Grüner Tee Extrakt für bessere Glykogenresynthese | Post Workout Supplementation

Grüner Tee Extrakt für bessere Glykogenresynthese | Post Workout Supplementation

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Von Damian N. Minichowski

Mit grünem Tee oder Grüner Tee Extrakt assoziieren die meisten primär einen gesundheitlichen Nutzen oder auch ein gewisses „Fat Burner“-Potenzial (aufgrund des Katechin- und Koffeingehalts) zur Ankurbelung des Stoffwechsels. Dies macht den Extrakt zu einem beliebten Nahrungsergänzungsmittel in der Diätphase – also wenn es darum geht Körperfett zu verlieren.

Doch Grüner Tee kann noch viel mehr, wie es scheint – dies zeigt zumindest eine aktuelle Untersuchung, die an der McMaster University durchgeführt wurde.

Grüner Tee Extrakt für bessere Glykogenresynthese | Post Workout Supplementation

Das interessante an dieser Studie ist, dass sie wertvolle Implikationen für die Post-Workout Phase liefert, doch schauen wir uns zunächst einmal das Setup an.

Für ihren Versuch rekrutierten die Wissenschaftler 11 gesunde Teilnehmer (Durchschnittsalter: 21,2 Jahre; BMI: 23), die über einen Zeitraum von 7 Tagen rund 1.050mg Grüntee Extrakt pro Tag (GTE, aufgeteilt auf 3 Portionen á 350mg) oder ein Placebo (PLA) erhielten.

Nun ließ man die Probanden auf einem Fahrradergometer trainieren, wobei die Intensität alle 3 Minuten um 25 Watt, bis zur Erschöpfung, erhöht wurde. Post-Workout erhielte jeder von ihnen 75 Gramm Glukose und die Forscher nahmen anschließend alle 10 Minuten Blutproben, um die Blutzucker- und Insulinreaktion zu messen. Was haben die Forscher beobachten können?

  • Es konnte eine geringere Kohlenhydratoxidation während der Belastungsphase in der GTE-Gruppe ausgemacht werden [2].
  • Es gab keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Gruppen, wenn es um die Gesamtmenge an Glukose ging, die im Blutkreislauf auftauchte (gemessen als Glucose Area Under Curve [2].
  • Es gab einen signifikanten Unterschied in der ausgeschütteten Menge an Insulin post-workout, nämlich 5673±2153 vs. 7039±2588 µIU•180 min (GTE Vs. PLA) [3].

Die nachfolgende Grafik stellt die Studienergebnisse visuell dar.

Grüner Tee Extrakt für bessere Glykogenresynthese | Post Workout Supplementation

Blutzucker- und Insulinreaktion in Grüntee Gruppe (GTE, 3x 350mg pro Tag) und Placebo-Gruppe (PLA). (Bildquelle: Suppversity.com (2016) / Martin et al. (2016))

Die Insulinreduktion in der GTE-Gruppe betrug zirka -20% ggü. der Placebo-Gruppe, wobei sich der Blutzucker in beiden Gruppen identisch entwickelte (Ein- und Austritt), was auf eine gestiegende Insulinsensitivität hindeutet.

Adel Moussa, der Betreiber des renommierten englischsprachigen Blogs Suppversity gibt zu bedenken, dass die Ursache für ein fehlender Unterschied in der Blutzuckerreaktion darauf zurückzuführen sein kann, dass die Einlagerung von Glukose bereits bei maximaler Auslastung (nach dem Training) abläuft.

Welche Implikationen liefert diese Studie für die Post-Workout Phase?

Insulin gilt als anaboler Faktor, der nicht nur die Aufnahme von Glukose aus dem Blutkreislauf ermöglicht, sondern auch die von Begleitnährstoffen, wie z.B. Proteinen und Fettsäuren. Das „Speicherhormon“ ist auch für die Aktivierung von Enzymen verantwortlich, welche unter anderem die Glykogenresynthese (Aufbau von Glykogen in Muskelzellen) beschleunige (Bildquelle: Suppversity.com (2016) / Saltiel/Kahn (2001))

Insulin gilt als anaboler Faktor, der nicht nur die Aufnahme von Glukose aus dem Blutkreislauf ermöglicht, sondern auch die von Begleitnährstoffen, wie z.B. Proteinen und Fettsäuren. Das „Speicherhormon“ ist auch für die Aktivierung von Enzymen verantwortlich, welche unter anderem die Glykogenresynthese (Aufbau von Glykogen in Muskelzellen) beschleunigt (Bildquelle: Suppversity.com (2016) / Saltiel/Kahn (2001)).

Welche Implikationen liefert diese Studie für die Post-Workout Phase?

Vielleicht kennst du ja bereits unseren Artikel zur optimalen Post-Workout Phase, indem wir die nützlichen Bestandteile eines typischen Shakes erklärt haben, der die Regeneration nach einem intensiven Workout einläuten soll.

Die Idee dahinter basiert auf der Tatsache, dass der Körper nach dem Training überaus empfangsbereit ist, was Nährstoffe (insbesondere Protein und Kohlenhydrate) betrifft. Ersteres wird zur Regeneration und zum Aufbau von Muskelgewebe benötigt, während Letzteres – mit Hilfe von Insulin – nicht nur für einen massiveren Influx von Aminosäuren in die Muskelzelle sorgt, sondern auch die angekratzten Muskelglykogenspeicher neu befüllt (je hochfrequenter du trainierst, desto wichtiger ist es, dass die Glykogenvorräte schnell aufgefüllt werden, um bereit für das nächste Workout zu sein).

Die Studie von Martin et al. zeigt, dass der Körper durch den Grüntee-Extrakt weniger Insulin benötigt, um den Blutzucker in die Muskel- und Leberzellen zu transportieren (ein Teil der Glukose geht auch immer in die Leber, wo es als Leberglykogen zur Stabilisierung des Blutzuckers in Fastenperioden eingelagert wird).

  • Die verbesserte Insulinsensitivität könnte im Aufbau dafür sorgen, dass die Gefahr für eine begleitende Fettakkumulation (infolge des Insulinausstoßes) reduziert wird, was häufig bei Kalorienüberschüssen ein Problem darstellt.
  • In der Diät könnte dies zu einem verbesserten Neuaufbau von Glykogen beitragen – also gerade dann, wenn a.) die Kohlenhydratzufuhr ohnehin niedriger ausfällt und b.) wenn Insulinspitzen vermieden werden sollen.

Ärgerlich an dieser Studie ist, dass den Teilnehmern kein Protein in der Post-Workout Phase gereicht und keine Messungen hinsichtlich der Proteinsynthese durchgeführt wurden. Um den umfassenden Nutzen von Grüntee-Extrakt in der Phase nach dem Training zu bewerten, sind daher weitere Untersuchungen notwendig, die genau diese Aspekte berücksichtigen. (Natürlich wäre es auch von Vorteil, wenn die untersuchte Population zu den Liftern gehört).

Bis dahin kann man eine vorsichtige Empfehlung zur Nutzung von Grüntee Extrakt aussprechen, wenn die Bauchspeicheldrüse geschont werden soll, ohne den Glykogenaufbau zu beeinträchtigen (ggf. auch interessant für Diabetiker!). Bevorzugt natürlich mit einem Protokoll, wie es auch in der Martin-Studie verwendet wurde – also 3x 350mg pro Tag für mindestens 7 Tage.


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Über den Autor – Damian Minichowski

Damian N. „Furor Germanicus“ Minichowski ist der Gründer und Kopf hinter dem Kraftsport- und Ernährungsmagazin AesirSports.de und FurorGermanicus.de. Neben zahlreichen Gastautorenschaften schreibt Damian in regelmäßigen Abständen für bekannte Online-Kraftsport und Fitnessmagazine, wo er bereits mehr als 300 Fachartikel zu Themen Kraftsport, Training, Trainingsphilosophie, Ernährung, Gesundheit und Supplementation geschrieben hat.

Zu seinen Spezialgebieten gehört das wissenschaftlich-orientierte Schreiben von Fachartikeln rund um seine Passion – Training, Ernährung, Supplementation und Gesundheit.


Quellenangaben (draufklicken)

Moussa, A. (2016): Green Tea Extract Reduces the Amount of Insulin You Need to Store Your PWO Carbs by ~20% + Discussed: What are the Potential Benefits During Bulking and Cutting? In: Suppversity.com. URL: http://suppversity.blogspot.de/2016/10/green-tea-extract-reduces-amount-of.html.

[2] Martin, BJ. et al. (2016): Green tea extract does not affect exogenous glucose appearance but reduces insulinemia with glucose ingestion in exercise recovery. In: J Appl Physiol. URL: http://jap.physiology.org/content/early/2016/10/04/japplphysiol.00657.2016.

[3] Saltiel, AR. / Kahn, CR. (2001): Insulin signalling and the regulation of glucose and lipid metabolism. In: Nature. URL: http://jap.physiology.org/content/early/2016/10/04/japplphysiol.00657.2016.


Bildquelle Titelbild: Flickr / Veganbaking.net ; CC Lizenz


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