Alles über L-Carnitin – Schlankmacher oder Hype?

Alles über L-Carnitin – Schlankmacher oder Hype?

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L-Carnitin – Wahn oder Wirklichkeit?

Auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel existieren viele Anbieter, die durch Versprechen in ihren Werbebotschaften versuchen, Interessenten für ihre Produkte im Bereich L-Carnitin Ergänzung zu begeistern.

Viele Sportler oder andere Interessenten für diese Produkte besitzen meist nicht das wissenschaftliche Hintergrundwissen um solche angebotenen Produkte richtig zu bewerten, da dafür meist mehr als ernährungstechnisches Grundwissen notwendig ist. Diese sehen meist nur die Werbeaussagen mit verschiedenen Begründungen für eine Wirksamkeit der angebotenen Produkte, welche dann meist auch noch mit angeblichen wissenschaftlichen Studien belegt worden sind.

Doch können die Produkte, welche in den verschiedensten Ausführungen und Preislagen zu erwerben sind, halten was den Kunden in den Werbeaussagen versprochen wird oder andere Effekte hervorrufen? Gibt es eine wissenschaftliche Basis oder vielleicht wissenschaftliche Untersuchungen oder Studien, auf denen die gemachten Werbeaussagen beruhen? Sind diese Produkte Wirksam, im Bezug auf die gemachten Werbeaussagen? Und können mit einer solchen Nahrungsergänzung nicht vielleicht sogar negative Effekte hervorgerufen werden?

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist L-Carnitin und wie wirkt es überhaupt?

2. Effekte auf die Verwertung der Kohlenhydrate und Proteine

  • 2.1 Schutz an Zellmembran und intrazellulären Membranen
  • 2.2 Neurologische Effekte im zentralen und peripheren Nervensystem

3. L-Carnitin und Fettverbrennung

4. L-Carnitin – Wann macht eine Ergänzung überhaupt Sinn?

  • 4.1 Die antioxidative Wirkung von L-Carnitin
  • 4.2 L-Carnitin und Durchblutungsförderung
  • 4.3 L-Carnitin und Immunsystem
  • 4.4 L-Carnitin und Regenerationsfähigkeit

5. Zusammenfassung und abschließende Worte

Alles über L-Carnitin – Schlankmacher oder Hype?

(Die wissenschaftlichen Fakten)

1. Was ist L-Carnitin und wie wirkt es überhaupt?

Bei dem Wirkstoff L-Carnitin handelt es sich, laut EU-Richtlinien um einen vitaminähnlichen Stoff, der früher als Vitamin Bt, oder auch nur als Vitamin T bezeichnet wurde. Im Jahre 1948 wird von FRAENKEL et al. ein neues B Vitamin am Modell des weißen Mehlwurms Tenebrio Molitor entdeckt, dass essenziell für die Fettverbrennung ist. Man gab ihm den Namen Vitamin Bt – t von Tenebrio.

Vier Jahre später wird das Vitamin Bt als L-Carnitin identifiziert (vgl. CARTER et al., 1952). Der Name Carnitin leitet sich aus dem lateinischen Wort „carne/carnis“ für Fleisch ab, da L-Carnitin vornehmlich in Fleisch vorkommt. Der Mensch nimmt über die Nahrung zwischen 10 und 70 mg L-Carnitin pro Tag auf, bei Mischkost liegt die tägliche Aufnahme durchschnittlich bei 30 mg pro Tag. Da L-Carnitin sein Hauptvorkommen in Fleisch hat, nehmen Vegetarier meist weniger L-Carnitin zu sich.

Bei verringerter L-Carnitinzufuhr konnte ein verbesserter Transport nachgewiesen werden (vgl. LUCI et al., 2008). Dadurch kann bei Vegetariern durch die Nahrung zugeführtes L-Carnitin vielleicht besser verarbeitet werden, denn L-Carnitin ist nicht nur in Fleisch enthalten. Auch andere Lebensmittel enthalten L-Carnitin, wie in der folgenden Tabelle zu sehen ist.

Im Folgenden soll nun kurz die Beteiligung von einzelnen Körperteilen an der Carnitinbiosynthese zusammengefasst werden (vgl. BILLIGMANN et al., 2004, S. 20):

Skelettmuskulatur

Die Bildung und Freisetzung von proteingebundenem Trimethyllysin als Ausgangspunkt der Synthese von Gamma-Butyrobetain, die Synthese von Gamma-Butyrobetain in den Muskelzellen und die Abgabe von Gamma-Butyrobetain an das Blut im Austausch mit L-Carnitin sind Aufgaben der Skelettmuskulatur.

Blut

Der Transport von Gamma-Butyrobetain zu Leber, Nieren und Gehirn ist neben dem Transport von L-Carnitin Aufgabe des Blutes.

Nieren, Leber, Gehirn

Die Aufnahme von Gamma-Butyrobetain aus dem Blut, die Hydroxylierung von Gamma-Butyrobetain zu L-Carnitin und die Abgabe von L-Carnitin oder Acylcarnitin sind Aufgaben dieser beteiligten Gewebe.

So können täglich circa 15 mg in Leber, Niere und Gehirn gebildet werden, was circa 25 % des täglichen Bedarfes entspricht. Bei Vegetariern beträgt der Anteil der Synthese sogar circa 90 % des täglichen Bedarfes, da diese weniger L-Carnitin durch die Nahrung aufnehmen (vgl. VAZ et al., 2002; GRIESHEIM, 2007, S. 7). Deswegen war auch die frühere Namensgebung Vitamin T nicht ganz zutreffend, da Vitamine Wirkstoffe sind, welche durch die Nahrung zugeführt werden müssen, da sie nicht im Körper synthetisiert werden können. Die Carnitinmenge, die durch die Nahrung zugeführt wurde, kann auf zwei Arten resorbiert werden.

  • Die erste Art des Transports findet aktiv im Darm statt und ist natriumabhängig (1:1 Austausch von L-Carnitin gegen Natrium). Die aktive Resorption ist energieaufwendig, wobei Adenosintriphosphat verbraucht wird und findet überwiegend bei geringen Aufnahmen (< 1.000 mg) von L-Carnitin statt.
  • Die zweite, passive Art des Transports von L-Carnitin im Darm ist abhängig von der Konzentration von L-Carnitin im Darm. Diese Resorption verläuft energieunabhängig und findet überwiegend bei einer Aufnahme von mehr als 1.000 mg L-Carnitin statt. Aus dem Darm gelangt das L-Carnitin entweder direkt in den großen Blutkreislauf oder über die Pfortader in die Leber, wo es entweder gespeichert wird oder über das Blut zu den Organen weiter transportiert wird, welche nicht die Möglichkeit haben L-Carnitin zu synthetisieren (vgl. GRIESHEIM, 2007, S. 4; REBOUCHE, 2004; LI, 1992, BILLIGMANN et al., 2004, S. 29)

Der gesamte menschliche Organismus hat einen Gesamtbestand von ca. 15-25g L-Carnitin. Männer weisen einen höheren L-Carnitingehalt im gesamten Körper auf als Frauen. Der größte Teil davon ist in der Muskulatur gespeichert, vor allem im Herzmuskel und in Geweben mit aktivem Fettstoffwechsel. Den Mengen die täglich über die Nahrung aufgenommen werden (ca. 30 g), im Körper selbst gespeichert sind (circa 15-25g) sowie täglich synthetisiert werden können (15g) stehen circa 30mg gegenüber, die täglich über den Harn ausgeschieden werden und durchschnittlich 7 µmol/l über den Schweiß (vgl. LUPPA, 2002). Somit steht dem Körper ausreichend L-Carnitin zur Verfügung, sodass keine Mangelernährung mit L-Carnitin zu befürchten ist und auch kein L-Carnitin Mangel entstehen kann.

Die tägliche Ausscheidungsmenge variiert jedoch von Person zu Person und ist von vielen Faktoren abhängig. Um eine ausgeglichene L-Carnitinbilanz zu erreichen, muss die tägliche Ausscheidungsmenge im Urin berücksichtigt werden. Diese wird zum Beispiel durch sportliche Aktivität oder eiweißreiche Diäten beeinflusst.

Insgesamt lassen sich die Effekte im Organismus auf die L-Carnitin einen Einfluss hat in drei verschiedene Kategorien unterteilen (vgl. MATERA, 2003):

2. Effekte auf die Verwertung der Kohlenhydrate und Proteine

Durch die Veränderung des Verhältnisses von Acyl-CoA zu CoA kann L-Carnitin den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflussen. L-Carnitin fördert die Verstoffwechselung der Kohlenhydrate und steigert die Aktivität der Enzyme des Kohlenhydratstoffwechsels, zum Beispiel PDH (Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex). Durch eine Hemmung von PDH bei Sauerstoffmangel wird Pyruvat verstärkt in Laktat umgewandelt, wodurch eine Erniedrigung des pH-Wertes und eine Übersäuerung auftreten können. Durch L-Carnitin bleibt die Aktivität der PDH erhalten, so dass Pyruvat weiter zu Acyl-CoA umgesetzt werden kann und damit eine Übersäuerung dadurch hinausgezögert werden kann (vgl. BILLIGMANN et al., 2004, S. 54 f; FERRANNINI et al., 1988).

L-Carnitin steht ebenfalls im Zusammenhang mit dem menschlichen Proteinstoffwechsel. Je nach zugeführter Menge kann vermehrt L-Carnitin über die Niere verloren gehen. Bei eiweißreichen Diäten oder bei Eiweiß-Ergänzungen kann die Filtrationsrate der Niere negativ beeinflusst werden (vgl. BILLIGMANN et al., 2004, S. 66). L-Carnitin hat aber ebenso positiven Einfluss auf den Proteinstoffwechsel. Bei Energiemangel wird der Abbau von Aminosäuren zur Gluconeogenese beschleunigt. Wenn durch L-Carnitin mehr Fettsäuren zur Energiegewinnung herangezogen werden können setzt die Gluconeogenese später ein und die Aminosäuren werden zunächst geschont. Bei aufgebrauchten Energiereserven soll L-Carnitin sogar die Verbrennung von Aminosäuren verbessern (vgl. BIEBER et al. 1982)

2.1 Schutz an Zellmembran und intrazellulären Membranen

Die Funktion zum Schutz der Zellmembran besitzt das L-Carnitin durch die Regelung des Verhältnisses zwischen Acyl-CoA und CoA. Durch einen niedrigen Acyl-CoA Spiegel wird die Zellmembran geschützt, da Acyl-CoA für diese schädlich ist. Das Acyl-CoA wird durch vorhandenes L-Carnitin aus den Mitochondrien ins Cytoplasma transportiert.

2.2 Neurologische Effekte im zentralen und peripheren Nervensystem

Zusätzlich zu den beschriebenen Funktionen hat L-Carnitin Wirkung auf verschiedene Rezeptoren, zum Beispiel im Gehirn und in den Gefäßen.

L-Carnitin ist, wie gerade aufgezeigt, an vielen wichtigen Vorgängen im Körper beteiligt. L-Carnitin hat aber nicht nur Einfluss auf den Protein- und den Kohlenhydratstoffwechsel sondern auch noch auf den Fettstoffwechsel.

In der Muskulatur, wo L-Carnitin zum größten Teil gespeichert ist, ist L-Carnitin zentral an der Verbrennung von Fettsäuren beteiligt. Da die Energiequellen unserer Nahrung (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) nicht direkt als Energie genutzt werden können, müssen diese vorher in Adenosintriphosphat (ATP) umgewandelt werden, um dem Körper als Energiequelle zu dienen. Um Adenosintriphosphat zu produzieren können Fettsäuren in den Mitochondrien zur Energiegewinnung herangezogen werden. Dieser Vorgang wurde zuerst im Jahr 1955 beobachtet (vgl. FRITZ, 1955). Das in der Muskulatur vorhandene L-Carnitin befördert die zu verbrennenden Fettsäuren als so genannter Carriermit Hilfe von verschiedenen Enzymen in die Mitochondrien. In den Mitochondrien werden die zugeführten Fettsäuren zur Betaoxidation herangezogen (vgl. HEINONEN, 1996). Diese Fettsäuren werden entweder durch die Nahrung zugeführt oder aus den Fettspeichern mobilisiert.

3. L-Carnitin und Fettverbrennung

Viele Hersteller werben mit der wissenschaftlich bestätigten fettverbrennenden Wirkung von L-Carnitin da dieses für den Transport von Fettsäuren in die Mitochondrien verantwortlich sei. Obwohl diese Wirkung wissenschaftlich bestätigt ist, liegt kein Beweis dafür vor, dass eine erhöhte Gabe von L-Carnitin die Fettverbrennung positiv zu beeinflussen vermag.

Die Tatsache dass L-Carnitin für den Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien verantwortlich ist, reicht noch nicht als wissenschaftlicher Beweis aus, solche Produkte als „Fatburner“ zu bezeichnen. Um eine solche Aussage zu treffen, sollten alle Faktoren, die bei der Fettverbrennung eine Rolle spielen betrachtet werden.

Außerdem ist es wichtig überhaupt zu wissen ob eine oral zugeführte Menge an Carnitin überhaupt dorthin gelangt wo es benötigt wird. In durchgeführten Studien konnte zwar eine Erhöhung des Muskelcarnitinspiegels erreicht werden, jedoch kann das L-Carnitin dort nicht seiner angeblichen fettabbauenden Wirkung nachkommen (vgl. VUKOVICH et al. 1994).

Daraus wurde sogar gefolgert, dass im Normalfall genug Carnitin vorhanden ist um den Fettabbau zu unterstützen. Dieser ist jedoch abhängig von der sportlichen Aktivität, sowie von der täglichen Ernährung.

COLOMBANI et al. konnten keine verbesserte Fettverbrennung feststellen, obwohl an ihrer Studie ausdauertrainierte Athleten teilgenommen haben, bei denen der Fettstoffwechsel besser arbeitet als bei Untrainierten.

Weiterführende Studien von HAWLEY et al., wurden durchgeführt um die sportliche Leistung zu verbessern. Man kam zu dem Ergebnis, dass keine Verbesserung des Fettstoffwechsels erreicht werden konnte und auch keine Veränderung der verwendeten Substrate stattgefunden hat (vgl. HAWLEY et al. 1998). Somit wurde gefolgert, dass nicht der Carnitin-Gehalt der Muskulatur der entscheidende Faktor für Fettverbrennung ist. Hinzu kommt dass eine oral supplementierte Menge an Carnitin nicht in die Muskelzelle gelangt, sondern nur den Carnitinspiegel im Blut erhöht. Das im Blut befindliche Carnitin wird anschließend ohne Wirkung bei Bedarf entweder in den Nieren, der Leber oder dem Gehirn gespeichert, oder über die Nieren abgebaut und ausgeschieden. Auch wenn eine geringe Menge an Carnitin in die Muskulatur gelangen würde, könnte diese theoretisch nur schwer die Fettverbrennung verbessern, da der Carnitinstoffwechsel mit voller Geschwindigkeit läuft, und die Carnitinmenge nicht der ausschlaggebende Faktor für die Fettverbrennung ist. Die Fettverbrennung wird nämlich von der hormonsensitiven Lipase beeinflusst.

Stoffe, die die Betaoxidation antreiben sind die Hormone Glukagon und Adrenalin und langkettige Fettsäuren (vgl. RUBIN et al. 2001). In einer durchgeführten Studie konnte eine Steigerung von CO2 in der Exhalation durch L- Carnitin erreicht werden, wodurch gefolgert wurde, dass eine orale Supplementation von L- Carnitin eine erhöhte Fettverbrennung mit sich zieht (vgl. MULLER et al. , 2002). Diese Studie war die erste die mithilfe eines Atemgastests eine vermehrte Oxidation feststellte. Auch eine 1998 durchgeführte Studie an 100 Adipösen Patienten stellte eine vermehrte Senkung des Body Mass Index (BMI) bei einer Diät in Verbindung mit einer L-Carnitin Supplementation fest, als bei alleiniger Diät (vgl. LURZ et al. 1998).

Fraglich ist jedoch in diesem Fall, ob nicht von vornherein ein L-Carnitindefizit vorgelegen hat, da eigentlich nicht das Carnitin der Entscheidende Faktor für die Fettverbrennung ist, sondern diese hormonabhängig abläuft. Also konnte man nicht von signifikanten Ergebnissen bezüglich einer verbesserten Fettverbrennung sprechen. Somit kann im Bereich Fettverbrennung keine Verbesserung durch orale Ergänzung verzeichnet werden.

4. L-Carnitin – Wann macht eine Ergänzung überhaupt Sinn?

Nachdem wir uns im ersten Teil mit dem allgemeinen Aufbau, der Funktion und der angeblich Fettabbauenden Wirkung von L-Carnitin beschäftigt haben, stellen wir uns nun im zweiten Teil die Frage: Wofür sollte ich denn überhaupt mit L-Carnitin ergänzen? Beziehungsweise, wofür ist L-Carnitin überhaupt gut, wenn eine Ergänzung seine Hauptaufgabe, manchen Herstellern nach, nicht erfüllen kann?

Der erste Punkt auf der Liste wären hier die antioxidative Wirkung von L-Carnitin. Unter Antioxidanzien versteht man chemische Verbindungen, welche schädliche Substanzen wie freie Radikale oder Prooxidanzien unschädlich machen. Diese freien Radikale oder Prooxidanzien sind aggressive Moleküle, die im Körper Zellstrukturen und andere Moleküle zerstören. Verschiedene Folgeerscheinungen die den freien Radikalen zugeschrieben werden sind:

  • Krebserkrankungen
  • Alzheimer
  • Arthritis
  • Diabetes mellitus
  • Herz- Kreislauf- Erkrankungen
  • Alterungsprozess

Freie Radikale werden Atome oder Moleküle mit ungepaartem Außenelektron genannt, welche Zellfunktionen und Enzyme stören.Sie entreißen anderen Stoffen ein Elektron, welche dann selbst toxische Verbindungen produzieren, die die Zellmembranen angreifen. Die meisten Substanzen arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Sie geben ein Elektron an die freien Radikale ohne dabei selbst zum Radikal zu werden. Dadurch entschärfen und stabilisieren sie die vorhandenen freien Radikale.

Unterschiede zwischen verschiedenen Antioxidanzien gibt es in dem Umfeld, in dem diese Substanzen arbeiten. Die meisten Antioxidanzien zählen zu den Vitaminen, welche durch die Nahrung aufgenommen werden müssen, da viele davon nicht im Körper synthetisiert werden können. Deshalb sollten diese dem Körper durch eine ausgewogene Ernährung zugeführt werden, sodass eine weitere Supplementation unnötig wird.

Personen, die ihren täglichen Bedarf an Vitaminen und somit an Antioxidanzien nicht zu sich nehmen, sollten jedoch über eine zielgerichtete Nahrungsergänzung nachdenken.

4.1 Die antioxidative Wirkung von L-Carnitin

Kann L-Carnitin eine antioxidative Wirkung zugesprochen werden? Diese Frage scheint berechtigt, da L-Carnitin aus einer Eiweißverbindung zwischen Methionin und Lysin besteht und Methionin zu den Wirkstoffen gehört, welche antioxidative Wirkungen haben.

Aus diesem Grund wurden verschiedene Studien durchgeführt, um diese Frage zu klären. In Einer dieser Studien wurde von GOMEZ-AMORES et al. die antioxidative Kapazität von Proprionyl-L-Carnitin getestet. In dieser Studie konnte eine Antioxidative Kapazität von Proprionyl-L-Carnitin belegt werden. Auch weitere Studien die zu diesem Thema gemacht wurden kamen zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff L-Carnitin eine antioxidative Kapazität besitzt und verglichen mit anderen Antioxidanzien, wurden beim L-Carnitin gleiche oder sogar bessere Ergebnisse belegt (vgl. GULCIN, 2006). DOKMECI spricht sogar bei dem Wirkstoff L-Carnitin von einem natürlich vorkommenden Antioxidant (vgl. DOKMECI, 2005). SEZEN et al. konnten ebenfalls einen antioxidativen Effekt in ihren Versuchen belegen indem sie die Antioxidative Wirkung von L-Carnitin und Vitamin E alleine und in Kombination untersuchten. Auch AROCKIA RANI et al. sind von einem antioxidativen Effekt überzeugt und bezeichnen Carnitin als einen beseitigenden Stoff von freien Radikalen im Alterungsprozess. TASTEKIN et al. konnten sogar mehr als eine antioxidative Wirkung in einem ihrer Versuche belegen. Sie entdeckten einen schützenden Effekt gegenüber dem absterben von neuronalen Zellen. Ein weiterer Versuch, der Vorteile von L-Carnitin belegen konnte wurde von XIE et al. durchgeführt. Alle gemessenen Parameter wurden gegenüber der Kontrollgruppe ohne L-Carnitinbehandlung positiv beeinflusst. Ein schützender, antioxidativer Effekt von L-Carnitin wurde somit bestätigt. Auch CALO et al. zeigten in ihrem Versuch mit Proprionyl-L-Carnitin, Acetyl-L-Carnitin und L-Carnitin eine Verringerung des oxidativen Stresses an menschlichen Zellkulturen.

Hinsichtlich der Fragestellung ob eine L-Carnitin Ergänzung Vorteile für das antioxidative System bringen, muss dieses positiv beantwortet werden. All diese durchgeführten Studien kamen zu einem eindeutigen Ergebnis, dass der Wirkstoff L-Carnitin eine Antioxidative Wirkung besitzt.

4.2 L-Carnitin und Durchblutungsförderung

Durch eine verbesserte Durchblutung können mehr Nährstoffe in die Muskulatur transportiert werden, wodurch diese Werbeaussage im Bereich Muskelaufbau eine sehr hohe Bedeutung hat. Dieser Vorteil wird noch vielen weiteren Stoffen zugesprochen, doch im Bereich L-Carnitin konnte eine solche Reaktion im Körper gezeigt werden.

In Versuchen mit Tier-Gefäßen konnte eine Gefäßerweiterung durch eine erhöhte L-Carnitin Konzentration im Blut erreicht werden (vgl. STUESSI et al., 2005). YONEZAWA et al. führten einen Versuch mit Ratten durch. Eine Verbesserte Durchblutung beziehungsweise ein verbesserter Blutfluss wurde in diesem weiteren Tierversuch belegt und beschrieben (vgl. YONEZAWA et al. 2005). Für den Bereich Durchblutungsförderung kann die Wirkung die eine L-Carnitin Ergänzung auf den Körper hat also als positiv und Wirksam festgehalten werden. Eine Carnitin Ergänzung konnte in Tierversuchen eine verbesserte Durchblutung hervorrufen.

Aber nicht nur in Tierversuchen konnte diese Wirkung nachgewiesen werden. Auch in klinischen Tests mit Menschen wurde eine solche Wirkung belegt (vgl. HIATT, 2004). SHANKAR et al. untersuchten die Effekte von L-Carnitin auf von freien Fettsäuren induzierte endotheliale Dysfunktionen. Zusätzlich wurden der Bein-Blut-Durchfluss und der Bein-Venen-Widerstand gemessen. Durch diese Messungen wurde eine Verbesserung der Gefäßfunktionen festgestellt, worunter eine verbesserte Durchblutung sowie eine Verbesserte Regeneration der Gefäße fallen. Die Effekte von endothelialen Dysfunktionen welche durch freie Fettsäuren induziert wurden konnten in diesem Versuch reduziert werden.

Also kann L-Carnitin auch im Bereich Durchblutungsförderung effektiv als Supplement eingesetzt werden.

4.3 L-Carnitin und Immunsystem

Auch auf das Immunsystem soll der Wirkstoff L-Carnitin seine Wirkung haben. Unter dem Immunsystem versteht man das biologische Abwehrsystem, mit dem der menschliche Körper in der Lage ist, Krankheitserreger im Körper zu bekämpfen. Zum biologischen Abwehrsystem gehören zudem die Haut, die Schleimhäute und die Darmflora, wo Eindringlinge davor abgehalten werden in den Körper einzudringen. Das menschliche Immunsystem ist zudem in der Lage eingedrungenen Mikroorganismen, fremde Substanzen und sogar fehlerhafte körpereigene Zellen zu vernichten und zu entfernen. Geringe Mengen von schädlichen Stoffen und Krankheitserregern wirken auf das Immunsystem stärkend und aktivierend und werden teilweise durch Impfungen verabreicht um das Immunsystem anzuregen.

Bei einem Immunsystem, dass zu 100 % funktionsfähig ist, besteht bei einer solchen Therapie keine Gefahr und das Immunsystem wird gestärkt. Anders ist dies jedoch bei einem nicht intakten Immunsystem. Dabei können Erkrankungen entstehen oder verschlimmert werden. Auch der Wirkstoff L-Carnitin soll auf dieses System positive Wirkung haben.

Einer der positiven Effekte des L-Carnitin hängt mit einem bereits angesprochenen Themengebiet zusammen, den Antioxidanzien. Dadurch, dass der Wirkstoff L-Carnitin in der Lage ist freie Radikale einzufangen (vgl. AROCKIA RANIA et al. 2001) und zu entschärfen, bleibt dadurch auch der positive Effekt auf das Immunsystem nicht aus. Weniger freie Radikale im Körper bedeuten weniger Stoffe im Körper auf die unser Immunsystem zu reagieren hat. Dadurch kann sich das Immunsystem auf andere Fremdkörper im menschlichen Organismus konzentrieren.

In wissenschaftlichen Studien konnten weitere positive Effekte auf das Immunsystem festgestellt werden (vgl. MANOLI et al. 2004). Dabei wurden Glukokortikoide mit L-Carnitin vergleichen um Immunmodulierende Effekte von L-Carnitin zu beweisen. L-Carnitin hatte die gleichen positiven Effekte wie Glukokortikoide, doch blieben die Nebenwirkungen von Glukokortikoiden aus. Dieses Ergebnis legt die Annahme nahe, dass es sich bei L-Carnitin um einen Modulator des Immunsystems aus der Nahrung handelt.

Auch ein positiver Effekt auf die Immunzellen (Leukozyten, Granulozyten, Monozyten, Lymphozyten) sollen bestehen, da diese Zellen ständig L-Carnitin zur Energiegewinnung und zum Schutz der Zellmembranen brauchen. Die Energiebereitstellung muss bei Abwehrreaktionen verstärkt erfolgen. Aus diesem Grund haben diese Immunzellen auch einen 20-mal höheren L-Carnitin Anteil als das Blutplasma. Zudem fördert L-Carnitin die Reparationsprozesse (vgl. LUPPA, 2002).

Während einer Infektion kann es im Körper zu einem L-Carnitin Mangel kommen (vgl. BILLIGMANN et al., 2004, S. 80 f). Dieser sollte möglichst durch die Nahrung kompensiert werden um dem Körper bei der Bekämpfung der Infektion die nötigen Nährstoffe zu liefern um die Bekämpfung optimal zu unterstützen. Bei unzureichender Zufuhr von L-Carnitin während einer Infektion kann es zu weiteren bereits beschriebenen negativen Auswirkungen auf den Körper kommen, wodurch dieser beim Kampf gegen die Infektion weiter geschwächt wird.

4.4 L-Carnitin und Regenerationsfähigkeit

L-Carnitin soll, nach Angaben einiger Hersteller, die Regeneration nach intensiven Muskelbelastungen fördern. Durch diese verbesserte Regeneration in Verbindung mit Sport sollte es je nach Trainingszustand zu Leistungssteigerungen kommen. Doch wie sieht die Studienlage zu diesem Thema aus?

Zwei Studien, in denen keinerlei Effekt auf die getesteten Parameter gemessen wurden, können hier genannt werden (vgl. STUESSI et al., 2005, COLOMBANI et al. 1996). Als Effekt der in verschiedenen Studien festgestellt wurde, kann eine geringere oder zeitlich verzögerte Laktatproduktion genannt werden, was unter Umständen Einfluss auf die Übersäuerung des Muskels und somit auf die Dauer der Belastung haben könnte (vgl. MATERA et al., 2003). Zusätzlich konnte von MATERA et al. eine Stabilisierung von CoA zu Acetyl-CoA und eine Stabilisierung der Membranstrukturen beschrieben werden.

Andere Ergebnisse gab es bei einer Untersuchung im Bereich Kraftausdauer. VOLEK et al. testeten eine L-Carnipure Ergänzung über 3 Wochen. In dieser Studie wurden nach einer L-Carnitin Ergänzung 41-45 % weniger Risse in der Muskulatur nach einem Kniebeugentest gemessen im Vergleich zur eingesetzten Kontrollgruppe (vgl. VOLEK et al., 2002). Positive Effekte konnten in einem Tierversuch mit Pferden nach einer L-Carnitin Ergänzung von 10 Gramm pro Tag über den Zeitraum von 10 Wochen festgestellt werden. Nach einer Trainingsphase von 5 Wochen wurde ein prozentualer Anstieg der Typ II a Fasern und damit eine Atrophie der Typ I Fasern gemessen.

Als weitere Effekte wurden eine Steigerung der Gefäßanteile in der Muskulatur und eine verbesserte intramuskuläre Glykogenspeicherung nach der Trainingsphase, im Vergleich zur Kontrollgruppe verzeichnet. Dadurch wurde wahrscheinlich auch die Leistung der Pferde in den durchgeführten Laufbandtests verbessert (vgl. RIVERO et al., 2002). Diese Ergebnisse können theoretisch auf den menschlichen Körper übertragen werden, sind aber aus Gründen der Humanität nicht praktisch nachzuweisen.

Ähnlich unterschiedlich sahen die Ergebnisse der aufgeführten Studien zum Thema Leistungssteigerung aus. Zunächst konnte in einem Versuch von KARLIC et al. mit trainierten Athleten eine Senkung des Ausatmungsquotienten sowie eine Steigerung der VO2 max. beschrieben werden (vgl. KARLIC et al. 2004).

Unter VO2 max. versteht man die maximale Sauerstoffaufnahme, eine Größe, von der die Ausdauerleistung stark abhängig ist. Eine entscheidende Einflussgröße auf die maximale Sauerstoffaufnahme ist das maximale Herzminutenvolumen. Eine gesteigerte maximale Sauerstoffaufnahme würde letztendlich eine verbesserte Ausdauerleistung bedeuten und damit auch eine verbesserte Wettkampfleistung. Eine Steigerung der VO2 max. konnte ebenfalls in einem Versuch von KANTER et al. festgestellt werden. Zusätzlich konnte von KANTER et al. eine Senkung der Laktatbildung während sportlicher Aktivität gezeigt werden. Durch Laktatbildung kann es in einigen Sportarten zu einem vorzeitigen Abbruch der Leistung kommen, da der Muskel durch erhöhte Laktatbildung schneller übersäuert. Eine verringerte Laktatbildung, wie im obigen Versuch beschrieben, könnte eine längere Leistungskurve im Training oder im Wettkampf bewirken und somit bessere Erfolge hervorrufen.

Diese beiden Versuche wurden im Ausdauerbereich festgestellt. Durch eine verbesserte Durchblutung sowie durch einen höheren Anteil an Blutgefäßen in der Muskulatur kann diese besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und Abfallprodukte die in der Muskulatur entstehen können schneller abtransportiert werden. Dies kann einen sehr großen Einfluss auf die Dauer der sportlichen Leistung nehmen.

Die Studien, welche zu den aufgeführten Ergebnissen kamen waren jedoch nur ein Teil der Ergebnisse der Literaturrecherche. Bei allen der bereits Aufgeführten Studien konnten Vorteile einer L-Carnitin Ergänzung gezeigt werden. Doch dies war nicht in allen Studien der Fall.

COLOMBANI et al. kamen hinsichtlich dieser Fragestellung zu keinem positiven Ergebnis. Die durchgeführte Studie Marathonläufern zeigte keine Leistungssteigerung nach einer Supplementation von L-Carnitin. Ähnliche Ergebnisse gab es im Versuch von BROAD et al. Die Ergänzung mit 3 Gramm L-Carnitin hatte keinerlei Effekte auf die Ausdauerleistung der teilnehmenden Probanden nach 4 Wochen Supplementation.t werden. Auch RUBIN et al. fanden in ihrem Versuch keine Effekte auf den Stoffwechsel. Bezüglich der getesteten Parameter konnten keine signifikanten Ergebnisse durch eine L-Carnipure Ergänzung erzielt werden.

Dadurch wurde gefolgert, dass eine L-Carnipure Ergänzung keine Effekte auf die sportliche Leistung von normalen, gesunden Männern hat (vgl. RUBIN et al., 2001).

5. Zusammenfassung und abschließende Worte

In Studien konnte die durchblutungsfördernde Wirkung von L-Carnitin bestätigt werden. Dies wurde in Studien ebenfalls an Tieren getestet, sowie an Patienten mit Arteriosklerose. Ebenfalls positive Effekte besitzt der Wirkstoff L-Carnitin auf das menschliche Immunsystem. Über seine antioxidative Wirkung verhindert es zum einen das Vorhandensein von freien Radikalen. Zum anderen sorgt es für eine gesicherte Energieversorgung der Immunzellen, welche Eindringlinge, Fremdkörper, Viren und Bakterien im Körper bekämpfen. Zusätzlich wirkt L-Carnitin, ähnlich wie Cortisol, immunmodulierend, was weitere positive Effekte für das Immunsystem bedeutet.

Uneinigkeit in der Literatur herrschte im Bereich der Regenerationsfähigkeit. Hier konnte kein signifikantes Ergebnis in der Literatur gefunden werden. In einigen durchgeführten Studien konnten positive, leistungssteigernde und auch regenerationsfördernde Ergebnisse betrachtet werden. Wichtig und Interessant für diese Bereiche ist jedoch die Verzögerung der Laktatproduktion, welche durch L-Carnitin eintritt und die damit verbundene verlängerte Leistung. Zu bemerken ist ebenfalls noch, das laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung keine tägliche Zufuhr von L-Carnitin notwendig ist. Grund dafür könnte die Körpereigene Synthese sein welche beispielsweise bei Vegetariern den täglichen Bedarf zu ca. 90 % decken kann (vgl. VAZ et al., 2002; GRIESHEIM, 2007, S. 7).

Eine Ergänzung mit L-Carnitin kann jedoch bei einer Überdosierung weitreichende Folgen von Übelkeit über Erbrechen bis hin zum Durchfall haben, wobei kaum Mengenangaben bezüglich einer Überdosierung zu finden sind. Normale Mengenangaben, die in den Studien anzutreffen waren, lagen zwischen einem und sechs Gramm L-Carnitin täglich bis zwei Mal täglich über verschiedene Zeiträume. Laut HATHCOCK et al. liegt die Risikolosezufuhr von L-Carnitin bei 2000 mg pro Tag, welche aber in einigen der Versuche weit überschritten wurde. Auch Mengenangaben der Hersteller lagen im Bereich von 1-2 Gramm 1-2 mal täglich, wo also zwischen durchgeführten Studien und Herstellerangaben sowie der Empfehlung zur Risikolosen Zufuhr keine großen Unterschiede zu finden sind.

Theoretische würden sogar noch mehrere positive Effekte bei ausdauertrainierten Vegetariern auftreten, da bei diesen die Fettverbrennung besser arbeitet, als bei Untrainierten. Hinzu kommt, dass Vegetarier circa 90 % ihres Bedarfs an L-Carnitin über die Körpereigene Biosynthese decken. Die Ergänzung müsste jedoch über einen längeren Zeitraum erfolgen, da laut LUPPA der Körper langsam auf eine veränderte L-Carnitin Zufuhr reagiert. Dadurch könnte es zu positiven Effekten im Bereich der Fettverbrennung und der Leistungssteigerung kommen, wobei diese Annahmen rein hypothetisch sind und unter Umständen in wissenschaftlichen Studien belegt werden müsste.

Der Traum von einer erhöhten Fettreduktion kann durch eine L-Carnitin Supplementierung leider nicht erfüllt werden, Es konnte gezeigt werden, dass L-Carnitin einige positive Effekte auf den Körper haben kann, welche für den normalen Freizeit- und Breitensportler interessant sein könnten. Besonders interessant ist eine L-Carnitin Ergänzung für Personengruppen wie beispielsweise Vegetarier. Auch Personen mit einem diagnostizierten L-Carnitinmangel können von einer Ergänzung profitieren. Aber auch hier nicht um die Fettverbrennung zu verbessern, sondern um die ausreichende Versorgung sicherzustellen und damit die Körperfunktionen an denen L-Carnitin beteiligt ist zu verbessern.

Letztendlich bleibt das Thema L-Carnitin Ergänzung ein schwieriges Thema, wie ihr an den gesammelten Studien sehen konntet. Für eine verbesserte Fettverbrennung ist eine Ergänzung mit L-Carnitin wirkungslos.

Dem gegenüber stehen jedoch eine Vielzahl von positiven Effekten, die für Sportler interessant sind. Um diese Effekte für sich zu nutzen sollte bei einer Ergänzung mit L-Carnitin auf eine Dosierung von zwei mal 2g pro Tag geachtet werden. Eine Ergänzung sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen (ca. 6-12 Wochen) damit bei jedem einzelnen getestet werden kann, ob eine Ergänzung mit L-Carnitin individuell sinnvoll ist.

 

Bildquelle Titelbild: Wikimedia.org / Ragesoss ; CC Lizenz

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  • Wow … Wahnsinnsartikel über L-Carnitin. Bislang das umfangreichste Werk das ich zu diesem Thema gefunden habe. Vielen Dank für die Mühe und Arbeit die Du investiert hast, Fabian.

    Neben vielen neuen Informationen hat dieser Artikel mich auch mit zwei Fragen konfrontiert:

    #1 – Wenn bei Ernährung mit Mischkost und unter Berücksichtigung der körpereigenen Produktion ausreichend L-Carnitin im Organismus zur Verfügung steht (Wie eingangs des Artikels erläutert) warum überhaupt zusätzlich supplementieren?

    #2 Unter Punkt 4.4 Regeneration wird eine Studie von Volek et al. erwähnt, die zu dem Ergebnis kam das bei zusätzlicher Gabe von L-Carnitin 41 – 45% weniger Muskelfaserrisse nach einem Kniebeugentest nachweisbar waren.

    Nun habe ich gelernt das muskuläre Mikrotraumata nach schwerem Krafttraining genau den auslösenden Faktor für den menschlichen Körper darstellen um die heiß ersehnte Anpassung in Form von Hypertrophie einzuleiten.

    Die Frage ist doch dann: Ist die Gabe einer Substanz welche genau diese Traumata verhindert bzw. deren Entstehung verzögert für den Eisenkrieger nicht denkbar ungünstig?
    Max Marathon mag davon profitieren, aber Hugo Hantel?!

    Das waren sie, meine Fragen :)

    Ansonsten: Keep writing, freue mich schon auf Deinen nächsten Artikel!

    • Fabian Mertens

      Hallo Frank.
      Vielen Dank für dein Lob erstmal. Also grundsätzlich sollte sich eine Ergänzung mit carnitin an der Ernährung orientieren, wobei hier in den meisten Fällen eine Ergänzung eher überflüssig ist.
      Bei der zweiten Frage hast du absolut recht mit deiner Annahme, das Carnitin weniger für den Eisenkrieger nützlich ist. Ein weiterer Punkt dazu wäre: carnitin als natürliches antioxidanz. Da durch das Training gewollt Stress und verschiedene Abfallstoffe entstehen, die alle für den Aufbau notwendig sind, wäre ein Bremsen durch eine Ergänzung hier nicht sinnvoll.
      Gruß Fabian

  • tigrica

    Hallo. Ich kann mich dem Vorredner anschließen: der beste Artikel zu L-Carnitin, den ich bisher gelesen habe.
    Ein Punkt fiel mir auf, sollte es nicht heissen: Verschiedene Folgeerscheinungen die den freien Radikalen (im Artikel steht: Antioxidanzien) zugeschrieben werden sind:
    Krebserkrankungen, Alzheimer etc
    Beste Grüße ausm Tirol

    • Fabian Mertens

      Ich schau es mir nochmal an. Danke für das aufmerksame lesen. :)
      Gruß

    • Fabian Mertens

      ist geändert! danke :)

  • klaraL

    Zuerst DANKE für die Arbeit! Ich habe einiges über L-Carnitin und seine positive Auswirkung auf die Entstehung von Arteriosklerose gefunden. Weisst du auch etwas zu dem Thema?

    • Fabian Mertens

      Hey Klara.
      Danke für den Zuspruch. Darunter würde dann das Thema Antioxidanzien fallen, die bei der Entstehung von Arteriosklerose positive Eigenschaften gezeigt haben. Den Teil findest du im Artikel.
      Gruß