Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.de

Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.de

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Im November diesen Jahres hatte ich die Ehre Tobi, den Urheber/Betreiber von Online-Fitness-Coaching.com, Personal Trainer und Kraftsportler, bei der Concept Store Eröffnung von BSN / Optimum Nutrition kennenzulernen. Wir mussten nicht lange miteinander reden um zu realisieren, dass wir uns gut verstanden haben. Natürlich kannte und schätzte ich seinen Blog – immerhin hatte Tobi ja auch schon einen Gastartikel auf AesirSports veröffentlicht („Hartes Training mit leichten Gewichten – Geht das?“) – aber einen gleichgesinnten Autoren dann schließlich in Natura zu treffen ist dann doch immer ein kleines Highlight für mich.

Es hat nicht lange gedauert und wir haben uns auf ein Interview geeinigt. Einen Monat später ist es dann schließlich soweit und ich freue mich, euch den guten Tobi und seine Seite einmal en detail vorzustellen!

Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.de

Steckbrief – Tobias B.

Hallo Tobi. Wir freuen uns, dass du dir ein wenig Zeit für unser Interview genommen hast. Erzähl uns ein wenig über deine Person: Wer bist du und was machst du?

Hi Damian, okay – mal schauen wo fange ich da an.

Ich bin Personal Trainer im Kreis Stuttgart und betreibe seit zirka 1,5 Jahren das Fitness & Kraftsport Portal www.online-fitness-coaching.com. Außerdem habe ich noch einen „normalen“ Bürojob, der mir ein regelmäßiges Einkommen beschert. Meine Freizeit verbringe ich im Gym oder mit anderen sportlichen Aktivitäten und zirka 2-3 Monate pro Jahr bin ich auf Reisen und schaue mir die Welt an.

Wie bist du zum Kraftsport / Bodybuilding gekommen?

Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.deDas ist schon etliche Jahre her. Ich habe als Teenager viele Jahre Leichtathletik gemacht und als ich das aufgegeben hatte habe ich nach einem neuen Sport Ausschau gehalten. Die Körper aus Kampfsport und Actionfilmen wie z.B. Jean-Claude van Damme und Arnie fand ich schon immer beeindruckend und da hab ich mich im örtlichen Fitnessstudio angemeldet.

Die ersten Monate/Jahre verliefen schleppend und ich habe immer wieder für mehrere Wochen aufgehört zu trainieren. Mein Trainingsplan hatte auch nichts mit Kraftsport zu tun, es war das typische Gerätetraining, welches man in einem Studio bekommt wenn man sich anmeldet und von nichts eine Ahnung hat. Erst mit zirka 18 oder 19 Jahren habe ich angefangen mich mit dem Thema Training und Ernährung zu beschäftigen – und da habe ich gemerkt, dass ich bislang alles falsch gemacht habe. Dies sollte sich in den Folgejahren ändern: Ich habe alle verfügbaren Bücher und Berichte zum Thema Krafttraining verschlungen und mir so mein Wissen kontinuierlich immer erweitert.

Das ist mittlerweile fast 15 Jahre her und damals gab es noch keine Youtuber oder dutzende Webseiten zu diesem Thema. Es gab 2-3 Internetforen, wo sich ausgetauscht wurde. Die Qualität der Informationen schätze ich rückblickend aber dennoch höher ein als heutzutage.

Was motiviert/inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Es motiviert mich meine eigenen Kraftleistungen immer weiter zu verbessern und meine körperliche Entwicklung selbst in der Hand zu haben. Auch nach über 10 Jahren Training kann man noch immer Fortschritte machen, klar sind diese deutlich geringer als zu Beginn, aber sie sind da und selbst wenn bezüglich Muskelaufbau keine großen Sprünge mehr zu erwarten sind so lässt sich zumindest die Kraft noch deutlich steigern.

Ansonsten brauche ich keinen Ansporn um ins Training zu gehen und ich muss mich auch nicht dazu motivieren. Die Möglichkeit nicht zu trainieren gibt es bei mir einfach nicht. Gewichte zu bewegen gehört zu meinem Leben wie Essen und Schlafen.

Hast du einen Mentor? Oder hast du dir alles selbst beigebracht?

Da das Studio, in dem ich die ersten 8 Jahre trainiert habe, eher um ein Wellness-Studio gehandelt hat und die Trainer von Bodybuilding und Kraftsport nicht wirklich viel wussten, blieb mir gar nichts anders übrig, als mir alles selbst beizubringen. Zu dieser Zeit war Kniebeugen und Kreuzheben noch nicht Gang und gebe im Studio und ich war tatsächlich jahrelang der einzigem der das bei mir im Gym gemacht hat.

Mein Wissen hab ich mir alles über Bücher, Artikel und Studien selbst angeeignet. Wenn einen das Themengebiet interessiert ist das aber ja auch mit Spaß verbunden.

Als ich mich entschlossen habe selber Andere zu trainieren, da habe ich noch einen Trainerschein gemacht – aber das war mehr oder weniger für die Ablage. Tiefergehendes Wissen muss man sich immer selbst beibringen. Dies ist aber nicht nur im Kraftsport so, sondern gilt eigentlich für alle Bereiche.

Stichwort Coaching: Was hältst du davon und hast du dich selbst schon einmal coachen lassen (oder jemanden gecoached)?

Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.deDa muss man erst mal zwischen dem „normalen“ Personal Training im Real-Life und dem sogenannten Online Coaching unterschieden. Im Real Life hast du den Vorteil die Übungsausführung deiner Kunden kontrollieren zu können. Beim Online Coaching entfällt das leider.

Der Begriff Online Fitness Coaching ist nicht wirklich definiert, das liest man ja inzwischen auf jeder zweiten Webseite und jeder bietet darunter etwas anderes an. Ich persönlich erstelle die Ernährungspläne auf Basis der tatsächlichen Kalorienaufnahme und Lebensumstände meiner Kunden. Bei Trainingsplänen genauso, je nach Ziel und aktuellen Kraftwerten bekommen die Kunden einen individuellen Plan. Anschließend wird wöchentlich geprüft wie das Training und die Ernährung gelaufen sind und es werden Probleme besprochen, die eventuell aufgetreten sind. Das erfordert natürlich deutlich mehr Zeit, als einfach einen fertigen Plan rauszuschicken – daher coache ich selten mehr als 5 Leute parallel.

Oft kommt der Einwand: „Das braucht doch niemand und man kann sich auch alles in Foren und auf Webseiten wie auf den unseren selbst aneignen.“

Da muss ich ganz ehrlich sagen: Ja das kann man, richtig! Und um Erfolge zu haben muss man auch keine Wissenschaft aus Kraftsport machen. Aber nicht jeder hat die Zeit dazu oder möchte seine komplette Freizeit nur noch in Internetforen verbringen. Für viele zählen hauptsächlich die Ergebnisse. Für diese Personen ist ein Personal Trainer oder eben auch ein Online Coach, sehr gut geeignet.

Welches Trainingsprinzip/-system hat dir persönlich am meisten gebracht?

Ich habe sehr gute Ergebnisse mit HST Classic erzielt und auch mit Wendler 5/3/1 (Erfahrungsbericht v. Tobi), welches ich seit nun 4 Monaten anwende, läuft es sehr gut. Generell mag ich Systeme die auch die Kraftkomponenten in den Fokus stellen und nicht rein auf Hypertrophie ausgelegt sind.

In der Regel erstelle ich mir meine Pläne aber sehr individuell zusammen. Ich nutze dabei oft Elemente aus Hatfield, HST, PITT und sonstigen Programmen. Wenn man seit über 10 Jahren trainiert und fast alle Programme ausprobiert hat, weiß man selbst am besten was für einen funktioniert und was nicht -und so picke ich mir aus den einzelnen System das heraus was mich weiter bringt.

Letzten Endes kommt es darauf an mit welchem System du die größten Kraftzuwächse bekommst und dich immer weiter progressiv steigern kannst sowie neue persönliche Bestleistungen aufstellst. Dann kann dein Körper gar nicht anders als sich anzupassen und zu wachsen.

Trainierst du in einem kommerziellen Studio oder daheim? Wo siehst du die Vorteile in deiner Wahl gegenüber der Alternative?

Online-Fitness-Coaching-interview-1Die Wahl stellt sich mir nicht wirklich, da in meiner Stadtwohnung kein Platz für ein Home Gym ist. Ich trainier daher in einem öffentlichen Studio und fühle mich auch wohl dort. Die Atmosphäre ist gut und es wird schwer trainiert. Ich bin nicht wirklich ein Typ der im Gym große Gespräche startet, sondern höre Musik und ziehe mein Programm durch. Einen festen Trainingspartner habe ich auch nicht, da es meiner Erfahrung nach mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt Theoretisch könnte ich also auch im Home Gym trainieren.

Der Vorteil eines Home Gyms liegt meiner Meinung nach ganz klar in der Zeitersparnis da der Weg ins Studio wegfällt und einem niemand die Geräte und Hanteln wegschnappen kann. Ich habe ein paar Klienten, die in Home Gyms trainieren und die sind alle sehr zufrieden damit.

Hörst du Musik beim Training? Wenn ja: Wie sieht deine Playlist zurzeit aus?

Ja ich höre immer Musik beim Training. Das pusht mich mehr als es jeder Booster könnte. Das Genre wechselt, aber die Songs sind fast alle schnell und aggressiv. Ich höre viel Oldschool Rap wie Wu-Tang aber auch Songs die eher in die Hardrock/Metal Richtung gehen und hin und wieder Electro. Hier geht’s zu meiner Trainingsmusik Playlists für die Genres HipHop, Rock und Electro.

Zu meinen Favoriten gehören seit Jahren:

Mit welchen Ernährungsansätzen hast du die beste Erfahrung gemacht? (z.B. Anabole Diät, Ketogene Diät, Carb Backloading, Intermittent Fasting, Mischkost, HighCarb/LowFat usw.)

Um Körperfett zu reduzieren, halte ich alle Diäten mit möglichst geringem Kohlenhydratanteil für sehr gut geeignet. Ich habe gute Erfahrungen mit einer Keto Diät und wöchentlichen Refeeds gemacht. Intermittent Fasting finde ich aufgrund des Gedankens interessant weniger Zeit mit Essen zu verbringen und ich frühstücke schon seit über 2 Jahren nicht mehr. Ich komme damit aber trotzdem noch auf ein Zeitfenster von 9 Stunden innerhalb dessen ich Nahrung konsumiere. Gehört also eher zu einem lockeren Ansatz von Intermittent Fasting.

Von komplizierten Ernährungsstrategien habe ich Abstand genommen und empfehle es auch meinen Klienten nicht. Ich habe mich jahrelang mit Kalorienzählen und festen Esszeiten verrückt gemacht und rückblickend betrachtet hat es mir nichts gebracht, außer psychischen Stress und Einschränkung im Alltag. Mehr zu meiner Ernährung weiter unten.

Wie sieht das Trainingsplan/deine Trainingsroutine aus?

Ich trainiere die letzten 5 Monate nach Wendler 5/3/1 und solange die Kraftsteigerungen so weiter gehen, behalte ich das auch bei. Never change a running system.

  • Montag: Unterkörper
  • Dienstag: Oberkörper
  • Mittwoch: frei
  • Donnerstag: Unterkörper
  • Freitag: Oberkörper
  • Samstag: frei
  • Sonntag: frei

Bevorzugst du bei einer Diät eher traditionelles Cardiotraining oder HIIT?

Online-Fitness-Coaching-interview-4Cardio sucks. Ich habe es schon immer gehasst und wenn ich alle 3 Monate mal joggen gehe, dann ist das schon sehr viel. In einer Diät wende ich HIIT in Form von Bergsprints oder einem Tabata-Zirkel an, aber das auch nur, wenn es gegen Ende der Diät darum geht den Kalorienumsatz nochmal etwas zu pushen. Wenn ich auf Reisen bin mache ich ebenfalls kraftlastige Tabata-Zirkel mit Körpergewichtsübungen, um in Form zu bleiben.

Wie so ein Training im Urlaub für gewöhnlich aussieht habe ich schon mal in einem Artikel beschrieben (siehe hier)

Wie ernährst du dich?

Recht locker. Da heutzutage ja jede Ernährung einen Namen bekommt, würde ich es als eine Mischung aus IIFYM („If It Fits Your Macros“) und IF („Intermittent Fasting“) bezeichnen. Ich habe nur wenige „Musts“ in meiner Ernährung, dazu gehört:

  • ausreichenden Proteinzufuhr von ca. 1,5g pro Kilogramm Körpergewicht
  • min. 0,7g gesundem Fett pro Kilogramm Körpergewicht Dieses Fett hole ich meist durch Nüsse oder fettigen Fisch rein.
  • min 250-500g Gemüse pro Tag

Um auf meinen Kalorienbedarf von knapp unter 3000kcal zu kommen, wähle ich die restlichen Nahrungsmittel ohne jeglichen Einschränkungen aus.

Ich habe fast alle Ernährungssysteme durch und keinen großartigen Unterschied in meiner Leistungsfähigkeit und Körperentwicklung festgestellt. Selbst als ich über 2 Jahre sehr clean gegessen, habe hatte ich keine besseren Fortschritte, als jetzt, wo ich nur noch ungefähr die Makronährstoffe (Fett, Protein, Kohlenhydrate) und Gesamtkalorien abschätze.

Auch wenn das viele nicht gern hören, ich halte das Thema Ernährung für stark überbewertet und für einen der Hauptgründe, warum so viele Anfänger nach ein paar Monaten den Sport wieder hinwerfen. Man redet ihnen ein um Erfolge zu haben gibt es ab jetzt nur noch Hühnchen, Reis und Vollkornbrot zu genau festgelegten Uhrzeiten und Alkohol und Süßigkeiten seien für immer tabu.

Mit diesem Druck kommen viele nicht zurecht und werfen dann gleich alles hin, verständlicherweise.

So muss es nicht laufen. Bodybuilding ist sehr gut auch mit einer normalen Mischkost kombinierbar und auch Alkohol frisst nicht direkt sämtliche Gains wieder von den Rippen. Ein bisschen weniger Paranoia würde vielen gut tun.

Für Wettkampfathleten in der Vorbereitung gestaltet sich das Thema in der Tat etwas komplizierter, aber der Hobby-Kraftsportler, der groß und stark werden will, muss sich nicht verrückt machen.

Einer der schönsten Vorteile von Bodybuilding ist für mich, dass ich essen kann, was ich will ohne Fett zu werden. Und das kann nicht nur ich, dass kann jeder wenn man sich an ein paar wenige grundsätzliche Dinge hält. Das ist übrigens auch einer der Punkte die meine Klienten beim Coaching völlig erstaunt und wofür sie am Ende oft am dankbarsten sind.

Muster-EP:

  • Mahlzeit 1 – 12:00 Uhr: Mittagessen, Fleisch/Fisch + Beilage (Nudeln, Reis, usw. )
  • Mahlzeit 2 – 19:00 Uhr: Whey Protein Shake + Dextrose
  • Mahlzeit 3 – 20:00 Uhr: Hühnchen +Gemüse

Das sind dann zirka 2800 Kilokalorien.

Hast du Cheat-Meals/-Days? Wie sehen solche Tage und Mahlzeiten bei dir aus? Gehst du an solchen Tagen auch ins Training oder relaxt du lieber?

Wie bereits oben geschrieben habe, halte ich nichts von komplizierten Ernährungsstrategien.

Ich habe täglich das was in der Bodybuilding-Szene, als „Cheat-Meals“ bezeichnet wird und einmal pro Woche, meistens Sonntags, dann noch einen richtigen Cheatday an dem Unmengen Gebäck, Eiscreme, Milchreis und Pizza vernichtet werden.

Welches Supplement wird deiner Meinung nach überbewertet? Was hältst du für das sinnfreieste Produkt, welches auf dem Markt zu kriegen ist?

Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.deL-Carnitin – zumindest in Bezug auf die Fettverbrennung – totaler Schwachsinn. Aber gegen das Werbeetat der Supplement-Industrie kommt man leider nur schwer an. Daher wird es vermutlich auch noch in 10 Jahren überall als bester Fatburner gehyped.

Eiweißpulver, Creatin und Glutamin halte ich im Kraftsport für nützlich. Überbewertet sind prinzipiell alle Supplemente – aber sind wir mal ehrlich: Es macht einfach Spaß das Regal voll mit diesen bunten Dosen stehen zu haben und auch wenn die Wirkung nur minimal ist, so bringt es doch zumindest einen nicht zu verachteten psychischen Effekt.

Wenn man sich seinen eigenen Trainingsbooster zusammen mischt und mit den Zutaten experimentiert, kann man sich ein bisschen wie Heisenberg im Meth-Labor vorkommen, das hat schon was.

Wie sieht deine Supplementation zurzeit aus?

Bezogen auf Kraftsport derzeit nur Whey und hin und wieder einen Booster. Für die allgemeine Gesundheit nehme ich Fischöl, Green Tea Extract, Transresveratrol und Zink.

Hin und wieder hole ich mir Beta-Alanin, Creatin, Glutamin und BCAAs

Nenne uns 3 Supplemente, auf die du nur ungern verzichten würdest

Auch wenn Whey das Einzige ist, was ich derzeit durchgehend nehme: Die anderen beiden haben für mich eine spürbare Wirkung auf die ich hin und wieder gerne zurückgreife.

Vervollständige den Satz: Eine vernünftige Post-Workout Supplementation ist…?

…die Basics: Schnelles Protein und Kohlenhydrate.

Ich nehme 0,6g Whey pro Kilogramm Körpergewicht. Dazu trinke ich 0,5 Liter Kirschsaft oder nehme Dextrose/Maltodextin anstelle des Kirschsafts.

Wenn du heute noch deiner Trainingskarriere noch einmal ganz von vorne beginnen könntest: Was würdest du anders machen im Gegensatz zu damals?

Ich würde von Anfang an schwer Beugen, Heben und Drücken und mich auf 4-5 Übungen konzentrieren in denen ich mich immer weiter verbessern müsste. Dazu ein Kalorienplus von etwa 250 kcal am Tag. Alles andere ist sekundär und macht meiner Erfahrung nach vielleicht 5-10% vom Endergebnis aus.

Wer neu im Sport ist, neigt gerne dazu jede Information auf die Goldwaage zu legen und sich tagelang den Kopf über Dinge zu zerbrechen, die absolut irrelevant sind. Dein gesammeltes Bücherwissen ist nutzlos, wenn du dir im Gym nicht den Arsch aufreißt und 2,5kg mehr hebst als im letzen Training.

Angenommen Person A liest jahrelang 4 Stunden pro Tag Fachartikel und eignet sich tiefreifende Kenntnisse der menschlichen Biochemie an und ernährt sich 100% clean, hat aber nicht den Willen und Biss im Gym sich von Training zu Training zu steigern.

Person B kümmert sich nur um die Basics, isst ausreichend Eiweiß, fährt ein Kalorienplus und schafft es mit seinem eisernen Willen sich im Gym regelmäßig auf neue PRs zu pushen und bis ans Limit zu gehen.

Ergebnis: Person B wird sich mit Garantie besser entwickeln als Person A, hat mehr Muskeln mehr Kraft und vor allem mehr Freizeit.

Wenn du gerade nicht am trainieren bist – was machst du dann? Hast du noch andere Hobbies abseits des Sports?

Fitness Coach & Blogger Tobias von Online-Fitness-Coaching.com im Gespräch mit AesirSports.deWie oben schon erwähnt habe, reise ich sehr viel in der Weltgeschichte umher und liege ca. 2-3 Monate im Jahr an irgendwelchen Traumstränden rum, bin tauchen, klettern oder wakeboarden. Wie andere Kulturen auf der Welt leben und welche Dinge für sie wichtig sind und welche nicht, hilft einem dabei so einiges hier bei uns in der Gesellschaft zu hinterfragen.

Ich habe mir mein Leben so organisiert, dass ich diese langen Reisen machen kann – das erfordert es aber in der übrigen Zeit sehr viel zu arbeiten, daher ist meine Freizeit wenn ich in Deutschland bin recht spärlich.

Du betreibst einen eigenen Bodybuilding und Fitness Blog namens „Online Fitness Coaching.“ Wie ist es dazu gekommen?

Ich schreibe schon seit ca. 6 Jahren für die beiden großen deutschen Fitnessportale Artikel und nach dem ich meinen Artikel „12 Jahre Natural Bodybuilding“ veröffentlicht habe, ist das ganze etwas „außer Kontrolle“ geraten und ich konnte die ganzen Anfragen bzgl. Coaching und Personal Training, die mir geschickt wurden, nicht mehr beantworten. Dann habe ich zunächst nur eine kleine Webseite aufgesetzt auf der man mich als Online Trainer buchen konnte und ein paar Wochen später habe ich das um einen Blog erweitert – und seit dem kommen Schritt für Schritt neue Kategorien und Beiträge auf meine Webseite hinzu. Inzwischen ist das Projekt zu einer ganz ansehnlichen Infoseite rund ums Thema Krafttraining geworden.

Schreibst du deine Artikel alle selbst oder holst du dir auch Gastautoren heran, die für dich schreiben?

Ich schreibe etwa 80% selbst und den Rest schreiben Gastautoren oder befreundete Sportler. Falls das hier gerade jemand liest und Lust hat hin und wieder etwas zu veröffentlichen, meldet euch einfach über das Kontaktformular auf meiner Webseite bei mir. Ich könnte ein paar gute Gastautoren gebrauchen.

Welches Ziel verfolgst du mit deinen Artikeln und deinem Fitness Blog? Was ist für dich die Herausforderung?

Ich versuche meine Artikel so einfach wie möglich zu halten und der Thematik Training und Ernährung die Komplexität zu nehmen. Das zu vermitteln was ich aus meiner Trainingserfahrung und meiner Tätigkeit als Trainer über die Jahre gelernt habe. Das Schwierige ist nicht einen Sachverhalt auf 10 Seiten bis ins Detail darzustellen, sondern innerhalb von 1-2 Seiten alle nötigen Infos zu geben, die den Leser interessieren und die ihm tatsächlich weiterhelfen.

Natürlich kann man ein Buch über die jeweiligen Vorgänge im Körper schreiben, die vor sich gehen, wenn die Ketose eintritt oder was genau auf biochemischer Ebene bei der Reparatur von Mikrotraumata vor sich geht. Die Frage ist jedoch, ob dies einen Leser eher bereichert oder verunsichert. Ich glaube da ergänzen unsere beiden Seiten sich ganz gut. Wenn einen Leser spezielle Vorgänge im Detail interessieren, kann er sich auf Aesir Sports dann weiter im Detail umsehen.

Viele der „jungen Trainierenden“, die auch schon ein paar Jahren dabei sind, denken sie Wissen bereits wie es läuft – aber die wirklichen Herausforderungen im Training kommen, wenn man im Job ein paar Jahre 60 Stunden pro Woche arbeiten muss, man Kinder bekommt oder über längere Zeit krank ist ….

No Excuses“ bekommt dann nochmal eine ganz andere Bedeutung. Derartige Rückschläge stecken nicht viele weg und da ist das Training oft das erste, das man aufgibt – obwohl gerade das eine Konstante im Leben sein kann die einem Halt gibt.

Meine Sichtweisen und Herangehensweisen sind vor allem hilfreich, wenn es darum geht sein Training langfristig zu planen – und damit meine ich nicht Monate, sondern viele Jahre. Ich möchte den Leuten zeigen, dass es sich auch lohnt Gewichte zu heben wenn man sein Leben nicht 100% daraus ausgerichtet hat und dass man wenn man sich auf die richtigen Punkte konzentriert einen beeindruckenden und starken Körper aufbauen und auf fast nichts „verzichten“ muss. Kraftsport als ultimativer „Life Hack“ wenn man es so will.

Du bietest auch Trainingspläne und E-Books auf deiner Seite an. Magst du sie unseren Lesern vorstellen?

Derzeit habe ich nur ein kleines Ebook zum Trainingssystem Tabata. Für den typischen Aesir Sports Kraftsportler ist das nicht wirklich interessant. Zielgruppe ist hier eher der Breitensportler, der nach einer Alternative zu Cardiotraining sucht. Ich beschreibe darin kurz die Grundzüge des Trainingssystems und biete 20 verschiedene Trainingspläne zur Auswahl an.

Für Kraftsportler biete ich außerdem vorgefertigte Trainingspläne zum Kauf an – als Alternative für Leute denen das Coaching zu teuer ist. Doch auch hier steht keine geheime Zauberformel im PDF, sondern ein Trainingsplan basierend auf Grundübungen, progressiven Gewichtssteigerungen und ein paar Tipps wie diese Progression sichergestellt werden kann.

In Zukunft werde ich verstärkt auf sportspezifisches Krafttraining eingehen wie z.B. für Leichtathletik, Fußball oder andere Sportarten. Aus diesem Bereich komme ich eigentlich und hier fehlt es an gut aufbereiteten Informationen.

Die klassischen Artikel zum Thema Muskelaufbau und Kraftsport wird es aber weiterhin natürlich auch noch geben.

Woran arbeitet ihr zurzeit am stärksten? Gibt es Features, auf die wir uns in Zukunft freuen dürfen?

Im nächsten Jahr werden diverse Guides rund ums Thema Kraftsport und auch Ernährung erscheinen, wobei der Fokus eher auf dem Bereich Training liegen wird. Die bestehenden Kategorien werden natürlich sukzessiv erweitert.

Hast du ein Lieblingszitat / Motto / Maxime?

Im Bereich Kraftsport auf jeden Fall: Lift heavy or lift heavy.There is no other way!  In Bezug auf das Leben allgemein trifft es das Holstee Manifest ganz gut:

Das Holstsee-Manifesto (Bildquelle: Flickr / Next TwentyEight ; CC Lizenz)

Das Holstsee-Manifesto (Bildquelle: Flickr / Next TwentyEight ; CC Lizenz)

Wenn du 3 Übungen wählen müsstest, nach denen du für den Rest deines Lebens trainieren dürftest: Welche Übung würdest du wählen und wieso?

  • Kreuzheben: Weil es nicht nur den Unterkörper trainiert, sondern den kompletten Körper – und sogar noch mehr Muskeln beansprucht, als Kniebeugen. Außerdem ist es ein irres Gefühl über 200kg vom Boden anzuheben. Ich liebe es.
  • Dips: Als Drückübung für die komplette Front. Ich hatte mit Dips deutlich bessere Ergebnisse was den Aufbau von Brust angeht. als mit klassischem Bankdrücken. Außerdem ist auch Schulter und Trizeps stark mit einbezogen.
  • Klimmzüge: Als Rückenübung wären Klimmzüge meine erste Wahl. wenn ich mich entscheiden müsste. Die Varianten sind vielfältig und auch die Arme werden perfekt mit trainiert.

Was hat dich im Leben besonders weit nach vorne gebracht? Welchen Rat kannst du unseren Lesern geben?

  • Durchhaltevermögen und Disziplin. Beides lernt man beim Kraftsport sehr gut.
  • Bringe Dinge zu Ende und fange nicht unzählige Sachen gleichzeitig an, ohne etwas abzuschließen.
  • Ich wende die 80/20 Regel bei sehr vielen Lebensbereichen an und fahre ausgesprochen gut damit. Don’t let pefection kill you.
  • Nicht so viel Denken und Planen, sondern mehr Handeln. Einfach mal anfangen und wenn es nicht funktioniert den Weg korrigieren.

Habt ihr noch Fragen an Tobi? Dann fragt per Kommentar!

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Bildquellen copyright by Online-Fitness.Coaching & Tobi

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  • Jogi

    Coole Einstellung, da erkenn ich mich in vielen Punkten wieder!