Persönliche Entwicklung: Definiere deinen Gestaltungsraum – oder er definiert dich!

Persönliche Entwicklung: Definiere deinen Gestaltungsraum – oder er definiert dich!

1 Kommentar

Von Christian Zippel  

In der Psychotherapie bezeichnet der Begriff „Gestaltungsraum“ die Gesamtheit aller Möglichkeiten eines Menschen, sein Leben, seine Umwelt und seine Wahrnehmungen und Handlungen in dieser zu gestalten.

Schwache, erfolglose und vom Schicksal gebeutelte Menschen zeichnen sich hier ganz einfach dadurch aus, dass sie ihren Gestaltungsraum als objektiv bestehend anerkennen und sich durch diesen definieren lassen. In gewissem Sinne gehört jeder von uns zu diesen Menschen – der eine mehr, der andere weniger.

Was Du nicht im Griff hast, hat Dich im Griff

Ist das Glas leer oder ist es halb voll? (Bildquelle: Flickr / Ulisse Albiate ; CC Lizenz)

Ist das Glas leer oder ist es halb voll? Die eigene Wahrnehmung und Perspektive entscheidet darüber, ob wir selbstbestimmend leben oder uns als Spielball des Schicksals sehen. (Bildquelle: Flickr / Ulisse Albiati ; CC Lizenz)

Nichts steht still und wenn wir nicht die Kontrolle über die näheren Umstände unseres Daseins haben, dann können wir auch nicht erwarten, dass sich eben diese zu unseren Gunsten entwickeln werden. Da können wir genau so gut Lotto spielen oder an dubiose Supplements glauben.

Die Entropie ist der Feind Deiner Entwicklung

Der zweite Haupsatz der Thermodynamik besagt, dass die Entropie des Gesamtsystems immer zunimmt. „Entropie“ ist dabei als ein Maß der Unordnung anzusehen.

Mischen wir z.B. ein geordnetes Kartenspiel, dann wird es dadurch immer unordentlicher und die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann zufällig wieder in einen Zustand der Ordnung kommt, wird mit jedem weiteren Mischen geringer. Das Chaos hat uns alle im Griff und nimmt stetig zu.

Was wir somit voranbringen wollen, müssen wir auch ordnen

Im Klartext bedeutet dies, dass sich all Deine Lebensumstände – Dein gesamter Gestaltungsraum – immer mehr zerfransen wird, je mehr Du hier die Zügel schleifen lässt. Das ist Gesetz. Das Gesetz der Natur. Dass sich hier alles zu Deinen Gunsten entwickelt ist dabei so wahrscheinlich wie die Existenz eines tugendhaften Politikers.

Hast Du ein Ziel vor Augen, ja willst Du Deinem Leben einen Sinn verleihen, dann musst Du auch was dafür tun, dann musst Du erst einmal gehörig in Deinem Leben aufräumen und Deinen Gestaltungsraum entsprechend einrichten.

Persönliche Entwicklung: Definiere deinen Gestaltungsraum – oder er definiert dich!

Bringe Deinen Gestaltungsraum in Einklang mit Deinem Lebensziel

Bereits hier scheitert es jedoch bei den meisten Menschen. Sie haben ein Ziel und sind durchaus strebsam, aber sie schaffen es nicht ihr Leben auf die Kette zu bekommen und all seine Aspekte entsprechend zielgerichtet auszurichten.

Aspekte des Gestaltungsraums

Alles, was hierbei in unserer Macht liegt und dem Chaos entrissen werden kann, muss von uns auch entsprechend beherrscht werden. Ernährung, Training, Regeneration, Einstellung, Schlaf, Soziale Kontakte, Job, Motivation, Lektüre, Musik, Gedanken… usw. usf.

All dies ist Knete in den Händen eines schaffenden Menschen. Er formt sein Dasein, er erschafft seine eigene Existenz. Er ist der Architekt seines eigenen zielgerichteten Gestaltungsraumes.

Kindergartenversuche

Es bringt null komma null, macht man hier nur halbherzige Versuche, mal diesen oder mal jenen Parameter zu optimieren. Ein Haus renoviert man nicht, indem man nur die Türscharniere ölt.

All diese halbherzigen Versuche hängen mir so dermaßen aus dem Halse raus… und dann das ewige Palaver: „Ich hab doch dies gemacht.“ „Ich hab doch das gemacht.“ „Bei mir funktioniert das einfach nicht.“ „Meine Genetik“ hier, „meine Eltern“ da, „der Stress im Beruf“, die „Probleme in der Familie“, „gesunde Nahrungsmittel sind ja soooo teuer“ usw. bis zum geht nicht mehr.

Die Fähigkeit, sich herauszureden

(Bildquelle: Flickr / Aristocats-hat ; CC Lizenz)

Suche nicht nach Ausreden, sondern mache Dich auf die Suche nach Antworten! (Bildquelle: Flickr / Aristocats-hat ; CC Lizenz)

Wir Menschen lieben es, unser Versagen zu rationalisieren. Unsere Vernunft ist so gebaut, dass sie immer einen Grund findet, der uns unser Versagen eindeutig erklären wird. In Anbetracht dieser dahingesülzten und oftmals sogar sehr stichhaltigen Argumente scheint das eigene Versagen sogar unabdingbar zu sein – quasi ebenfalls Naturgesetz wie der zweite Hauptsatz der Thermodynamik.

Und das größte Problem dabei ist:

Wir glauben auch noch daran

Wir lieben es, uns zu belügen, denn wir hassen es, zu versagen und je größere Versager wir werden, desto bessere Lügner werden wir auch. Anders könnten wir uns schließlich morgens im Spiegel überhaupt nicht mehr in die Augen blicken.

Schluss damit!

Ein jeder Mensch adelt sich, indem er eigenes Versagen offen eingesteht, denn dies ist der erste Schritt zum Erfolg. Was geschehen ist, ist geschehen und indem wir es künstlich rationalisieren, nehmen wir uns die Möglichkeit, daraus zu lernen, da wir auf diese Weise die Gründe für das Versagen aus unserem Gestaltungsraum hinausschieben.

Dadurch reden wir uns ein, dass wir es einfach nicht im Griff gehabt haben, dass jemand anders oder die Umstände außerhalb unserer Macht dafür verantwortlich wären und schwupps sind wir frei aller Schuld. Oftmals ist diese Fähigkeit dermaßen stark ausgeprägt, dass wir inständig daran glauben, aber in Wirklichkeit ist jedes unserer Versagen auch unsere Schuld. Sehen wir es endlich ein. Machen wir die Augen auf:

Hätten wir unseren Gestaltungsraum im Griff, wäre es anders verlaufen.

Wir haben viel mehr Macht über unseren Gestaltungsraum, als wir glauben

Unsere Möglichkeiten sind wirklich gewaltig und bereits die kleinsten Entscheidungen können hier enorme und weltbewegende Konsequenzen haben. So unscheinbare Entscheidungen wie was wir essen, was wir lesen, mit wem wir reden und unsere Freizeit verbringen, wo wir arbeiten, studieren und trainieren, was wir denken, fühlen, glauben und wollen, wie wir schlafen und mit wem wir schlafen, wo wir leben und wie wir uns entwickeln…

All dies liegt in unserer Macht und all dies lässt mich immer wieder in einer abgrundtiefen Mischung aus Lachen und Weinen im Kummer meines überbordenden Unverständnisses versinken.

Die ganze Welt heult herum

„Mir gefällt dies nicht.“ „Mir gefällt das nicht.“ „Ich bin mit diesem Partner nicht glücklich.“ „Der Job ist mein Untergang.“ „In der Atmosphäre kann ich nicht trainieren.“ „Unter der Belastung kann ich nicht wachsen.“ et cetera perge, perge.

Ich kann das nicht verstehen. Heulen verändert doch überhaupt nichts! Es verschwendet nur Energie zeugt von eigener Unzulänglichkeit und dem Unvermögen, die Einrichtung des eigenen Gestaltungsraums in die eigene Hand zu nehmen. Wie kann man nur so schwach sein? Wie können wir nur so schwach sein? Wie können wir so nur leben? Wie kann man das eigene Leben und Potenzial nur so in den Dreck reden?

Sei radikal!

(Bildquelle: Flickr / Derrick Tyson ; CC Lizenz)

Kein Bock mehr auf Unwohlsein, Lethargie/Müdigkeit und Übergewicht? Dann nimm es in die Hand und tue etwas, wofür Dir Dein zukünftiges Ich danken wird.(Bildquelle: Flickr / Derrick Tyson ; CC Lizenz)

Mach endlich Schluss mit dem ganzen Müll. Raus damit. Sei verdammt nochmal radikal!

Du musst sowieso essen, also iss auch direkt das richtige und keinen Müll.

  • Du willst abnehmen? Dann iss weniger und verbrauch mehr Energie!
  • Du willst mehr Muskelmasse? Dann trainiere beharrlich sowie progressiv und ernähre Dich entsprechend.
  • Du willst mehr Erfolg im Beruf? Dann verdien ihn Dir.
  • Du bist in Deiner Beziehung unzufrieden? Dann beende sie.
  • Du lebst im dreckigsten Viertel der Stadt? Dann zieh in die Natur oder dorthin, wo es morgens glücklich macht, aus dem Fenster zu schauen.
  • Dein Job nervt? Dann kündige.
  • Du kannst Dich nicht ausstehen? Dann verändere Dich.
  • Du hast das Gefühl von anderen Menschen nicht akzeptiert oder ausgelacht zu werden? Dann arbeite an Deinem Auftreten und hör auf eine Witzfigur zu sein.
  • Du willst einen besseren Partner? Dann werde selbst begehrenswerter.
  • Du bist zu hibbelig, schnell gestresst und flippst oft aus? Dann arbeite an Deiner Selbstbeherrschung.
  • In Deiner Familie gibt es Probleme? Dann löse sie oder löse Dich von ihr.
  • Du hast ein Problem damit, große Reden zu schwingen? Dann übe Dich in der Kunst der Rhetorik.
  • Du säufst, rauchst oder nimmst Drogen? Selber schuld.
  • Du bist schwach, fett und dumm? Selber schuld.
  • Du lebst nicht das Leben, das Du leben willst? Auch das ist Deine Schuld.

All dies liegt im Rahmen Deines Gestaltungsraumes. Sei radikal – akzeptiere nichts davon! Verändere all dies.

Nicht akzeptieren – ändern!

Um ganz ehrlich zu sein, kann ich mit dem überall zu hörenden „Sei mit dem zufrieden, was Du bist“ –Geschwafel nicht viel anfangen. Was soll das denn schon anders sein als eine Aufforderung, die eigenen Schwächen, Fehler und Nachlässigkeiten zu akzeptieren, die einen so unglücklich machen und einen daran hindern, sich weiterzuentwickeln?

Was bezweckt man denn damit? Zurückgebliebene Menschen? Menschen, die sich nicht weiterentwickeln sollen? Niemand wird wirklich dadurch glücklich, dass er sich einredet, er könne auch so glücklich sein, während die Ursachen der eigenen Verstimmung munter weiter bestehen. Erst wenn man sich selbst und das eigene Leben zum Positiven verändert und alles Negative darin streicht, erst dann wird man wirklich glücklich, denn erst dann hat man auch allen Grund dazu. Glück kann man nicht herbeireden, man muss es erschaffen, sich hart verdienen.

Sei nicht, wer Du bist. Werde der, der Du sein willst!

Es gibt so unheimlich viel zu tun

Also verschwende nicht Deine Zeit, Dein Leben und Dein Potenzial. Beginne Dein Leben zu leben und definiere Deinen Gestaltungsraum im Sinne Deiner erwünschten Zielsetzung.

Mache hierbei so wenig Kompromisse wie möglich, hör auf herumzuheulen und für alles eine Entschuldigung zu suchen. Akzeptiere Dein Versagen, stehe zu Deiner Schuld, lerne daraus, streiche alle Schuldfaktoren und mache es beim nächsten Mal besser.

Korrekte Entscheidungen…

(Bildquelle: Pixabay / JesusLOVESyou ; Public Domain Lizenz)

Du weißt, welches die richtige Entscheidung ist – jetzt musst Du nur noch den Mumm haben und es durchziehen. (Bildquelle: Pixabay / JesusLOVESyou ; Public Domain Lizenz)

…werden durch ausreichend Erfahrung getroffen und ausreichend Erfahrung erhält man vor allem durch schlechte Entscheidungen.

Befinden sich in Deinem Leben Deiner Entwicklung abträgliche Faktoren, die außerhalb Deines Gestaltungsraumes liegen, dann streiche sie konsequent aus Deiner Existenz.

All die Idioten, Drogen, Ticks, Schwächen, Verpflichtungen, Bindungen, Ängste und Barrieren – mache kurzen Prozess mit ihnen und mag dies auch noch so gewaltige Konsequenzen haben. Es ist nicht immer leicht, sich einen schwer entzündeten und nicht mehr zu rettenden Zahn mitsamt Wurzel aus dem Kiefer zu reißen, aber genau dies ist die einzig intelligente und schneidige Lösung.

Die meisten Menschen haben jedoch Schiss vor solch extremen Schritten und gehen lieber an der sich langsam über den gesamten Körper ausbreitenden Entzündung zu Grunde. Sie haben nicht die Courage dazu, hart gegen sich selbst zu sein. Sie haben Angst davor. Aber genau diese Angst wird ihnen das Leben versauen!

Dabei kann es so einfach sein. Das Motto ist nun hoffentlich klar:

Wenn der Schuh Dich drückt – zieh ihn aus!

Wer dies nicht macht, hat es nicht anders verdient, als auch weiterhin durch sein schmerzliches Dasein zu humpeln, nichts zu verändern und nur von Zielen zu reden, anstatt sie zu erreichen.


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Über den Autor

k-Sylvester-Stallones-muscular-bodyDr. Christian Zippel ist Urheber des 2013 geschlossenen und offline genommenen Kraftsport- und Bodybuilding-Blogs „Der Wille zur Kraft“. Er ist mehrfacher Autor, darunter von Werken wie „Der Wille zur Kraft – Die zehn Gebote kompromissloser Leistungssteigerung“, „HFT: Hochfrequenztraining & Autoregulation“ „Rosenrot – Oder die Illusion der Wirklichkeit“, „Leider geil, fett & faul“ oder „80/20 Fitness – Wenig investieren, viel erreichen“ und promovierte im Bereich der Philosophie.

Auch wenn er sich vielleicht selbst nicht so bezeichnen würde, so ist Christian doch das, was man als „Neuzeit-Philosoph“ bezeichnen könnte. Seine Werke und Artikel – selbst jene, die sich der Leibesertüchtigung verschrieben haben – sind durchtränkt mit philosophischem und erziehendem Charakter. Seine Lehrer? Seneca, Nietzsche, Bruce Lee. Sein Motto? Die Einheit von Körper und Geist. Mens fortis in corpore forti – ein starker Geist in einem starken. Körper.

Er selbst hat sich weitestgehend aus dem Internet zurückgezogen und ist nicht mehr in Blogs oder Foren aktiv. Die hier veröffentlichten Artikel sind aus seinem früheren Blog „Der Wille zur Kraft“ übernommen, da er sie kurz vor Torschluss zur Verfügung gestellt hat.

2014 gründete Christian den Fitness-Buchverlag „Faszination Fitness“, der vor kurzem mit seinem Erstlingswerk von sich reden machte, einem Crowdfunding-finanziertem Buchband namens „Stark & Schön“ in Zusammenarbeit mit Corinna Walther und Andreas Trienbacher.

Wer für ein Coaching oder den geistigen Austausch in den direkten Kontakt mit Christian suchen möchte, der kann auf http://www.christian-zippel.de/ fündig werden.

Bildquelle Titelbild: Flickr / donireewalker ; CC Lizenz

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  • MAD

    wow… super Artikel. Ich habe ein paar Sprüche gleich notiert. Immer wieder schön die Ansichten anderer Menschen auf ihre eigene Art und Weise zu lesen. Super und freue mich auf weitere Artikel! :)