Zu viele Muskeln: Frauen finden Bodybuilder unattraktiv

Zu viele Muskeln: Frauen finden Bodybuilder unattraktiv

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Von Damian N. Minichowski

Erst vor wenigen Tagen startete in der Aesir Sports Facebook-Gruppe eine Diskussion darüber, ob Muskeln beim Mann beim weiblichen Geschlecht auf Attraktivität oder Ablehnung stößt – passend dazu gab es auch die richtige News-Headline als Zündstoff: „Frauen wollen lieber Männer mit Bäuchlein – denn Typen mit Sixpack haben weniger Charakter.“

Fitnessbegeisterte Männer sind schlechte Familienmenschen und öde

 
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Laut dem Artikel, der sich auf eine Umfrage/Untersuchung in der britischen Damenwelt beruft, sollen drei von vier Frauen angemerkt haben, dass „sie [.] am liebsten einen Partner mit Bäuchlein [hätten]“ und dass „satte 96 Prozent [der befragten Frauen] [.] Männer, die ständig ins Fitnessstudio rennen, öder [finden].“ Ein Mann, der einen kleinen Wohlstandsbauch mit sich herumträgt, nehme sich demzufolge mehr Zeit für die Familie und habe einen besseren Charakter. Natürlich gibt er der Frau auch ein besseres Gefühl, denn „die meisten schämen sich“ wenn es darum sich nackt vor dem Mann mit dem Alabasterkörper zu zeigen.

Potzblitz! Ich weiß ja nicht, wie du so darüber denkst, aber hier scheiden sich in meinen Augen die gelebte Praxis und das, was in Worten ausgedrückt wird. Und es ist ja nicht so, als wäre das etwas Neues, wenn Frauen das eine sagen, aber das andere meinen. Nachvollziehbar dürfte das Ergebnis dennoch sein:

  • Wer selbst wenig für seinen Körper und seine Fitness tut, der hat es vermutlich nicht gerne, wenn vor der eigenen Nase jemand herumtanzt, der die Disziplin und den Ehrgeiz scheinbar mit Löffeln gefressen hat.

Natürlich ist es oberflächlich, wenn man den trainierenden Herren nun unterstellt, sie wären schlechtere Familienmenschen und öde, nur weil sie der Leibesertüchtigung fröhnen – und doch stößt der Fitness-Lifestyle bei vielen Menschen auf Unverständnis. Mein Kollege Kay hat zur der „Vorbildrolle“ und dem Fitness-Lifestyle ja schon ein klärendes Video geliefert. Auch Muskeljungs wollen (und können) Spaß im Leben haben.

Machen Muskeln unattraktiv?

Das Muskeln bei Frauen schlecht ankommen, ist derweil schwer vorzustellen, sind sie doch die pure Definition von Männlichkeit, Gesundheit, Energie, Kraft und Stärke und sie stehen für eine gute Veranlagung und Erfolg im Leben. Klar ist aber auch, dass wir den Muskelanteil unseres Körpers in der Regel eine zu hohe Signifikanz beimessen, als sie es tatsächlich hat.

Ein Athlet wird vermutlich attraktiv auf viele Frauen wirken und auch den einen oder anderen One-Night-Stand erleben, wenn er es drauf anlegt, doch wenn der Charakter scheiße und der Typ ein Arschloch ist, dann wird es mit einer langfristigen Beziehung (oder der Familiengründung) schwierig.

Der Break-Even-Point beim Muskelaufbau

Kein Schwarzenegger, kein Coleman und auch vermutlich kein Zane: Die besten Chancen auf dem Markt dürfte dieser Sunnybody haben. (Bildquelle: Wikimedia.org / Kevingörner ; CC Lizenz)

Kein Schwarzenegger, kein Coleman und auch vermutlich kein Zane: Die besten Chancen auf dem Markt dürfte dieser Sunnybody haben. (Bildquelle: Wikimedia.org / Kevingörner ; CC Lizenz)

Wovon man aber definitiv ausgehen kann: Es gibt so etwas wie einen Break-Even-Point in Sachen Muskularität, d.h., dass bis zu einem gewissen (natürlichen?) Grad die Attraktivität mit zunehmender Muskelmasse ansteigt, aber ab einem bestimmten Wert wieder sinkt.

Was meine ich damit?

Es gibt vermutlich einige Frauen, die mit einem Ronnie Coleman ins Bett steigen würden, doch gegen ein Men’s Health Cover-Modell hätte der Gute sicherlich schlechte Karten. (Ich lasse an dieser Stelle mal außen vor, dass viele Kraftsportler und Bodybuilder ohnehin ein verzerrtes Selbstbild haben und sich als „muskellos“ bezeichnen, obwohl sie durchtrainierter sind, als 95-98 % der restlichen Bevölkerung – hey, in dem Boot sitzen wir alle bis zu einem gewissen Grad drin!)

Auch wenn wir (Männer) ab einem gewissen Moment alle wissen, wofür wir trainieren (nämlich uns selbst), möchte ich heute die 1.000 € Frage klären: Wo liegt dieser magische muskuläre Break-Even-Point? Wie viel Muskeln findet die Durchschnittsfrau attraktiv und wann wird es „too much“?

Gut, dass ich auch für dieses Thema eine Studie parat habe – und sie ist sehr aufschlussreich, wenn es um dieses Thema geht.

Die Antwort vorweg: Es ist gar nicht so viel „Masse“ nötig, um „Frau“ zu beeindrucken.

Studie: Zu viele Muskeln: Frauen finden Bodybuilder unattraktiv

Das Setup ist diesmal trivial: David Fredrick und Martie G. Haselton suchten sich 125 Frauen in Kalifornien und befragten diese in 2 Runden, wobei sie beim ersten Mal eine Zeichnung mit 8 Körpertypen (unterschiedlicher Muskelgrad) zeigten, welche die Frauen in der Attraktivität bewerten mussten.

Im zweiten Durchlauf zeigte man ihnen 6 reale Körper mit unterschiedlicher Muskelausprägung. (Ich denke, das war ein Typ der sich hochtrainiert hat, da der Körper identisch aussieht und der Kopf unkenntlich gemacht wurde). Die Frauen sollten dann unterschiedliche Charakterzüge zum jeweiligen Körpertyp zuordnen.

Muskeln sind attraktiv, aber es darf nicht zu viel sein – Das Studienergebnis

Die Zeichnung unten ist zwar ein wenig klein, aber ich hoffe, man kann es trotzdem nachvollziehen.

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Grafik 1 / 2: (Bildquelle: Ergo-Log.com / Frederick/Haselton (2007))

Grafik 1 / 2: Wie viele Muskeln wirken auf Frauen attraktiv? 125 U.S. Amerikanerinnen haben die Attraktivität unterschiedlicher Körpertypen auf einer Skala von 1-9 bewertet.  (Bildquelle: Ergo-Log.com / Frederick/Haselton (2007))

Die zweite Grafik bildet das Rating ab, welches die befragten Frauen vorgenommen haben (gemessen auf einer „Attraktivitäts“-Skala von 1 bis 9. Erstaunlicherweise schaffte es keiner der Körpertypen die volle Punktzahl abzuräumen, aber man kann den Trend sehr gut erahnen. Die Bilder 4 und 5 schnitten in der Befragung – bei knapp 6 Punkten und drüber – am besten ab.

Erstaunlich: Mit weiterem steigenden Grad an Muskulösität sank die Attraktivität wieder, so dass sie be3i den letzten Bildern, welche vermutlich bei vielen Männern den typischen Bodybuilder darstellen, sogar unter das Niveau des untrainierten, schlanken Gesellen in Bild 1 ab.

In einer weiteren Runde zeigten die Wissenschaftler den Frauen 6 Bilder, wo unterschiedliche realitätsnahe männliche Körper abgebildet wurden – angefangen bei schlank/untrainiert (slender) über normal (typical), pummelig (chubby) und trainiert (toned) bis hin zu massiv (bulk) und muskulös (brawny) – siehe Abbildung unten.

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Grafik 3 & 4: (Bildquelle: Ergo-Log.com / Frederick/Haselton (2007))

Grafik 3 & 4: Körpertypen und Einschätzung der Charakterzüge (Bildquelle: Ergo-Log.com / Frederick/Haselton (2007))

Okay, für viele von uns (Hallo, verzerrte Selbstwahrnehmung!) dürften die „Bulk“- und „Brawny“-Typen ein wenig undefiniert mit zu wenig Qualitätsmasse erscheinen, aber es gibt auch viele Männer die bereits damit zufrieden sein würden – belassen wir es einmal dabei.

Jedenfalls sollten die Frauen durch eine bloße optische Bewertung auf die Charakterzüge der Männer (oder des Mannes) schließen, dem der jeweilige Körper gehörte. Insgesamt gab es vier Kategorien wobei für jeden Körpertypen ein Balken zur jeweiligen Kategorie gehört.

  • Kategorie: Sexuelle Attraktivität (Sexual Desireability)
  • Kategorie: Körperliche Dominanz (Physical Dominance)
  • Kategorie: Hingabe / Engagement (Commitment)
  • Kategorie: Unbeständigkeit (Volatility)

Was fällt auf?

Nun, zuerst einmal wurden die drei muskulösesten Typen („Toned“, „Bulk“und „Brawny“) als diejenigen mit der größten körperlichen Dominanz (alle über 6 Punkte auf der Skala) wahrgenommen – aber die Frauen schätzten sie gleichzeitig als am wenigsten hingabevoll (4 bis knapp über 5) und am unbeständigsten (4,5 bis knapp unter 6) ein.

Der „mollige“ Körpertyp wurde als am unattraktivsten wahrgenommen (unter 3 auf der Skala), während der dünne Geselle auf dem zweiten Platz folgte (knapp über 4). Die beiden dünnen Typen und der Mollige schnitten jedoch bei der Hingabe am besten ab (alle drei bei 6) und sie wurden auch als am wenigsten unbeständig (unter 4) wahrgenommen.

Abschließende Worte & eigene Gedanken

Das Ergebnis der Studie dürfte eigentlich nur wenig Überraschungspotenzial liefern – bestätigt es meiner Meinung nach nur, was bereits der gesunde Menschenverstand zutage fördert: Ein muskulöser Körper wirkt bis zu einem gewissen Grad attraktiv auf das weibliche Geschlecht, doch wenn es zu viel wird – also von Fitnessdude zu Bodybuilder – dann wird das den meisten Frauen zu viel.

Wer trainiert, hat in Sachen körperlicher Erscheinung oftmals einen Bonus, allerdings wird er auch mit Vorurteilen zu kämpfen haben, die nun einmal auftreten, wenn man(n) sich um seinen Körper sorgt. Sexuelle Attraktivität und körperliche Dominanz sind Markenzeichen eines trainierten Bodys, aber gleichzeitig kann es sein, dass man dich als wenig hingebungsvoll und unbeständig wahrnimmt. Für One-Night-Stands und Affären dürfte es locker reichen, aber wenn du eine langfristige Beziehung anstrebst, dann musst du die Angebetete schon zu überzeugen wissen.

Wie ist eure Einschätzung? Damit meine ich unsere weiblichen wie auch die männlichen Leser: Wo ist euer „Ideal“ bei beiden Bildern? Könnt ihr die Ergebnisse nachvollziehen? Ich freue mich auf eure Kommentare. :-)


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Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Flickr / Hammerin Man ; CC Lizenz


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