Zwiebelsaft verdreifacht Testosteronspiegel

Zwiebelsaft verdreifacht Testosteronspiegel

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Von Damian N. Minichowski |

(Bildquelle: Wikimedia.org / Colin ; CC Lizenz)

Die gemeine Zwiebel: Enthält sie das Geheimnis für mehr Testosteron? (Bildquelle: Wikimedia.org / Colin ; CC Lizenz)

Natural Athleten sind stets auf der Suche nach Mitteln und Wegen um ihrem natürlichen Hormonglück ein wenig auf die Sprünge zu helfen – sei es in Form eines pflanzlichen Testosteron-Boosters oder einer speziell-orientierten Nahrungsauswahl, um das Bestmögliche aus dem Körper zu ziehen und ihm die nötigen Rohmaterialen für die Testosteronsynthese zu liefern.

In den meisten Fällen bleibt die versprochene Wirkung allerdings aus oder betrifft nur diejenigen männlichen Kollegen, die schon von Haus aus einen niedrigen Testosteronwert besitzen (so z.B. im Falle der D-Asparaginsäure). Das Leben als „Natural“ ist nicht einfach, aber nur weil der Stein der Weisen bis dato noch nicht gefunden wurde, heißt das ja noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt (oder das wir mit unserer Nahrungsmittelwahl die Produktion des Muskelhormons Testosteron nicht in eine gewünschte Richtung beeinflussen können.

Ein solcher Fall ist z.B. frisch gepresster Zwiebelsaft.

Stinkende Knolle für mehr Tinte auf dem Füller?

Die „anabole Wirkung“ des Saftes der Zwiebelknolle (Allium cepa) ist gewiss nicht neu – bereits 1967 veröffentlichte Sharaf (1967) ein Paper, welches ihm einen „testosterone-like effect […]“ mit „insulin-like action […]“ und einer „growth hormone activity“ bei Ratten bescheinigt [3].

Bei der Untersuchung, um die es nun im Folgenden gehen wird, handelt es sich leider auch um ein Experiment an Ratten und leider keine Humanstudie, aber vielleicht besorgt sich ja einer von euch nach dem Lesen dieses Reviews eine Saftpresse und fängt fleißig damit an seinen Vorrat an Zwiebeln zu leckerem Saft zu verarbeiten. ;-)

Zwiebelsaft verdreifacht Testosteronspiegel | Studien Review

Khaki et al. (2009) nahmen sich für ihr 20-tägiges Experiment 30 junge Ratten des Typs „Wistar“ und teilten diese nachfolgend in 3 Gruppen ein:

  • Gruppe 1 (n=10): Kontrollgruppe, welche eine normale Kost erhielten
  • Gruppe 2 (n=10): Erhielt 0,5g frisch gepressten Zwiebelsaft pro Kilogramm Körpergewicht
  • Gruppe 3 (n=10): Erhielt 1,0g frisch gepressten Zwiebelsaft pro Kilogramm Körpergewicht

Nach Ablauf der 20 Tage analysierten die Wissenschaftler schließlich nicht nur die Spermienqualität, sondern auch die LH- und FSH-Werte sowie den Testosteronwert aus den Hoden der Ratten.

Es stinkt, aber es wirkt – Das Studienergebnis

(Bildquelle: Ergo-Log / Khaki et al. (2009))

Grafik 1: Vergleich der Kontrollgruppe (kein Zwiebelsaft) und Gruppe 2 (0,5g/kg Zwiebelsaft) (Bildquelle: Ergo-Log / Khaki et al. (2009))

Die erste Grafik (rechts) zeigt die durchschnittlichen Werte für die Kontrollgruppe und für die Ratten, die 0,5g Zwiebelsaft pro Kilogramm Körpergewicht erhielten (Wir gehen einfach mal davon aus, dass die Forscher vorher überprüft haben, ob die Parameter der Ratten VOR dem Experiment identisch gewesen sind). Überall dort, wo ein Sternchen (*) ist, wird eine signifikante Veränderung auf einem p-Value von 0.05 angegeben (das bedeutet, dass die Interventionsmaßnahme – hier der Zwiebelsaft – mit einer 95 % Wahrscheinlichkeit für die Veränderung des Paramters verantwortlich ist; kleiner Statistikkurs).

Wenn wir uns also nun die einzelnen Variablen ansehen, stellen wir fest, dass der Zwiebelsaft einen signifikanten positiven Einfluss auf die Motilität (motility) und Funktionsfähigkeit (viability) der Spermien ausgeübt hat – man könnte also dahingehend sagen, dass die Ratten, die den Saft bekommen haben, fruchtbarer geworden sind. Unser eigentliches Interesse gilt jedoch dem Testosteronwert, der ebenfalls auf signifikantem Niveau von der Kontrollgruppe verschieden ist – nämlich 1.60 ng/dL (Kontrollgruppe) zu 3.91 ng/dL (0,5g/kg Zwiebelsaft).

(Bildquelle: Ergo-Log / Khaki et al. (2009))

Grafik 2: Vergleich der Kontrollgruppe (kein Zwiebelsaft) und Gruppe 3 (1g/kg Zwiebelsaft) (Bildquelle: Ergo-Log / Khaki et al. (2009))

Zum MDA-Wert (ganz unten) komme ich gleich noch, doch bevor es soweit ist, schauen wir uns noch einmal die Veränderung bei der 1g/kg Zwiebelsaft-Gruppe (Nr.3) an. In der präsentieren Tabelle (links) können wir sehen, dass die Werte, die auch schon bei der Gruppe Nr.2. signifikant gewesen sind, auch in der Gruppe, die den höchsten Saftanteil konsumieren mussten, sich verändert haben müssen.

Neben der Motilität und der Funktionsfähigkeit (die sich in dieser Gruppe am stärksten gesteigert hat!), können wir nun feststellen, dass sich auch die Spermienkonzentration sowie der LH-Wert verbessert haben (und mehr LH heißt in den meisten Fällen auch mehr Testosteron)

Tatsächlich kann man sehen, dass sich der Testosteronwert der 1g/kg Zwiebelsaft-Gruppe nahezu verdreifacht hat, nämlich von 1.60 ng/dL (Kontrollgruppe) zu 5.01 ng/dL (1g/kg Zwiebelsaft).

Malondialdehyde: Ein Biomarker für oxidativen Stress

Wie auch bereits in der Gruppe mit der geringeren „Dosis“, so hat sich auch in diesem Fall das Level an Malondialdehyde (MDA) nach unten verändert:

  • 4.80 (Kontrollgruppe) Vs. 3.30 (0,5g/kg Zwiebelsaft)
  • 4.80 (Kontrollgruppe) Vs. 2.43 (1,0g/kg Zwiebelsaft)

Bei Malondialdehyde handelt es sich um ein hochreaktives Dialdehyd mit mutagener Kapazität, welche durch freie Radikale entsteht. Es wird durch den Abbau/Schaden mehrfach-ungesättigter Fettsäuren (an der Zellmembran) produziert und stellt folglich einen wichtigen Biomarker von vielen dar, um den Grad an oxidativem Stress zu messen.

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Wir können aus der Tabelle eine dosis-abhängige Wirkung des Zwiebelsaftes auf den MDA-Wert herauslesen und genau hier haben wir vermutlich auch die Erklärung für die Erhöhung des Testosteronspiegels der Ratten vorliegen: Freie Radikale in den Hoden werden durch die Antioxidantien eingefangen und neutralisiert, was sich positiv auf die Testosteronproduktion auswirkt.

Abschließende Worte

Es ist kein Geheimnis, dass Zwiebeln reich an Antioxidantien sind. Sie enthalten ein breites Spektrum an selenhaltigen Bestandteilen und Phenolen, darunter Quercetin und Isorhamnetin (welches aus Quercetin synthetisiert wird) – wobei mittlerweile bekannt ist, dass diese Phenole einen protektiven Schutz in den Hoden ausüben können [5][6]. Aber Moment mal…hatten wir nicht vor kurzem schon eine Studie mit einem verdammt guten Antioxidans gereviewt, welches ebenfalls den Testosteronspiegel positiv beeinflusst hat? Tatsache…

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ihr euch den Zwiebelsaft literweise im Shake reinzimmern sollt, aber es kann sicher nicht schaden, wenn die eine oder andere Zwiebel (oder auch Knoblauch [7]) ihren Weg in euren Speiseplan findet).

Es sind zwar alles keine Humanstudien, aber es haben schon muskelhungrige Männer mehr für weniger getan. ;- )


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Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Wikimedia.org / Lali Masriera / Lobo ; CC Lizenz


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