Wider die Oberflächlichkeit

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Wider die Oberflächlichkeit

Von Christian Zippel  

Herauszufinden, was im Leben falsch läuft, ist eine Sache. Es zu ändern eine andere. Es wird Zeit, den Müll nicht nur als solchen zu erkennen. Es gilt, ihn herauszubringen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Viel zu leicht lassen wir uns von den Umständen prägen und so wandeln wir schnell auf Abwegen. Wie viel von dem, was zur alltäglichen Routine gehört, bringt uns wirklich weiter? Ist unserer Entwicklung tatsächlich dienlich? Und was bremst uns aus? Steht uns im Weg? Ist eigentlich völlig unnötig und nur aus schlechter Gewohnheit ein Teil von uns?

Das Übel der Zerstreuung

(Bildquelle: Wikimedia.org / Dalberra; CC Lizenz)

Der Denker im Tumult der Gesellschaft. Willst du dich weiterentwickeln, solltest du dann und wann die Isolation anstrebent.(Bildquelle: Wikimedia.org / Dalberra; CC Lizenz)

Tagein tagaus prasseln äußere Eindrücke auf uns ein – viele davon sind oberflächlich und belanglos. Und doch hindern sie uns daran, zur Ruhe zu kommen. Sie lenken uns ab. Zerstreuen unsere Konzentration. Hindern unsere freie Entfaltung, wie der Quanten-Zeno-Effekt eines Quantensystems.

Wie konzentriert lässt es sich wohl arbeiten (oder z.B. trainieren), wenn durchgehend unzählige von Menschen uns antippen, schupsen und schlagen würden? So gut wie überhaupt nicht! Was wir uns da jedoch auf körperlicher Ebene vorstellen, geschieht täglich auf der mentalen: oberflächliche Gespräche, der Austausch von Nichtigkeiten und hohlen Phrasen, der Konsum von billigen Schundromanen und Klatschblättern, die Berieselung mit Unterschichtenfernsehen und sinnentleerter Popmusik, die verlogene Werbemaschinerie der Plastikmenschen und natürlich auch zwanghafte Ablenkungen, wie der Drang nach Gesellschaft und maßlosem Konsum.

Viele haben eine regelrechte Angst davor, allein zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Abgründe tun sich auf und die will man nicht sehen. Also lenkt man sich ab, zerstreut die Konzentration und lebt so vor sich hin. Der große Verdrängungs-Mechanismus unserer Gesellschaft. Man bleibt lieber an der Oberfläche des eigenen Daseins, anstatt in seine Abgründe hineinzutauchen.

Der Wert der Konfrontation

Was viele dabei nicht bedenken: Die Konfrontation mit unseren Abgründen ist die Brücke zur Tiefgründigkeit unseres Lebens. Um die Tristesse des Daseins zu überwinden, muss man ehrlich mit sich selbst sein. Die eigenen Schwächen auskundschaften. Probleme klar formulieren und nicht einfach nur kaschieren. Wie ein Chirurg muss man tief in die eiternden Wunden der eigenen Psyche schneiden, um sich kranker Gedanken und bösartiger Ideen zu entledigen.

Wer diesen Schritt stets meidet, der wird für immer an der Oberfläche kleben bleiben, wie eine Fliege im Netz der Spinne… und genau so frei wird das eigene Leben dann auch sein. Man wird an dieser Ebene hängen. Weder berauschende Höhenflüge, noch lehrhafte Abstürze wird man so erfahren. Stets die Marionette an den Seilen der Sinnlosigkeit bleiben.

Nun denn: Es wird Zeit, sich zu befreien und die Seile zu kappen, die unsere freie Entfaltung in Fesseln legen!

Wider die Oberflächlichkeit

Zeit zur Reflektion

(Bildquelle: Flickr / Simon Powell; CC Lizenz)

“Lebe im Verborgenen” – Wohl dem, der Epikurs Worte zu verstehen weiß! (Bildquelle: Flickr / Simon Powell; CC Lizenz)

„Lebe im Verborgenen!“ (Láthe biósas) Epikur gab diesen Rat seinen Anhängern und Freunden. Nur, wer für sich bleibt und sich nicht von den Irrungen und Wirrungen der Gesellschaft ablenken lässt, wird mit sich selbst ins Reine kommen und in Glückseligkeit (Eudaimonia) leben können.

Die stoische Schule sprach sich hingegen für das Engagement in der Gesellschaft aus – solange man dies mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Das klingt sinnvoll. Jedoch vermag man die Entwicklung der Öffentlichkeit nur dann voranzutreiben, wenn man selbst auch gefestigt ist und an seiner Entwicklung arbeitet. Für andere kann immer nur derjenige Verantwortung übernehmen, der auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen vermag.

Zu diesem Zweck ist es unabdingbar, Epikurs Rat regelmäßig zu befolgen, und sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Sich von Äußerem abzukapseln ist notwendig, will man sich auf das Innere konzentrieren. Der Geist muss zur Ruhe kommen, will er die eigene Stimme vernehmen. Will er sich selbst ergründen und seine Tiefgründigkeit finden. Einfach mal zu Hause bleiben, den Fernseher abschalten, die Arbeit ruhen lassen und nicht ins Internet gehen. Was bleibt dann übrig? Du selbst!

Wer bist Du überhaupt?

Was sind Deine guten, was Deine schlechten Seiten? Bist Du reinen Gewissens? Wie stark ist Dein Charakter? Wie erfüllt Dein Dasein?

Was willst Du erreichen?

Wofür lebst Du überhaupt? Was sind Deine Ziele? Deine Visionen?

Wie lebst Du?

Lebst Du für Deine Ziele? Lebst Du wirklich Dein Leben? Nutzt Du Deine Chancen? Dein Potenzial? Oder stehst Du Dir viel zu oft selbst im Weg?

Der Prozess der Selbst-Werdung

Fortschritt-gibt-es-nicht-ohne-Veränderung-ShawDie Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist unerlässlich für jeden Menschen, der mehr will, als einfach nur konsumieren, fortpflanzen und krepieren.

Viele nehmen sich nicht ausreichend Zeit dafür, haben ja so viel zu tun und leben vollkommen an sich selbst vorbei. Hasten Trugbildern hinterher. Leben unreflektiert. Aber wie viel Sinn mag dies alles wohl haben, ohne es je hinterfragt zu haben. Viele scheuen sich davor, nach Jahren des Schuftens erkennen zu müssen, dass sie Irrlichtern folgten. So lassen sie die Scheuklappen lieber auf und treiben sich weiter voran. Ausbrennen, Depression und Krankheit werden die Folgen sein. Früher oder später wird jeder das ernten, was er auch gesät hat.

Ich selbst…

…sehe es an mir: Obwohl mir die Reflektion sehr wichtig ist, hat sich im Laufe der Monate wieder sehr viel oberflächlicher Müll in mein Leben eingeschlichen, der mich wie ein Kork daran hindert hinabzutauchen, in die Tiefgründigkeit meines Selbst. Da kam mir das letzte Wochenende gerade recht.

Völlig abgekapselt von meinem Alltag nahm ich mir Zeit für mich allein und versuchte, mit mir ins Reine zu kommen. Ich bin ein Tagträumer. Schon nach kurzer Zeit tanzte meine Phantasie Tango mit mir und ließ mich an vielen potenziellen Visionen teilhaben. Auch machte sich der Anspruch an mich selbst bemerkbar und verdammte meine hanebüchene Oberflächlichkeit in vielen Belangen.

Viele Gedanken fanden in diesen Tagen den Weg durch die Miene meines Stiftes auf das Papier in meinen Händen. Am Ende kristallisierten sich eine Hand voll fester Ziele und Prinzipien heraus, an denen ich seitdem gewissenhaft arbeite. Dies hier ist nicht der Platz, um meine persönliche Agenda breitzutreten, aber ein paar generelle Denkanstöße möchte ich gerne weitergeben.

Weniger reden, mehr handeln!

Wir Menschen tendieren dazu, viel zu viel zu schwafeln, um im Endeffekt dann doch nicht oder nur halbherzig zu handeln. Oft sind wir nur Speichelritter. Wer sein Leben voranbringen möchte, sollte das Verhältnis umkehren: Bescheiden im Wort und kühn in der Tat!

Hier gibt es für mich viel zu tun. Einen gewichtigen Teil meines Tages verbrachte ich mit Schwafeln. Doch wer schwafelt, vermag nicht an seiner Entwicklung zu arbeiten. Schluss damit!

Die Zeit nutzen!

Oft jedoch verschwenden wir sie nur. Wir suchen die kurzfristige Zerstreuung und zerstören damit unseren wertvollsten Reichtum. Wer von uns vergeudet nicht viel zu viel seiner Zeit im Internet, vor dem Fernseher oder bei belanglosen Tätigkeiten?

(Bildquelle: Flickr / Trevor Leyenhorst; CC Lizenz)

Frei und doch in Ketten: Die meisten Menschen merken gar nicht, dass sie ihre Zeit mit Nichtigkeiten verschwenden und sich nur der Zerstreuung hingeben. (Bildquelle: Flickr / Trevor Leyenhorst; CC Lizenz)

Lohnt sich das wirklich? Okay, sicherlich fühlen wir uns dabei beschäftigt und wohl. Aber ist das vielleicht nur Lug und Trug? Das erkennen wir daran, wie wir uns danach fühlen. Fühlen wir uns danach wirklich besser, komplexer, erfüllter? Nicht wirklich. Danach fallen wir wieder in die Realität zurück. Zu uns selbst. Unseren Problemen, Schwächen und Defiziten. All dies ist nur reine Zerstreuung. Beschäftigungstherapie, die unser Potenzial bindet, uns aber nicht wirklich weiterbringt. Wir müssen lernen, die Beschäftigungen vorzuziehen, die unserer Entwicklung und Erfüllung dienlich sind. Wir müssen aufhören, uns ablenken und unsere Konzentration zerstreuen zu lassen.

Ich selbst arbeite sehr viel am Rechner. Zumindest höre ich Musik über ihn. Da war es an der Tagesordnung in diversen Foren und auf Facebook online zu sein und mehrere Stunden täglich zu diskutieren und chatten. Das abendliche Fernsehprogramm gehörte zur Routine. Was hier an Zeit verloren geht, ist unvorstellbar. Nun gehe ich nur noch einmal am Tag ins Internet (so kurz wie möglich), um die wichtigsten Artikel zu lesen und Mails zu beantworten. Aus den Foren habe ich mich zurückgezogen. Auf Facebook wird nicht mehr gechattet. Abgesehen von lohnenswerten Filmen, Dokumentationen und den Nachrichten bleibt die potenzialhemmende Flimmerkiste aus.

Ballast abwerfen!

Viel zu viel in unserem Leben belastet uns, anstatt uns zu erfüllen. Weg damit. Nietzsche schrieb: „Gelobt sei die kleine Armut.“ Je nachdem, wie radikal man die eigene Entwicklung vorantreiben möchte, wie sehr man das Weltliche überwinden möchte, so muss man auch Ballast abwerfen.

Ich selbst habe hier einschneidende Veränderungen vorgenommen: Meine Mitgliedschaft in allen Clubs und Vereinen gekündigt. Hobbys und nebensächliche Zeitvertreibe eingestellt. Oberflächliche Kontakte abgebrochen. Den Besitz verschenkt und weggeworfen, der nicht zu meiner Entwicklung beiträgt – also eigentlich alles bis auf Bücher, Musik, Kleidung, Laptop und Hanteln. Selbst diese Gegenstände haben jedoch keinen Wert an sich. Sie erhalten ihn nur, durch die korrekte Anwendung und sind austauschbar.

Reiner leben!

(Bildquelle: Flickr / Anath BS; CC Lizenz)

“In der Ruhe liegt die Kraft” – Kennst du dieses geflügelte Sprichwort?! (Bildquelle: Flickr / Ananth BS; CC Lizenz)

Wir müllen unser Dasein zu, bis zum geht nicht mehr. Industriell erzeugte Nahrung, Drogen und geistiger Müll vergiften unseren Körper und unseren Geist. Auch ist es fraglich, ob es der Entfaltung des Menschen so gut tut, in der Stadt zu wohnen.

Naturbelassen ernähre ich mich schon lange: Obst, Gemüse, Eier, Nüsse, Reis, Milchprodukte, Öle, Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch. Keine Supplements, keine Drogen – allenfalls ein Glas Wein in entspannter Atmosphäre. Feiern nur sehr selten. An Medien gelangen nur ausgewählte in mein Bewusstsein. Kein oberflächlicher Stumpfsinn. Den bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Er vergiftet den Geist.

Aus der Stadt bin ich schon vor langem herausgezogen. Hier in der Natur, am Rand des Waldes und in direkter Seenähe genieße ich jeden einzelnen Tag. Jeder Blick aus dem Fenster gleicht dem auf ein lebendes Gemälde, in dem Bäume, Blumen, Schilf und allerlei wilde Tiere zu erleben sind. Öffnet man das Fenster oder setzt sich auf die Terrasse, so hört man keine Autos oder andere Menschen, sondern Vögel singen und Frösche quaken. Die Wahl des eigenen Wohnortes erscheint mir überaus wichtig für die eigene Entfaltung.

Konzentrierter arbeiten!

Wer kennt das nicht. Da liest, schreibt oder macht man etwas und die Gedanken schweifen ständig ab. Wie ein Fähnchen im Wind lässt sich unsere Aufmerksamkeit hin und her reißen. Ab und an ist das fruchtbar für das eigene Unterfangen. Normalerweise lenkt es jedoch nur ab. Zerstreut die Konzentration und bremst unsere Entwicklung. Wer nicht bei der Sache ist, vermag sie auch nicht zu beherrschen!

Es ist nicht leicht, aber ich versuche stets die Tätigkeit, der ich mich gerade widme, zur wichtigsten zu machen. Selbst, wenn sie an und für sich belanglos erscheint. Wenn man etwas macht, dann sollte man es auch richtig machen. Ansonsten kann man es gleich lassen. Es geht darum, zu lernen, im Moment zu leben. Ihn zu würdigen. Weder die Vergangenheit, noch die Zukunft sind real. Es sind Vorstellungen und davon sollten wir uns nicht einfangen und lähmen lassen. Die Gegenwart gilt es mit Leben zu erfüllen und zwar durch Konzentration und Achtsamkeit.

Nachlässigkeit und Abschweifung sind Gift für jedes Unterfangen. Wir können nicht verhindern, dass sie in unser Bewusstsein treten. Aber wir können entscheiden, ob wir an ihnen kleben bleiben oder ob wir sie gleich wieder ausblenden. Das ist eine reine Übungssache.

Die innere Entwicklung vorantreiben!

(Bildquelle: Flickr / David Ohmer; CC Lizenz)

Wann hast du zum letzten Mal und in aller Ruhe über dein Leben und deine Lebensweise nachgedacht? Zu leicht, zu schnell schleicht sich die Routine in den Alltag hinein…(Bildquelle: Flickr / David Ohmer; CC Lizenz)

Ein schöner und leistungsfähiger Körper ist etwas Besonderes. Aber wer ihn nicht mit Würde zu tragen und mit aufrichtigem Charakter zu erfüllen vermag, der ist einfach nur hohl! Wir sollten uns mehr Zeit für unsere mentale Entwicklung nehmen: Reflektion, Meditation, Kontemplation. Zudem sollte nie vergessen werden, dass gute Bücher für unseren Verstand das sind, was schwere Hanteln für unseren Körper sind: der notwendige Reiz zur Entwicklung.

Dieser Punkt war mir immer sehr wichtig und ist es nun noch mehr. Oft genug habe ich mir viel vorgenommen und diese Ziele und Prinzipien dann auch verfolgt. Nach und nach habe ich darin jedoch so viel Routine gewonnen, dass ich unreflektiert wurde. Ich habe einfach durchgearbeitet. Wirklich hinterfragt habe ich das zu selten. Die Zeit wollte ich mir irgendwie nicht nehmen oder war dann auch nicht dazu fähig, da ich immer bis spät in die Nacht gearbeitet habe und früh aufgestanden bin, um gleich weiterzuarbeiten. Kein Wochenende, keine Feiertage, kein Urlaub. Doch mit der Routine kommt auch die Nachlässigkeit. Man muss stets wachsam bleiben!

Nun nehme ich mir einmal pro Woche eine Auszeit, um über meine Ziele, Prinzipientreue und mein Vorgehen der vergangenen Woche zu reflektieren. Meditiert wird weiterhin fast täglich. Geistige Nahrung durch Lektüre ist genauso selbstverständlich wie die für den Körper.

Sich selbst überwinden!

Solange sich ein Mensch an seine niederen Begierden klammert, so lange hält er sich auch an dem gesellschaftlichen und triebhaften Ballast fest, der ihn daran hindert, sich zu entfalten und Erfüllung zu finden. Geiz, Neid, Missgunst, Hass, Furcht, Gier, Maßlosigkeit und viele weitere Verfänglichkeiten sind an unser kleinliches Ego gebunden.

All dies kann man nur überwinden, wenn man auch sich selbst überwindet. Zu der Ansicht gelangt, dass das eigene Leben ziemlich unbedeutend ist und dass es Größeres und Bedeutenderes in der Welt gibt, als oberflächliche Alkohol-Exzesse, zwanghafte Triebbefriedigung und die kleinliche Konkurrenz zwischen einzelnen Menschleins. Es kommt nicht darauf an, was man besitzt und für sich selbst erreicht hat, sondern darauf, wer man ist und was man für die gesamte Menschheit erreicht hat. Es geht darum, die eigene Entwicklung so voranzutreiben, dass auch die gesamte Welt daran wächst und so zu einem besseren Ort wird – selbst wenn man dies nur dadurch erreicht, indem man sich selbst zu einem besseren, freieren, selbstbestimmteren und zugleich selbstloseren Menschen entwickelt.

Das ist eine große Baustelle. Ich habe ein gewaltiges Ego. Es zu überwinden, ist alles andere als leicht. Aber ich bin auf dem Weg. Seit geraumer Zeit arbeite ich nicht mehr an mir, um mich selbst zu verbessern. Vielmehr geht es mir um eine generelle Entwicklung in größerem Zusammenhang. Um das Aussortieren ichzentrierter Nichtigkeiten. Viele belanglose Dinge meines Lebens habe ich in den letzten Wochen gestrichen. Mein Selbstverständnis als Athlet hat sich gewandelt. All dies wird bestärkt durch fruchtbare Lektüre, philosophische Exegese, Meditation und Reflektion.

(Bildquelle: Deviantart / Xgiroux23 ; CC Lizenz)

Befrei dich aus dem Morast, spreng die Ketten.  Doch es wird nicht einfach sein. Die Gesellschaft bevorzugt die blökenden Schafe, als mitdenkende Individuen. (Bildquelle: Deviantart / Xgiroux23 ; CC Lizenz)

Zudem hilft es mir sehr, dass ich mich selbst nie wirklich ernst genommen habe und mein Leben eher spielerisch sehe. Ich bin sehr anspruchsvoll, aber absolut bedürfnislos. Auch bilde ich mir nicht viel auf mich selbst oder meine „Errungenschaften“ ein. So habe ich bisher noch nie einen meiner Geburtstage, Abschlüsse, Preise oder Gewinne je gefeiert. Das bedeutet mir nichts und mein kleines Ich bedeutet mir ebenso wenig.

Ein einziger Ausspruch Tyler Durdens im Film „Fight Club“ kam mir immer befremdlich vor: „Selbstverbesserung ist Masturbation. Selbstzerstörung hingegen…“ Der Sinn darin hat sich mir nicht erschlossen. War Selbstverbesserung doch für lange Zeit mein ganzes Leben. Aus der Perspektive der Selbst-Überwindung wird nun klar, wie tiefgründig der Gedanke doch ist: Wer nur an seinem Ego (und Körper) arbeitet, der befriedigt sich nur selbst, ohne dabei fruchtbar für die Welt zu sein. Diesen Mechanismus gilt es zu überwinden, zu zerstören, um sich von dieser Engstirnigkeit und Beschränktheit des eigenen Daseins zu befreien.

Abschließende Worte: Die Besinnung auf das Wesentliche!

Das ist gelebte Philosophie. Darauf kommt es im Leben an und damit möchte ich auch schließen. Was ist überhaupt wertvoll und was nicht? Kaum jemand macht sich tiefergehende Gedanken zu dieser Frage. Dadurch verdammt man sich selbst dazu, ein oberflächliches, hohles Leben zu führen, dessen Horizont durch die Scheuklappen des eigenen Egos begrenzt ist.

Es wird Zeit, dies einzusehen und daran zu arbeiten. Die Oberflächlichkeit des eigenen Daseins abzuwerfen, ist sicherlich mit der bedeutendste Schritt, den ein Mensch nur gehen kann!


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Über Christian Zippel

Dr. Christian Zippel ist Urheber des 2013 geschlossenen und offline genommenen Kraftsport- und Bodybuilding-Blogs „Der Wille zur Kraft“. Er ist mehrfacher Autor, darunter von Werken wie „Der Wille zur Kraft – Die zehn Gebote kompromissloser Leistungssteigerung“, „HFT: Hochfrequenztraining & Autoregulation“ „Rosenrot – Oder die Illusion der Wirklichkeit“, „Leider geil, fett & faul“ oder „80/20 Fitness – Wenig investieren, viel erreichen“ und promovierte im Bereich der Philosophie.

Auch wenn er sich vielleicht selbst nicht so bezeichnen würde, so ist Christian doch das, was man als „Neuzeit-Philosoph“ bezeichnen könnte. Seine Werke und Artikel – selbst jene, die sich der Leibesertüchtigung verschrieben haben – sind durchtränkt mit philosophischem und erziehendem Charakter. Seine Lehrer? Seneca, Nietzsche, Bruce Lee. Sein Motto? Die Einheit von Körper und Geist. Mens fortis in corpore forti – ein starker Geist in einem starken. Körper.

Er selbst hat sich weitestgehend aus dem Internet zurückgezogen und ist nicht mehr in Blogs oder Foren aktiv. Die hier veröffentlichten Artikel sind aus seinem früheren Blog „Der Wille zur Kraft“ übernommen, da er sie kurz vor Torschluss zur Verfügung gestellt hat.

2014 gründete Christian den Fitness-Buchverlag „Faszination Fitness“, der vor kurzem mit seinem Erstlingswerk von sich reden machte, einem Crowdfunding-finanziertem Buchband namens „Stark & Schön“ in Zusammenarbeit mit Corinna Walther und Andreas Trienbacher.

Wer für ein Coaching oder geistigen Austausch den direkten Kontakt zu Christian sucht, der wird hier fündig: http://www.christian-zippel.de

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Bildquelle Titelbild: Flickr / DoctorButtsMD ; CC Lizenz


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    Tja, man merkt schon: der Kerl liebt seinen innerlichen Zarathustra sehr. Bemerkenswert auch, daß er ins Ländliche gezogen ist. Meinen Traum von der schniecken 20m²-Blockhütte am Waldrand mag ich öffentlich gar nicht mehr äußern, so schief wird man da angegafft von den Leuten. Um so erstaunter war ich, hier bei den Asen-Jüngern wieder einen solch nachdenklichen Artikel zu lesen. Bleibt dran, denn: “Viele wegzulocken von der Herde – dazu kam ich.”

  • Foehnnix

    wie willst du in die Einheit finden, so lange du urTEILST?
    wie willst du frei sein, so lange dein Verstand einem Raubtier gleich über dir schwebt und wertet?
    vielleicht suchst du nur im Aussen, was innen fehlt?
    Ja, sicherlich…alles VERSTANDen