Das weiße Gold der Zukunft ? – 5 Gründe warum Isomaltulose der bessere Zucker ist

Das weiße Gold der Zukunft ? – 5 Gründe warum Isomaltulose der bessere Zucker ist

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Von Philipp Böhm |

Der einst gute Ruf der Kohlenhydrate leidet. Mal mehr, mal weniger von den öffentlichen Medien und Ernährungstrends thematisiert, werden sie oft leidenschaftlich verteufelt oder gepriesen. Maß wird dabei nur selten gehalten. Verständlich – sollen sie auf der einen Seite für fette und kranke Menschen rund um den Globus verantwortlich sein. Auf der anderen Seite den ultimativen Treibstoff für den menschlichen Körper darstellen. 

Zucker, auch als Kohlenhydrate bekannt, bilden den Intermediärnährstoff zwischen Protein & Fett. Wir können zwar ohne eine exogene Zufuhr leben, jedoch können wir nicht gänzlich ohne ihn leben -

Zucker, auch als Glukose oder Kohlenhydrate bekannt, bilden einen Intermediärnährstoff zwischen Protein & Fett. Der Mensch kann zwar auf eine nahrungsbedingte Zufuhr verzichten, doch bietet Zucker für den Sportler auch einige interessante Eigenschaften. Problem: Herkömmlicher Zucker hat mindestens ebensoviele negative Effekte. Kann Isomalutlose da abhelfen?

Besonders spannend wird die Debatte bei der einfachsten Form, dem Zucker. Das weiße Gold ist mittlerweile fast jedem industriell hergestellten Lebensmittel zugesetzt. Mit sich häufenden Zeitungsartikeln über drogenähnliche Wirkungen und gesundheitlichen Folgen des Zuckerkonsums, findet seit Jahren jedoch ein Umdenken statt. [1] Süßes und Süßigkeiten gelten in der Gesellschaft als Esssünden. Kohlenhydrat- und damit zuckerreduzierende Diäten wie Logi, Schlank im Schlaf oder Paleo sind salonfähig geworden und werden in den Brigittes, Lisas und anderen Frauenzeitschriften aufgrund ihrer Effektivität gefeiert.

Doch halt. Zucker kann durchaus seine guten Seiten haben. Befindet man sich nicht in der Ketose, ist die aufgespaltene Glukose aus zugeführten Kohlenhydraten nach wie vor der schnellste Energielieferant für unseren Körper. Hirnzellen und rote Blutkörperchen ernähren sich sogar ausschließlich davon und sind deshalb auf diesen Energieträger angewiesen. [2] Selbst dem oft kategorisch verteufeltem Fruktose kann man etwas Positives abgewinnen, bedenkt man das sie der Treibstoff der Spermien ist.  [3]

Sportlern mit einem deutlich erhöhten Energiebedarf achten oft penibel auf die Kohlenhydratzufuhr. Im Kraftsport genau wie im Ausdauersport. Bei großen Sportveranstaltungen wie Läufen sind Nudelpartys immer noch genauso beliebt wie süße Brausen vor, während und nach dem Rennen. Auch im Kraftsport und Bodybuilding haben Kohlenhydratstrategien eine herausragende Bedeutung. Postworkout-Dextrose, Carb Back-Loading, Anabole Diät… oft dreht es sich um die Kohlenhydrate. Der Körper ist bei dem Thema ganz pragmatisch. Verwehrt man ihm in anstrengenden Situationen seinen Zucker, stellt er ihn kurzerhand selbst her.  Gluconeogenese, also die Umwandlung von Eiweiß in Glucose, ist ein Begriff den jeder Low-Carbler kennt und fürchtet.

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Glukose Vs. Isomaltulose. Der Unterschied liegt in der stabilen Verbindung und damit einer langsamen, verträglicheren und gesünderen Aufnahme. (Bildquelle: Beneo Palatinit)

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie immer irgendwo dazwischen. Kohlenhydrate und auch Zucker sind grundsätzlich bis zu einem gewissen Punkt praktisch und nützlich, können aber auch verdammt ungesund sein. Doch gibt es vielleicht Alternativen zu den bekannten Zuckerarten, die für Sportler optimale Eigenschaften haben?  Die Lösung könnte Isomaltulose sein.

Das weiße Gold der Zukunft ? – 5 Gründe warum Isomaltulose der bessere Zucker ist

Der Zucker 2.0

Isomaltulose wird wie der gewöhnliche Haushaltszucker aus Zuckerrüben hergestellt und ist wie sein großer Bruder ein Zweifachzucker aus Glucose und Fructose. Er sieht auch genauso aus und besitzt den gleichen physikalischen Brennwert von 4 kcal. Der kleine aber feine Unterschied besteht in der stabileren Bindung zwischen den zwei  Zuckerarten, was unserem Verdauungsenzymen die Aufspaltung erschwert. [4]

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Isomaltulose wird zwar aus Zuckerrüben – und damit aus Saccharose hergestellt – doch der eigentliche Clou sind die weiteren Verarbeitungsschritte, die dem Produkt seine einzigartigen (zucker-untypischen) Eigenschaften liefern. (Bildquelle: Beneo Palatinit)

In der Natur findet man Isomaltulose (nicht zu verwechselt mit Isomaltose) in geringeren Mengen auch in Honig. 1957 wurde der Zucker erstmals in Deutschland mit Hilfe von Enzymen und Bakterien synthetisch hergestellt. Trotzdem ist sein Geschmack „natürlicher“ und weniger süß. Mittlerweile ist der neuartige Zucker in allerlei Produkten, von Babybrei bis Bier, zu finden. Auch in Supplementen und Sportdrinks ist Isomaltulose immer häufiger enthalten. Doch was macht den Zucker so besonders und vor allem für Sportler interessant?[5]

Grund #1: Langanhaltende und konstante Energie

Die Verdauung von Isomaltulose läuft im Körper durch die schwierige Aufspaltung relativ langsam ab. Somit steht die Glukose länger und auch konstanter zur Verfügung. Vor allem bei länger andauernden Belastungen kann das ein Vorteil sein. Einfachzucker wie Traubenzucker (Dextrose) oder Maltodextrin ist zwar schneller Verfügbar, das aber nur über einen kurzen Zeitraum.  [6]

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Ein Vergleich der Blutzuckerreaktion bei einer Glukose bzw. Palatinose (Isomaltulose) Gabe (je 50g). Charakteristisch: Der abgeschwächte Anstieg der Blutzuckerkonzentration mit flachem Peak, gekoppelt an einen milden Abstieg ohne Crash. (Bildquelle: Beneo Palatinit; ergänzend: siehe Kawai et al. (1985))

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Grund #2: Konstanter Blutzuckerspiegel

Je höher der Glukosegehalt in unserem Blut ist, umso höher ist der Blutzuckerspiegel. Klingt logisch. Durch eine langsamere Aufspaltung des Zuckers unterliegt der Blutzuckerspiegel weniger starken Schwankungen und muss weniger durch das Hormon Insulin reguliert werden. Leistungsabfall, Hunger, Müdigkeit und in schlimmsten Fall Hungerast sind die Folgen, wenn der Blutzuckerspiegel Achterbahn fährt.

Das heisst, dass Isomaltulose einen geringen glykämische Index (Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel) besitzt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen glykämischen Index von 32, während Haushaltszucker einen GI von 65 und Dextrose sogar einen GI von 99 aufweist. Das führt auch zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl.

Grund #3: Unterstützt die Fettverbrennung

Mit geringerer Blutzuckerkonzentration wird auch eine geringere Menge des Speicherhormons Insulin in die Blutbahn abgegeben. Hohe Mengen an Insulin verhindern eine effiziente Fettverbrennung. (Bildquelle: Beno Palatinit)

Mit geringerer Blutzuckerkonzentration sinkt auch die Ausschüttung des Speicherhormons Insulin. Hohe Mengen an Insulin verhindern eine effiziente Fettverbrennung. (Bildquelle: Beno Palatinit)

Wahrscheinlich kann jeder Mensch (Sumoringer und andere Spezialisten mal ausgenommen) gerne auf das ein oder andere Gramm Körperfett verzichten. Ob Mann oder Frau, ob Brad Pitt oder Phil Heath, ein niedriger KFA ist sexy. Logisch und einfach wäre es den Körperfettanteil zu reduzieren, indem Körperfett bei sportlicher Belastung zur Energiegewinnung genutzt wird. Normalerweise sinkt jedoch durch den Verzehr von Kohlenhydraten selbst beim Sport die Fettoxidationsrate und der Fettverbrennungsmodus wird (zum Teil) ausgeschaltet.

Kohlenhydrate mit niedrigem GI haben dagegen geringeren Einfluss auf die Fettoxidation,als höher glykämische Kohlenhydrate. Wegen den günstigen Reaktionen von Isomaltulose auf den Metabolismus wird die Fettoxidation vergleichsweise wenig beeinflusst.  Der gleiche Effekt konnte für die „Nachbrennphase“ (EPOC) festgestellt werden. [7][8]

Grund #4: Isomalutlose ist Zahnfreundlich

Im Gegensatz zu Haushalts- und Traubenzucker verursacht Isomaltulose weder Karies noch Erosionsschäden an den Zähnen. Der Zucker kann wegen seiner Struktur von den Mundbakterien kaum zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden und der pH-Wert sinkt nicht in den kritischen Bereich. [9][10]

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Grund #5: Gute Verträglichkeit

Isomaltulose ist sehr bekömmlich und gut verdaulich. Selbst bei größeren Verzehrmengen kommt es nicht zu Toleranzproblemen. Der ein oder andere Leser hat bestimmt schon Erfahrungen mit Übelkeit und Bauchkrämpfe nach dem Verzehr von größeren Mengen Zucker nach dem Krafttraining erlebt. Obwohl die Hydrolyse (Aufspaltung mit Hilfe von Wasser) bei Isomaltulose sogar langsamer stattfinden, ist die nicht gespaltene Menge dabei so gering, dass keine negativen Effekte bei der Verdauung auftreten. Isomaltulose wird voll verstoffwechselt und hat im Gegensatz zu manchen Zuckeraustauschstoffen auch keine abführende Wirkung. [11]

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Die PH Telemtriedaten zeigen: Palatinose wird nicht nur langsam resorbiert, sondern ist auch gleichzeitig zahnschonend. (Bildquelle: Beneo Palatinit)

Fazit und Bezugsquellen

Palatinose ist z.Z. noch recht teuer. Für Personen, die allerdings nur geringe Mengen an Zucker in ihrer Ernährung benutzen, könnte das Produkt eine Investition wert sein.

Palatinose ist z.Z. noch recht teuer. Für Personen, die nur geringe Mengen an Zucker in ihrer Ernährung nutzen, könnte das Produkt allerdings eine Investition wert sein.

Obwohl Isomaltulose schon offiziell 2005 in der EU zugelassen wurde und vielseitig einsetzbar ist, ist der Zucker noch nicht sehr bekannt. Dabei sind die Vorteile offensichtlich. Vor allem für Diabetiker, Schoko-Junkies und Sportler stellt das Kohlenhydrat eine echte Alternative ohne unerwünschte Blutzuckerschwankungen dar.

Denkt man als Sportler über eine Ergänzung mit Isomaltulose nach, muss man tief in die Tasche greifen. Im Vergleich zu den billigen Kohlenhydraten wird der Zucker zudem nur in wenigen Shops angeboten. Erhältlich ist er unter dem Markenname Palatinose™  (MyProtein)  bzw. Isomaltulose (Amazon) und kostet pro Kilo über 9 Euro. Also fast fünfmal so teuer wie Dextrose (bereits ab 2 Euro/kg) und gut zehnmal so teuer wie der herkömmliche Haushaltszucker (unter 1 Euro/kg). Der Preis ist somit einziger Wermutstropfen

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Zukunft von Isomaltulose und anderen neuartigen Kohlenhydraten entwickelt. Das Potenzial die ungesunden Brüder zu verdrängen ist definitiv vorhanden.


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Quellen & Referenzen
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  • Timo

    Hey, ich bin ein absoluter Fan was Alternativen zu dem normalen Haushaltszucker angeht. Ich selber nutze Xylit.sportliche Grüße

  • Michael

    Zwei Nachteile, welche im Artikel noch ergänzt werden könnten sind:

    Bindet Wasser viel schlechter als konventioneller Zucker, deshalb beim Backen nur bedingt als Ersatz tauglich.

    Und bezüglich der Verträglichkeit, kann ich aus Erfahrung sagen das größere Mengen ähnlich blähen können wie Hülsenfrüchte.