Life Domination VIII: Ich bereue nichts!

Life Domination VIII: Ich bereue nichts!

0 Kommentare 📅12 Januar 2016, 11:14
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Aljosa Popadic & Kratosguide.com | Aus dem Englischen von Damian N. Minichowski

Lange gab es in der „Life Domination“-Reihe keinen neuen Nachschub, der zum Nachdenken und Reflektieren anregen sollte. Doch heute ist kein solcher Tag!

Wie definierst du Erfolg? Was macht ein erfolgreiches Leben in deinen Augen aus? Worauf kommt es im Leben an? Und noch wichtiger: Wie möchtest du leben und gelebt haben, wenn die Zeit zum Abdanken kommt?

Im Folgenden wirst du über das Schicksal zweier – scheinbar erfolgreicher – Personen lesen. Doch nur eine von ihnen geht mit einem Lächeln auf den Lippen…

Life Domination VIII: Ich bereue nichts!

(Bildquelle: Pixabay / PixelAnarchy ; CC Lizenz)

…das schwarze Schaf in der Herde. Kommt dir das bekannt vor…? Eckst du an oder gehst du in der Masse unter? (Bildquelle: Pixabay / PixelAnarchy ; CC Lizenz)

An diesem Sommer war er 60 Jahre alt und tief in seinen Knochen wusste er, dass er keinen weiteren sehen würde. Nicht dass es ihn gekümmert hätte – jedes seiner 60 war so viel wert, wie die 100 eines anderen und er hatte genug gesehen, um das Leben durch und durch zu verstehen…daher fürchtete er den Tod nicht. Er wusste, dass es das Herz war, was ihn am Ende kriegen würde – körperlich und mental immer noch stark, hat sein Leben voller Nervenkitzel und Abenteuer seinen Tribut an seinem Herzen gefordert und insgeheim wusste er, dass der Herzschlag niemals so sehr ein Countdown gewesen ist, wie er es in jenen Tagen war. Doch er sah den Tod als eine weitere Herausforderung und die Gelegenheit, neue Kontinente zu entdecken – so, wie er die Dinge sein ganzes Leben lang gesehen hat.

Es ging stets nur um Entdeckung und die Herausforderung des Selbst. Auch in einer kurzen Periode der Kriminalität während seiner Jugend ging es niemals darum andere zu verletzen oder das leichte Geld, das er machte, sondern um den Nervenkitzel, die Frauen, das elektrisierende Gefühl zu wissen, dass man sich außerhalb der Gesellschaft, außerhalb der Regeln und etablierten Systeme bewegte. Es war derselbe Grund, wieso er trotz seiner enormen Intelligenz niemals einen höheren Bildungsweg verfolgt hat. Er hasste das zu tun, was man ihm befahl und er hasste es, einen ausgetreten Pfad zu beschreiten.

(Bildquelle: Wikimedia.org / Adha68 ; CC Lizenz)

Leben heißt auch mal etwas zu riskieren. (Bildquelle: Wikimedia.org / Adha68 ; CC Lizenz)

Aus demselben Grund hatte er nie Probleme in einem solchen Ausmaß bei Frauen gehabt, wie seine gleichaltrigen Kollegen. Er hatte kein hochmütiges Verlangen nach Heirat und einem weiß gestrichenen Zaun, sondern Erfahrung und Adrenalin, weshalb die Frauen ihn aufsuchten, da ihn stets eine mysteriöse und abenteurliche  Aura  umgab. Sein erstes Unternehmen war ein kläglicher Misserfolg, so wie auch sein Zweites. Sein Drittes machte ihn zum Millionär.

Mit 30 Jahren hatte er schließlich genug Geld, um für hundert Jahre komfortabel zu leben und mit 32 Jahren hatte er alles in risikobehafteten Unternehmungen und Investments verloren. Mit 40 hatte er sein Imperium wieder aufgebaut – noch reicher, als jemals zuvor. Er hatte die Welt erkundet. Diejenigen, die ihm seinen Erfolg übelnahmen, die Gebildeten – die gehobene Klasse – die Neureiche hasste, rechnete das alles seinem Glück, der passenden Gelegenheit und ein paar immanenten Charakterzügen seiner Personalität zu, mit denen Gott nicht bereit gewesen war, sie selbst auszustatten.

(Bildquelle: pdpics,com / CC Lizenz)

Wie werden die deine Mitmenschen und Liebsten in Erinnerung behalten? Wie sollen sie dich in Erinnerung behalten?! (Bildquelle: pdpics,com / CC Lizenz)

Er war ein Self-Made Man und sie hassten es, dass er es auf seine Art und Weise gemacht hatte. Er war vorbestraft und wurde im Alter von 19 Jahren zweimal wegen Autodiebstahl verurteilt – und das rieben sie ihm für den Rest seines Lebens mit Wonne unter die Nase – doch das war ihm scheißegal. Sie waren fett, verschluckten sich an ihren Spaghetti in teuren italienischen Restaurants. Er glaubte, dass Nahrung wie Treibstoff und der Körper wie eine Maschine war, folglich trug er ein Spitzenlevel an körperlicher Fitness über seine 40er und tief in die 50er hinein.

Jetzt war er 60, hatte 5 Kinder mit 3 Frauen – und die Kinder bewunderten ihn. Seine Nichten und Neffen verehrten ihn. Es war schwer einen älteren Mann mit derartigen Augen und einem Geist eines 20-jährigen nicht zu bewundern. Er war zweimal verheiratet, doch die Frauen aus seinem Leben haben nie bereut, was sie mit ihm getan haben. Er war, wie er war und er entschuldigte sich dafür nicht, stattdessen stellte er sicher, dass die Kinder, die er mit ihnen hatte, eine gute Erziehung genießen konnten.

Er bereute nichts!

(Bildquelle: Flickr / State Farm ; CC Lizenz)

Schule, Uni, Job – eine sichere Karriere hat ihre Verlockungen, aber ist es wirklich das, was du möchtest? Lass nicht andere über dein Schicksal entscheiden. (Bildquelle: Flickr / State Farm ; CC Lizenz)

Eine Träne rann an seiner faltigen Wange herab, als die Fantasie eines alten Mannes aus seinem trägen Geist verschwand. 60 Jahre alt, alleine in einem Raum im Pflegeheim, in das ihn seine undankbaren Kinder vor zwei Jahren gesteckt hatten, als die Depressionen begannen ihren Tribut an seinem gequälten Geist zu fordern. Es schien, als ob man sich nur ungern in seiner Nähe aufhalten wollen würde.

Er hatte es niemals gewagt etwas in Frage zu stellen oder zu rebellieren. Er hatte nie die Eier, um für sich selbst einzustehen – irgendwas würde stets im letzten Moment dazwischenkommen und er würde jedes Mal einen Rückzieher machen, wenn es darauf ankam. In der Grundschule und im Gymnasium hatte er stets gute Noten. Später schaffte er es dann auf eine prestigehafte Universität, an der er Business Management & Finance studiert hat. Außerhalb des Schulsystems geriet er jedoch ins Straucheln.

Er hatte keinerlei Erfahrung. Er war nicht besonders gut darin mit anderen Menschen zu kommunizieren. Und er hatte seinen Eltern geglaubt, als sie ihm erzählt haben, dass ein akademischer Grad alles sein würde, was er benötigte, um im Leben erfolgreich zu sein –  doch dann fand er heraus, dass Unternehmenseigentümer Menschen einstellen wollten, die entweder Erfahrung besaßen oder Verbindungen hatten.

(Bildquelle: Flickr / In transition ; CC Lizenz)

Wenn dich dein Leben ankotzt, solltest du inne halten, nachdenken – und dich neu orientieren. Es ist noch nicht zu spät die Dinge zu tun, die du schon immer tun wolltest. (Bildquelle: Flickr / In transition ; CC Lizenz)

Sein akademischer Grad hat ihn tief verschuldet und so fing er an beim lokalen McDonald’s als Manager zu arbeiten, um den Schuldenberg zu tilgen. Schließlich brachte der Uni-Abschluss doch noch seinen Nutzen und er wechselte zu Coke, wo er einige Jahre als Vertriebsmanager gearbeitet hat. Er verdiente eine nette Summe, 90.000 € pro Jahr oder so, und fand eine Frau aus der unteren Schicht, von der er dachte, dass sie über seine Unbeholfenheit hinweg und direkt in seine Seele blickte – in Wahrheit blickte sie jedoch über seine Unbeholfenheit hinweg und direkt in seine Brieftasche. 20 Jahre und einige Beförderungen später, lag er bei 150.000 € und er war unglücklicher, als jemals zuvor.

Mit all dem Geld dachte er daran die Welt zu bereisen. Er dachte, er sei frei…aber am Ende sah er nur Zellwände. Die Hypothek für das nette Haus, von dem man erwartete, dass er es als höherrangiger Manager hatte, sowie die Rückzahlungen für das teure, europäische Luxusauto (von dem man erwartete, dass er es als höherrangiger Manager hatte…), sowie die Gebühren für die Privatschulen, die seine Kinder besuchten (von dem man erwartete, dass sie es als Kinder eines höherrangigen Managers taten) … sowie die ständig steigenden Erwartungen, die seine Frau – schreiend auf Stimulanzien oder weinend auf Antidepressiva – äußern würde, fraßen ihn beim lebendigen Leibe auf. Er missbrauchte verschreibungspflichte Drogen und wünschte sich, dass er über die Courage verfügen würde, um die Pistole an seinen Kopf zu setzen.

Jetzt war er 60 und durch ein Leben voller Stress war sein Herz so gut wie erledigt. Er fühlte in seinen Knochen, dass dies der letzte Sommer sein würde, denn er jemals sehen würde. Er blickte zurück und sah nichts. Er sah nach vorne und sah nur das klägliche Ende eines noch kläglicheren Lebens. Seine Frau hatte ihn schon vor langer Zeit verlassen und seine Kinder konnten ihn nicht ausstehen – diesen schwachen alten Mann, den ultimativen Sklaven des Systems und Musterknaben der westlichen Mittelstandskasse.

(Bildquelle: Philippe De Champaigne ; CC Lizenz)

Die Zeit ist unwiederbringlich. Lebe so, dass du am Ende nichts zu bereuen hast. Lebe in vollen Zügen. Dominiere. (Bildquelle: Philippe De Champaigne ; CC Lizenz)

Sein ganzes Leben lang bemühte er sich darum Fehler zu vermeiden. Zu vermeiden, dass andere über ihn lästerten. Zu vermeiden, dass er etwas tat, was er später bereuen würde. Doch nun, am Ende der Straße angekommen, bedauerte er so viel. Er würde alles – alles – tun, um noch einmal zurückzugehen und es zu verändern. Um zu sagen Scheiss drauf. Um gegen seine Eltern zu rebellieren und seinen eigenen Weg zu gehen.

Doch nun war es bereits zu spät

Einige Monate später gab sein Herz schließlich an einem sonnigen Nachmittag auf und die herabsinkenden Herbstblätter schienen die einzigen zu sein, die seinen Tod betrauerten oder gar seine letzten, gequälten Atemzüge anerkannten…

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Bildquelle Titelbild: cc0.photo / Raffael Herrmann

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Damian Minichowski
Damian Minichowski Autor & Founder

Gründer und Autor von Aesir Sports. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian Minichowski in regelmäßigen Abständen für unterschiedliche Kraftsportseiten, darunter Team-Andro.com, Fitnessfreaks.com & Liveforthepump.de. Seit dem Frühjahr 2011 war Damian nebenberuflich als Fitnessberater tätig. Seit 2012 arbeitet er für den britischen Supplementhersteller MyProtein.com.

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