Curcumin beschleunigt Muskelregeneration um das 8-fache

Curcumin beschleunigt Muskelregeneration um das 8-fache

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Von Damian N. Minichowski

Kennst du Curcumin? Hierbei handelt es sich um eine Substanz aus der Reihe der Curcuminoide, welche in der Familie der Ingwergewächse vorkommen. Es ist unter anderem in der Wurzel (Rhizom) von Kurkuma (Curcuma longa) enthalten. Kurkuma findest du z.B. in dem Currypulver, welches du in jedem gut sortierten Supermarkt im passenden Gewürzstreuer kaufen kannst – es ist das Pulver dieser Pflanze, die ihm seinen charakteristischen Gelbton und Geschmack verleiht.

Innerhalb der traditionellen indischen Medizin, der Ayurveda, wird Kurkuma (und dessen Extrakte) schon seit vielen Jahrhunderten verwendet, da es u.a. die Verdauung reguliert (Anregung der Magensaftproduktion). Das darin enthaltene Curcumin kann aber noch sehr viel mehr, wie du dir sicher vorstellen kannst (sonst würde ich jetzt nicht hier darüber schreiben) – wie klingen folgende Effekte für dich:

  • Krebshemmend
  • Entzündungshemmend
  • Anti-oxidativ
  • Anti-diabetisch
  • Anti-Analgetisch
  • Regenerativ

Regenerativ? Erzähl mir mehr…“

Okay, bei dieser Studie handelt es sich um einen Tierversuch, aber die Ergebnisse sollte man dennoch auf sich wirken lassen, denn es gibt inzwischen auch einige Humanversuche, welche die Muskel-regenerative Wirkung von Curcumin stützen [2][3].

Grund genug, um da einmal genauer hinzusehen, oder?

Curcumin beschleunigt Muskelregeneration um das 8-fache

Forscher der Emory University (Atlanta, USA) prüften in diesem Experiment welche Auswirkungen die Supplementation mit Curcumin auf die Regenerationsfähigkeit der Muskulatur entfaltete. (Vorab möchte ich erwähnen, dass ich kein Befürworter derartiger Tierexperimente bin, allerdings sind die Daten vorhanden, also werde ich die Studie auch entsprechend reviewen).

Für dieses Experiment setzten die Wissenschaftler die Versuchstiere extremer Kälte aus, so dass Gewebsschäden an Kiefer und Wadenmuskulatur auftraten. Im Anschluss an diese Intervention verabreichte man den Nagetieren jeden Tag Curcumin (es wurde mit 0,15-0,20 ml Flüssigkeit in den Dünndarm injeziert, so dass es sofort aufgenommen und in den Systemkreislauf (Blutkreislauf) überführt werden konnte).

Als Placebo-Gruppe dienten Mäuse, die im Gegensatz zu den Curcumin-Mäusen keine aktiven Inhaltsstoffe erhielten (trotz Kälteexposition).

Nach Ablauf des Studienzeitraumes untersuchte man bei den Tieren den Grad an Muskelregeneration anhand eines Markers, den man Embryonic Myosin Heavy Chain (EMHC) nennt.

Regeneration um das 8-fache beschleunigt dank Curcumin – Das Studienergebnis

Die untere Grafik zeigt die Konzentration des Faktors EMHC in Abhängigkeit der erhaltenen Curcumin (in µ/kg Körpergewicht) in den Versuchtieren an, die das Verum erhielten. Die Balken repräsentieren also die Differenz zwischen Curcumin-Mäusen und dem Placebo.

Dosisabhängiger Effekt von Curcumin auf Muskelregeneration in Kiefer- und Wadenmuskulatur (Bildquelle: Thaloor et al. (1999))

Nach 4 Tagen: Dosisabhängiger Effekt von Curcumin auf Muskelregeneration in Kiefer- und Wadenmuskulatur (Bildquelle: Thaloor et al. (1999))

Die linke Sektion (schwarze Balken) zeigt die EHMC Konzentration des Kiefermuskels (Masseter) an, die rechte Sektion (weiße Balken) zeigt die EHMC Konzentration des Wadenmuskels (TA = Tibialis). Zu sehen ist ein dosisabhängiger Effekt, wobei der sweet spot die Gabe von 20 µ Curcumin pro kg zu sein scheint, mit dem eine 8-fache Beschleunigung der Regeneration derMuskulatur ggü. Placebo im Kiefermuskel erreicht wurde. Bei der Wadenmuskulatur war es „nur“ eine 5-fache Beschleunigung der Regeneration ggü. Placebo.

Die beiden Schaubilder rechts zeigen die jeweiligen Zustände in der Muskulatur der Tiere nach 4 Tagen. Bild A stammt von der Maus, die das Placebo erhielt. Zu sehen ist, dass die Muskelfasern chaotisch angeordnet und gering an der Zahl sind.

Bild B zeigt indes die Situation der Curcumin-Maus, welche die Optimaldosis (20 µ/kg) erhalten hat. Zu sehen ist eine ordentliche Anordnung zahlreicher Muskelfasern.

Das weitere Schaubild (unten) zeigt den Zustand in der Kiefermuskulatur beider Tiere nach 10 Tage, wobei der Curcumin-Maus (B) natürlich jeden Tag die entsprechende Menge Curcumin verabreicht wurde. Hier ist die Muskulatur vollständig regeneriert. Ein entsprechend anderes Bild zeigt sich bei der Placebo-Maus (A).

(Bildquelle: Thaloor et al. (1999))

Nach 10 Tagen: Noch immer nicht verheilt bei Placebo-Maus (A). Wohl-geordnet und nahezu regeneriert bei Curcumin-Maus (B) (Bildquelle: Thaloor et al. (1999))

Für dieses erstaunliche Ergebnis machen die Forscher die Wirkung von Curcumin auf den Entzündungsfaktor NF-kappaβ verantwortlich, dessen Aktivität durch die Supplementation erheblich reduziert werden konnte:

„[Wir schließen daraus, dass NF-kappaB eine regulative Rolle in der Myogenese spielt und dass die Modulation der NF-kappB Aktivität im Muskelgewebe positiv auf Muskelregeneration wirkt. Diese erstaunlichen Ergebnisse von Curcumin bezüglich Myogenese lassen auf potenzielle Anwendungsgebiete bei Verletzungen der Muskulatur schließen].“ – [1]

Abschließende Worte

Halten wir abschließend fest: Es handelt sich hier um ein Tierexperiment an Nagern, bei denen man durch die Gabe von Curcumin eine um bis zu 8-fache Beschleunigung der Muskelregeneration erzielen konnte, die in Folge von Kälteschäden entstanden sind. Dies wurde durch die Modulation des Transkriptionsfaktors NF-kappaβ (verantwortlich für Zellproliferation und Apoptose) erreicht.

Inwiefern sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist Aufgabe weiterer Untersuchungen. Man könnte jetzt darüber spekulieren, ob Curcumin in der Lage ist die Muskelregeneration zu beschleunigen, wenn die Schäden infolge physischer Einwirkung (Kraftsport) entstanden sind – aber auf jeden Fall heißt dass, dass man über die Ergänzung mit Curcumin nachdenken könnte, wenn man es mit Schäden an der Muskulatur zu tun hat (z.B. Sportunfall o.ä.) und die Regeneration ein wenig – Wolverine-like – beschleunigen wollen würde.

Eine Untersuchung von Davis et al. (2007) an militärischem Personal zeigt jedenfalls positive Effekte hinsichtlich Regeneration bei exzentrischer Belastung durch Curcumin [3]. Es sieht also vielversprechend aus.


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Über Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 200 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.

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Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Pixabay.com / SoFuegoProductions ; CC Lizenz


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