Der Wille zur Kraft: Ein partieller Reload

Der Wille zur Kraft: Ein partieller Reload

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Christian Zippel – der Name dürfte vielen Kraftsportlern, die sich schon ein wenig länger auf der virtuellen Spielwiese, speziell in der Szene für Bodybuilding, Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit herumtreiben, ein Begriff sein.

Mittlerweile etablierter Autor vieler inspirierender Werke, darunter Bücher wie „Hochfrequenztraining,“ „Rosenrot,“ „Leider geil, fett und faul“ (oder das im kommenden Jahr erscheinende „80/20-Fitness: Wenig investieren, viel erreichen“) steht der Name „Zippel“ für die Union von Körper und Geist.

Harmonie von Körper und Geist: Ein Gedanke, der gar nicht so neu und innovativ ist, wie die meisten unter uns glauben mögen. Werfen wir einen Blick in die Antike, dann wird schnell klar, dass körperliche Ertüchtigung und Selbststudium zum „guten Leben“ dazugehörte. Die Bürger von damals waren nicht nur einfache Einwohner, die das politische (öffentliche!) Leben einer höheren Klasse überließen, sondern aktiv an der Gestaltung ihres Staates Anteilnahme hatten. Dies waren gewiss Zeiten, in denen  der Begriff der Demokratie („Volksherrschaft“) noch einen ganz anderen Stellenwert im Weltgefüge innehatte und bei weitem nicht so normal war, wie es heutzutage sein mag.

Ein interessanter Aspekt des antiken Lebens war aber folgender: Die Bürger waren auch gleichzeitig die Verteidiger ihres Staates, insofern wurde die Entscheidung über Frieden und Krieg niemals leichtfertig getroffen. Dem Bürger oblag es folglich seinen Körper in Schuss zu halten und einen gewissen Grad an Fitness (nebst seinem bürgerlichen Beruf) zu besitzen, schließlich musste ER in der Lage sein SEINE Familie und SEINE Stadt zu verteidigen, wenn plündernde Horden oder Despoten ins Land einfielen. Nur allzu oft fanden sich genau jene Männer im Kampf wieder, die zur Schlacht riefen. Als Vorbilder, als Anführer, als Kameraden, als Freunde, als Beschützer.

Bedenkenswert: Leider haben sich die Dinge im Laufe der Zeit verändert. Nur die wenigsten von uns leben in Harmonie von Körper und Geist. Die Zügel zur Lenkung des Staates haben wir derweil Berufspolitikern überlassen, die in einer weltfremden Runde über Wohl und Wehe unserer Nation entscheiden, sich dabei die Taschen vollladen und uns ausspionieren, anstatt für unser Wohl einzustehen. Wer heute zum Krieg ruft, tut dies vom Schreibtisch aus, während andere in die Schlacht ziehen müssen – wen wundert es da, dass man mit derartig schwerwiegenden Entscheidungen leicht bei der Hand ist? Schließlich riskiert man selbst ja nicht Kopf und Kragen.

Thukydides, ein antiker Historiker und Stratege sagte einst:

“The State that separates its scholars from its warriors will have its thinking done by cowards and its fighting by fools.”

Denkt einmal über das obige Zitat in Ruhe nach.

Der Wille zur Kraft: Ein partieller Reload

Der Wille zur Kraft schließt seine Pforten

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Zippel machte nie einen Hehl daraus: Friedrich Nietzsche ist Quell seiner Inspiration. Das Erstlingswerk “Der Wille zur Kraft” hat, was den Titel betrifft, erstaunlich viel von einem ebenfalls bekannten Autorenstücks des Nihilisten.

Im Laufe der Zeit hat sich Christian Zippel so manche Titel verdient. Doktor, Autor, Neuzeit-Philosoph, Weltenbummler aber auch Blogger. Der von ihm ins Leben gerufene Blog „Der Wille zur Kraft,“ der den gleichen Titel besaß, wie das 2010 von ihm erschienene Buch, diente samt seinem angeschlossenen Forum für viele Athleten, die andernorts philosophische Inhalte im Kraftsport vermissten, als sicherer Hafen und Zufluchtsort. Das Motto: Mens fortis in corpore forti – ein starker Geist in einem starken Körper, diente hierfür als Fixpunkt.

Doch Zippel hielt noch einen anderen Titel, den er in den letzten Monaten mehr und mehr auslebte: den des Minimalisten. Dabei orientierte sich der ehemalige Bodybuilder, nun Funktionalist, an Sun Tzu’s Weisheit: „Brich die Brücken hinter dir ab!“ Jeder kann Dinge opfern, die für ihn keinerlei Bedeutung haben. Die Kunst des Wachsens liegt vielmehr darin geliebte Dinge hinter sich zu lassen und nicht mehr zurückzublicken – es ist das Prinzip der schöpferischen Zerstörung, welches hier offensichtlich Anwendung fand. Diese Entscheidung summierte sich gegen Ende September/Anfang Oktober in der Schließung des Blogs „Der Wille zur Kraft“ auf. Eine Reise ohne Wiederkehr. Als sich die Pforten schlossen, verloren nicht nur zahlreiche User ihr virtuelles Dach, sondern auch ein großes Archiv an gesammeltem Wissen, interessanten Artikeln aus der Feder Zippels und Diskussionssträngen im Forum.

Blogs: Wissensarchive & Denkstützen

Auch wenn man die Seite noch teilweise über die Wayback-Machine erreichen kann, so ist es ohne Zweifel schwieriger geworden die Inhalte zu finden und sie sich noch einmal bei einer heißen Tasse Tee, durchzulesen. Wir leben in einem Informationszeitalter und werden tagtäglich von Nachrichten und Eindrücken erschlagen. Ein Blog ist eine Seite – ähnlich einer Lupe, welche einen kleinen Teil des Gesamtbildes vergrößert – und die dem Leser Inhalte in konzentrierter und/oder destillierter Form präsentiert, welche den Autor zurzeit am Stärksten beschäftigen. Und jeder von uns hat seine Lesezeichen gesetzt und surft tagtäglich ein bestimmtes Seit an Internetplattformen an, von denen er ausgeht, dass sie ihm Nutzen stiften und von denen er lernen kann. Aesir Sports macht da keine Ausnahme und stellt somit nichts anderes dar, als ein gesammeltes Archiv von Informationen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich oftmals Artikel schreibe, die man nicht nur einmal lesen kann und vielleicht sollte, sondern die auch nach dem mehrfachen Studium immer noch neue Facetten aufzeigen. Vielleicht habt ihr euch nach dem Lesen eines Themas mittlerweile so weit gebildet, dass ihr einzelne Absätze oder Inhalte besser versteht oder mehr mit den Texten anfangen könnt. Wie auch mein Blog organisch gewachsen ist, so wachst auch ihr mit jedem Tag, jedem Workout und jeder Buchseite und erweitert somit euer Weltverständnis ein wenig mehr.

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Auf der anderen Seite lesen wir oftmals Dinge, die uns schlüssig und sinnig erscheinen und bei denen wir uns oftmals sagen hören: „Das ist gut! Dass muss ich übernehmen! Das muss ich praktizieren!“ Die ersten Tage vergehen und ihr fangt an zu experimentieren. Vielleicht bleibt ihr einige Wochen dabei, vielleicht auch für immer. Doch ganz so, wie der Mensch ein Gewohnheitstier ist, müssen derartige Routinen erstmals gelernt und verinnerlicht werden. Viele Menschen fangen HEUTE mit einer Diät an und nehmen sich vor, sich gesund zu ernähren. Das klappt ein paar Tage, paar Wochen bis sich irgendwann die alten Gewohnheiten wieder manifestieren und man rückfällig wird – obwohl man sich geschworen hat, dass sich die Dinge ändern werden!

Vielleicht habt ihr gemerkt, dass ich auf unserer Facebookseite hin und wieder alte Artikel aus dem Archiv hervorhole. Manche Leser folgen Aesir Sports noch nicht so lange oder haben nicht die Zeit jeden einzelnen alten Artikel zu durchstöbern. Doch es gibt genug Leute da draußen, sie sich nach mehreren Monaten einen Artikel durchlesen, den sie eigentlich schon kennen. Das „Aha, da war doch noch was“-Erlebnis, dass sich ins Gedächtnis holen von Dingen, die wir aus den Augen verloren haben, dürfte den meisten nicht ganz unbekannt sein. Auch alte Artikel haben einen gewissen Mehrwert, helfen sie uns doch dabei uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, wenn wir vor lauter Trubel die Orientierung verloren haben. Sie helfen uns, wenn wir uns in Nichtigkeiten verloren haben.

Der Wille zur Kraft, teilweise reloaded

775805_495419960494071_802513095_oZwar spiele ich mit Sicherheit nicht in einer ähnlichen Liga, wie mein ehemaliger Bloggerkollege Christian, noch bin in ein Philosoph und mit Sicherheit auch kein Minimalst, doch ich würde Lügen, wenn ich behauten würde, dass mich seine Artikel, seine Gedanken und Bücher nicht inspiriert und beflügelt hätten. Ich hatte bereits die Ehre mit Christian ein Interview führen zu dürfen – einem gigantischen Dreiteiler – welches mich tief beeindruckt hatte. Umso erfreuter war ich, als sich Christian mit mir in Verbindung setzte und aus eigenem Antrieb heraus das Angebot in den Raum stellte, alte Artikel seines nun eingestampften Blogs auf Aesir Sports zu veröffentlichen.

Im Verlauf der nächsten Wochen und Monate werde ich also keine Mühen scheuen und spezielle Artikel, die das Prädikat „sehr wertvoll“ tragen, neu aufsetzen. Dabei werde ich die Texte von Zippel unangetastet lassen, damit die Essenz – und Christians Gedanke – nicht verloren geht. Stattdessen beschränke ich mich auf das Schreiben einer knackigen Einleitung und dem Setzen griffiger Überschriften, um so den Lesefluss und die Orientierung zu verbessern. Alle neu aufgelegten Texte erscheinen in einer neu aufgesetzten Kategorie, nämlich „Der Wille zur Kraft,“ die ihr ab sofort auf der linken Seite in der Navigationsleiste finden werdet.

Mein Dank gilt an dieser Stelle Christian Zippel, der mir diese einzigartige Möglichkeit eingeräumt hat und trotz seiner weiteren persönlichen Entwicklung anderen die Gelegenheit geben möchte, seine alten Texte, die vielleicht nicht mehr ganz sein Weltbild widerspiegeln, zu studieren und daran zu wachsen. Denn bedenken sollte man stets jenes: Wachstum ist zwar kein linearer, aber ein fortwährender Prozess und auch ein Christian Zippel durchlief einzelne Stadien in der Entwicklung, die genau durch diese Texte sehr gut wiedergespiegelt werden können.

Ich hoffe inständig, dass sich irgendwann auch jemand finden wird, der die Inhalte von meiner Seite weiterträgt, sollte irgendwann der Entschluss fallen das Projekt für beendet zu erklären. Und wer weiß, vielleicht wird man noch in 50 oder gar 100 Jahren den Kram lesen, den ich hier zusammengetragen habe.

In diesem Sinne: Mens fortis in corpore forti!

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