Bikini-Athletin Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.de

Bikini-Athletin Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.de

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Sie ist topfit und startet dieses Jahr so richtig durch: Lena Kretschmann ist Athletin in der Bikini-Klasse und hat dieses Jahr ihr Debut auf der Bühne gefeiert, nämlich in Fulda, wo die 25-jährige bei der deutschen Newcomer Meisterschaft gestartet ist und den 3. Platz belegt hat!

Das Aesir Sports Team gratuliert dir, liebe Lena, natürlich zu dieser grandiosen Leistung! Aber jetzt geht es ja erst so richtig los! In diesem spannenden und ausführlichen Interview erzählt uns die Bikini-Athletin wie sie zum Eisen gekommen ist, was sie antreibt und motiviert und vor allem, was ihr besonders am Herzen liegt (im Leben und beim Training).

Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.de

Steckbrief

  • Alter: 25 JahreIMG_0203(1)
  • Größe: 1,70 m
  • Gewicht (aktuell): Offseason 65, Wettkampfgewicht 58kg
  • Wohnort/Herkunft: Witten
  • Webpräsenz: Facebook & Instagram

Wie bist du zum Kraftsport / Bodybuilding / Sport gekommen?

Dies ist eine etwas längere Geschichte. Ich betreibe seit meinem 4. Lebensjahrleistungssport. Ich habe schon sämtliche Sportarten ausprobiert. Begonnen habe ich in ganz jungen Jahren mit Tennis und Leistungsschwimmen. Da ich 2 Sportarten auf Leistungsebene nicht betreiben konnte, habe ich mich für das Schwimmen entschieden. 10 Jahre lang bin ich 5 Mal die Woche zum Training – vor der Schule nach der Schule, in den Ferien. Auch hier hat der Spor mein Leben schon bestimmt.

Nach 10 Jahre war dann jedoch die „Luft raus“ und ich begann mit dem Rudern. Hier mussten wir als Ergänzungstraining immer in den Kraftraum. Ich merkte, dass mir dies großen Spaß bereitete. So habe ich mich in einem ganz kleinen Fitnessstudio hier in Witten zusätzlich angemeldet. Dort trainierte ich neben dem Rudertraining. Dieses Fitnessstudio ist der Leistungsstützpunkt für Kraftdreikampf.

Diese Sportart reizte mich irgendwie. Ich wollte es unbedingt ausprobieren. So fing ich dann mit dem Kraftdreikampf / Powerlifting an. Ich trainierte 5 Mal die Woche und es war voll mein Ding. Ich brachte es bis zum deutschen Meistertitel der Junioren. Doch danach rief die Uni. Ich wollte nebenher mein Studium trotzdem nicht vernachlässigen, also entschied ich mich im Bereich Kraftdreikampf kürzer zu treten, um mich auf mein Studium zu konzentrieren. So trainierte ich im Studio weiterhin, probierte mich im Laufen und Crossfit aus und machte eigentlich alles was mich reizte. Doch dem Krafttraining bin ich immer treu geblieben, da ich eine nicht ganz so leichte Zeit hatte und sehr unzufrieden mit mir selbst war.

Beim Kraftdreikampf war dann doch eher Masse als Ästhetik gefragt, also beschloss ich von heute auf morgen meinen Lebensstil zu ändern: Ich wollte mich bewusst ernähren und intensiver trainieren. Ja und irgendwann fiel dann die Entscheidung – Ich brauche eine neue Herausforderung. So entschloss ich mich dazu einen Bodybuilding–Wettkampf mit zu machen, suchte mir einen Vorbereiter und los ging es.

Jetzt, nach meinem ersten Wettkampf, kann ich sagen: Es ist voll mein Ding. Ich liebe den Fitnesslifestyle, mich auf der Bühne zu präsentieren und diese Disziplin an den Tag zu legen. So kann man sagen, dass ich über Umwege zum Bodybuilding gekommen bin – aber es hat mich nun vollkommen in seinen Bann gezogen.

Was motiviert/inspiriert dich? Hast du Vorbilder?

Ein explizites Vorbild habe ich nicht. Generell kann ich nur sagen, dass mich vor allem Sportler/innen inspirieren, die für ihren Erfolg kämpfen und alles geben. Die auch nach Niederlagen wieder aufstehen und sagen „Jetzt erst recht“. Vielen Menschen wird im Leben nichts geschenkt und man muss sich den Erfolg hart erkämpfen. Doch wer dies tut hat meinen vollen Respekt.

So kann ich sagen, dass mich persönlich am meisten motiviert, zu sehen wie mein Körper sich verändert und was ich alles noch aus ihm rausholen kann. Inspiriert hat mich gerade in meiner ersten Vorbereitung, dass es alles nur eine Frage des Willens ist. Wenn man die mentale Stärke hat seinen Kopf auszuschalten, ist man zu sehr viel mehr in der Lage als man selbst je gedacht hat. Dies finde ich an dem Sport so unglaublich inspirierend. Denn es reicht nicht nur au, intensiv und hart zu trainieren, sondern man brauch vor allem mentale Stärke und große Willenskraft es bis auf die Bühne zu schaffen.

Wie sieht das Trainingsplan/deine Trainingsroutine aus?

  • Montag: Brust
  • Dienstag: Cardio, Joggen, Inlinern was gerade so fällt oder auch einfach mal Pause J
  • Mittwoch: Rücken
  • Donnerstag: Beinbizeps und Po (Da hier meine Schwachstellen zur Zeit liegen)
  • Freitag: Schultern Bizeps und Trizeps
  • Samstag: Cardio oder Pause J
  • Sonntag: Beine

Bevorzugst du bei einer Diät eher traditionelles Cardiotraining oder HIIT?

480B7409In meiner Diät habe ich 3x 30 Minuten Cardiotraining gemacht. Ich bevorzuge dabei Intervalltraining, da es nicht so monoton ist und es mir auf dem Stepper nicht so schnell langweilig wird. Zum anderen bringt es den Körper „durcheinander“ sodass ich super ins Schwitzen komme. J

Wenn du 3 Übungen wählen müsstest, nach denen du für den Rest deines Lebens trainieren dürftest: Welche Übung würdest du wählen und wieso?

Warum? Ganz einfache Begründung. Mit diesen drei Grundübungen beanspruche ich fast alle Muskelgruppen und habe gleichzeitig ein Ganzkörpertraining. Sodass ich in drei Übungen fast meinen ganzen Körper effektiv trainieren kann.

Wenn du heute noch deiner Trainingskarriere noch einmal ganz von vorne beginnen könntest: Was würdest du anders machen im Gegensatz zu damals?

Ich glaube, ich würde nicht viel anders machen! Durch die vielen unterschiedlichen Sportarten habe ich eine breitgefächerte Ausbildung und gute Voraussetzungen für das Bodybuilding geschaffen. Mein sportlicher Background bringt mir nun viele Vorteile.

Ich bin zufrieden, wie meine Trainingskarriere verlief und möchte keine dieser Erfahrungen missen!

Welche Körper-/Muskelgruppenteil ist deiner Meinung nach deine persönliche Stärke?

Oh, da brauche ich nicht lange überlegen – ganz klar mein Bauch. : -)

Hörst du Musik beim Training? Wenn ja: Wie sieht deine Playlist zurzeit aus?

Mal ja – mal nein. Immer wie ich drauf bin. Ich nutze Musik fast nur beim Cardio oder wenn ich einfach mal Motivation brauche. Dann höre ich eigentlich alles Querbeet: Charts, R’n’B, House etc.

Wie steht es bei dir um das Thema Bühnenpräsenz: Planst du eine Teilnahme an Wettkämpfen?

Ich habe bereits am 24.04.2015 in Fulda bei den deutschen Newcomer Meisterschaften teilgenommen und den dritten Platz in der Bikiniklasse +169 belegt. Es kam völlig unerwartet, da ich mich lediglich ein halbes Jahr intensiv darauf vorbereitet habe.

Jetzt werde ich am 02.05 noch die NRW Meisterschaften mit machen. Ich weiß aber jetzt schon, dass es definitiv nicht meine ersten und letzten Wettkämpfe gewesen sein werden. Das „Bodybuidling-Fieber“ hat mich gepackt!

Stichwort Coaching: Was hältst du davon und hast du dich selbst schon einmal coachen lassen (oder jemanden gecoached)?

Nein, da ich diese Saison das erste Mal gestartet bin, habe ich mich coachen lassen. Ich denke sich selbst zu coachen ist sehr sinnvoll, da man seinen Körper selbst am besten kennt und weiß auf was er am besten reagiert. Man weiß schließlich selbst am besten was einem gut tut und was nicht. Aber dafür muss man meiner Meinung nach zuvor viel Wettkampferfahrung sammeln.

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ich gerne einen Coach habe, den ich Vertrauen kann und meine Vorbereitung mit gutem Gewissen in seine Hände geben kann. Denn oft ist gut jemanden zu haben, der sagt wie es gemacht wird. Gerade wenn man mal in einem Motivationsloch o.Ä. steckt.

Was regt dich beim Training im Studio am meisten auf? Wie kann man dich auf die Palme bringen?

Menschen, vor allem männliche Wesen, die mich beim Training ununterbrochen angaffen, als sei ich eine Außerirdische. Nur weil ich im Freihantelbereich trainiere und dies vielleicht etwas intensiver und schwerer als manche Frau.

Wie ernährst du dich?

Bikini-Athletin Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.deEine genaue Ernährungsphilosophie habe ich eigentlich nicht. Für mich ist es wichtig, dass ich meine Makronährstoffe über den Tag sinnvoll verteile und vor allem die Kohlenhydrate morgens, vor und nach dem Training zu mir nehme. Ansonsten achte ich einfach darauf, dass ich mich gesund und ausgewogen ernähre.

Während der Diät halte ich mich streng an meinem Ernährungsplan, aber auch da variiere ich mal die Kohlenhydrat und Proteinquellen.

Muster-EP

  • Mahlzeit 1: Pancakes, bestehend aus einem Ei, 4 Eiweiß, 30g Whey, 50g Haferflocken, Zimt etwas Süßstoff, und eine Banane oder einen Apfel – alles Mixen und fertig J
  • Mahlzeit 2: Gemüse/ Salat mit Hähnchen/ Fisch
  • Mahlzeit 3: 40g Kohlenhydrate, 150g Protein, Gemüse
  • Mahlzeit 4: 50g Kohlenhydrate, 150g Protein, Gemüse
  • Mahlzeit 5: 250g Magerquark (Offseason) oder 100g Hähnchen (Diät)

Stichwort: Ernährungsdisziplin: Welche 3 Tipps würdest du jemanden geben, der Probleme damit hat sich diszipliniert und seinen Zielen entsprechend zu ernähren? Hast du Tipps & Tricks, mit denen du es dir selbst leichter machst am Ball zu bleiben? Oder ist die Ernährung ein Selbstläufer bei dir, bei dem du nicht viel nachdenken musst?

  1. Bereite dir deine Mahlzeiten vor und nehme sie mit, dann kommst du gar nicht auf die Idee etwas anderes zu essen.
  2. Ersetze ungesunde Sachen durch gesunde Alternative (z.B. anstatt Waffeln backe Proteinwaffeln).
  3. Halte dir immer dein Ziel vor Augen, dass motiviert dich. Führe ein Protokoll über deine Veränderungen, dann siehst du was du schon geschafft hast – dann kommt die Motivation von ganz allein.

Stichwort Nischenernährung: Was hältst du von Ernährungskonzepten wie dem Intermittent Fasting, Carb Backloading, der Paleo Diet und Co.?

Von solchen Ernährungskonzepten halte ich nicht viel. Für mich ist es immer ein Verzicht auf Lebensmittel, auf die ich nicht verzichten möchte. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann ich persönlich meine Ziele am besten erreichen. Aber dies muss dann doch jeder für sich selbst herausfinden.

Ich glaube von solchen Ernährungskonzepten muss man überzeugt sein – dann klappen sie auch!

Wie bereitest du deine Mahlzeiten zu? Kochst du täglich oder eher im Voraus? Kochst du gerne oder eher „notgedrungen“?

Ich koche täglich frisch. Am liebsten auch jede Mahlzeit einzeln. Wenn ich jedoch den ganzen Tag unterwegs bin, koche ich meine Mahlzeiten vor, um sie mitnehmen zu können. Für mich ist es immer wichtig, optimal vorbereitet zu sein und mich genau – dann geht auch nichts schief.

Hast du ein Lieblingsgericht? Gibt es etwas, wofür du töten würdest? ;-)

Ja ganz klar für Schokolade – der härteste Verzicht währen meiner Diät. J Aber ich halte es eisern durch – denn das Ziel halte ich mir immer vor Augen!

Hast du Cheat-Meals/-Days? Wie sehen solche Tage und Mahlzeiten bei dir aus? Gehst du an solchen Tagen auch ins Training oder relaxt du lieber?

Nein, ich habe während der gesamten Wettkampfvorbereitung keine Cheatdays/-meals. In der Offseason baue ich gerne mal Cheatmeals ein. Dann gehe ich z.B. am Wochenende mal lecker Essen. Dann aber auch nicht immer ungesund, sondern auch gerne einfach mal einen Salat mit einem leckeren Dressing, der während der Diät nicht erlaubt ist.

Generell ernähre ich mir sehr gesund ob Wettkampfvorbereitung oder nicht. Da ich gelernt habe, dass ungesunde Ernährung meinem Körper und meiner Seele einfach nicht gut tun!

Wie sieht deine Supplementation zurzeit aus?

Ich supplementiere folgendes:

Nenne uns 3 Supplemente, auf die du nur ungern verzichten würdest

  • BCAA’S – gerade in der Wettkampfvorbereitung
  • Whey Protein – gerade für meine Pancakes
  • Superfoods

 

Bikini-Athletin Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.deWelches Supplement wird deiner Meinung nach überbewertet? Was hältst du für das sinnfreieste Produkt, welches auf dem Markt zu kriegen ist?

Ganz klar Creatin – davon halte ich wirklich gar nichts und die Gefahr seinen Körper zu schaden ist mir dabei viel zu hoch. J

Vervollständige den Satz: Eine vernünftige Post-Workout Supplementation ist…?

…einen leckeren und vernünftigen (mit guter Wertigkeit) Whey Shake. Aber es muss nicht immer ein Supplement sein. Eine Banane oder eine gute Mahlzeit bestehend aus „guten Kohlenhydrate“ und Protein ist durchaus genauso sinnvoll.

Hast du ein Lieblingszitat / Motto / Maxime?

„Lerne aus der Vergangenheit, Lebe in der Gegenwart und träume von der Zukunft“ – mein Lebensmotto seit vielen Jahren.

Wie geht dein persönliches Umfeld mit deinem leidenschaftlichen Hobby um? Musst du dir manchmal dumme Sprüche anhören?

Oh ja – dumme Sprüche muss ich mir nicht nur einmal anhören. Aber ich stehe darüber. Von meinem Umfeld werde ich als bekloppt bezeichnet. Aber sie stehen alle hinter mir und unterstützen mich – besonders meine Familie. Es wird von allen akzeptiert und alle freuen sich über Erfolg. Sie sagen immer – so ist Lena halt und so kennen wir sie. Ohne ihren Sport wäre es nicht Lena!

Und dafür bin ich auch sehr dankbar, denn für mich ist Sport nicht einfach „nur“ ein Hobby, sondern ein ganz wichtiger Teil meines Lebens, den ich für nichts und niemanden aufgeben würde!

Wenn du gerade nicht am trainieren bist – was machst du dann? Hast du noch andere Hobbies abseits des Sports?

Bikini-Athletin Lena Kretschmann im Gespräch mit AesirSports.deDann finde ich es super schön und entspannend mit meinem Hund spazieren zu gehen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen und auf andere Gedanken zu kommen. Sonst treffe ich mich mit Freundinnen gehen mal shoppen oder was gerade so ansteht. Ich bin sehr spontan und für alles zu haben, sodass ich eigentlich ständig auf Achse bin.

An schönen Sommertagen fahre ich auch sehr gerne mal eine Runde Motorrad. Sonst gehe ab und an mal in die Sauna um zu relaxen und zu entspannen – besonders nach dem Training. Und wenn keine wichtigen Wettkämpfe anstehen dann geht es auch mal mit Freundinnen feiern. J

Welche persönlichen Projekte würdest du gerne in den kommenden Jahren realisieren? Gibt es etwas, woran du zurzeit arbeitest?

Ich werde auf jeden Fall wieder eine Wettkampfvorbereitung starten! Dabei werde ich mir das Ziel setzen noch besser in Form zu kommen und meine Schwachstellen nun in der Offseason auszubessern. Natürlich werde ich dieses Jahr mein Studium beenden, sodass ich nächstes Jahr neben meinen sportlichen Zielen auch meine beruflichen Ziele verwirklichen kann.

Ich werde definitiv mein Referendariat beginnen, aber mich vielleicht auch selbstständig machen, da ich es einfach toll finde andere Menschen auf ihren Weg zu einem besseren Körpergefühl begleiten zu können.

Was hat dich im Leben besonders weit nach vorne gebracht? Welchen Rat kannst du unseren Lesern geben?

Mich persönlich hat es besonders nach vorne gebracht zu erkennen, wie wichtig es ist mit sich selbst und seinem Körper zufrieden zu sein. Ich kann allen Lesern und besonders allen Leserinnen nur mit geben kämpft für euer Ziel und zieht es durch – egal was die anderen sagen! Es ist euer Leben und macht das Beste daraus.


Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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