen und auch wenn ich zur Zeit aufgrund anderer Verpflichtungen ziemlich eingespannt bin, möchte ich den Wünschen der Leser in dieser Beziehung nachkommen. Ursprünglich hatte ich für den dritten Teil einen Text über geistige Zähigkeit (sprich „Mental Thoughness“) bzw. Campbell‘s Monomythos der Heldenreise geplant.

Nun, daraus ist erst einmal nichts geworden, aber das heisst nicht, dass die Pläne verworfen wurden. Der heutige Teil der Life Domination-Reihe erscheint in einem etwas anderen Gewand, als es die vorherigen Texte gewesen sind, doch auch hier findet sich ein unmissverständlicher Aufruf zur Handlung. Vermutlich wird jeder von euch das alte, wohl bekannte, japanische Sprichwort (Rückführend auf den Gelehrten Laotse) kennen:

“Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinem Fuß.”

…und nichts könnte mehr dieser Wahrheit entsprechen, als dieser Ausspruch. Es ist folglich egal ob ihr den Mount Everest oder einen Hügel in eurer Nachbarschaft besteigen wollt. Ob ihr fit oder muskulös oder gar weise oder belesen werden wollt. Ob ihr einen Marathon laufen oder 150 kg auf der Bank drücken wollt, ob ihr ein guter Koch oder ein ausgezeichneter Musiker sein möchtet – die Kunst liegt darin, den Hintern hochzubekommen und den verbliebenen Stunden des Tages eine Bedeutung zu geben. Manchmal kommt ihr schnell voran und manchmal werdet ihr das Gefühl haben, dass sich eure Entwicklung in einem zähen Stadium befindet, an dem sich nur wenig tut. Beharrlichkeit und Geduld zahlen sich in diesen Situationen aus. Doch selbst wenn ihr nur kleine Schritte vorwärts macht (oder auch mal einen Schritt zurück und zwei nach vorne), so könnt ihr gewiss sein, dass sich diese kleinen Veränderungen im Verlauf von Tagen, Wochen und Monaten ansammeln – und einen Unterschied machen.

Irgendwann blickt ihr dann zurück auf euren Weg und flüstert „Das war alles ich. Meine Entscheidungen. Mein Wille. Meine Taten.“ Vermutlich werdet nur ihr um den Preis dieser Reise wissen. Wissen, wie beschwerlich, steinig und unwegsam dieser Weg gewesen ist. Doch dann fällt euch ein weiterer markanter Sinnspruch ein:

„Je weiter der Weg und je beschwerlicher die Reise,desto größer das Verdienst.“

Zähle nicht die Stunden, sondern lass die Stunden zählen – und befreie dich von den Ketten des Mannes bzw. der Frau.  Es ist an der Zeit, dass du dem Weg nicht einfach nur folgst, sondern dich dafür entscheidet welchem Weg du folgen willst. Eine Entscheidung, die sehr wohl dein Leben zu verändern vermag…

Life Domination III: Der Fluch des Mannes

Du wachst auf. Schon lange haben die Stunden keinerlei Bedeutung mehr für dich: Du musst an keinem bestimmten Ort sein und du hast auch keine besondere Aufgabe zu erledigen. „Das ist der Fluch des (modernen) Mannes,“ denkst du dir – so wie eigentlich jeden Morgen. Aufwachen. Bewußtsein. Der Tod wäre zu bevorzugen, wenn du nur den nötigen Mut hättest, um ihn aufzusuchen.

Du stolperst in Richtung Küche und machst dir eine Farce dessen, was mal als Frühstück bekannt war. Je weniger Aufwand du für die Zubereitung betreibst, umso besser. Du machst dir einen Kaffee, denn ohne ihn würdest du den langen Weg von der Küche zu dem Raum, in dem dein Computer steht, erst gar nicht zu bewältigen versuchen. Du betrittst dein Gefängnis.

Es ist 8 Stunden später und plötzlich stellst du fest, dass du den besten Teil eines weiteren Tages einfach so verschwendet hast. Du hast nichts erledigt, nichts versucht, nichts Neues gelernt. Tief in dir ist ein Mann, ein richtiger Mann – eine in Ketten liegende,  schreiende Person. Er hasst dich und du hast Angst vor ihm. Einst wolltest du dieser Mann sein, aber als du dich auf dem Weg befandest, hast du festgestellt, dass dieser Weg zu schwer für dich ist. Du hast eine andere Straße gewählt – eine sichere Straße, eine gemütliche Straße und eine gesunde Portion an Hass für all jene entwickelt, die das tun wozu du nicht im Stande bist zu tun. Du bist dieser Straße so weit gefolgt, wie ihr nur irgendjemand folgen konnte ohne dabei den Verstand zu verlieren. Zu spät hast du gemerkt, dass es sich hierbei um eine Straße handelt, die bergab führt und mit einer spiegelflatten Frostschicht überzogen ist. Und je weiter du gehst, umso steiler wird diese Straße. Mit jedem weiteren Tag an dem du nicht anhältst, machst du es gleichzeitig schwerer für dich, den Berg wieder hochzukriechen. Und glaub mir: Es ist ein verdammt langer und schwieriger Weg zurück.

Du gibst auf und akzeptierst den Abstieg, lässt dich von ihm soweit hinunter tragen, wie weit es eben geht … und du ignorierst die Schreie des leidenden Geistes, der tief in deinem Inneren angekettet ist. Doch ignoriere ihn soviel du willst, sein Echo wird dich doch stets erreichen.

„Dies ist nicht die Art und Weise für die du bestimmt bist zu leben.“

Und dann, eines Tages, bleibst du einfach stehen. Du hältst lange genug inne, um in den Genuss der Willensstärke zu kommen, die für dieses Stehenbleiben, diesen Stop, nötig ist…und dann gehst du wieder weiter. Du hast die Schwierigkeit die dafür nötig war unterschätzt.

Aber selbst eine solche kleine Anstrengung gibt dem Gefangenen tief in deinem Inneren ein Stück Hoffnung – und Hoffnung ist die einzige Nahrung, die ein Mann wirklich braucht. Du hältst wieder inne. Und nochmal. Wieder gehst du weiter und versagst, doch mit jedem weiteren Mal bei dem du anhältst, hälst du ein kleines Weilchen länger aus…und der Mann in deinem Inneren nähert sich dem Augenblick, in dem er seine Ketten sprengt.

Und schließlich bricht ein Kettenglied. Die Hoffnung ebnet den Weg für Wut. Du hältst an…doch du rutscht diesmal nicht weiter. Du beginnst den langen, mühsamen Aufstieg nach oben und das trotz der Tatsache, dass der Berg schier überwältigend erscheint. Doch der Mann in deinem Inneren bricht die Ketten in blinder Raserei und du beginnst die Stärke zu spüren, die dieser Zorn mit sich nach oben spült. Du kletterst und kletterst…und dann, ohne es zu erwarten, stellst du fest, dass der Gefangene in deinem Innern das letzte Kettenglied vor einiger Zeit bereits durchbrochen hat. Du hast ihm erlaubt die Führung zu übernehmen – du bist dieser Mann geworden, der so lange Zeit – seit deiner Geburt – in dir gefangen gewesen ist. Und dann stehst du auf der Spitze des Berges, fitter und stärker, als du es jemals in deinem Leben gewesen bist. Erst jetzt siehst du, dass dies nur der erste Berg von vielen gewesen ist und dass die vor dir liegenden Berge mit jedem Weiteren höher und massiver werden, als derjenige auf dem du gerade stehst. Die Aussicht hat kein Ende und die Berge scheinen sich in endloser Weite aufzutürmen. Einjeder von ihnen noch höher als sein Vorläufer. Sie ragen bis in den Himmel und sie sind alle schwer zu besteigen. Jeder von ihnen schüchtert dich ein, doch jetzt ist der Mann aus deinem Inneren am Zuge und die vor dir liegende Schwierigkeit ist eine willkommene Herausforderung, der du mit Freude entgegen siehst.

Du wachst auf. Es ist 6 Uhr morgens und die Stunden zählen. Du würdest für Nichts und Niemanden über 6 Uhr hinaus schlafen. Es ist 7 Uhr und du bist aus dem Haus, frisch, sauber und dank einer Kaltdusche und einem mit Sorgfalt zubereiteten Frühstück voller Energie. Du bist unterwegs und du weißt sehr gut wohin dich der Weg führt. Vielleicht geht es auf die Tartanbahn, wo du ein Rennen gegen dich selbst – den schwierigsten Gegner von allen die dir da begegnen können – austrägst. Vielleicht führt dich dein Weg aber auch ins Wasser, auch hier, um ein fuliminates Rennen gegen dich selbst zu führen. Oder du befindest dich auf dem Rad, oder einem Felsen, einem Berg oder einem Fluss. Vielleicht befindest du dich auch in der Luft…

Und du weißt ganz genau, dass dies die Art und Weise ist, auf die du bestimmt bist zu leben. DAS ist LEBEN. DAS ist MUT. DAS ist SELBSTVERTRAUEN. DAS ist es, was es heißt ZU LEBEN!

An einem bestimmten Punkt hältst du jedoch inne und fragst dich: „Wo ist der Feigling geblieben? Wo ist der Zweifler? Wo ist das alte deformierte Lebewesen, welches mich in die Dunkelheit verschleppt und mich vor langer Zeit dort in Ketten gelegt hat? Existiert dieses Wesen vielleicht auch tief in meinem Innern? Ein Gefangener, der noch am Leben ist, der hofft und auf seine Rückkehr wartet?“

Und die Antwort kommt dir in aller Stille – du kannst ihn nicht mehr hören. Und du hast ihn auch für eine sehr lange Zeit nicht mehr gehört. Die Hoffnung hat dich in der Dunkelheit am Leben gehalten –und Hoffnung ist des mutigen Mannes Herrin. Der Feigling dagegen hat nichts…und ist bereits vor langer Zeit verhungert.


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Bildquelle Titelbild: Wikimedia.org / cyfrowe.mnw.art.pl ; Public Domain Lizenz


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  • gaZ

    Wirklich schön geschriebener Text und gleichzeitig eine klasse Motivation.
    Danke für die Mühe
    LG

  • viking

    ich weis nicht mehr wie lange ich schon deine artikel lese. Aber ich weis genau dass ich noch nie eine solche Gänsehaut beim lesen hatte. Danke!