Insekten: Lebensmittel der Zukunft? Eine kritische Bestandsaufnahme

Insekten: Lebensmittel der Zukunft? Eine kritische Bestandsaufnahme

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Von Thomas Lindner |

Kaum jemand, der hierzulande an Insekten denkt, assoziiert das kleine Krabbelgetier als wertvolle Nahrungsquelle. Im Gegenteil: Viele Menschen ekeln sich vor ihnen und am liebsten würde man sie aus dem persönlichen Lebensraum komplett verbannen (es sei denn man hält sich ein Tierchen, dass sich davon ernährt – dann hat man aber auch weniger ein Problem mit Insekten ansich).

Anders sieht das dagegen im fernöstlichen Raum aus, wo die Krabbler weitaus öfter auf dem Speiseteller stehen. Sie sind nahrhaft, sie sind günstig und sie sind exzellente Proteinlieferanten.

Es ist zwar relativ unwahrscheinlich, dass wir schon bald frische Maden und Ameisen neben Steaks und Hackfleisch beim lokalen Supermarkt kaufen können werden, allerdings sieht das bei bereits verarbeiteten und ggf. pulverisierten Insekten als Zutat schon ein wenig anders aus – was eventuell daran liegt, dass es eine abstraktere Form darstellt, die wir nicht direkt mit Insekten in Verbindung bringen.

Derartiges vollzieht sich beispielsweise in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie, so dass es bereits auch hierzulande Proteinpulver und –riegel auf Insektenbasis gibt. Klingt für dich ein wenig eklig? Dann ist der nachfolgende Artikel eventuell nichts für dich, denn wir werden uns heute etwas ausführlicher mit Insekten als Nahrungsquelle auseinandersetzen.

Insekten: Lebensmittel der Zukunft? Eine kritische Bestandsaufnahme

Ekliges Essen: Alles nur eine Frage der Erziehung?

Insekten werden vermutlich niemals zum Haustier des Jahres gekürt. Alles, was mehr als vier Beine hat, ist den meisten Menschen nicht Geheuer. Auch in Punkto essen gilt in der westlichen Hemisphäre die Vier-Beine-Regel. Alles, was darüber hinausgeht, landet selten auf unseren Tellern, doch wenn wir uns die ungeschönte Wahrheit einmal ansehen, so stellen wir fest, dass Fleisch, Fisch und Eier einen gewissen Ekelfaktor besitzen – zumindest in ihrem ursprünglichen Zustand.

Die Hühnerbrust ist nichts anderes, als ein rosa Klumpen Fleisch. Ähnliches gilt für das glitschige Fischfilet. Dabei sind diese Lebensmittel schon entsprechend verarbeitet, denn wenn du bedenkst, was vorher noch so alles dranhing…also Federn, Haut, Fettgewebe, Blutgefäße bzw. Schuppen und Innereien.

Und wie schaut es mit Eiern aus? Du denkst vermutlich, dass man dagegen nichts sagen kann, denn Eier sind nicht ganz so eklig, wie Fleisch & Innereien, oder? Naja, falsch – mal davon abgesehen, dass es sich hierbei um die Periode der Hühner handelt, flutschen die kleinen Proteinlieferanten aus dem Ar*** der Tiere. Jetzt ist das Ei nicht mehr ganz so appetitlich oder?

Wir sind die Sonderlinge

Das Ernährungsverhalten hat sich auch bei uns in den letzten Jahren massiv gewandelt. Beim Fleisch verzichten wir in der heutigen Zeit nur zu gerne auf Gehirn, Leber, Herz etc., weil wir es als eklig empfinden. Dies war zu (Groß)-Vaters Zeiten und davor noch ganz anders. Was wir mittlerweile als „Tier-„ oder „Schlachtabfälle“ betrachten, ist tatsächlich überaus nahrhaft, vitamin- und mineralstoffreich – man denke nur mal an den hohen Eisengehalt der Leber (Mutter Naturs Multivitamin)!

Sehen wir uns aber mal den Rest der Welt (also alles außer Nordamerika und Europa) an: Südamerikaner, Afrikaner, Asiaten – sie alle essen Insekten in verschiedenen Varianten und Zubereitungsmethoden. Global betrachtet sind eher wir die „Sonderlinge“.

Doch woher kommt der Ekel eigentlich?

Einen Großteil kann man auf die Erziehung schieben. Wer erinnert sich nicht an Kindertage, in denen man einen Wurm, Käfer oder sonstiges aufgehoben hat und der erste Kommentar von den Eltern war: „Pfui, leg das weg! Das ist schmutzig.“

Keine besonders gute Ausgangslage, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass es sich hierbei um etwas Essbares handelt oder?

Im asiatischen Raum ekeln sie sich vor Käse (vergammelte Milch) und hierzulande können sich viele von uns eine fette Pizza nicht ohne massig davon als Belag überhaupt vorstellen. Und so hat jedes Land und jede Kultur so ihre eigenen Essgewohnheiten entwickelt. Und da Insekten hierzulande niemals wirklich auf dem Speiseplan standen, ekeln sich die meisten Menschen auch davor.

Für diejenigen unter unseren Lesern, die aufgeschlossen und/oder neugierig sind, werde ich im Folgenden erklären, was so alles im Insekt steckt und wieso man es als „nahrhaft“ bezeichnet.

Übrigens noch der Hinweis für Klugscheißer: Der Fachbegriff fürs Insektenessen ist: Entomophagie.

Nährwert, Geschmack und – am wichtigsten – der Proteingehalt

Ernährungsbewusste Menschen, Sportler und Athleten interessieren sich vor allem für einen Makronährstoff: Mageres Protein. Viele Menschen sind auf der Suche nach der „ultimativen Proteinquelle“, die im Idealfall zu nahezu 100% aus kohlenhydrat- und fettarmen Eiweiß besteht. Da es so ein Lebensmittel in der Natur nicht wirklich gibt, greifen viele auf Nahrungsergänzungsmittel wie Whey oder Casein zurück – dies kommt reinem Protein am nächsten und bietet viele Vorteile, die man bei echten Lebensmitteln vermisst.

Nehmen wir z.B. ein Steak als Beispiel: Dieses Stück Fleisch schmeckt (wenn es richtig zubereitet wurde) überaus lecker, doch es enthält häufig auch eine gute Portion Fett (Geschmacksträger). Fleisch ist zudem schnell verderblich und der Transport mitunter problematisch – oder hast du schon mal ein Stück Pute im Shaker bei brüllender Sommerhitze mit dir durch die Gegen geschleppt, nur um anschließend festzustellen, dass es angefangen hat komisch zu riechen? Eben…

Thunfisch in der Dose und gekochte Eier können Alternativen darstellen, die man auch problemlos mitnehmen kann (im Falle der Eier allerdings auch nur zeitlich begrenzt), doch der Verzehr kann sich mitunter schwierig gestalten. Könnten verarbeitete Insekten hier wohlmöglich Abhilfe schaffen?

Nährwert, Geschmack und - am wichtigsten - der Proteingehalt

Protein-zu-Fett-Verhältnis unterschiedlicher Insektenarten (Bildquelle: PrecisionNutrition.com)

Wie auch das allseits beliebte „Beef Jerky“ können Insekten getrocknet und/oder vermahlen werden. Mit der richtigen Würzung schmecken sie knusprig und beinahe wie Chips – nur eben in „gesünder“, da sie überwiegend aus Protein, statt auf Kohlenhydraten bestehen (und von Letzteren essen wir bekanntlich stets ein wenig zu viel…).

Nährwerte im Vergleich: Rind Vs. Insekt

Du glaubst mir nicht? Dann schauen wir uns doch mal die Nährwerte (geröstete Mehlwürmer & gekocht/geröstete Grashüpfer) näher an.

Insekten: Lebensmittel der Zukunft? Eine kritische Bestandsaufnahme

(Bildquelle: Precision Nutrition)

Insekten: Lebensmittel der Zukunft? Eine kritische Bestandsaufnahme

(Bildquelle: NutritionFacts.org)

Auf 100 Gramm liefern uns die Krabbler zwischen 55 und 58g Protein, 18-24g Fett (davon ein paar Omega 3 und Omega 6 Fette) bei nur 15 bis 8g Kohlenhydraten (davon 6-9g Ballaststoffe). Vergessen darf man nicht die Vitamine und Mineralstoffe – darunter Eisen, Kalzium, Kalium und Vitamin A.

Ganz schön krasse Nährwerte oder? Wenn wir das mit Rinderhack vergleichen, dann stehen ihm die Krabbeltiere in nichts nach und die biologische Wertigkeit des Proteins ist zudem noch exzellent!

Insekten liefern also – wie auch Fleisch – alle essenziellen Aminosäuren in ausreichendem Umfang, um (Muskel-)Wachstum zu optimieren und den Erhalt von Magermasse zu gewährleisten. Hierzu ein kleiner Vergleich, den ich von sensbar.com übernommen habe [1]:

Zwischen 1,4 und 1,8g Protein pro kg Muskelmasse sollte ein Sportler zu sich nehmen. Am Beispiel eines 70kg schwerer Sportlers (mit 15% Körperfettanteil) wären das in etwa 90g Protein täglich. Was muss er also essen:

  • Sirloin Beef Steak: 27,2g komplettes Protein pro 100g = 331g Fleisch
  • Gekochte Kichererbsen: 8,9g inkomplettes Protein pro 100g = 1011g Kichererbsen
  • Roher Brokkoli: 2,8g inkomplettes Protein pro 100g = 3214g Broccoli
  • Grillen (getrocknet)*: 67,8g komplettes Protein pro 100g = 133g Grillen

Was sagt uns diese Aufzählung nun? Der 70 kg schwere Sportler müsste knapp 330g Steak verdrücken, um seinen täglichen Proteinbedarf zu decken … oder 1 kg Kichererbsen … oder 3,2 kg Brokkoli … oder 133g Grillen.

Anhand dieses Zahlenbeispiels wird deutlich, wie unglaublich wertvoll Insekten als Proteinlieferanten sein könnten (vor allem in Regionen der Welt, wo man sich nicht mal eben X kg Fleisch aus dem lokalen Supermarkt holen kann oder wo es preislich nicht erschwinglich ist).

*Anmerkung: Mir ist bewusst, dass die angenommene Proteinmenge nicht mit Bild 1 übereinstimmt. Das liegt daran, dass die Werte aus zwei verschiedenen Quellen entnommen sind; Art des Insekts und die Ver-/Zubereitung beeinflusst natürlich auch die Nährwerte, wie bei allen anderen Lebensmitteln auch.

Vitamine und Mineralstoffe

Insekten können noch mehr: Sie stecken voller gesunder Vitamine und Mineralstoffe – wie auch die Nährwerte weiter oben bereits gezeigt. Zu den wichtigsten gehören unter anderem:

  • Vitamin B12: Die empfohlene Menge für Erwachsene ist etwa 2,6 mcg am Tag. Dieser Bedarf deckt sich schon mit 10g getrockneter Grillen (z.B. als Pulver ins Essen gemischt).
  • Essenzielle Fettsäuren (EPA & DHA): Omega und Omega 3 Fettsäuren sind essentiell, sie können also vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Diese zeigen positive Effekte hinsichtlich der Inzidenz zu Krebserkrankungen, Asthma, Depressionen, etc. Mit 100g Grillen bekommt man schon genügend Omega 3 bzw. 6 Fettsäuren (etwa 2,8g), was vergleichbar mit dem Gehalt von Lachs ist.
  • Kalzium, Eisen und Zink: Diese vitalen Nährstoffe gewährleisten ein funktionierendes Immunsystem und sind außerdem für Muskeln, Nerven und Knochenhärte wichtig.

Die Aufnahme dieser Nährstoffe ist relativ komplex, da der Nahrungsgehalt nicht 1:1 in den bioverfügbaren Gehalt umrechenbar ist. Die Minerale liegen in unterschiedlichen Verbindungen vor, welche die Aufnahme erleichtern oder erschweren können.

Ein Beispiel hierfür wäre Eisen in Fleisch Vs Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Eisen in Fleisch wird gut resorbiert; jenes aus pflanzlichen Lebensmitteln dagegen nicht. Die Mineralstoffe aus Insekten werden, ähnlich wie bei Fleisch, sehr gut aufgenommen. Am Beispiel der Raupe kann man festmachen: 100g geben uns 100% der empfohlenen Tagesmenge an Eisen und Zink und 17% des Kalziums.

Nachhaltigkeit, Ökologie und Zukunftsperspektive: Die Kostenperspektive

Die moderne Tierhaltung und der damit verbundene Verbrauch von Ressourcen wird heutzutage stark kritisiert. Die Fleischproduktion ist ein sehr kosten- und energieaufwändiger Prozess und nicht ganz unproblematisch.

Wie viel Futter braucht man nun, um 1 kg Fleisch „herzustellen“?

Das nachfolgende Schaubild zeigt die „Kosten“ (in Form von Futtermittelverbrauch) der Fleischproduktion auf. Wie viel kg Futter wird für 1 kg Fleisch benötigt?

Wie viel Futter braucht man nun, um 1 kg Fleisch „herzustellen“?

Auch wenn die Grafik bereits 20 Jahre alt ist, so besitzt sie auch heute noch Gültigkeit.

Wie viel Futter braucht man nun, um 1 kg Insekten „herzustellen“?

Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) benötigt man knapp 2 kg Futter für 1 kg Insektenmasse [4]. Also irgendwas zwischen Fisch und Huhn, wenn man das mit der Grafik oben vergleicht.

Ähnliches gilt für den Wasserverbrauch: Für 1 kg Rind werden ca. 1000 Mal mehr Liter Wasser benötigt, als für die Herstellung einer äquivalenten Menge an Insekten.

Weitere ökologische Gesichtspunkte, die es zu bedenken gilt

Treibhausgase

Du hast sicherlich schon vom Treibhauseffekt gehört. Auch wenn man die Tierhaltung nicht gänzlich für den Anstieg der Temperatur verantwortlich machen kann (das ist ein multifaktorielles Problem), so trägt dies trotzdem dazu bei. 1 kg Rindfleischerzeugung ist gleichzusetzen mit etwa 36kg CO2 Ausstoß [3] und je mehr Rinder wir halten (müssen), desto höher fällt dieser CO2 Ausstoß aus.

Medikation

In großen Mastbetrieben bekommen die Tiere oft vorsorglich Antibiotika in ihrer Nahrung um Krankheiten vorzubeugen. Die Verbreitung von Krankheiten in diesen Betrieben mit einer hohen Dichte an Tieren wäre eine (wirtschaftliche) Katastrophe, da hier alle Tiere nicht mehr als Nahrungsmittel verkauft werden dürften, um die Gefahr für den Menschen zu unterbinden. Bei den Insekten hingegen braucht man diese nicht.

In diesem Zusammenhang sollte auch noch über etwaige Gefahren gesprochen werden.

Die gute Nachricht: Es gibt bis dato keine bekannten Erkrankungen, die durch das Verspeisen von Insekten aufgetreten sind. Dennoch sind Allergien, ähnlich wie z.B. bei Schalentieren möglich [4].

Bezugsquellen (Beispiele)

Hier möchte ich darauf hinweisen, dass ich in keiner Relation zu irgendeinem dieser Shops stehe. Gefunden habe ich diese per Google-Suche und die Reihenfolge ist willkürlich gewählt.

  1. Beste Insekten (Hamburg) besteinsekten.de
  2. Wüstengarnele (Witzeeze) wuestengarnele.de
  3. Snack insects (Witzeeze) snackinsects.com
  4. Insektenlutscher (Köln) insektenlutscher.de
  5. Edible Bug shop (Australien) ediblebugshop.com (Leider nicht Deutsch, aber es gibt dort sogar Proteinpulver auf Insektenbasis)

Natürlich gibt es noch viele andere Bezugsquellen, u.a. auch auf Amazon.

Kontrapunkte: Was spricht gegen Insekten?

Der Preis

Aktuell der größte Kontrapunkt. Ohne Details anzugeben, habe ich ein Angebot für 8g verzehrfertige Heuschrecken für „saftige“ 3,99 € gefunden. Macht einen 100g Preis von 49,88€. Den Kilopreis kann man sich ausrechnen, will ich aber lieber an dieser Stelle nicht machen hier.

Fazit? Zum Testen okay, aber nicht wirklich für die Dauerernährung geeignet. Das ist meiner Meinung nach (noch) das größte Problem, da auch die Insekten – wie andere Lebensmittel – Anforderungen als Lebensmittel erfüllen müssen. Da die Produktionsmenge hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, wird es wohl noch ein langer (aber möglicher) Weg sein, bis Insekten den Fleischpreis unterbieten können.

Der Ekel

Gegen Ekel kann man nur wenig unternehmen, da es sich hierbei um angelernte Schutzmechanismen handelt. Insekten gelten als „schmutzig“ und werden nicht mit Lebensmitteln assoziiert.

Helfen könnte der Griff zu bereits verarbeiteten Insektenprodukten, die optisch nicht mehr viel mit dem „Original“ gemeinsam haben, z.B. Insektenmehl, Proteinpulver, Riegel. Wer auf derartige Produkte zurückgreift, wird nicht alle paar Sekunden daran erinnert, was er da eigentlich vor sich hat.

Ansonsten siehe auch den Artikel von Christian, wenn du Lebensmittelaversionen loswerden willst (könnte auch in diesem Fall geeignet sein): Pfui bah? Lebensmittelaversionen und wie man sie überwindet.

Insekten, Vegetarismus und Veganismus

Veganer sind Menschen, die aus verschiedenen Gründe auf tierische Produkte verzichten. Es gibt allerdings anekdotische Berichte, wonach es Veganer und Vegetarier gibt, die auf Insekten als Proteinquelle zurückgreifen. Hier wird’s aber kompliziert.

Natürlich sind Insekten ebenfalls Lebewesen, die über ein Nervensystem verfügen. Manche Veganer/Vegetarier begründen den Verzehr damit, dass Insekten nicht so hoch entwickelt sind wie Säugetiere. Insekten haben kein Gehirn wie wir oder andere Säugetiere es haben, sondern „nur“ ein Nervensystem.

Daraus wird auch gefolgert, dass die Haltung von Insekten nicht in der Form grausam ist, wie es bei Säugetieren der Fall ist. Auch hört man, dass Insekten keine Empfindungen haben, wie etwa höher entwickelte Lebewesen. Dies ist aber nicht ganz geklärt und sollte daher mit großer Vorsicht gesehen werden.

Natürlich muss im Endeffekt jeder entscheiden, ob Insekten geeignet sind für die vegane/vegetarische Lebensweise oder nicht. Ein interessanter Artikel zu dem Thema findet sich hier [5].

Abschließende Worte und persönliche Erfahrungen

Insekten sind ein hervorragendes Lebensmittel, welches anderen tierischen Erzeugnissen in Nichts nachsteht. Global betrachtet gehören sie schon lange zum Speiseplan des Menschen. Eine Ausnahme macht die westliche Gesellschaft – hier hat der Verzehr noch nicht Einzug gehalten, doch er befindet sich auf dem Vormarsch.

Du kannst davon ausgehen, dass sich der Markt an verzehrfertigen Insekten in naher Zukunft vergrößern wird. Fraglich ist, ob dieser Vorstoß von Erfolg gekrönt sein wird oder nicht: Noch schrecken Preis und Ekel viele Menschen ab, doch es gibt auch immer mehr Leute, die demgegenüber offen sind und es gerne mal probieren möchten.

Meine persönliche Meinung: Probiere es aus! Sie sind nahrhaft und wenn man den Ekel einmal abgelegt hat, dann sind sie ein Lebensmittel wie jedes andere.

Ich selbst „klaue“ unserem Haustierhamster des Öfteren mal 20-30g getrocknete Insekten, wasche sie gründliche ab, mahle sie und mische sie zum Post-Workout Shake dazu. Dies ändert im Grunde genommen nichts am Geschmack, doch ich sehe es als zusätzliche Bereicherung zum restlichen Proteinpulver an.

Achtung: Die Produkte aus dem Tierhandel sind NICHT für den menschlichen Verzehr zugelassen, somit erfolgt der etwaige Verzehr auf eigene Gefahr.


Über Carmine Stillitano

Gute Trainingseinheiten und eine durchdachte Ernährung sind für mich zwei unzertrennliche Faktoren. Aus diesem Grund trainiere ich nicht nur leidenschaftlich gerne, sondern lege ebenso großen Wert auf abwechslungsreiche, gesunde Fitness-Rezepte. Über die Jahre habe ich eine ganz große Passion für das Kochen entdeckt und probiere immer wieder gerne neues aus.

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Quellen & Referenzen

Bildquelle Titelbild: Fotolia / Michal Ludwiczak


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  • Shred

    Ich halte Insekten nicht für ein Lebensmittel der Zukunft, sondern ehr für einen Gimmick. Ich war kürzlich auf einem Streetfoodfestival und habe mit u.a. Heuschrecken und Mehlwürmer mit diversen Soßen zu einem Preis geholt, wovon man sich ein ordentliches Steak im Restaurant gönnen kann. Eine fetttriefende Angelegenheit im Grammbereich mit kaum Geschmack, der nur durch einen Tropfen Soße verliehen wurde. Es ist ehr so ein Snack und Gag – nicht mehr und nicht weniger.

    Für eine Versorgung der breiten Masse mit Insekten sehe ich kritisch, allein die benötigte Masse zu “produzieren”, die Transportwege/Kapazitäten und die bereits angesprochene notwendige Medikamentation sprechen dagegen.

    Ehr sehe ich die Zukunft -nicht nur aus Umwelt- und Tierschutzgründen- für Massenware im sogenannten In-vitro-Fleisch (also Fleisch aus dem Labor). Unternehmerisch gesprochen sind hier viel größere Margen zu erwarten, als irgendwo gigantische Insektenfarmen hoch zu ziehen und das Krabbelgetier den widerspenstigen Verbraucher schmackhaft zu machen. Von der Logistik und den Transportwegen ganz zu schweigen.

    Schöne neue Zukunft ;)