Fettblocker Chitosan – Wirksames Diätmittel oder Werbelüge?

Fettblocker Chitosan – Wirksames Diätmittel oder Werbelüge?

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Von Simon Goedecke |

Die Jagd nach einem Phantom: Die Diätpille, die Sport und Verzicht auf Essen obsolet macht.

Die Jagd nach einem Phantom: Die Diätpille, die Sport und Verzicht auf Essen obsolet macht. Ist Chitosan vielleicht so ein Mittel? (Bildquelle: Wikimedia / Michael J. Ermarth ; CC Lizenz)

Jeder, der schon mal eine knallharte Diät durchgezogen hat, der weiß dass das in der Regel kein großer Spaß ist. Es sei denn, man ist natürlich ein echter Hardgainer (und damit ein Easy-Loser ;)) der sich das Essen regelrecht reinprügeln muss – diese Personen haben mit Hunger in der Regel kein Problem (auch nicht in einer Diät).

Wie schön wäre es da, wenn man stattdessen eine Pille hätte, die einem das lästige Kalorienzählen und den ganzen Verzicht (und damit Lebensqualität) einfach abnimmt. Ich rede hier nicht von Fatburnern – denn auch die funktionieren nicht wirklich ohne eine angepasste Ernährung. Es muss doch etwas geben, was den Körper einfach dazu bringt, weniger Kalorien aufzunehmen, sodass man munter weiter in sich hinein schaufeln kann, aber die Nährstoffe einfach nicht aufgenommen werden, oder? Ganz ohne anstrengendes Cardio, einfach von zu Hause aus und am besten auf der heimischen Couch.

Die Pharma-Industrie ist sich dieser Denkweise natürlich bewusst und hat versucht mit allerlei „Nährstoffblockern“ auf den Markt zu kommen. Da hätten wir zum einen das Lager der Kohlenhydratblocker, wie dem Extrakt aus der weißen Kidneybohne, wahlweise in Kombination mit Bockshornklee, welche die Aufnahme von Kohlenhydraten vermindern sollen und zum anderen die Fettblocker, wie Chitosan, welche Nahrungsfette im Verdauungstrakt binden und diese kurzer Hand in die Keramik-Schüssel verfrachten sollen.

Klingt nicht schlecht, oder? Einfach ein paar Kapseln einwerfen und sich sein Eis auf der heimischen Couch schmecken lassen – und dabei sogar noch abnehmen. Der Traum jeder Hausfrau.

Das Thema Chitosan haben wir vor kurzem im Forum angerissen. Zu der Zeit konnten weder Damian noch meine Wenigkeit wirklich genaue Infos darüber geben, jedoch kam es uns sehr fragwürdig vor.
Als ich im Rahmen meines Studiums den Auftrag bekam, Chitosan genauer unter die Lupe zu nehmen und die Ergebnisse in einem Vortrag zu präsentieren, kamen wir auf die Idee, die ganze Community daran teilhaben zu lassen. Schließlich war ich ja jetzt gezwungen mich mit der Materie auseinander zu setzen.

Fettblocker Chitosan – Wirksames Diätmittel oder Werbelüge?

Was ist Chitosan?

Die Chitosan-Strukturformel

Die Chitosan-Strukturformel: Ein Polymer bestehend aus D-Glucosamin und N-Acetyl-D-Glucosamin

Chitosan ist ein β-1,4-Polymer aus D-Glucosamin und N-Acetyl-D-glucosamin. Es besteht aus unverzweigten Ketten von etwa 2000 Monomeren. Die Strukturformel habe ich für euch mal aufgemalt. Stellt euch ein Chitosanmolekül einfach 2000-mal größer (als Kette) vor.

Hergestellt wird Chitosan durch alkalische Deacetylierung von Chitin. Chitin kennt ihr wahrscheinlich noch aus dem Biounterricht. Es ist hauptsächlich im Panzer von Schalentieren und dem Exoskelett von Insekten zu finden, aber auch als Gerüstsubstanz in Pilzen. Im Falle des Supplements Chitosan wird es jedoch hauptsächlich aus dem Panzer von Schalentieren gewonnen, genauso wie Glucosamin, welches als Gelenknährstoff erhältlich ist.

Chitosan agiert im Körper als nichtresorbierbarer Ballaststoff, das heißt, es wird genauso ausgeschieden, wie es aufgenommen wird – es sei denn, die Mikrobiota im Darm kann es weiter zerlegen, wovon ich in diesem Falle nicht ausgehe. In einigen Pilzen kommt neben Chitin aber auch schon das Polymer Chitosan vor. Die Mengen sind allerdings überschaubar.

Chitosan-Rohstoff: Das Chitin. Die meisten dürften es vom Exoskelett bei Insekten kennen. Bei Chitosan werden eher Schalentiere verwendet, um das begehrte Chitin zu bekommen

Chitosan-Rohstoff: Das Chitin. Die meisten dürften es vom Exoskelett bei Insekten kennen. Bei Chitosan werden eher Schalentiere verwendet, um an das begehrte Chitin zu bekommen. (Bildquelle: Wikimedia.org / U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration ; Public Domain Lizenz)

Und nun zum interessanten Teil. Einige Chitosanverbindungen können das bis zu 718-fache Ihres Eigengewichts an Fett binden. Ausgehend von einer Dosierung von 3g am Tag, könnte man also 2154g Fett zu sich nehmen, ohne es auf den Hüften landen zu lassen. Man stelle sich mal vor, wie viel Junkfood man dafür in sich reinstopfen könnte.

Was einem allerdings nicht gesagt wird ist, dass sich das Fett dann nicht in Luft auflöst (was im Verdauungstrakt auch nicht sehr angenehm wäre), sondern dass es theoretisch ausgeschieden werden müsste. Und wer schon mal einen Fettstuhl hatte, der weiß, dass das sehr belastend sein kann.

Die Einsatzgebiete von Chitosan

  • Lipidabtrennung und Entfernung
  • Antibakterielle Wundauflage
  • Nahrungs- und Futtermittelzusatz
  • Insektizid
  • Papierindustrie
  • Trinkwasseraufbereitung
  • Verzögerte Arzneimittelfreisetzung
  • Stabilisator
  • Textilien
  • Nahrungsergänzungsmittel

Produkte und Werbeversprechen

Chitosan? Schon mal gehört… Aber kein Plan, was das ist. So ging es mir zumindest immer. Wenn ich euch nun aber sage, wo es drin ist, dann wird es bei den meisten sofort Klick machen.

Wer von euch kennt Formoline L112? Genau da ist unser Polymer als Wirkstoff enthalten.

Womit wir nun geworben?

„Vermindert die Kalorienaufnahme aus Nahrungsfetten“

„Lipidbinder zur Unterstützung der:

  • Behandlung von Übergewicht
  • Gewichtskontrolle
  • Verminderung der Cholesterinaufnahme aus der Nahrung“

„Bindet Fett aus der Nahrungsaufnahme“

„Vermindert die Kalorienaufnahme aus den Nahrungsfetten“

„Super Fat Absorbing Action“

„Supports Healthy Cholesterol Levels*”

“*These Statements have not been evaluated by the Food and Drug Administration. This Product is not intended to diagnose treat cure or prevent any disease”

Das klingt ja wirklich verlockend, doch was sagt die Wissenschaft dazu?

Die Studienlage zu Chitosan

Zunächst möchte ich an dieser Stelle eine Meta-Analyse von Andrew B. Jull und Kollegen ansprechen. Diese betrachteten die 15 verfügbaren randomisierten Humanstudien an, die über eine Mindestlaufzeit von 4 Wochen an übergewichtigen Probanden mit Chitosan durchgeführt wurden. [1]

Dabei heraus kam, dass lediglich 3 der 15 Studien auch wirklich qualitativ hochwertig aufgesetzt waren. Die restlichen 12 Untersuchungen wiesen mehr oder weniger erhebliche Mängel im Studiendesign auf. Was hier schön zu sehen ist, dass gerade die minderwertigeren Untersuchungen den höchsten Effekt zeigten – und das bei einer viel kürzeren Laufzeit. Vier dieser Untersuchungen wurden innerhalb von 2 Jahren in Italien von derselben Arbeitsgruppe durchgeführt und auch in ein und demselben Magazin veröffentlicht. Leider ist das mittlerweile fast 20 Jahre her und die Paper lassen sich über herkömmliche Suchoptionen nicht mehr finden. Jedoch berichten Jull und Kollegen, dass diese Studien von Chitosanherstellern finanziert und gefördert wurden.

Diese 4 italienischen Studien hatten eine Laufzeit von 4 Wochen, in denen die Probanden ca. 3 kg an Körpermasse verloren. Die hochwertigen Studien hingegen konnten diesen Effekt nur geringfügig oder gar nicht belegen.

Warum schauen wir uns nicht die neueste von den hochwertigeren Studien mal genauer an?

1. Ni Mhurchu, et al.: The effect of the dietary supplement, Chitosan, on body weight: a randomised controlled trial in 250 overweight and obese adults [2]

Bisher ist dies die Studie mit der längsten Laufzeit und der höchsten Probandenzahl. Sie lief über 24 Wochen, also fast ein halbes Jahr und beinhaltete 250 Testpersonen.

Hier wurde doppelt verblindet und placebokontrolliert gearbeitet, also so zu sagen, die Königsklasse unter den Studien. Unter den Probanden fanden sich 82% Frauen und 18% Männer. Da es sich um Freiwillige handelte, die zum Abnehmen gewillt waren und Frauen sowieso die Hauptzielgruppe solchen Diätpillen sind, ist dieses Verhältnis nicht verwunderlich und auch nicht weiter tragisch. Im Mittel waren die Personen 48 Jahre alt und hatten einem BMI von 28-50 kg/m².

Gemessen wurden Körpergewicht, BMI, Taillenumfang, Körperfettanteil, Serumlipide, Blutdruck, Plasmaglukose, Fettlösliche Vitamine, Fettausscheidung und die Gesundheitsbedingte Lebensqualität. Hier möchte ich mich aber vor allem auf die ersten 5 konzentrieren, da es uns darum geht, die Werbeaussagen zu be- oder wiederlegen.

Ausgeschlossen von der Untersuchung wurden Personen, die bereits Chitosan oder Medikamente zur Gewichtsreduktion nahmen, Personen, die in einem klinischen Abnehm-Programm teilnahmen, Personen mit Meeresfrüchte-Allergie, Schwangere und Stillende, Leute mit Magen-Darm Erkrankungen und Personen mit einer Compliance von unter 85%.

Der Begriff „Compliance“ („Einhaltung“) ist vielleicht nicht jedem geläufig. Compliant bedeutet, dass die Leute sich auch an die Spielregeln halten und die Kapseln auch nehmen. Bei einer Compliance unter 85% nehmen die Leute also weniger als 85% der Kapseln und das ist natürlich schlecht für die Studie.

Fall ihr euch fragt, wie die Arbeitsgruppe die Compliance ermitteln konnte, bevor die Studie überhaupt los ging… nun, es gab eine 2 wöchige Run-in-Phase, in der alle einfach das Placebo bekommen haben und man gezählt hat, wie viele Kapseln die Probanden verbraucht haben.

Am Ende blieben also 250 Auserwählte übrig, die in 2 Gruppen eingeteilt wurden, 125 in die Placebo-Gruppe und die anderen 125 bekamen Chitosan.

Beide Gruppen mussten 3-mal täglich 4 Kapseln mit je 250mg Chitosan oder Maisstärke (Placebo) nehmen. Das Messprotokoll sah dann wie folgt aus:

Murchu-et-al-Chitosan

Hier sieht man auch schön die 2 wöchige Run-in-Phase und die 24 weiteren Studien-Wochen. Die Fettausscheidung über den Stuhl wurde aus Kostengründen nur von 51 Probanden ermittelt. Davon 26 aus der Placebo-Gruppe und 25 aus der Chitosangruppe.

Vor der Studie wurde den Probanden ein Vortrag über fettarme Ernährung gehalten und gesagt, dass sie das bitteschön einhalten sollen. Ein Ernährungsprotokoll gab es allerdings nicht. Gut, Ernährungsformen kann man diskutieren. Meiner Meinung nach ist das eine höchst individuelle Sache und warum „Low-Fat“ in dieser Studie aber nicht angebracht ist, werde ich später noch erläutern.

Lange Rede, kurzer Sinn, sag mir endlich ob das Zeug etwas taugt oder nicht!!

Okay, okay, Chef. Komme ich nun also zu den Ergebnissen.

Die Ergebnisse der Studie

Das wichtigste zuerst. Kann man mit Chitosan abnehmen?

Grafik: Der Chart bildet die Gewichtsveränderung der Probanden im Zeitverlauf der Studie an. Passiert ist nüscht viel.

Grafik 1: Der Chart bildet die Gewichtsveränderung der Probanden im Zeitverlauf der Studie an. Passiert ist nüscht viel – die Linien sind schon fast gerade.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Oder zumindest nicht viel.

Innerhalb von 24 Wochen hat die Placebogruppe 170g zugenommen und die Chitosangruppe hat 390g abgenommen. Diese Ergebnisse sind rein rechnerisch signifikant, aber ob sie auch relevant sind, ich eine andere Frage.

Umgerechnet macht das sagenhafte 16 g Gewichtsabnahme in einer Woche, was ca. 113 kcal entspricht. Hände hoch, wer das schon schneller geschafft hat?

Wenn man sich dann mal vor Augen führt, dass eines der oben genannten Produkte in der Großpackung mit 160 Tabletten ca. 67€ kostet und gerade einmal für 40 Tage reicht, dann kann man sich ausrechnen, dass man auf Basis dieser Studie ca. 288€ ausgeben muss um 390g zu verlieren. Wenn man einfach weniger essen würde, würde man sogar noch Geld sparen.

Aber vielleicht tat sich ja was im Bezug auf den Cholesterinspiegel…?

Grafik 2: Der Chart zeigt die Entwicklung der Bluttfettwerte beider Gruppen an

Grafik 2: Der Chart zeigt die Entwicklung der Bluttfettwerte beider Gruppen vor und nach der Intervention (Chitosan Vs. Placebo) an.

Betrachten wir zuerst das Gesamtcholesterin (rechts).Hier kam es zu einem Anstieg von 0,1 mmol/L in der Placebogruppe und einer Reduktion von 0,13 mmol/L in der Interventionsgruppe. Das LDL-Cholesterin hat sich in der Placebogruppe in Woche 24 im Vergleich zur Baseline nicht verändert und ist in der Chitosangruppe um 0,12 mmol/L gesunken. Wie auch beim Körpergewicht sind diese Ergebnisse durchaus signifikant.

Mit einer angepassten Ernährungsweise und einem Sportprogramm kann man hier aber ebenfalls deutlich mehr erreichen. Die weiteren Ergebnisse sahen wie folgt aus:

Tabelle-Studienergebnisse-Chitosan

Das Körpergewicht haben wir bereits besprochen. Ebenso verhält sich der BMI, denn der korreliert – ja wie ihr wisst – mit dem Körpergewicht (Davon ausgehend das die Probanden im Studienzeitraum weder gewachsen noch geschrumpft sind). Der Taillenumfang verhält sich hier ähnlich. Was allerdings auffällt ist, dass beide Gruppen an Körperfett verloren haben. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Placebogruppe an fettfreier Muskelmasse aufgebaut haben muss und gleichzeitig Körperfett verloren hat. Dat dere Maisstärke sage ich da nur. Es könnte allerdings auch sein, dass die die Messung nicht 100%ig genau war, denn es wurde eine bioelektronische Impedanzmessung, kurz BIA, verwendet, welche im Vergleich zum DEXA-Scan eben nicht ganz so penibel ist.

In Anbetracht des Gesamtcholesterins und des LDL-Spiegels ergibt sich, dass es bei der Placebogruppe zu einem Anstieg des HDL-Cholesterins um 0,1 mmol/L gab und in der Chitosangruppe eine Reduktion um den gleichen Faktor. Allerdings ist dies nicht signifikant.

Die Blutspiegel der fettlöslichen Vitamine verringerten sich in beiden Gruppen, wobei die Gruppen im Vergleich nicht signifikant voneinander abwichen. Es lässt sich also vermuten, dass es zu keiner Beeinträchtigung der Resorption dieser Vitamine kommt.

Und nun zum letzten und für mich anschaulichsten Wert, der Fettausscheidung über den Stuhl. Hier verringerte sich die Ausscheidung in der Chitosangruppe und stieg in der Placebogruppe. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Chitosan eigentlich dafür sorgen sollte, dass vermehrt Fett ausgeschieden wird, damit es nicht resorbiert werden kann, dann müsste das Ergebnis eigentlich umgekehrt sein. Jedoch sind auch diese Ergebnisse nicht signifikant.

Bewertung der Studie

Positiv anzuerkennen ist die lange Laufzeit und die hohe Anzahl der Probanden. Weiterhin wurde ein breites und aussagekräftiges Spektrum an Read-Outs, also Messparametern gewählt. Und im Gegensatz zu anderen Studien wurde Chitosan allein gegen ein Placebo getestet. Andere Untersuchungen verwendeten hier Kombipräparate, was die Aussagekraft natürlich negativ beeinflusst.

Was mir nicht so gut gefallen hat war die fettarme Ernährung, denn wenn das Zeug wirklich Fette binden soll und bei einer normalen Ernährung wirken soll, dann macht eine fettarme Diät relativ wenig Sinn. Allerdings wurden die Probanden nur am Anfang darüber informiert, ob sie sich daran gehalten haben kann letztlich in Frage gestellt werden. Aufgrund von fehlenden Ernährungsprotokollen ist das auch nicht nachvollziehbar. Ansonsten muss ich noch bemängeln, dass die Fettausscheidung nur von 51 von 250 Teilnehmern erfasst wurde.

Abschließend ist dazu noch zu sagen, dass dies die bisher hochwertigste Chitosanstudie ist, die bis zum heutigen Tage veröffentlicht wurde,

Was sagt die EFSA dazu?

Die EFSA ist die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde und ist unter anderem dafür zuständig, Werbeaussagen zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln wissenschaftlich zu bewerten und gegebenenfalls zuzulassen oder zu verbieten. Hier spielt die Health-Claims-Verordnung eine wichtige Rolle.

Bezüglich Chitosan gibt es einen ausführlichen Bericht aus dem Jahre 2011, der sich mit allen verfügbaren Studien und angeblichen Wirkungen auseinander setzt [3].

Bezogen auf die Reduktion des Körpergewichts kommen sie zu folgendem Ergebnis:

„A cause and effect relationship has not been established between the consumption of chitosan and reduction in body weight.”

Unter Betrachtung aller Studien zu Chitosan, kommt die EFSA also zu denselben Ergebnissen, wie meine vorgestellte Studie auch: keine maßgebliche Wirksamkeit.

Unter Betrachtung des Einflusses auf den Cholesterinspiegel sagt die Behörde folgendes:

„A cause and effect relationship has been established between the consumption of chitosan and maintenance of normal blood LDL – cholesterol concentrations.”

„The following wording reflects the scientific evidence: “Chitosan may contribute to maintaining normal blood cholesterol levels.

Eine Korrelation wurde also erkannt, jedoch ist diese so gering, dass gesagt wird: “Chitosan trägt vielleicht zum Erhalt eines normalen Cholesterinspiegels bei“.

Fazit und Schlussbemerkung

Ach, was soll der Geiz:

Statt Chitosan lieber ein qualitatives Proteinpulver nutzen und eine generelle Ernährungsumstellung mit Proteinbetonung zur erfolgreichen Gewichtsreduktion durchführen.Warum Protein? Hier die Anwort.

Die Studienlage zu Chitosan ist bis heute kontrovers. Vor Allem zeigen qualitativ minderwertigere Studien, hohe Effekte in einer kurzen Zeit, wohingegen qualitativ hochwertige Studien nur sehr geringe Effekte nachweisen können, obwohl sie eine längere Laufzeit hatten.

Bei einer hohen Wirksamkeit von Chitosan über die angesprochenen Mechanismen würde ein Mangel an essentiellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen entstehen. Weiterhin müsste man extrem vorsichtig mit fettlöslichen Medikamenten, wie der Pille sein. Man stelle sich nur mal vor, eine Frau nimmt Chitosan sowie Pille und wundert sich, warum ihr Bauch immer runder wird.

Der Preis für die Produkte rechtfertigt die Wirkung meiner Ansicht nach auf keinen Fall. Wie gesagt, 288€ für knapp 400g in einem knappen halben Jahr lohnt sich definitiv nicht. Daher ist mein Schlussfazit, dass Chitosan keine angepasste Ernährung und Bewegung im Kampf gegen die Pfunde ersetzen kann, denn „Abs are made in the kitchen.“ (Den Spruch dürftet ihr ja bereits kennen).

Was haltet ihr von Chitosan? Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht? Teilt es uns im Forum oder als Kommentar mit.


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Über Simme

Simon aka „Simme“ verstärkt seit 2012 als Autor und aktiver Moderator das Aesir Sports Team und hat bereits durch zahlreiche elaborierte und fundiert-recherchierte Artikel seine Expertise im Fachbereich der Ernährung, Ernährungsberatung und Supplementation bewiesen. (Seine Ingredenzien-Analysen suchen mittlerweile seinesgleichen im deutschen Sprachraum).

Als Experte in Sachen Ernährung hält Simme den Moderatorposten (Bereich: Ernährung, Supplements und Diät im Bodybuilding) im Forum der größten deutschsprachigen Bodybuilding-Website im Netz, „der Szene“ (BBSzene.com), inne.

Als passionierter Eisenkrieger, verfügt über ein breites Wissensspektrum im Kraftsport und interessiert sich vor allem für das Wettkampfbodybuilding.

Zurzeit studiert Simon an der Hochschule Anhalt an der Saale. (Hauptfach: Ökotrophologie)

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Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Flickr / TipsTimesAdmin ;CC Lizenz


 

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