Studie: Cola reduziert die Fertilität beim Mann | Studien Review

  • von
  • 0
Cola reduziert Fertilität beim Mann
(Bildquelle: Wikimedia.org / Simon Cousins / Mc Geddon ; CC Lizenz)

So mögen es die meisten am liebsten, aber: Beeinflusst die Zuckerbrause tatsächlich die Fertilität beim Mann? (Bildquelle: Wikimedia.org / Simon Cousins / Mc Geddon ; CC Lizenz)

Von Damian N. Minichowski |

Vielleicht gehörst auch du – so wie ich – zu jenen Personen, die ihren Tag mit einer guten Portion schwarzem Kaffee beginnen, damit es so richtig scheppert und die Morgen-Müdigkeit aus deinen Knochen weicht. Das koffeinhaltige Getränke die Volksdroge Nummer 1 sind, wird kaum jemand bezweifeln können und natürlich findet sich der Wachmacher-Effekt nicht nur im aufgebrühten Bohnensaft, sondern auch in den wohltuenden Blättern des Tees, in kakaohaltiger Schokolade und auch in der beliebtesten Zuckerbrause des Planeten: Der Cola.

Man muss eigentlich keine Ernährungswissenschaft oder Biochemie studiert haben, um nach dem Lesen des Zutatenetiketts zu dem Fazit zu kommen, dass es sich hierbei um alles andere als ein natürliches Produkt handelt. Ist Cola ungesund? Vielleicht. Sind große Mengen Cola ungesund? Definitiv – jedenfalls dann, wenn du noch irgendwann vorhast Kinder in die Welt zu setzen, sagt eine Studie dänischer Endokrinologen nach der Auswertung ihres Datenmaterials.

Der moderne Mann: Arm an Testosteron?

Schon länger stellen sich Wissenschaftler die Frage, weshalb der Testosteronspiegel des modernen Mannes im Sinkflug inbegriffen ist. Während unsere Väter, Großväter und Urgroßväter sich über höhere Testosteronwerte freuen konnten (oder auch nicht), schaut die heutige Generation (und auch die nachfolgenden?) mehr und mehr in die Röhre, wenn es um die Produktion des männlichen Sexualhormons geht (siehe hierzu auch die Einleitung zu unserem Artikel „Pflanzliche Testosteronbooster“)

Hierzu gibt es natürlich viele Theorien und Hypothesen und es ist anzunehmen, dass der gesellschaftliche Wandel, die Umwelt aber vor allem auch unser Ernährungsverhalten eine tragende Rolle bei der Verweiblichung der männlichen Bevölkerung spielt.

Studie: Cola reduziert die Fertilität beim Mann | Studien Review

Um die ernährungsseitige Hypothese zu testen, hat ein dänisches Forscherteam die Daten von 2.554 jungen Männern herangezogen, die seinerzeit (für die Jahre 2001 – 2005) den Fitnesstest zum Militärdienst durchlaufen haben. Neben einer Spermienprobe mussten die Privates-in-spe auch einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen der u.a. Auskunft über den Konsum koffeinhaltiger Produkte, darunter Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao und Cola, geben sollte.

(Bildquelle: Ergo-Log.com / Jensen et al. (2010))

Grafik 1: Koffeinkonsum aufgeschlüsselt nach koffeinhaltigen Lebensmitteln sowie mit jeweiligem Anteil an der Gesamtkoffeinaufnahme. (Bildquelle: Ergo-Log.com / Jensen et al. (2010))

Die deskriptive Statistik (links) schlüsselt die durchschnittliche Aufnahme von Koffein in mg pro Tag sowie den Anteil des jeweiligen Produktes an der Gesamtkoffeinaufnahme auf. Hierin sieht man bereits, welche dominante Rolle der Kaffeekonsum übernimmt: 53 % der Koffeinaufnahme erfolgt über den gebrühten schwarzen Trunk, gefolgt von Cola (20 %) und Tee (19 %) während Kakao – mit lediglich 1 % – das Schlusslicht bildet. Insgesamt lag die durchschnittliche tägliche Koffeinaufnahme bei 199 mg/Tag – was je nach Brühverfahren 3-4 Tassen Kaffee entsprechen könnte (und vermutlich weitaus weniger ist, was sich der furiose Kraftsportler während seines Tagesverlaufs so einflöst, wenn man bedenkt, dass es mittlerweile Pre-Workout-Booster mit 400mg pro Portion gibt).

Ausgehend davon versuchte man mittels statistischer Auswertung den Bezug von Koffeinkonsum auf Spermienqualität und –konzentration zu ziehen. Gab es da wohlmöglich einen Zusammenhang…?

Lass die Cola stehen – Das Studienergebnis

Ich bin ja nun selbst starker Befürworter von Kaffee und musste mir schon anhören, dass all das viele Koffein schlecht auf die kleinen Schwimmer wirkt. Was die Forscher nun am verblüffte und gleichzeitig faszinierte, war vermutlich die Tatsache, dass sich beim ansteigenden Cola-Konsum etwas tat.

Was also fanden die Forscher heraus?

(Bildquelle: Ergo-Log.com / Jensen et al. (2010))

Grafik 2: Reduziert Cola die Spermienkonzentration? Wer  mehr als 7 Liter pro Woche an Cola trinkt, muss damit rechnen (auch wenn >800mg Koffein/Tag auch nicht so rosig aussehen…) (Bildquelle: Ergo-Log.com / Jensen et al. (2010))

Die rechte Tabelle liefert einen Einblick in die Auswirkung des allgemeinen Koffein- sowie des wöchentlichen Cola-Konsums, aufgeschlüsselt nach Klassen. Zwar konnten die Wissenschaftler bezüglich der Spermienbeweglichkeit und –qualität keine negativen Ergebnisse feststellen, doch wenn es um die Spermienkonzentration ging, sank die körpereigene Spermienproduktion in denjenigen Personen, die mehr als 7 Liter pro Woche von der Zuckerbrause inhalierten, um 40-50 % (Referenzgruppe: Keine Cola-Trinker; <140mg Koffein / Tag), nämlich:

  • Viel Cola-Gruppe: 40 mil/ML Spermienkonzentration & 121 mil/ML absolute Spermienzahl
  • Keine Cola-Gruppe: 56 mil/ML Spermienkonzentration & 181 mil/ML absolute Spermienzahl

7 Liter pro Woche wirkt auf den ersten Moment nach viel, aber wenn man sich das sorgfältig über die Woche aufteilt und dann noch die Cola aus dem Cola-Whisky am Wochenende mit einrechnet, dann dürfte eine solche Menge für viele Kandidaten ohne weiteres möglich sein. Mit 1 Liter Coke pro Tag bist du dabei.

Was die Forscher nun mit Sicherheit sagen können: Es liegt nicht (nur) am Koffein, denn die Reduktion der Spermienkonzentration manifestierte in Cola auf signifikantem Niveau (und nicht signifikant bei Koffein in einer Menge von >800mg/Tag).

Abschließende Worte

Kein Bock auf Koffein im Pre-Workout? Der R.N.E. ist eine stimulanz-freie Alternative

Kein Bock auf Koffein im Pre-Workout? Der R.N.E. ist eine stimulanz-freie Alternative und ideal für eine “Koffeinpause” – jetzt mit 10 % Rabatt mit dem Code “aesirsports10” (nur für kurze Zeit)

Natürlich muss man sich eingestehen, dass es sich hierbei nur um eine epidemiologische Untersuchung handelt, die zwar Korrelationen aber keine Kausalität herleiten kann – weshalb die Forscher in ihrem Schlussplädoyer auch sehr vorsichtig in ihrer Aussage sind. Wer massig Cola trinkt, der hat vermutlich auch sonst nicht unbedingt gesunde Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

Es wäre natürlich interessant gewesen, wenn die Daten eine Aufschlüsselung nach normaler Cola und Diät-Cola (die mit dem fehlenden Zucker) hergegeben hätten, um zu sehen, ob die darin enthaltenen Kohlenhydrate den Gesamt-Effekt beeinflussen.

Interessant ist auch, dass sich dieser Effekt lediglich bei Cola-Trinkern gezeigt hat und man nun darüber spekulieren kann, wie das Ergebnis zustande kommt. Wir wissen alle, das Cola kein natürliches (koffeinhaltiges) Produkt ist und über die Wirkung von synthetischem Koffein hat Ori Hofmekler ja einiges verraten. Wenn es nicht das Koffein ist, was zu der verringerten Spermienkonzentration führt, dann dürfte es eine andere Substanz sein.

Wie immer sind Folgeuntersuchungen notwendig – am besten welche, die andere Lifestyle-Faktoren in die Auswertung mit einbeziehen. Ach und…die Werte spezifischer Hormone, insbesondere Testosteron, wären ebenfalls aufschlussreich.


Opt In Image
Werde zum Fitness- & Ernährungsexperten!
Schlanker, stärker, ästhetischer, gesünder!

Abonniere unseren Newsletter und erhalte - neben weiteren hochwertigen und einzigartigen Infos rund um Fitness, Gesundheit & Ernährung - regelmäßige Updates und Neuigkeiten rund um Aesir Sports.

Unser Versprechen: Kein Spam - nur 100% Aesir Sports!


Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

Besuche meine Website
Alle Beiträge ansehen

Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Pixabay.com / lizzyliz ; Public Domain Lizenz


  • facebook
  • googleplus
  • twitter
  • linkedin
  • linkedin
  • linkedin