Ellenbogenschmerzen: Häufige Verletzungen und wie man sie behandelt – Teil II

  • von
  • 0
Ellenbogenschmerzen: Häufige Verletzungen und wie man sie behandelt - Teil II

Von Stefan Krause (Trainer für Fitness, Personal- Training und Trainingstherapie)

Nachdem wir im 1. Teil wichtige Einzelheiten über die Anatomie des Armes (und des Ellenbogens im Speziellen) geklärt und über gängige Probleme, die aus einer Fehlbelastung des Ellenbogengelenks entstehen können, ist es nun an der Zeit konkret zu werden und einige Behandlungsmöglichkeiten und Trainingstherapien zu erläutern, die darauf abzielen Schmerzen zu minimieren und ggf. die volle Funktionstüchtigkeit des Armes wieder herzustellen.

Falls du also zu den Schmerzgeplagten gehörst (z.B. Tennisarm, Golferellenbogen & Impingement), die infolge von Ellenbogenschmerzen nicht (mehr) richtig trainieren können, dann dürfte dich der zweite Teil ganz besonders interessieren!

Falls du nicht betroffen bist, so findest du einige praktische Tipps zur Prävention (damit du auch weiterhin nicht-betroffen bleibst!).

Ellenbogenschmerzen: Häufige Verletzungen und wie man sie behandelt – Teil II

Der Ellenbogen: Eine verletzungsanfällige Konstruktion

Verletzungen am Ellenbogen sind oftmals sehr hartnäckig und in ihrer Behandlung langwierig. Zum einem sind sie nicht immer gut zu ertasten und zum anderen sind sie nicht unbedingt mit einem größeren Gewebeschaden (in Muskel, Sehne, Kapsel oder Band) bzw. einer Knorpel- oder Knochenverletzung gleichzusetzen. Häufig sind es „nur“ Entzündungen oder Reizungen, verursacht durch eine Überlastung.

Problemfall #1: Tennisarm / Tennisellenbogen

Der Tennisellenbogen (laterale Epicondilitis oder auch Tennisarm) ist einer der bekanntesten und häufigsten Überlastungsschäden im Ellenbogen. Hierbei handelt es sich um Gewebeveränderungen des Sehnenansatzpunktes der Unterarmstreckmuskulatur.

Als Ursachen werden im Sport meistens eine mangelnde Technik, ungenügendes Material (z.B. falsche Griffstärke, zu harte Bespannung beim Tennisschläger) oder Ähnliches vermutet. Es besteht eine Druckschmerzhaftigkeit am äußeren Ellenbogen, die sich bei einer Handsteckung noch verstärkt. Linderung bringt in erster Linie eine vorübergehende totale Ruhigstellung von Hand- und Fingergrundgelenken.

Ob kühlende Auflagen und entzündungshemmende Medikamente einen positiven Einfluss haben, muss auch bei dieser Indikation (siehe u.a.  meine vorigen Ausführungen zum Thema Knie)  wieder in Frage gestellt werden.  

Wesentlich seltener tritt der Golferellenbogen (mediale Epicondilitis) an der Innenseite des Ellenbogens auf, bei dem sich die Ansatzzone der Unterarmbeugegruppe durch Überlastung (z.B. Abschlagtraining beim Golf) entzündet.

Die Kombination aus einem wiederholten Dehnungszug auf die Ellenbogeninnenseite (Valgusstress) in der Ausholbewegung und einer schnellkräftigen Einwärtsdrehung (Pronation) des Unterarms in der Schlagphase ist verantwortlich für dieses Syndrom. 

Trainingstherapie des Tennisarms / Tennisellenbogens

Obwohl es auch Hausfrauen etc. treffen kann, sind es für gewöhnlich die Rückschlagspiele, die Überlastungen des äußeren Ellenbogens (Epicondylus lateralis) auslösen. Aus Krafttrainings- Therapeutischer-Sicht besteht vor allem meist eine Muskelschwäche im Handgelenk.

Tipp: Vorbeugendes Training der Unterarm- und Handgelenksmuskulatur.

Typisch für einen Tennisarm ist die Druckschmerzhaftigkeit am äußeren Ellenbogen. In einer Akutsituation ist bereits das Ballen der Faust oder das Halten einer Flasche schmerzhaft. Sie wird hervorgerufen durch eine Überlastungsreaktion der Sehnenplatte der Handgelenk- und Fingerstreckmuskulatur, die an einem kleinen knöchernen Ursprung, am äußeren Ellenbogen (dem lateralen Epicondylus), ihren Ursprung hat.

Medikamentöse Behandlung des Tennisarms / Tennisellenbogens

Im Gegensatz zur einer Behandlung an der Achilles- oder der Bizepssehne (Gefahr eines Sehnenrisses) ist die Kortisoninjektion bei einem Tennisarm „eher anzuraten“, da Leidtragende in der Regel kraftausdauerorientierte Sportarten betreiben, die nur geringe Belastungsspitzen hervorrufen.

Hier sollte die individuell ausgeführte Sportsart berücksichtigt werden. Die Gefahr eines Risses bei vorgeschädigter Sehne ist im Ellenbogen wesentlich niedriger einzuschätzen, als bei der Achillessehne. Allerdings sollte laut ärztlicher Auskunft die Kortisongabe grundsätzlich nicht häufiger als zwei bis drei Mal pro Jahr erfolgen. Ansonsten muss über eine operative Ausräumung des entzündeten Gewebes nachgedacht werden.

Vor einigen Jahren wurde bei dieser Indikation oft noch zu schnell operiert. Meistens mit unbefriedigenden Ergebnissen. Ein Tennisarm war nahezu gleichzusetzen mit dem Ende einer Sportlerkarriere. Durch Verbesserungen technischer Bewegungsabläufe, des Fitnessniveaus, aber vor allem im Material, wurde der Tennisarm im Profi-Tennissport selbst in den Hintergrund gedrängt. Ein moderner Tennisschläger aus Titan und/oder Grafit wiegt heute lediglich die Hälfte eines Gerätes aus der Holrahmengeneration der 70er- Jahre. Aus diesem Grund ist der Begriff Tennisarm eigentlich nicht mehr typisch.

Therapie des Tennisarms / Tennisellenbogens

In der Therapie des Tennisarms hat sich die konservative Rehabilitation durchgesetzt. So stehen zuerst (in der Entzündungsphase) entlastende Maßnahmen wie Immobilisation und Taping des Handgelenks im Vordergrund. Nach Abklinken der Symptome (etwa nach einer Woche) folgt dann ein Dehnungsprogramm der Streckermuskulatur (Extensoren) im schmerzfreien Bereich in Kombination mit einem isometrischen Krafttraining, um die Arbeitsmuskulatur zu reaktivieren.

Verläuft auch diese Trainingsphase schmerzfrei, schließen sich dynamische Krafttrainingsformen der gesamten Unterarmmuskulatur an. Nach einer „Faustregel“ kann das dynamische Krafttraining dann aufgenommen werden, wenn der Betroffene in der Lage ist, einen kräftigen Händedruck ohne Schmerzen zu tolerieren.

Der Schwerpunkt in der Trainingstherapie liegt im Aufbau der Beugemuskulatur (Flexoren), für die Trainingspraxis bedeutet das für Dich, dass die Beuger eine verhältnismäßig höhere Anzahl von Übungen und Sätzen absolvieren sollten, als ihre Gegenspieler. Dadurch wird langfristig der Druck auf die Ansatzzonen der Strecker vermindert.  

Beachte: Dehnungsübungen sind nur im schmerzfreien Zustand sinnvoll. Ein vorsichtiger Beginn ist nötig, um die Ansatzzonen nicht sofort wieder unter Zugspannungsstress zu bringen.

Erfahrungsgemäß kann nach etwa drei Wochen der Übergang zum sportartspezifischen Training erfolgen, wobei die Trainingstherapie im Sinne einer flankierenden Trainingsmaßnahme für mindestens einen weiteren Monat fortgesetzt werden sollte. Hierdurch kann sich eine langfristige muskuläre Balance zwischen Beugern und Streckern des Handgelenks einstellen.

Zusammenfassung zum Tennisellenbogen

Trainingstherapeutische Maßnahmen beim Tennisarm in der Reihenfolge ihrer Anwendung:

  • Ruhigstellung des entzündeten Bereichs und Vermeidung schmerzauslösender Bewegungen unter Fortführung des allgemeinen Konditionstraining
  • Funktionelle Tapeverbände für das Handgelenk in der Akutphase, um Deinen Ellenbogen zu entlasten
  • Trainings- und Technikanalyse
  • Vorsichtige Dehnungs- und Kräftigungsübungen im schmerzfreien Bereich
  • Isometrisches Krafttraining der gesamten Unterarmmuskulatur in verschiedenen schmerzfreien Winkelstellungen
  • Dynamisches Krafttraining (konzentrisch/exzentrisch) Deiner Unterarmmuskulatur mit Schwerpunkt: Handgelenksbeuger
  • Ausgedehntes Auf- und Abwärmprogramm vor sportspezifischen Belastungen

Problemfall #2: Golferellenbogen

Trainingstherapie des Golferellenbogens

Im Gegensatz zum Tennisarm sind beim Golferellenbogen die Sehnenursprünge der Handgelenks- und Fingerbeugemuskulatur gereizt. Neben Golfspielern erfasst diese Symptomatik auch Baseball-, Tennis- und Badmintonspieler, Leichtathleten der Stoß- und Wurfdisziplinen sowie Berufstätige mit einseitigen Arbeiten. Wie beim Tennisarm klagen auch Golferellenbogen- Betroffene über Druckschmerzhaftigkeit, die sich allerdings auf der Innenseite (dem medialen Epicondylus) des Ellenbogens, äußern.

Die Therapie unterscheidet sich nicht wesentlich von der des Tennisarms. Auch beim Golferellenbogen folgt nach Abklingen der Symptome ein Dehnungsprogramm der Beugemuskulatur im schmerzfreien Bereich, dass in dem Maß an Intensität zunimmt, wie die Schmerzen abklingen. Diese Phase kann mit isometrischen Übungen kombiniert werden.

Um mittelfristig das adäquate Kraftverhältnis von Beugern und Streckern im Handgelenk wieder herzustellen, folgt im zweiten Schritt ein intensives Aufbautraining der Unterarmmuskulatur. Das Hauptaugenmerk gilt dabei den Handgelenksstreckern, die aus dem vollen bzw. machbaren Bewegungsspielraum  (Range of motion) trainiert werden, um auch hier langfristig den Zug von den Sehnenansatzzonen zu verringern.

Zusammenfassung zum Golferellenbogen

Trainingstherapeutische Maßnahmen beim Golferellenbogen in der Reihenfolge ihrer Anwendung – siehe Tennisellenbogen. Hier ist nur zu Beachten das der Schwerpunkt in der Trainingstherapie auf den Handgelenksstreckern liegt.

Beachte: Die Ruhigstellung in Ellenbogen und Handgelenk  erweist sich im Alltag als recht schwierig, da beide Gelenke bei alltäglichen Bewegungen ständig gebraucht werden.

Tipp:  Bei Alltagsbewegungen den nicht betroffenen Arm benutzen.

Problemfall #3: Impingement der Ellebogeninnenseite

Exzentrisches Training als ein Gegenmittel

Wie beim Schultergelenk so kann auch Deinem Ellenbogen ein Engpasssyndrom (Impingement-Syndrom) entwickeln. In diesem speziellen Fall handelt es sich um einen Schmerzzustand im inneren hinteren Bereich des Ellenbogens. Der Fachmann spricht hier von einem posterior-medialen Impingement.

Dieses Engpasssyndrom wird durch eine permanente Stauchung in Überstreckung hervorgerufen, die vor allem durch schnellkräftige Wurfbewegungen zustande kommt. Insbesondere in der Beschleunigungsphase gehen immense Kräfte von der vorderen Schulter- und der Armstreckmuskulatur aus, die vor allem durch den zweiköpfigen Armbeuger exzentrisch abgebremst werden müssen.

Bei mangelhafter exzentrischer Spannung in diesem Muskel, wird die obere Gelenkfläche des Radiusköpfchens gegen den äußeren Anteil der Gelenkfläche des Oberarms geschlagen. Hierdurch kann es auf Dauer zu Verknöcherungen (osteophytäre Anlagerungen) kommen. Bei weiterer Kompression spalten sich freie Gelenkkörper (Gelenkmäuse) entweder von den Anlagerungen oder von der Gelenkknorpeloberfläche ab, die das Ellenbogengelenk in seiner Bewegung blockieren (Osteochondritis dissecans).

Diese sogenannten Gelenkmäuse müssen operativ entfernt werden, wenn die Bewegungsfreiheit eine volles Bewegungsausmaß (Range-of-motion) nicht mehr zulässt, ansonsten reagiert das Gelenk mit Schwellung!

Exzentrisches Krafttraining

Prophylaktisch kannst Du dieser Gefahr u.a. durch ein exzentrisches Krafttraining der Armbeugemuskulatur entgegenwirken.

Das bedeutet für Dein Training, das Du in der Abwärtsbewegung einer Trainingsübung (exzentrische Phase) das Trainingsgewicht sehr langsam und kontrolliert herablässt, z.B. 3-5 Sekunden. In der Aufwärtsbewegung (konzentrische Phase) aber dynamisch und zügig die Last nach oben bringst (aber kein Schwung bzw. Abfälschen) oder bei einarmiger Ausführung mit Hilfe der anderen Hand unterstützend eingreifst.

Die Lasten sollten hier relativ hoch gewählt werden 100% FMax und die Regenerationszeiten unbedingt berücksichtigt werden – da ein Exzentrisches Krafttraining mehr „Stress“ u.a. auf das Nervensystem ausübt. 

Trainingstherapie beim Impingement der Ellebogeninnenseite

Die Trainingstherapie nach operativer Ausräumung von freien Gelenkkörpern beginnt bereits nach drei Tagen mit dynamischen Übungen im schmerzfreien Bereich unter Entlastung. Steigerungen der Intensität und des Umfangs orientieren sich am Beschwerdezustand.

Ohne Eintritt von Komplikationen (z.B. operativ bedingte Schwellungen) kann ein Sportler nach etwa zwei Monaten das sportartspezifische Training wieder aufnehmen. Die Armbeugemuskulatur sollte wiederum durch exzentrische Belastungen auf schnelle Dehnungs-Verkürzungs-Zyklen, wie sie bei Würfen aller Art vorkommen, im Vorfeld entsprechend vorbereitet werden.

Trainingstherapie nach operativ versorgtem Impingement der Ellenbogeninnenseite

  • Ruhigstellung; Bewegungsanbahnung im schmerzfreien Bereich (1. bis 2. Tag)
  • Trainings- und Technikanalyse (während der Rekonvaleszenz)
  • Isometrisches Krafttraining der gesamten Unterarmmuskulatur in verschiedenen Winkelstellungen (3. bis 7.Tag)
  • Dynamisches Krafttraining der gesamten Unterarmmuskulatur (ab der 2. Woche)
  • Exzentrisches Training des Armbeugers (Bizeps).

Sei schlau – beuge vor!

Du kannst natürlich einem Tennisarm oder anderen Beschwerdebildern des Ellenbogens durch ein fein abgestimmtes Krafttraining vorbeugen.

Die Übungen sollten zunächst mit leichter Belastung durchgeführt werden – statische wie auch dynamische Übungen sollten hier Berücksichtigen finden. Da es auch hier wieder eine Vielzahl an Übungen gibt, stelle ich Dir in diesem Rahmen nur eine kleine Palette des Trainings vor. Diese Auswahl kannst Du so gut wie überall absolvieren.

Kräftigung von Ellenbogen, Handgelenk und Hand

Übung #1: Handgelenksstreckung im Obergriff mit der Kurzhantel

Du legst Deinen Unterarm auf Deinen Oberschenkel, einen Tisch oder eine Trainingsbank, wobei Deine Hand mit der Handfläche nach unten zeigend über die Tisch- oder Bankkante bzw. Knie „hängt“. Du beginnst die Übung mit gerade gestrecktem Handgelenk, nun hebst und senkst Du die Hand im Handgelenk langsam so weit wie möglich.

Achte dabei, dass Du Deinen Unterarm nicht vom Knie, dem Tisch oder der Bank abhebst und die Bewegung ruckfrei absolvierst. Alternativ kannst Du die Übung auch mit einer Langhantel ausführen, das erfordert von Dir nicht so viel Körperkoordination wie beim Einsatz der Kurzhantel und es kann mit mehr Gewicht gearbeitet werden.

Übung #2: Handgelenkbeugung im Untergriff mit der Kurzhantel

Siehe Handgelenkstreckung nur dass hier Deine Hand mit der Handfläche nach oben zeigt.

Ein- & Auswärtsdrehung

Du legst Deine Hand auf z.B. wieder auf einen Tisch mit dem Handgelenk über der Tischkante. Die Übung beginnst Du mit der Handfläche nach oben zeigend. Nun die Hand vollständig nach außen  (Supination) und vollständig nach innen drehen (Pronation). Als Widerstand kannst Du hier z.B. eine Kurzhantel oder Wasserflasche einsetzen.

Aufrollübungen

Für diese Übung ist ein ca. 30-60 cm langer Stock, Besenstiel oder Stab erforderlich, an dem in der Mitte ein 1,2-1,5 m langes Seil befestigt ist. Am anderen Ende des Seiles ist erst einmal 0,5-2,5 kg schweres Gewicht befestigt.

  • Beüben Deiner Streckmuskulatur (Extensoren): Du greifst den Stab zu beiden Seiten des Seils, Handflächen nach unten zeigend. Nun wickelst Du das Seil auf, anschließend wird das Seil gleicher weise wieder langsam abgewickelt.
  • Beüben Deiner Beugemuskulatur (Flexoren): Die Übung entspricht der Ausführung wie die soeben genannte für die der Streckmuskulatur, jedoch wird sie mit den Handflächen nach oben zeigend durchgeführt.

Beachte: Solltest Du mit einem Impingement-Syndrom der Schulter zu kämpfen haben, ist  diese Übung mit Vorsicht anzuwenden.

Übung: Unterarmrotation mit Kurzhantel

Du stellst Dich gerade hin und nimmst eine Kurzhantel auf, nun beugst Du Deinen Arm im Ellenbogengelenk auf 90 Grad. Du startest die Übung mit den Handflächen nach oben zeigend, dann Dein Handgelenk und den Unterarm langsam drehen, sodass die Handfläche zum Boden zeigt.

Anschließend langsam wieder nach oben drehen, bis die Handfläche nach oben zeigt. Die gewünschte Anzahl an Drehungen ausführen, dann die Übung mit der anderen Hand wiederholen.

Alternativ: Anstelle einer Kurzhantel kannst Du die gleiche Übung auch mit dem Tennis- oder Golfschläger ausführen. Obwohl diese leicht sind, wird die Übung durch die Länge der Schläger schwerer,  zwar umso mehr, je weiter der Schlägerkopf von der Hand entfernt ist.

Geschmeidige Handgelenke

Für geschmeidige Handgelenke und eine gleichzeitige Dehnung der Muskeln in Richtung des Handgelenkes sind die folgenden Bewegungen empfehlenswert. Diese sollen hier nur kurz aufgeführt werden. Lasse Dir die Übungen bei Bedarf von einem  erfahrenen Trainer zeigen.

Da wären zum Beispiel: Dehnung der Ober- und Unterarmmuskulatur im Vierfüßlerstand. Dehnung der Handbeuge- und Streckmuskulatur mit gestrecktem Arm, Dehnung der Fingerbeugemuskulatur mit gestrecktem oder gebeugtem Arm und Dehnung der Handstreckmuskulatur in Rotation.

Diese Übungen sind u.a. Empfehlenswert bei folgenden Sportverletzungen: Tennis- oder Golfarm, Sehnenentzündungen am Bizeps (die erste Übung), Sehnenscheidenentzündungen und Ulnar- und Karpaltunnelsyndrom.

Hinweis zur korrekten Ausführung: Deine Unterarme, Handgelenke und Finger bestehen aus einer Vielzahl von kleinen Muskeln, Sehnen und Bändern. Dehne sie also nicht zu heftig und nicht zu schnell!

Equipment

Das Equipment beschränkt sich nicht nur auf die Lang- oder Kurzhantel, sondern Du kannst auch als Widerstandsquelle einen Schläger (Tennis- Golf), kleine Wasserflaschen, Keulen etc. in die Hand nehmen. Aber auch Gummibänder bzw. Therabänder (hier auf die richtige Länge achten) und Therapeutische Kabelzüge erfüllen ihren Zweck.

Zum Schluss noch ein kleiner Fall aus der Trainingspraxis.

Fallbeispiel aus der Praxis: Der Fahrradunfall

Dieser Klient war monatelang bei Orthopäden und Sportmedizinern gewesen, ohne großen Erfolg. Der Sportmediziner meinte dann auch nur zu ihm: „Wenn es nicht besser werden würde, müsste man operieren.“ Das wollte er natürlich nicht wirklich und die Therapie der Ärzte bestand wie immer aus Spritzen, Salben und manueller Therapie.

Der Grund seiner ständigen Arztbesuche war, dass er, wenn er morgens aufstand, seinen Unterarm nicht ohne Hilfe der anderen Hand hochheben konnte, aber auch das gelang  immer nur sehr schlecht und unter starken Schmerzen.

Der Auslöser

Entstanden ist das Problem bei einem Zusammenstoß mit einem Radfahrer, der mit so einer Wucht in ihn hinein fuhr, dass er mit aller Kraft dagegen halten musste, um nicht von dem Radfahrer komplett überrollt zu werden. Seine Unterarmmuskulatur zog sich unter diesen Umständen blitzschnell zusammen, so dass die betroffene Muskulatur jetzt komplett überlastet wurde.

Da dies auf dem Weg zur Arbeit geschah und mein Klient nicht sofort so starke Schmerzen verspürte, fuhr er weiter und arbeitete  auch noch den ganzen Tag – in dessen Verlauf er acht Stunden lang schwere und sperrige Dinge herumtragen musste. Das heißt, diese komplett überlastete Muskulatur bekam keine Pause und so nahm das Übel seinen Lauf.

Das Problem des Klienten

Durch diesen abrupten Stoß den seine Unterarmmuskulatur durch den Zusammenprall erhalten hatte, baute sich in diesem Bereich eine sogenannte „Schutzspannung“ auf. Die Muskulatur verkürzte sich soweit, dass sie nicht mehr in der Lage war normal und mit der benötigten Kraft und Flexibilität zu arbeiten.

Das schwere Arbeiten hat ihn dann vollends an den Rand des Möglichen gebracht, und der angeschlagene Muskel ist völlig überlastet worden. Sein Muskel war jetzt so verkürzt das er nicht mehr richtig arbeiten konnte. Das Ergebnis: Eine muskuläre „Lähmung“! Anmerkung: Das hatte aber in keiner Weise irgendetwas mit irgendeinem Nerv zu tun!

Das Training

Auch bei diesem Klienten waren die Trainingseinheiten relativ identisch mit dem zuerst genannten Klientenbeispiel. Wir brachten die verkürzte, in „Schutzspannung“ verhaarende Muskulatur wieder auf die normale Länge, trainierten seine Muskulatur auf „Längenkraft“ und mit dem Klienten ging es wieder Berg auf.

Abschließende Worte

Es ist immer dasselbe. Natürlich tut es im Gelenk weh, wenn man den Arm bewegt, da das Gelenk ja auch im „Mittelpunkt“ steht und es nur das macht, was der Muskel initiiert. Wenn Dein Muskel sich zusammen zieht, um Deinen Arm zu beugen oder zu strecken, dann sollte das reibungslos geschehen. Ist Deine Muskulatur aber aus dem Lot geraten, kommt es zu Schmerzen, die sich natürlich auch im Bereich des Gelenks auswirken können und das auch meistens tun.

Das waren jetzt ein paar Beispiele aus meiner Trainingspraxis, mit einigen anatomischen Ausführungen die ich hier aufführen konnte. Bei den meisten Ellenbogenverletzungen, ist der Schmerz ums Ellenbogengelenk herum meistens auch mit Ausstrahlungen vom Oberarm zum Unterarm einhergehend.

Ich denke, Du siehst wieder einmal mehr den Zusammenhang zwischen Deiner Muskulatur und dem optimalen Funktionieren dieser Muskulatur. Ist diese irgendwo gestört, sprich Deine „Bewegungsgeometrie“ nicht im Lot, kommt es zu Schmerzen bis hin zu „Lähmungen“.


Opt In Image
Werde zum Fitness- & Ernährungsexperten!
Schlanker, stärker, ästhetischer, gesünder!

Abonniere unseren Newsletter und erhalte - neben weiteren hochwertigen und einzigartigen Infos rund um Fitness, Gesundheit & Ernährung - regelmäßige Updates und Neuigkeiten rund um Aesir Sports.

Unser Versprechen: Kein Spam - nur 100% Aesir Sports!


Über Stefan Krause

Master Personal Trainer Stefan Krause (Potsdam-Personaltraining.de), der nach über zehn Jahren Personal-Trainer-Tätigkeit jetzt umschwingen – nun mehr die Feder zu Wort kommen lassen – möchte, um seine eigenen Erfahrungen aus über 25 Jahren Kraftsport und Ernährung sowie die seiner Klienten (Frauen und Männer) wiederzugeben und auch ein Augenmerk auf die Motivationen lenken möchte.

„Meine Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren auf die Wirbelsäulen und Gelenkproblematik, sowohl im präventiven, als im rehabilitativen Bereich konzentriert. Ich sehe hierin die Möglichkeit eine größere Zielgruppe (in allen Altersgruppen) zu erreichen, so dass ich einer breiten Schicht von Trainierenden die Möglichkeiten biete, sich ständig neu zu erfinden, zu hinterfragen, zu motivieren und das Bestmögliche aus ihrem Körper herauszuholen. Es gilt für Otto-Normal-Verbraucher, aber auch für den fortgeschrittenen Athleten. Dies praktiziere ich jetzt mit dem Wiedergeben von Trainings-, Ernährungs- und Motivationsthemen aus meiner Praxis.

Ich würde mich freuen wenn wir in Zukunft gut miteinander kooperieren können.“

Du hast Fragen an Stefan? Du möchtest persönliche Beratung rund um Training & Ernährung? Dann schreibe Stefan eine Mail.

Besuche meine Website
Alle Beiträge ansehen

Master Personal Trainer Stefan Krause (Potsdam-Personaltraining.de), der nach über zehn Jahren Personal-Trainer-Tätigkeit jetzt umschwingen - nun mehr die Feder zu Wort kommen lassen - möchte, um seine eigenen Erfahrungen aus über 25 Jahren Kraftsport und Ernährung sowie die seiner Klienten (Frauen und Männer) wiederzugeben und auch ein Augenmerk auf die Motivationen lenken möchte.

„Meine Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren auf die Wirbelsäulen und Gelenkproblematik, sowohl im präventiven, als im rehabilitativen Bereich konzentriert. Ich sehe hierin die Möglichkeit eine größere Zielgruppe (in allen Altersgruppen) zu erreichen, so dass ich einer breiten Schicht von Trainierenden die Möglichkeiten biete, sich ständig neu zu erfinden, zu hinterfragen, zu motivieren und das Bestmögliche aus ihrem Körper herauszuholen. Es gilt für Otto-Normal-Verbraucher, aber auch für den fortgeschrittenen Athleten. Dies praktiziere ich jetzt mit dem Wiedergeben von Trainings-, Ernährungs- und Motivationsthemen aus meiner Praxis.

Ich würde mich freuen wenn wir in Zukunft gut miteinander kooperieren können.“

Du hast Fragen an Stefan? Du möchtest persönliche Beratung rund um Training & Ernährung? Dann schreibe Stefan eine Mail.


Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Wikimedia / ScientificAnimations.com ; Wikimedia Commons (CC)


  • facebook
  • googleplus
  • twitter
  • linkedin
  • linkedin
  • linkedin