Interview: Der Wille zur Kraft meets Extremsport

Interview: Der Wille zur Kraft meets Extremsport

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Von Christian Zippel   |

Ein Gespräch mit Raffael Zeller.

Interview: Der Wille zur Kraft’ meets Extremsport

Ein Blick über den Hantelrand…

Christian: So Raffael, Jahrgang 69, Diplom Bauingenieur, Unternehmensberater, glücklicher Familienvater. Klingt eigentlich ganz normal; würde ich Dich nicht besser kennen, dann wärst Du für mich der typische Karrieretyp, der den üblichen Lebensweg geht, wie ihn so viele um uns herum (versuchen zu) gehen. Ab und an mal ´ne Runde joggen oder im Fitnessstudio eine Runde durch den Gerätepark hangeln, aber den Schwerpunkt ganz klar bei Karriere, Gesellschaft und Familie haben.

Doch weit gefehlt: Natürlich liegen Dir diese Aspekte sehr am Herzen, aber in Deiner Brust schlägt auch noch ein weiteres Herz. Ein sehr starkes Herz und je fester sich die Bahn der gesellschaftlichen Normalität in Deinem Leben verfestigt hat, desto stärker wurde dieses Herz und desto extremer wurden die Pfade, die Du eingeschlagen hast.

Mit 28 Jahren wurdest Du hessischer Meister im Superschwergewichtsboxen und hast Blut geleckt. Von da an gab es kein Halten mehr: Angespornt durch die athletischen Herausforderungen Deiner Laufbahn als Reserveoffizier bei der Bundeswehr kamst Du relativ schnell mit den Disziplinen des militärischen Fünfkampfes nach CIOR-Reglement in Kontakt und wurdest 1999 in den Bundesdeutschen-Kader berufen. Von diesem Jahr an bis 2005 nahmst Du mit Deiner Mannschaft an mehreren internationalen Wettkämpfen teil, wobei Ihr in den einzelnen Kategorien einiges an Weltmeister- und Vizeweltmeistertiteln abstauben konntet.

Doch das war Dir nicht genug: 2005 wurdest Du wieder Einzelkämpfer. Du gegen die Welt. Dabei wurden Deine Ansprüche an Dich selbst zusehends extremer. Das große Ziel vieler Läufer – einen Marathon in passabler Zeit zu bewältigen – hatte für Dich nur noch einen faden Beigeschmack der Langeweile. Konnte es nicht etwas mehr sein? Was hat die Welt so an Extremsportwettkämpfen und Ultramarathonläufen für mich zu bieten, hast Du Dich gefragt und warst seitdem überall dort zu finden, wo normale Menschen nur noch mit dem Kopf schütteln. Ob es Klassiker wie der Nijmegen-Marsch in den Niederlanden oder ganz moderne Veranstaltungen wie der Urbanathlon in Hamburg sind, ist dabei sekundär. Die hauptsächliche Frage ist dabei immer wieder aufs Neue: Wie viel Schmerz und Verzweiflung kann ich durchstehen? Was kann ich meinem Körper abverlangen?

Und so bewährtest Du Dich auch auf den dreckigen Killing Fields beim berüchtigten Tough Guy Race in England, bei dem es auch mal vorkommen kann, dass es 2/3 der Teilnehmer nicht einmal bis ins Ziel schaffen. Doch es geht noch mehr. In den letzten 5 Jahren nahmst Du eine Menge weiterer Herausforderungen an, wie z.B. auch den Yukon Artic Ultra in Kanada, den wohl kältesten und härtesten Ultramarathon der Welt, und konntest auch diese erfolgreich meistern.

Raffael, warum das alles? Was fühlst Du in diesen Momenten kompromissloser Selbstüberwindung und wie schaffst Du es überhaupt, Dir regelmäßig derart extreme Leistungen abzuverlangen?

Raffael: Wenn wir die klassischen Märchen aufgreifen, musste jeder Mann erst einmal einen Reifungsprozess durchleben, bis er eines seiner Lebensziele erreichte und schließlich der Königstochter würdig war. Auch unsere Väter- und Großvätergeneration ist noch zur See gefahren, in den Krieg gezogen, Handwerksburschen gingen drei Jahre auf die Walz, um daran zu wachsen; auch das Studium Generale war einer dieser Wege.

Der Extremsport löst diesen fast vergessenen Reifeprozess temporär ab und beschleunigt ihn wieder, transportiert ihn in die heutige Zeit. Zumindest für ein kurzes Zeitfenster, wobei ein Verlassen, ein Hinaustauchen aus der Komfortzone in eine ungewisse Situation, in der es nur Mann-Natur-Leben und Tod gibt, entsteht.

Alles wird auf das Existenzielle reduziert. Mann begegnet sich selbst, blickt sich ins Auge, hört seinen eigenen Puls, sein Herz, sein Blut bis an den Hals schlagen; erfährt alles über seine Schwächen und Stärken, lernt sich zu beherrschen, Schmerzen zu ignorieren und begegnet seiner Triebfeder, dem eigenen Willen. Er lernt diesen wertzuschätzen, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ja, er ist der Schlüssel für nahezu ALLES; ist sein Begleiter in leichten wie in schweren Situationen.

Was heißt es heute überhaupt noch Mann zu sein? Wann werden wir von einem Jungen zum Mann, wann werden wir in den Zirkel der Männerwelt aufgenommen? All dies, was über Jahrtausende in unserer Historie definiert und gelebt wurde, existiert nicht mehr in unserer heutigen westlichen Welt. Der Extremsport ist ein Experimentierfeld für das Ausloten seiner Grenzen. Der Wett-Kampf bringt das Gefühl zurück, seinen Mann zu stehen. Schweiß, Blut und Tränen reinigen die Seele und beflügeln dazu, nicht umsonst zu leben.

Es sind nicht die Endorphine oder die eigene gute Platzierung im Wettkampf, die einen belohnen, nein es ist das Gefühl, es geschafft zu haben und wirklich im Leben angekommen zu sein und damit den schützenden, künstlichen Kokon des Komfortbereichs für eine Zeit überwunden zu haben, wie einst schon den Geburtskanal, wenn beim ersten Schrei der Sauerstoff die zehn-monatige Abhängigkeit und Geborgenheit aus den Lungen verdrängt. Der Motor ohne Wartungsintervalle, die Pumpe des Lebens gestartet wird und Du zum ersten Mal FREI und zu ALLEM fähig bist, wenn Du es nur WILLST!

Raffael: Was heißt es heute überhaupt noch Mann zu sein? Wann werden wir von einem Jungen zum Mann, wann werden wir in den Zirkel der Männerwelt aufgenommen? All dies, was über Jahrtausende in unserer Historie definiert und gelebt wurde, existiert nicht mehr in unserer heutigen westlichen Welt. Der Extremsport ist ein Experimentierfeld für das Ausloten seiner Grenzen.

Christian: Dieser Reifungsprozess vom Knaben zum Mann scheint mir von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung eines jeden zu sein. Rein intuitiv scheinen wir dies schon immer zu wissen. Eventuell. ist dieses Verhalten sogar angeboren. Suchen wir doch bereits in jungen Jahren immer größere Widerstände, um uns an ihnen messen zu können. Es sind diese Widerstände, an denen wir wachsen, ja erwachsen werden.

Mit der zunehmenden Verschiebung unseres Lebensschwerpunktes auf sitzende und denkende Tätigkeiten jedoch, geriet die körperliche Komponente unseres Daseins zusehends in den Hintergrund. Bereits in der Schule kommt dies deutlich zur Geltung, wo man im Schnitt nur einmal pro Woche für knapp zwei Stunden den Körper fordert und die restlichen Tage einzig dem Geist gewidmet werden.

Natürlich liegt die Zukunft der Menschheit vor allem in der Nutzung unseres geistigen Potenzials; nichtsdestotrotz ist der Geist – sehr wahrscheinlich – ein Produkt unseres Körpers und wer somit seinen Körper verkommen lässt, der gräbt seinem Geist selbstverschuldet das Wasser ab. Denn all die Trägheit und Schwäche, die man verkörpert, wird sich auch im Geiste widerspiegeln. Somit sollte es gerade einer Gesellschaft – wie der unseren –, die sich so viel auf ihre Köpfe einbildet, am Herzen liegen, auch der körperlichen Entwicklung eine entsprechende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Je mehr wir uns dabei von der Werkbank an den Schreibtisch begeben, desto notwendiger wird es, sich um physische Widerstände zu bemühen, die dem Körper das Wachstum einverleiben, dass ihm die rein geistige Arbeit vorenthält.

Ansonsten entwickeln wir uns zu einer Generation von Menschen, die jegliche körperliche Herausforderung meiden und hier immer nur den Weg des geringsten Widerstandes wählen. Was daraus schlussendlich wird, wenn man nur noch mit dem Geist stark ist, aber körperlich schwach, ist dabei doch völlig klar: Ein Haufen von Duckmäusern, Drückebergern und Opportunisten, die den Schwanz einziehen, sobald es außerhalb des Internets und Konferenzraumes mal zur Sache geht und anstrengend wird.

Schließlich ist man sich der eigenen körperlichen Unzulänglichkeit aka Schwäche durchaus (un-)bewusst. Ganz automatisch wird man dann versuchen, all diese Situationen zu meiden, an denen man mit dieser Schwäche konfrontiert werden würde, so wie das Nervensystem automatisch die Arbeit der Beinmuskulatur hemmt, wenn wir uns z.B. den Fuß gebrochen haben – woraus dann das bekannte Humpeln entsteht. Genauso humpeln auch die körperlich Unterforderten durch ihr Leben und scheuen vor jeder reellen Konfrontation und Herausforderung zurück, ohne sie überhaupt erst einmal anzugehen.

Nach Bertolt Brechts klassischem Spruch: “Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.”, ergibt sich daraus ein Haufen von Verlierern, die sich zusehends in die Reservate ihres geistigen Schaffens verkriechen, alle anderen Aspekte des menschlichen Daseins verdrängen und sich somit nur noch über ihren Job, ihre Worte und ihre zurechtgezimmerte Internetpersönlichkeit definieren. Schlussendlich definiert man sich doch immer nur über das, was man gut kann und alles andere wird großzügig unter den Teppich gekehrt, in der Hoffnung, dass es allen anderen Freunden und Bekannten ebenfalls so ergeht oder dies zumindest nicht aufgedeckt wird. Gleich und gleich gesellt sich nun einmal gern und denjenigen, die auf diese Defizite hinweisen, wird dann auch mal ganz schnell der Rücken gekehrt. Aus den Augen aus dem Sinn – so schön kann Verdrängung sein.

Wir leben in einer Zeit der starken Worte und der schwachen Taten. Wir sind ein Haufen von Speichelrittern, die gerne reden, doch ungern handeln. Allerdings wird die Welt nicht durch Worte, sondern nur durch Taten verändert. Taten lügen nicht. Wer hingegen den Mund aufmacht, der lügt auch: „Alle Menschen lügen.“ Dr. House hat recht. (Wem dies zu wage ist, der kann sich dieselbe Aussage auch wissenschaftlich fundiert bei dem bekannten Psychologen Daniel Goleman und seinem Buch ‘Lebenslügen. Die Psychologie der Selbsttäuschung‘ abholen.) Aus diesem Grund wird es Zeit, dass wir wieder lernen, die Entwicklung und Stärkung unseres Körpers genauso ernst zu nehmen wie auch die unseres Geistes.

Christian Zippel: Wir leben in einer Zeit der starken Worte und der schwachen Taten.”

Raffael, siehst Du ähnliche Defizite in unserer Gesellschaft und wie scheint es Dir dabei um die Rolle des klassischen, wortgewandten, verlässlichen und tatkräftigen Mannes bestellt zu sein? Wie versuchst Du damit umzugehen und was machst Du ganz persönlich, um hier Deinen Beitrag zu unserer Entwicklung beizutragen?

Raffael: Ja, in der Tat, auf den ersten Blick sieht alles ganz rosarot aus, der Mann würde die neuen Gesellschaftsstrukturen und Erwartungen vorzüglich ohne irgendwelche Verluste erfüllen und sich mit dem neuen Rollenbild der letzten Jahrzehnte wunderbar arrangieren und dieses böse über 5000 Jahre existierende Bild von einem Mann, der in erster Linie destruktiv, sexgesteuert und unsozial war, endgültig verdrängen.

Vielleicht funktioniert es ja auch vereinzelt in unserem künstlichen Kokon wo es keine Gefahren mehr gibt, Mann über alles reden kann, keiner mehr frieren muss, selbst wenn er neben dem Kühlregal im Supermarkt verharrt, alles bis aufs Kleinste geregelt und kontrollierbar ist; sogar der Tod medizinisch kontrolliert ist, es sei denn, man begeht aktiv Suizid oder einem fällt ein orientierungsloser Satellit aus der Stratosphäre am helllichten Tage auf den Kopf.

Die Erfahrungen, die ich täglich mache, sind jedoch andere. Wir sind mehr biologisch determiniert als wir zugeben wollen und können unsere Historie und Erziehung nicht von heute auf morgen verleugnen. Es gibt einfach Themen, die nur uns Männer betreffen und es gibt Fragen, die nur wir Männer stellen und deshalb habe ich Mitte 2010 eine angemessene Plattform ins Leben gerufen, die sich nahezu ausschließlich mit Themen auseinander setzt, die nicht nur den sportlichen, sondern auch den intellektuell interessierten Mann von heute beschäftigen. Es soll eine Wohlfühlplattform für Männer sein, ein Bereich wo Mann sich verstanden und zu Hause fühlt.

Das gegründete Portal steht als ein Synonym für Männlichkeit und den daraus resultierenden Aktivitäten. Dies insbesondere als ein Gegenentwurf zum weltweiten Gender-Mainstreaming, den Versuch eine Geschlechter-Gleichschaltung auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen.

Raffael: Wir sind mehr biologisch determiniert als wir zugeben wollen und können unsere Historie und Erziehung nicht von heute auf morgen verleugnen.

Um dem Mann in der heutigen Zeit dennoch ein positives Bewusstsein mit all seinen Möglichkeiten zu vermitteln, soll das Online-Portal www.androgon.com an Hand seiner vielseitigen Informationen den Männern das geistige Rüstzeug offerieren, um seine fast verloren gegangene Souveränität und Selbstbestimmtheit wieder zu erlangen.

Die in dem Magazin vorgestellten Themenkreise befassen sich daher sowohl mit seiner spezifischen Position in der Gesellschaft als auch mit seinen Vorstellungen und Phantasien für ein erfülltes Männerleben. Einen breiten Raum nehmen neben sportlichen Aktivitäten kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen sowie Literatur und philosophische Betrachtungen ein.

Diese Informationen sowie zahlreiche sportliche Events sollen dem heutigen Mann die Möglichkeit geben, sich seinen ausschließlich männerspezifischen Interessen und seiner Fitness zu widmen. Als Schwerpunkt kristallisiert sich hier der „Extremsport für Männer“ heraus. Letztendlich bildet das elementare Gefühl von „Mann leben – Mann sein“ die Basis für den souveränen und selbstbestimmten Mann.

Christian: Ich denke auch, dass die gesellschaftliche Entwicklung sich keinen Gefallen tut, wenn sie weiterhin darin bestrebt bleibt, die Diskrepanzen zwischen Mann und Frau aufzuweichen. Es sind doch gerade die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die diese so interessant sowie auslebenswert und vor allem auch anziehend erscheinen lassen.

Wenn ein Mensch die Charakterzüge und Fähigkeiten hat, die ich auch habe, dann interessiert er mich nicht mehr wirklich. Schon Sir Winston Churchill empfand dies ähnlich, als er sagte, dass, wenn zwei Menschen einer Meinung seien, einer dadurch überflüssig werde. Es sind doch gerade die anderen hervorhebenswerten Aspekte des menschlichen Daseins, die man selbst nicht verkörpert, die einen anderen Menschen, der mit diesen glänzen kann, erst interessant machen.

Es sind die verschiedenen Charaktere der Geschlechter, die das Spiel zwischen diesen doch erst wirklich ansprechend werden lassen. Eine Nivellierung all dieser geschlechtsspezifischen Besonderheiten hin zu einem geschmacksneutralen Einheitsbrei ohne Höhen und Tiefen gleicht hier einem Fußballspiel, bei dem beide Teams und alle Spieler absolut gleich – sprich, langweilig – spielen. Wollen wir das wirklich?

Die wahre Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern wird nicht dann eintreten, wenn wir diese gleich schalten, sondern vielmehr dann, wenn wir beide Seiten sich selbst behaupten lassen und auf eine starke Basis stellen. Es sollte somit vor allem darum gehen, die Geschlechter selbst im positiven Sinne ihres spezifischen Daseins zu stärken. Die Entfaltung einer dieser Seiten oder sogar beider zu beschränken oder zu verurteilen, ist dabei nichts anderes, als eine Kastration der menschlichen Entwicklung für den Schein einer friedlichen Koexistenz, die in Wirklichkeit jedoch nichts weiter ist als eine einheitsgraue Antriebslosigkeit.

Dabei ist es doch gerade dieser An-Trieb in uns, dem anderen Geschlecht zu imponieren, der uns dazu bewegt, unsere Entwicklung voran zu treiben, erfolgreich zu sein, uns fit zu halten und nach Ansehen und Respekt zu streben. Seien wir doch einmal ganz ehrlich: Ohne diesen starken und genetisch bedingten Sexualtrieb wären wir nicht weiterentwickelt als all die Lebewesen, die sich im Rahmen ihrer Autogamie selbst befruchten können wie z.B. Würmer und Schnecken.

Die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, als sie die Unterteilung in zwei sich gegenseitig ergänzende Geschlechter bevorzugte. Diese Vorgehensweise, in der sich die verschiedenen Geschlechter im gegenseitigen Imponierungsgehabe und Konkurrenzstreben zu immer noch größeren Erfolgen und höheren Entwicklungsstufen antreiben, um sich dabei beständig zu überbieten sowie um gegenwärtige Standards und somit auch sich selbst immer weiter zu überwinden, ist nun einmal die evolutionär zielstrebigste, die sich bisher auf der Erde entwickelt hat.

Konkurrenz hält fit und am Widerstand wächst man. Es sollte uns um die Vielseitigkeit der Entwicklung gehen und nicht um die Begünstigung von Einseitigkeit. In diesem Sinne empfinde ich jedes Unternehmen, welches auf die Stärkung einer dieser spezifischen Ausprägungen des menschlichen Daseins aus ist, als durchweg positiv und begrüßenswert. Frauen haben eine Menge Qualitäten, die ein Mann nicht missen möchte und den meisten Frauen, wird es mit den Männern ähnlich gehen. Dabei denke ich keineswegs an reaktionäre oder gar anachronistische Geschlechterklischees, sondern vielmehr an heutige und ganz moderne Verhältnisse; an den modernen Mann und auch an die moderne Frau von heute, die sich stark unterscheiden mögen, aber dafür auch die Grundlage legen, um sich auf diese Weise noch besser ergänzen zu können.

Christian: Konkurrenz hält fit und am Widerstand wächst man. Es sollte uns um die Vielseitigkeit der Entwicklung gehen und nicht um die Begünstigung von Einseitigkeit.

Die Kultur derjenigen Menschen, deren Genom nicht nur aus X-Chromosomen besteht, wurde jedoch im Laufe der letzten Dekaden bereits zusehends aufgeweicht und entspezifiziert. Heutzutage sind echte Männer mit Rückgrat und Charakter – ganz gleich ob Gentleman oder rustikales Rauhbein – in unserer Gesellschaft so selten wie Oasen in der Wüste. Wir sollten uns wieder an derartigen Idealbilder orientieren, sie modernisieren und sie dann auch offen ausleben. Raffael, ich bin mir sicher, dass Dein Männermagazin androgon© dazu beitragen wird.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Eintauchen und danke Dir für das Gespräch. Schlussendlich sollten wir uns alle bedeutend mehr Gedanken über uns und unseren Status, Stil und Charakter als leistungsorientierte Athleten in der Gesellschaft machen. Bodybuilder sowie Kraft- und Extremsportler sind – wenn es um Stärken und Fähigkeiten wie Zielstrebigkeit, Selbstüberwindung, Körperbeherrschung, Verzicht u.v.m. geht – absolut vorbildhaft. Dementsprechend sollten wir uns auch so verhalten – nämlich wie echte Vorbilder. Denn jeder, der ernsthaft und schwer trainiert, der ist auch ein Aushängeschild für diesen unseren Lebensweg. Wir sollten uns dieser Verantwortung stets bewusst sein – sowohl unser Ansehen nach außen als auch unser Selbstbild und Zusammenhalt nach innen werden es uns danken.


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Über Christian Zippel

Dr. Christian Zippel ist Urheber des 2013 geschlossenen und offline genommenen Kraftsport- und Bodybuilding-Blogs „Der Wille zur Kraft“. Er ist mehrfacher Autor, darunter von Werken wie „Der Wille zur Kraft – Die zehn Gebote kompromissloser Leistungssteigerung“, „HFT: Hochfrequenztraining & Autoregulation“ „Rosenrot – Oder die Illusion der Wirklichkeit“, „Leider geil, fett & faul“ oder „80/20 Fitness – Wenig investieren, viel erreichen“ und promovierte im Bereich der Philosophie.

Auch wenn er sich vielleicht selbst nicht so bezeichnen würde, so ist Christian doch das, was man als „Neuzeit-Philosoph“ bezeichnen könnte. Seine Werke und Artikel – selbst jene, die sich der Leibesertüchtigung verschrieben haben – sind durchtränkt mit philosophischem und erziehendem Charakter. Seine Lehrer? Seneca, Nietzsche, Bruce Lee. Sein Motto? Die Einheit von Körper und Geist. Mens fortis in corpore forti – ein starker Geist in einem starken. Körper.

Er selbst hat sich weitestgehend aus dem Internet zurückgezogen und ist nicht mehr in Blogs oder Foren aktiv. Die hier veröffentlichten Artikel sind aus seinem früheren Blog „Der Wille zur Kraft“ übernommen, da er sie kurz vor Torschluss zur Verfügung gestellt hat.

2014 gründete Christian den Fitness-Buchverlag „Faszination Fitness“, der vor kurzem mit seinem Erstlingswerk von sich reden machte, einem Crowdfunding-finanziertem Buchband namens „Stark & Schön“ in Zusammenarbeit mit Corinna Walther und Andreas Trienbacher.

Wer für ein Coaching oder geistigen Austausch den direkten Kontakt zu Christian sucht, der wird hier fündig: http://www.christian-zippel.de

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Bildquelle Titelbild: Flickr / andy_c ; CC Lizenz


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