Tapen und Kinesio Taping: Regeneration 2.0? Wirkung, Nutzen und Anwendung

Tapen und Kinesio Taping: Regeneration 2.0? Wirkung, Nutzen und Anwendung

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Von Frank-Holger Acker |

Vielen werden sicherlich bereits die bunten Tapes aufgefallen sein, die Fußballer, Handballer oder auch Basketballer immer häufiger unter ihren Trikots am Körper tragen. Die sogenannte Medi-Tapes, auch bekannt unter dem Markennamen Kinesio-Tapes, erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit und stellen für viele Hobby-Sportler dennoch ein scheinbares Enigma dar, an das man sich ohne Physiotherapeuten nicht herantraut.

Der folgende Artikel soll einen Überblick über das Taping geben, sowie einige Tipps zur Selbsthilfe bereitstellen, so dass der Einzelne in Zukunft selbst entscheiden kann, ob er sich an die farbigen Klebebänder auch ohne Physiotherapeuten bei Bedarf wagt.

Tapen und Kinesio Taping: Regeneration 2.0? Wirkung, Nutzen und Anwendung

Ursprung

Auch wenn Daniel Weiss in seinem Buch zum Taping davon berichtet, dass bereits die alten Römer und Ägypter sich des Prinzips des Tapings zu Nutze gemacht hatten, kann der japanische Arzt Kenzo Kase als Urvater des modernen Medi-Tapings verstanden werden. Nachdem dieser mit dem klassischen festen Sporttape nicht die gewünschten Erfolge erzielte, entwickelte er zu Beginn der 1970er Jahre das heute bekannte Kinesio-Tape, was an das Wort Kinese, also Bewegung, angelehnt ist. Dennoch dauerte es bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die bunten Tapes auch bis nach Deutschland Verbreitung fanden.

Was ist das besondere an den Tapes?

Das Material der Tapes ist ein dehnbarer Baumwollstoff, der sich ähnlich wie die Haut auf 130 bis 140 Prozent in der Längsrichtung dehnen lässt. Der verwendete Klebstoff ist allergenfrei und wirkt in Kombination mit der Körperwärme optimal, so dass die Tapes ca. 7 Tage haften bleiben. Gleichzeitig wird die Haut geschont, da diese aufgrund der durchlässigen Struktur der Tapes weiter atmen kann.

Warum haben die Tapes verschiedene Farben?

(Bildquelle: Amazon.de)

Medi und Kineso Tapes gibt es in unterschiedlichen Farben, die einem jeweiligen Zweck zugeordnet werden. Originär gab es nur die Farben rot bzw. roas und blau. (Bildquelle: Amazon.de)

Kase arbeitete ursprünglich lediglich mit den Farben rot bzw. rosa und blau, die auch heute noch am weitesten verbreitet sind. Die verschiedenen Farben stellen keinen Stärkeunterschied dar, wie beispielsweise von Gymnastikbändern bekannt, sondern sollen verschiedene Wirkungen auf den Körper ausüben.

Ich sage an dieser Stelle bewusst sollen, da dieser sicherlich in einem gewissen Rahmen auch mit dem subjektiven Glauben an solch eine Wirkung verbunden ist. Daniel Weiss bietet in seinem Buch eine umfangreiche Übersicht, welcher Farbe welche Wirkung zugeschrieben wird und stellt einen einfachen, aus meiner Sicht leicht esoterischen Selbsttest dar, der bei der Auswahl der Farbe helfen soll.

Ich selbst nutze bisher in der Praxis lediglich eine Farbe und war damit bisher zufrieden.

Was sollen die Tapes bewirken?

Medi-Tapes werden bei Verletzungen der Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke eingesetzt. Daneben nutzen immer mehr Menschen diese jedoch auch für andere Probleme wie Narbenbildung, Migräne Menstruationsbeschwerden und anderen Schwierigkeiten des Alltages, was wir im Rahmen dieses Artikels jedoch nicht weiter thematisieren wollen.

Medi-Tapes werden also wie die eierlegende Woll-Milch-Sau für alle erdenklichen Lebenslagen eingesetzt, was gleich zu einer Erkenntnis führen sollte: Wunder können diese klebrigen Bänder nicht bewirken!

Dennoch ist meine Erfahrung, dass diese vor allem als erste Linderung helfen bzw. bei der Heilung unterstützen können.

Wie sieht die Studienlage zu Tapes aus?

Insgesamt ist die Studienlage generell als tendenziell schlecht für das Medi-Tape zu bezeichnen. Dies mag vor allem an den weitreichenden Ansprüchen liegen, denen Medi-Tapes gerecht werden wollen.

Ich persönlich habe bisher gute Erfahrungen bei der Verheilung leichter Zerrungen und der Stabilisation entsprechender Bereiche gemacht. Darüber hinaus konnte ich das Medi-Tape bereits bei anderen Person erfolgreich gegen Zerrungen und herausspringende Wirbel einsetzen, indem der Rücken mehr Führung und Stabilisation durch die Tapes bekam.

Letztendlich sollte also jeder selbst für sich herausfinden, ob die Tapes ihm bei seinen Beschwerden helfen. Für weniger als 10 Euro für eine gesamte Rolle ist es eine sehr günstige Investition.

Fertige Tapes oder Rollen?

(Flickr / Denis De Mesmaeker ; CC Lizenz)

Kineso Taping verfolgt vielfältige Ziele, die der Regeneration behilflich sein sollen. (Bildquelle: Flickr / Denis De Mesmaeker ; CC Lizenz)

Wie ihr möglicherweise bereits im Supermarkt oder der Apotheke gesehen habt, gibt es inzwischen eine Reihe an vorgefertigten Tapes. Dieses sind jedoch, im Vergleich zu Tape-Rollen, relativ teuer.

Ich würde euch daher immer zu einer Tape-Rolle raten. Diese sind ebenfalls leicht zurecht zu schneiden und kosten deutlich weniger als fertige Tapes. Dazu messt ihr einfach durch vorheriges Anlegen die notwendige Länge, schneidet diesen Teil von der Rolle ab (und vergesst nicht die Ecken abzurunden), damit das Tape besser klebt. Auch Y-Tapes sind auf diese Weise schnell und einfach selbst herstellbar.

Wie werden Medi-Tapes aufgebracht?

Das Aufbringen der Tapes ist weniger kompliziert, als es zunächst erscheinen mag. Die Haut sollte zuvor gereinigt werden, damit das Band optimal an der Haut haftet. Für die entsprechenden Stellen gibt es verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die in diversen Youtube-Videos von Physiotherapeuten anschaulich erläutert werden. Wer gezielt sucht, wird in der Regel tatsächlich hilfreiche Anleitungen finden.

Wer darüber hinaus weitere und gut illustrierte Beispiele haben möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Büchern zum Thema Taping. Als sehr einsteigerfreundlich und verständlich, was die Thematik Taping sowie das Anlegen von Tapes angeht, kann ich euch „Taping“ von Daniel Weiss empfehlen. Wer es etwas detaillierter haben möchte, greift zu Sielmans „Medi-Taping im Sport“.

Da die Tapes sehr leicht verkleben, empfiehlt sich zum Lösen des Schutzpapier die sogenannte Daumentechnik. Dazu greift man das Tape an der Stelle, an der man die Klebestelle freilegen will, und dehnt das Tapes bis das Papier darunter reißt. Nun kann man gezielt einzelne Tapebereiche freilegen und dieses kontrollierter Auftragen.

HIER kannst du das Buch „Taping: Selbsthilfe bei Muskelschmerzen und anderen Beschwerden“ von Daniel Weiss kaufen

HIER kannst du bei Medi-Tapes bei Amazon in verschiedenen Farben (unter 10 €) kaufen


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Über den Autor

Frank-Holger Acker – Der Autor dieses Artikels ist ein 75-Kilo-Experte, der diverse Wettkämpfe im Powerlifting und Bodybuilding gewann. Seine Bestleistung im Kreuzheben betrug im Wettkampf 3-faches Körpergewicht nur mit Gürtel. Neben einer individuellen Trainings- und Ernährungsbetreuung auf www.become-fit.de baut Frank aktuell seinen Youtube-Channel rund um Training und Ernährung aus.

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Bildquelle Titelbild: Flickr / Lorianne DiSabato ; CC Lizenz


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  • Hallo,

    sehr informativer Beitrag. Kann den Satz aus deinem Beitrag aber wirklich nur unterstreichen:

    “Wunder können diese klebrigen Bänder nicht bewirken!”

    Wunder sollte man wirklich nicht erwarten um wieder fit zu werden benötigt es oftmals mehr als nur ein paar Tapes ;-)