Der Hardcore-Gainer: Handys im Gym ein No Go?

Der Hardcore-Gainer: Handys im Gym ein No Go?

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Von Frank Acker

Jeder kennt sogenannte Hard-Gainer und so mancher, der sich für solch einen hält, ist nichts anderes als ein Hard Learner. In den letzten Jahren nimmt jedoch eine andere Gruppe zunehmend Überhand: der Hardcore Gainer! In Zeiten von Facebook und Instragram, in der jeder seinen Fitnesslifestyle (ungefragt) mit alles und jedem teilen kann, überschlägt sich manch Fitnessenthusiast mit der Außendarstellung seiner Askese.

Hardcore-Gainer kennen nur drei Arten etwas zu tun: Die Richtige, die Falsche und die Max Power Art! – In diesem Hardcore-Gainer-Artikel soll es um das Thema Handys im Fitnessstudio gehen.

Der Hardcore-Gainer: Handys im Gym ein No Go?

Handys beim Training

Mein erstes Handy bekam ich in etwa zu der Zeit, als ich mit dem Training angefangen hatte. Beides ist inzwischen mehr als 16 Jahre her und während ich noch das glorreiche Snake auf meinem 6110 lieben lernte, werden inzwischen Vögel per Zwille über das Display geschossen.

Beim Ringen hatten wir zu Beginn dieses Handyzeitalters während der Trainingseinheiten noch striktes Mobiltelefonverbot. Eigentlich unnötig: Wenn man für jede WhatsApp Nachricht 20 Cent zahlen müsste und diese maximal auf 160 Zeichen beschränkt wären, würden die Handys heutzutage wohl deutlich stiller bleiben.

Aber spätestens seitdem echtes Internet auf dem Handy für jedermann zugänglich ist (wer sich jetzt fragt, was ich mit echt meine, darf gerne einmal nach “WAP” Yahoo-en), hat sich also einiges geändert und Mobiltelefone sind zum festen Teil unserer Alltages geworden. Das Ganze führt soweit, dass manch Meme schon vom Curlen im Instagram-Rack spricht.

Zwar wurde bisher noch keine Hexenjagd auf Handynutzer im Gym eröffnet, aber das Abrufen der neusten Facebook-Postings ist bei einigen inzwischen genauso verpönt, wie Nacktlauf durch die Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag.

Zu Recht? Nun, während Männer mit dem Entblößen in der Öffentlichkeit gegen § 183 StGB verstoßen, gilt für Frauen… ach halt, die Handys…

Über Tresengespräche und Zeitungen

Diskrete Handy-Nutzung ohne dabei Kompromisse beim Training zu machen, ist durchaus okay.

Diskrete Handy-Nutzung ohne dabei Kompromisse beim Training zu machen, ist durchaus okay. SO sollte es aber nicht enden.

Ich kann mich noch erinnern, als ich mich vor gut ca. 14 Jahren neben dem Ringen parallel in einem Gym anmeldete, was man heutzutage als hardcore bezeichnen würde und das kaum besser ausgestattet war, als der Kraftraum der Ringerhalle. Was heute Facebook und Nachrichten-A pps sind, waren damals Gespräche am Eiweiß-Tresen und Zeitungen.

Klingelt man heutzutage in vielen Ketten nur noch nach der schlecht bezahlten Tresenaushilfe, die zwischen Automaten auffüllen und Gewichten zurückräumen noch schnell neue Mitglieder an den Geräten einweist, gab es früher in praktisch allen Studios einen gesprächigen Angestellten, der in bester Wirtmanier Eiweißshakes mixte und immer ein offenes Ohr für den neusten Klatsch und Tratsch hatte.

Wer daran kein Interesse hatte oder in den Pausen zwischen seinen Sätzen nicht die Bankdrückbank verlassen wollte, las auch schon mal eine Zeitung. Ich rede dabei nicht von der Flex oder Sport Revue, sondern von einer schlichten Tageszeitung, die in epischer Breite ausgefaltet und gelesen wurde.

Da ist die angesprochene Nachrichten-App heutzutage deutlich diskreter. Nicht jeder mit Handy in der Hand postet bei Facebook, dass er gerade den Bizeps im Gym brennen lässt.

Kein Handy wegen ADHS?

Die Frage ist also, was gegen die Nutzung eines diskreten Mobiltelefons spricht, mit dem man streng genommen niemanden beim Training stört.

Man unterhält sich nicht lauthals über den aktuellen Booster und wie sehr dieser ballert, führt keine tiefgehenden Diskussionen über die eigenen Frauenbekanntschaften und teilt seinen Mittrainierenden nicht ungefragt mit, dass man im Augenblick nicht auf Masse trainiert und bereits gestern ungeplant einen Döner zu viel inhalierte. Heute nur Reis mit Hähnchen. Isch schwör!

Klar kann man das auch im Internet posten, da kriegen es dann auch (ungefragt) gleich noch mehr Menschen mit, aber man belästigt keine Anwesenden, solange die Tonfunktion der Tasten deaktiviert wurde.

Ich bin aus diversen Gründen notorischer Allein-Trainierender und poste in den Satzpausen auch schon mal Fotos bei Instragram. Oder lese E-Mails. Oder beantworte diese. Oder checke in Internetforen einfach nur, ob auf mein letztes Posting in Thread XY bereits geantwortet wurde. Dies tue ich, solange die Pause vorgesehen ist und kehre dann ans Eisen zurück. Und ich verstehe nicht, wo da ein Problem sein sollte…

Have a break…

(BIldquelle: Defenseimagery.nl / Ricky A. Bloom ; CC Lizenz)

Handys im Studio können dich vom Training abhalten. Sobald die Hand an die Stange geht, ist Fokus und Intensität gefragt. Wenn du das nicht gebacken bekommst, solltest du das Handy im Spind lassen. Wichtig ist: Geh den anderen Trainierenden nicht auf die Eier, indem du z.B. laute Gespräche führst oder gedankenlos dazwischenrennst. (Bildquelle: Defenseimagery.nl / Ricky A. Bloom ; CC Lizenz)

Je nachdem, welches Trainingssystem man befolgt oder wie schwer das Trainingsgewicht ist, kann eine (sinnvolle!) Pause zwischen den (Aufwärm-)Sätzen bis zu 5 Minuten dauern. Vor allem Powerlifter wissen, wovon ich spreche.

Wird die Trainingseinheit intensiver, produktiver oder mehr hardcore, wenn ich in dieser Zeit auf das Eisen vor mir starre?

Wer diese Frage mit ja beantwortet, muss sich beim Scheißen vermutlich auch dauerhaft laut ins Gedächtnis rufen, dass er beim Abwischen Klopapier nutzen muss. Es gibt einen Unterschied zwischen fokussiert sein und ständig an die anstehende Handlung zu denken.

Dies mag bei neuen Übungen, die man erst noch erlernt, durchaus sinnvoll sein, aber wir sprechen hier vom Handy in den Pausen bei normalen Einheiten und nicht dem gezielten Techniktraining. Zweiteres nimmt gerne mal eine gesamte Trainingseinheit ein und wurde vermutlich von den wenigsten Lesern dieses Textes überhaupt jemals regelmäßig durchgeführt.

Im regulären Training zählt dagegen die volle Fokussierung auf das Gewicht… doch erst sobald die Hantel berührt wird und der Satz seinen Anfang nimmt. Also sei ruhig weniger Hardcore… und vergiss das Toilettenpapier nicht!


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Über Frank-Holger Acker

Frank-Holger Acker – Der Autor dieses Artikels ist ein 75-Kilo-Experte, der diverse Wettkämpfe im Powerlifting und Bodybuilding gewann. Seine Bestleistung im Kreuzheben betrug im Wettkampf 3-faches Körpergewicht nur mit Gürtel. Neben einer individuellen Trainings- und Ernährungsbetreuung auf www.become-fit.de baut Frank aktuell seinen Youtube-Channel rund um Training und Ernährung aus.
Zusammen mit Heiko steht Frank hinter dem deutsprachigen Fitness-Podcast “Dünn & Dünner“.

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Bildquelle Titelbild: Flickr / Japanexperterna.se ; CC Lizenz


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  • Wade

    Sorry, seh ich aber anders. Wenn ich trainieren gehe, dann will ich trainieren (abschalten?!) und den Alltag vorerst mal ausblenden. Deswegen denk ich auch, dass dann das Handy daheimbleiben sollte…oder nur für Musik herhalten sollte.