“Für ein Pfund Muskelmasse würd ich ein Kilo Scheisse fressen”

“Für ein Pfund Muskelmasse würd ich ein Kilo Scheisse fressen”

1 Kommentar

Von Christian Zippel  

…Du etwa nicht?

Vielleicht ist das Grund dafür, dass Du nicht so erfolgreich bist, wie Arnold Schwarzenegger; denn von ihm stammt diese Plattitüde. Und er hat sie auch genau so gelebt…

Was lernen wir daraus?

(Bildquelle: Pixabay.com / OpenClips ; CC Lizenz)

Wie weit würdest du gehen, um deine Träume und Ziele zu erreichen?(Bildquelle: Pixabay.com / OpenClips ; Public Domain Lizenz)

Es gibt Menschen mit Ansprüchen und Menschen, die bereit sind, ihre Ansprüche zurückzuschrauben, um ihre Ziele zu erreichen. Beides zusammen geht jedoch nicht und dennoch wollen viele genau das. Sie wollen ihr gemächliches Leben weiterführen und doch nach den Sternen greifen. Per gaudio ad astra? Träum weiter… Ans Astra kommt man nur per aspera!

Zu gemächlich, zu viele Kompromisse

Es ist immer wieder ernüchternd, wie einfach wir Menschen uns doch das Scheitern machen. Gerade unser Essverhalten ist hier mehr als nur symptomatisch. Bereits Geschmack der einzelnen Lebensmittel und persönlicher Appetit können hier frühzeitig die einst hohen Zielvorstellungen schmelzen lassen, wie der Mund die Schokolade.

Wie bitteschön kann es sein, dass wir uns durch solch köstliche Nichtigkeiten von unserem Weg abbringen lassen? Sind sie doch sowieso immer nur von kurzer Dauer, ein kurzes Geschmacksfeuerwerk auf der Zunge – nicht mehr.

Lohnt es sich etwa das mühsam aufgebaute und teuer eingerichtete Haus abzufackeln, nur weil man gerade Lust auf ein Freudenfeuer hat? Lohnt es sich, den nächst besten Beamten anzupöbeln, nur weil man gerade schlecht gelaunt ist? Lohnt es sich, all diesen kleinen Allüren, Attitüden und Gelüsten nachzugehen, obwohl sie uns zwar kurzfristig erfüllen, aber langfristig aus der Bahn schießen werden?

Wenn die Gefühle mit einem durchgehen, sollte derjenige, der ein Ziel hat, sich nicht von ihnen beherrschen lassen, wie eine Fahne im Wind. Wer kein Ziel hat, kann das durchaus machen. Viele lassen es jedoch zu, obwohl sie vorgeben, ein Ziel zu haben.

Wie steht es um Dich?

Handelst Du stets im Sinne Deiner Zielvorstellung?

Weißt Du, was Du willst? Strebst Du nach Höherem? Warum handelst Du dann nicht entsprechend? Wie nachlässig willst Du noch sein? Wie viele Kompromisse willst Du noch eingehen, bis Du endlich verstehst, dass das Maß der Mitte so stets für Dich ausreichen wird?

Willst Du all diese Schattenseiten der Trägheit und des Stillstandes hinter Dir lassen, so musst Du etwas ändern… so musst Du einiges ändern!

“Für ein Pfund Muskelmasse würd ich ein Kilo Scheisse fressen”

Würdest Du ein Kilo Scheiße fressen, um ein Pfund Muskelmasse dafür zu erhalten?

(Bildquelle: Flickr / Rev Voodoo ; CC Lizenz)

Die Erschaffung deines Körpers wird dir alles abverlangen – wie so oft gibt es auch hier eine helle und dunkle Seite.  Wenn wir davon reden, dass du alles geben solltest, meinen wir damit nicht, dass du den dunklen Pfad  beschreiten sollstes. Nutze deinen gesunden Menschenverstand! (Bildquelle: Flickr / Rev Voodoo ; CC Lizenz)

Welch ein Sinnbild; etwas derb, aber dennoch zutreffend. Mir geht es nun überhaupt nicht darum, Exkremente zu supplementieren – auch wenn einige Firmen dies sicherlich machen (rein metaphorisch natürlich).

Mir geht es vielmehr um die Einstellung dahinter, um die hanebüchene Kompromisslosigkeit, die aus ihr schreit. Wir wollen sie mal in die Form dreier Aspekte kleiden:

1. Kümmere Dich nicht um die Flachpfeifen, die Deine Entwicklung zu bremsen trachten!

Mache das, was Dich Deiner Zielstellung näher bringt, ganz egal was Deine Mitmenschen davon halten. Alles, was neu, erfolgreich und überdurchschnittlich ist, wird von dem dadurch veraltenden, zurückbleibenden und noch durchschnittlicher Werdenden verachtet. Das Bessere ist nun einmal der Feind des Guten und das Gute fühlt sich nicht wohl, wenn es übertrumpft wird – und reagiert mit entsprechenden Widerständen. Das ist ganz natürlich.

Hör Sie Dir an: So viel Muskeln sind doch unnatürlich. So wenig Körperfett ist ja schon krankhaft. So viel Protein zerkleistert Dir die Nieren. So viel zu essen kann nicht gesund sein. So wenig zu essen kann nicht gesund sein. Mehr als sonundsoviel Liter Wasser am Tag sind lebensgefährlich. So tief beugen zerschießt Dir die Gelenke. So hohe Gewichte sind schädlich für den Körper. Kreuzheben = Bandscheibenvorfall. So viel Kraft brauchst Du nie. So viel Training kann doch nicht gut sein. Jetzt geh doch mal wieder feiern. Besauf Dich mal richtig. Gönn Dir ´ne Tüte Haribo. Scheiß doch auf die Arbeit. Da hats aber einer nötig. Denkst Du, Du bist was Besseres? Kümmere Dich mal wieder um Blabla. Dein Training ist Dir viel wichtiger, als mimimi. usw.

Dumme Ausreden hier, Suggestivfragen dort, abgedroschene Komplexvorwürfe da – der Widerstand der Normalität ist überaus mannigfaltig. So tanzt einem das Kasperletheater der Mitmenschen auf den eigenen Nerven herum. Wer sich davon beeindrucken lässt, ist selber schuld, gehört schon längst zur tumben Masse und hat es auch nicht verdient, aus ihr hervorzustechen.

Also befreie Dich von all den Hemmungen derjenigen, die Dich ausbremsen. Es sind ihre Hemmungen und da sie es nicht ertragen, dass jemand anders enthemmter lebt, als sie selbst, wollen sie ihre Hemmungen auf denjenigen übertragen – na danke. Konzentriere Du Dich lieber auf Dein Ziel und nicht auf die Imbissbuden, Marktschreier und sonstigen Etablissements am Wegesrand.

2. Wenn es gut für Dich ist, dann friss es – egal wie es schmeckt!

(Bildquelle: Wikimedia.org / Maria Raquel Cochez ; CC Lizenz)

Für den kurzfristigen Genuss sind viele Menschen bereit langfristige Ziele über Bord zu schmeissen. Sei kein Hedonist, aber vergess auch nicht zu leben. (Bildquelle: Wikimedia.org / Maria Raquel Cochez ; CC Lizenz)

Wie schwach muss man sein, wenn man industriellen Müll konsumiert, nur weil er die eigenen Geschmacksnerven kitzelt und obwohl man weiß, dass dieses Handeln diametral zur eigenen Gesundheit und Entwicklung steht? Mal abgesehen davon, dass gesunde, ausgewogene und naturbelassene Ernährung wunderbar zu schmecken vermag, ist es doch völlig egal, wie etwas schmeckt, worauf es einzig und allein ankommt, ist: Wie es wirkt!

Je größer die Überwindung, desto größer ist oftmals auch der Erfolg. Ohne Fleiß kein Preis. Wer einen Schatz bergen will, muss nun einmal auch ins kalte Wasser tauchen. Wer zum Diamanten werden will, muss auch entsprechenden Druck aushalten, muss sich schleifen lassen. Am Widerstand wächst man. Vor den Erfolg hat die Natur den Schweiß gesetzt. Nietzsche hilft nur den Menschen, die sich selbst helfen. Nichts fällt einem einfach so in den Schoß. Von nix kommt nix. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. No pain – no gain usw. usf.

Die Botschaft ist doch wohl sowas von klar: Du musst verdammt noch mal kämpfen, wenn Du in dieser Welt etwas erreichen willst. Visionen erfüllen sich nicht einfach so. Da muss jemand sein, der bereit ist, an sie zu glauben und dafür zu leben. Um es mal charmant zu formulieren: Erst, wenn Du bereit bist, Dir den Gluteus aufzureißen und Scheiße zu fressen, erst dann wirst Du auch wirklich erfolgreich werden!

Das ist nicht leicht…

…nicht schön, nicht lecker, hart, schwer, unerträglich, fies und gemein. Aber so ist es nun einmal. Je höher man hinaus in die Höhe will, desto tiefer und kompromissloser muss man sich auch nach unten in die Tiefe hinabkämpfen wie ein nach oben strebender Baum mit seinen Wurzeln. Nichts bekommt man geschenkt und nichts von Wert kann man sich kaufen – also worauf wartest Du noch?

Wenn Du jetzt nicht damit beginnst, kompromissloser zu werden, wirst Du es nie schaffen. Aber dann auch hör endlich auf, Ansprüche zu stellen, für die Du in Wirklichkeit überhaupt nicht zu kämpfen bereit bist.

Entscheide Dich! Entscheide zwischen Scheiße und Schokolade – zwischen Klasse und Masse, zwischen Kampf und Party, zwischen Erfolg und Durchschnitt, zwischen langfristiger Entwicklung und kurzfristigem Vergnügen. Aber…

3. Hab wahnsinnigen Spaß dabei!

(Bildquelle: Pixabay.com / Ryan McGuire ; Public Domain Lizenz)

Sei ehrgeizig und konsequent – aber habe vor allem Spaß dabei, denn nur so kannst du darauf hoffen jahrelang “am Ball” zu bleiben! (Bildquelle: Pixabay.com / Ryan McGuire ; Public Domain Lizenz)

Was Arnie da vom Stapel gelassen hat – falls er es überhaupt je vom Stapel gelassen hat –, kommt aus seiner Jugendzeit. Neben seiner kompromisslosen Einstellung und seinem absoluten Erfolgsstreben transportiert es jedoch noch mehr: Humor!

Arnold ist bekannt dafür, kein Kind von Traurigkeit zu sein und die meisten Miesepeter sollten sich davon eine große Scheibe abschneiden. Wenn man die Welt nämlich zu verkniffen sieht, dann verliert das eigene Leben deutlich an Gehalt. Was ist unser Sein denn schon ohne Spaß, ohne Intensität und spielerische Überheblichkeit?

Und was ist Intensität? Kontrollierter Wahnsinn – der auf ein Ziel hin ausgerichtet ist, anstatt sich zu zerfransen und für alles und nichts zu schwärmen. Jeder von uns ist ein bisschen wahnsinnig oder wie Freud es sagen würde: Jeder Mensch hat Charakterstörungen, die meisten haben Neurosen und viele sogar Psychosen.

Der Unterschied zwischen den erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen ist hier nur der, dass die erfolgreicheren es auf die Reihe bekommen, ihren Wahnsinn zu kanalisieren und ihre Triebe zu sublimieren – sprich, auf ihr eigens gesetztes Ziel hin auszurichten. Was für Genies gilt, gilt auch ebenso für Athleten: Bodybuilding und Wahnsinn liegen nah beieinander. Vergiss das nie!

Und um zu erfahren, was in diesem Kontext Überheblichkeit ist, muss man nur Nietzsche lesen und sollte dabei lernen, dass wahre Überheblichkeit keineswegs etwas mit Arroganz zu tun hat, wie der gemeine Pöbel es zu glauben pflegt. Vielmehr ist sie sogar das Gegenteil, da man sich in ihr nicht über die anderen, sondern auch über sich selbst erhebt und somit gering schätzen lernt, was notwendig ist, um wirklich Höheres schätzen zu lernen:

(Bildquelle: Pixabay.com / Logga Wiggler ; Public Domain Lizenz)

Wer sich stets viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht! (Bildquelle: Pixabay.com / Logga Wiggler ; Public Domain Lizenz)

„Du gehst deinen Weg der Größe: das muß nun dein bester Mut sein, daß es hinter dir keinen Weg mehr gibt!

Du gehst deinen Weg der Größe; hier soll dir keiner nachschleichen! Dein Fuß selber löschte hinter dir den Weg aus, und über ihm steht geschrieben: Unmöglichkeit.

Und wenn dir nunmehr alle Leitern fehlen, so mußt du verstehen, noch auf deinen eigenen Kopf zu steigen: wie wolltest du anders aufwärts steigen?

Auf deinen eigenen Kopf und hinweg über dein eigenes Herz! Jetzt muß das Mildeste an dir noch zum Härtesten werden.

Wer sich stets viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht! Ich lobe das Land nicht, wo Butter und Honig – fließt!

Von sich absehn lernen ist nötig, um viel zu sehn – diese Härte tut jedem Berge-Steigenden not.

Wer aber mit den Augen zudringlich ist als Erkennender, wie sollte der von allen Dingen mehr als ihre vorderen Gründe sehn!

Du aber, o Zarathustra, wolltest aller Dinge Grund schaun und Hintergrund: so mußt du schon über dich selber steigen – hinan, hinauf, bis du auch deine Sterne noch unter dir hast!

Ja! Hinab auf mich selber sehn und noch auf meine Sterne: das erst hieße mir mein Gipfel, das blieb mir noch zurück als mein letzter Gipfel! –«“ – Also sprach Zarathustra

Und jetzt die große Überraschung

Solch ein kontrollierter Wahnsinn kann unheimlich viel Spaß bereiten und so dem eigenen Er-Leben eine enorme Tiefe, Stärke und Abwechslung verleihen, die man nur durch die Ironie der Überheblichkeit voll auszukosten vermag, die die Welt und somit auch sich selbst nie vollkommen Ernst nehmen kann. Denn wie sprach bereits Immanuel Kant:

“Nur wer das Leben ernst, bitter ernst nimmt, hat auch wirklich Humor.”


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Über den Autor

k-Sylvester-Stallones-muscular-bodyDr. Christian Zippel ist Urheber des 2013 geschlossenen und offline genommenen Kraftsport- und Bodybuilding-Blogs „Der Wille zur Kraft“. Er ist mehrfacher Autor, darunter von Werken wie „Der Wille zur Kraft – Die zehn Gebote kompromissloser Leistungssteigerung“, „HFT: Hochfrequenztraining & Autoregulation“ „Rosenrot – Oder die Illusion der Wirklichkeit“, „Leider geil, fett & faul“ oder „80/20 Fitness – Wenig investieren, viel erreichen“ und promovierte im Bereich der Philosophie.

Auch wenn er sich vielleicht selbst nicht so bezeichnen würde, so ist Christian doch das, was man als „Neuzeit-Philosoph“ bezeichnen könnte. Seine Werke und Artikel – selbst jene, die sich der Leibesertüchtigung verschrieben haben – sind durchtränkt mit philosophischem und erziehendem Charakter. Seine Lehrer? Seneca, Nietzsche, Bruce Lee. Sein Motto? Die Einheit von Körper und Geist. Mens fortis in corpore forti – ein starker Geist in einem starken. Körper.

Er selbst hat sich weitestgehend aus dem Internet zurückgezogen und ist nicht mehr in Blogs oder Foren aktiv. Die hier veröffentlichten Artikel sind aus seinem früheren Blog „Der Wille zur Kraft“ übernommen, da er sie kurz vor Torschluss zur Verfügung gestellt hat.

2014 gründete Christian den Fitness-Buchverlag „Faszination Fitness“, der vor kurzem mit seinem Erstlingswerk von sich reden machte, einem Crowdfunding-finanziertem Buchband namens „Stark & Schön“ in Zusammenarbeit mit Corinna Walther und Andreas Trienbacher.

Wer für ein Coaching oder den geistigen Austausch in den direkten Kontakt mit Christian suchen möchte, der kann auf http://www.christian-zippel.de/ fündig werden.

Bildquelle Titelbild: Pixabay.com / bycfotografem ; Public Domain Lizenz

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  • Antonio

    Sehr schöner aussagekräftiger Artikel. Hat mich motiviert mal wieder etwas an der eigenen Einstellung zu arbeiten. Vielen Dank dafür!