Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Become Fit) | Dezember 2016

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Become Fit) | Dezember 2016

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Auch im Dezember möchten wir die Gelegenheit nutzen und die Leistungen, die Expertise und das Know How eines Profis highlighten, den vielen Aesir Sports Leser bereits kennen werden: Frank Acker hat nicht nur den einen oder anderen Artikel bzw. das eine oder andere Video auf unserem Kanal beigesteuert, sondern ist auch der Mann hinter dem Blog von Team-Andro, der mal im Verborgenen (als Chefredakteur) und mal im Sichtbaren (als Autor) agiert.

In Sachen Training ist Frank bei weitem kein unbeschriebenes Blatt. Praxis- und Wettkampferfahrung hat er zu Genüge und man kann ihm mit Fug und Recht auch eine gewisse Experimentierfreude unterstellen, denn sonst würde der gute Mann auch keinen Marathon laufen oder, wie erst kürzlich geschehen, ein Buch zu dem kontroversen Thema Intermittent Fasting im Kraftsport schreiben.

Weniger Menschen wissen, dass Frank mit seiner Plattforme „Become Fit“ auch als Coach und Trainer zur Verfügung steht (sowohl off- wie auch online).

All diese Dinge in Kombination mit seiner Neugier und dem Bestreben sich weiterzubilden macht ihn in den Augen des Aesir Sports Teams zu einem echten Profi. Falls du also darüber nachdenkst sein Know How anzuzapfen, aber noch eventuell unschlüssig bist, ob er der richtige Coach für dich ist, dann wird dir dieses ausführliche Interview vielleicht die Entscheidung ein stückweit erleichtern!

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Become Fit) | Dezember 2016

Frank, erzähl uns und unseren Lesern ein wenig über deinen Background – persönlich und professionell

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Becoming Fit) | Januar 2017Hallo mein Freund, du möchtest… ach halt, das war ja jemand anderes, nicht besonders professionell von mir, so zu beginnen, dann starte ich also lieber mit dem Persönlichen.

Mein Name ist Frank und wenn ich das sage, lüge ich bereits das erste Mal. Eigentlich Frank-Holger, aber so nannte mich höchstens meine Mutter, wenn ich als kleiner Junge mal was ausgefressen hatte. Außerdem hatte ich in meinem Interview mit Aesir Sports ja schon mal was zu Menschen mit Doppel-Vornamen gesagt, von daher vielleicht tatsächlich besser Frank. Ich bin inzwischen 34 Jahre alt und darf behaupten mehr als die Hälfte meines Lebens (mal mehr, mal weniger ambitioniert) sportlich aktiv gewesen zu sein.

Während meine Ursprünge im Ringen lagen und ich im Freundeskreis damals Einblicke in den sportlichen Alltag von Leistungskanuten, Judokas und Boxern bekam, wurde aus dem unterstützenden Krafttraining mit Beginn der Bundeswehrzeit 2002 ein ernsthafteres Hobby. Damals noch ohne Internet und die schier unendlichen Möglichkeiten sich zu informieren. Entsprechend sinnvoll war mein Training auch, aber das stetige Lernen, sich selbst Reflektieren und die eigenen Methoden verbessern zog sich dadurch auch durch mein gesamtes sportliches Leben, da ich alles andere als genetisch gesegnet bin.

Ich war ein kleines, dickes Kind und weiß noch wie ich als Jugendlicher zu einem Klassenkameraden meinte, ich würde eher einarmige Liegestütze schaffen, als sichtbare Bauchmuskeln zu haben. Ein paar Jahre später, war beides dann gegeben. Dazu muss ich sagen, dass ich in der siebten Klasse gerade so viele Liegestütze hinbekam, dass es für die Schulnote vier reichte. Ich war langsam, dick, aber nie faul. Ich setzte mir in den Kopf, im nächsten Jahr besser zu sein und erreichte schließlich den Wert, mit dem man zweimal die Note 1 für besonders starke Leistungen bekam. – Jahre später machte ich auf einer Messe (nicht der FIBO) 100 Liegestütze am Stück für eine Cola Light. Eigentlich hätte man dafür mit 3 Versuchen einen Basketball im Korb versenken müssen, aber ich meinte, ich schaffe eher 100 Liegestütze. Damit behielt ich auch recht. Bei allem Fleiß blieben Ballsportarten nicht unbedingt meine Stärke.

Vom Ringen ging es, wie angesprochen, ans Hanteltraining und wie man vielleicht erkennt, fand ich messbare Leistungen schon immer faszinierend, so dass ich 2006 beschloss, Wettkämpfe im Kraftdreikampf zu bestreiten. Mit beschissener Bankdrückleistung, noch nie ernsthaft trainierten Kniebeugen und einer halbwegs brauchbaren Kreuzhebeleistung. Ich weiß noch, wettkampftief beuge ich gerade mal mein eigenes Körpergewicht, wobei ich wenige Monate später in meinem ersten Wettkampf dann die 140 Kilogramm raw in die Wertung brachte, was für mich absolut in Ordnung war. Im Kreuzheben bewältigte ich bis Ende des Jahres 220 Kilogramm in der -75 Kilogramm-Klasse, wenn auch zunächst nur mit Anzug. Raw sollte es mir erst viele Jahre später in einem Wettkampf bei 73,5 Kilogramm Körpergewicht gelingen, aber das ist eine andere Geschichte.

Damit sieht man auch schon die ersten Gewichtsangaben von mir und wenn ich jetzt sage, dass ich leider nicht 150 cm, sondern 174 cm groß bin, wird der ein oder andere enttäuscht sein, was für ein Hering ich bin.

Naja, dieser Hering lief über die Jahre zweimal den Marathon unter 4 Stunden, war natural (also noch bevor man das im Internet betonte und sich dadurch eigentlich eher unglaubwürdig machte) Norddeutscher Meister in der Athletik-Klasse beim NAC, gewann diverse Powerlifting-Wettkämpfe und nahm an zwei Strongman-Wettkämpfe der GFSA teil, ohne dabei Letzter zu werden.

Ansonsten habe ich schon allerlei anderen Sportkram gemacht, war kurz davor zum SEK zu gehen und versuche jedes Jahr mindestens einen Wettkampf in irgendwas mitzunehmen bzw. mir ein sportliches Ziel zu setzen. Aktuell ist es mein dritter Marathon, den ich wieder unter 4 Stunden laufen will, während ich parallel schauen will, wie nah ich an die 200 Kilogramm Kniebeugen (wettkampftief versteht sich als Ex-Powerlifter) kommen kann. Beißt sich das nicht? Ein wenig schon und es ist auf keinen Fall das Ausreizen des jeweiligen Maximums damit möglich, aber spiegelt vielleicht ein wenig meine generelle Einstellung zu Training und Leistungsfähigkeit. Man sollte nicht auf einem Auge blind bleiben und mit Scheuklappen durch sportliche Leben gehen.

Wer jetzt aufmerksam war, wird auch bereits wissen, was ich hauptberuflich eigentlich mache. Ich bin Polizeibeamter und kann dadurch an den ganzen sportlichen Kram, bzw. das Geldverdienen damit sehr entspannt angehen, da nicht drauf angewiesen bin und von heute auf morgen auch wieder aufhören könnte.

Außerdem habe ich habe ich in meinem Leben schon ein wenig studiert. Im Bachelor vor der Polizei eine Kombination aus Soziologie, Demographie und VWL, neben der Polizei machte ich meinen Master in Soziologie und wenn alles gut geht, beende ich 2017 meine Promotion mit einer interdisziplinären Arbeit mit soziologisch-psychologischem Schwerpunkt.

Was die sportliche Weiterbildung angeht, betreue ich seit knapp 10 Jahren den Artikel-Bereich auf der Plattform Team Andro. Das heißt alle Texte, die dort online gehen, sind durch meine Hand gegangen. Außerdem auch die, die es nicht in Portal geschafft hatten. Dadurch hatte man mit den Jahren natürlich ein wenig gelesen und selbst auch hunderte Texte geschrieben. Damit dass nicht alles aus der hohlen Hand oder rein aus Erfahrungswissen heraus passiert, ging es irgendwann mal intensiver mit dem Lesen los. Erst leichtere Kost ala Novagenics oder Riva Verlag, später dann den Kram, den man auch im Medizin-, Biologie- oder Sportwissenschaftenstudium liest, so dass ich inzwischen eine kleine Bibliothek hab, von der ich mir auch einen Kleinwagen hätte kaufen können. Und stetig kommt Sonderausstattung, äh, kommen weitere Bücher hinzu.

Wie und wann bist du Personal Trainer geworden?

Ist Personal Trainer nicht so etwas wie ein männlicher Schmuckdesigner? Also wenn man nichts kann und nichts geleistet hat, aber halbwegs brauchbar aussieht, nennt man sich Personal Trainer? Ich finde diese Bezeichnung völlig gruselig. In Zeiten von Instagram und Co muss man ja nicht mal großartig Muskulatur vorweisen (ok, da lehne ich mich als 75-Kilo-Experte weit aus dem Fenster) oder sportliche Erfolge gehabt haben, um sich dort Personal Trainer oder besser Coach zu nennen.

Das war auch der Grund, warum ich mich selbst bei Instagram thecoachcoach genannt hatte. Wenn quasi alles und jeder Coach XY ist, dann muss man ja quasi doppelt coach sein, um mehr vorzuweisen. Wer mich jetzt für ein selbstverliebtes Arschloch hält, sollte das Lesen beenden, da wir möglicherweise einen unterschiedlichen Humor teilen.

Iss mal wieder ne Scheibe Brot - Klappentext zum BuchWie bin also dazu gekommen, anderen Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollten und wie sie zu trainieren hätten? Das Ganze ging 2013 los, als ich erstmals als Coach beim kostenlos Online-Coaching Strandfigur von Team Andro mitwirkte. Ja, richtig, 2013 und kostenlos. Also zu einer Zeit als manch einer, der inzwischen Bezahlprogramme anbietet, noch nicht mal eine Hantel angefasst hatte. Zu der Zeit war ich selbst bereits knapp 15 Jahre sportlich aktiv und hatte meine eigene Wettkampfvorbereitung nach dem gleichen Prinzip durchgeführt, wie ich es in dem damals genannten „G-Flux“-Programm vorschrieb. Ohne Kalorienzählen, ohne klassisches Cardio, aber dafür mit zum Ende 10 Einheiten aus unterschiedlichen Bereichen. Sicherlich nicht für jeden was, aber die Teilnehmer damals genossen quasi ein 1:1 Coaching bei mir und fast jeder war zum Ende so leistungsfähig wie nie wieder danach.

Mit der Zeit kamen weitere Programme dazu. Zum Aufbau, eine Halbmarathonvorbereitung in Kombination mit Krafttraining, Kraftprogramme und reine Frauenprogramme. Klingt jetzt viel? Sind inzwischen auch 13 Programme, die vollständig und kostenlos jederzeit auf meiner Homepage abgerufen werden können. Ab dem 16.01. biete ich mein 14. Programm an, erneut nur für Frauen, und habe damit vermutlich mehr kostenlose Trainingsprogramme, die allesamt funktionieren, als die halbe Youtube-Gemeinde zusammen. Insgesamt habe ich so knapp über 1.000 Personen online in Gruppen betreut. – Also nicht anonym etwas verkauft, sondern mich mit den Leuten auseinandergesetzt.

Einzelcoachings kamen dann Ende 2014 dazu, was nochmal ein ganz anderer Schnack war. Da brauchte ich zugegeben auch ein wenig den für mich optimalen Weg zu finden, wobei die Preise am Anfang auch deutlich geringer waren als jetzt.

Wie sieht dein Trainings-Stil aus? Welche Methoden nutzt du hauptsächlich?

Intensives Training. Das ist der Schlüssel zum letztendlichen Erfolg. Die Frage ist dann, wie man dies umsetzt, was abhängig von Ziel, Möglichkeiten und Willen ist. Da spielen also viele Faktoren mit rein. Es gibt also nichts, was ich in dem Sinne hauptsächlich benutzte.

Was aber regelmäßig in meinen Programmen vorkommt, sind neben Hanteltraining Dinge wie Barbell Complexes, 5000 Meter Laufen und 5000 Meter Rudern, Burpees und andere kleine Leistungstests.

Hast du für uns Beispiele von Erfolgsstories von Kunden, die du trainiert hast?

Ist nicht jede Veränderung, die man nicht alleine erreicht hätte, bereits ein Erfolg? Allein die Ergebnisse der Gruppen-Teilnehmer aus den kostenlosen Online-Coachings kann sich jeder jederzeit anschauen. Dahingehend ist das alles also sehr transparent, wobei ein Gruppencoaching natürlich nicht alle individuellen Problemchen berücksichtigen kann, auch wenn ich dies in den letzten Jahren ebenfalls vermehrt versuche zu steuern.

Wer waren die bekanntesten Klienten, die du trainiert hast? (z.B. Stars, namenhafte WK-Athleten usw.)

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Becoming Fit) | Januar 2017Nun, seit Ende November kann ich als meine erfolgreichste Athletin wohl Helene Fiedler betiteln, die den Gesamtsieg bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft 2016 beim DBFV holte. Natural, mit zum Ende weniger als einer Stunde klassischem Cardio pro Woche und Eis 5 days out. – Kann ich deshalb jetzt jede Frau zur Gesamtsiegerin der Bikini Klasse machen? Natürlich nicht!

Und genau hier entsteht oftmals in falsche Bild. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten realistisch bleiben. Helene ist beispielsweise eine tolle Athletin, die alles mitbringt. Von der generellen Struktur über die Ausstrahlung vor allem auch den Willen und das Vertrauen die Vorbereitung anders anzugehen, als die meisten Athleten es gewohnt sind.

Deshalb kann man dann aber nicht jeden jetzt zu einem Top-Athleten machen. Vor allem nicht nach eben mal ein paar Monaten Training. Manche Coaches neigen heutzutage ja ein wenig zum Cherry-Picking. Da werden schon sehr gute Sportler genommen und als Aushängeschilder genutzt oder Vorher-Nachher-Fotos mit völlig unterschiedlichen Posen, Bekleidung und Lichtverhältnissen als Werbung in eigener Sache publiziert. Das hat was von Fitnesszeitschriften der 90er Jahre, in denen so etwas auch zum guten Ton gehörte.

Ein Coach sollte viel mehr dafür da sein, jemanden besser zu machen. Wie weit das besser dann ist, kann niemand seriös bei der ersten Vorbereitung oder der ersten Zusammenarbeit sagen. Genauso wie es inzwischen meiner Meinung nach unverantwortlich ist, wie einige Athleten unfertig auf die Bühne geschickt werden, nur damit diese sich Wettkampfsportler nennen können. Ein Coach sollte auch dafür da sein, mal ehrlich zu sein und Kritik zu äußern, wo sie angebracht ist, ohne dabei zu demotivieren.

Ich sagte mal in unserem Interview, dass ich Sportler besser machen kann. Dabei bleibe ich. Ich kann vermutlich das Training und / oder die Ernährung von jedem Athleten noch optimieren (und damit meine ich nicht nur Bodybuilding!), die Frage ist immer, wie sehr und wie viel derjenige bereit ist zu investieren. Also im Sinne von Geduld und harter Arbeit, denn die kann kein Coach abnehmen.

Das ist auch der Grund, warum ich immer noch Vorgespräche führe und Leute lieber ablehne, als dass ich einer Zusammenarbeit zustimme, wenn das Gesamtbild nicht passt. Nicht im Sinne des Cherry-Pickings, dass ich nur schon komplette Sportler nehme, sondern im Sinne, dass ich das Gefühl haben muss, dass die persönliche Ebene passt und ich meine Zeit nicht verschwende.

Kannst du uns einen Beispiel-Ernährungsplan und –Trainingsplan vorstellen, den du für einen Klienten zusammengestellt hast?

Wie schon geschrieben, gibt es 13 völlig unterschiedliche Programme von mir, die kostenlos abrufbar sind. Und das ist im Prinzip auch der Punkt: Solche Pläne sind super, vor allem, wenn man sonst keine Orientierung hat. Ernährungs- und Trainingsvorgaben (ich spreche bewusst nicht von Plänen) sollten aber immer auf den Einzelfall abgestimmt sein. Oftmals sind es Details, die vieles verändern können. Klingt jetzt total mysteriös und überwichtig. So ist das nicht gemeint.

Mir ist letztendlich nur die Individualität wichtig, die eben von vielen Faktoren abhängt. Also zumindest, wenn jemand schon Geld in die Hand nimmt, um für eine Leistung zu bezahlen. Deswegen verstehe ich auch nicht, wie man heutzutage noch für irgendwelche Fitnessprogramme Geld ausgeben kann, wo ich irgendwas bekomme, was irgendwer mal irgendwann konzipiert hat, ohne mich als Person und meine Ziele und Möglichkeiten zu kennen.

Welche typischen Fehler machen Klienten, ehe sie zu dir kommen und du sie coachst?

Fehler sind da vermutlich der falsche Ausdruck, aber es ist immer noch relativ viel Halbwissen verbreitet, was letztendlich in falschen Schlussfolgerungen mündet. Wenn ich dann mit meinem Vorgehen „um die Ecke komme“ besteht da natürlich oft Erklärungs- und Redebedarf, aber da ist ok. Dafür bezahlt man so ein Coaching auch. Also dass man nicht nur stumpf Dinge befolgt, sondern auch versteht, warum man es macht und daraus einen Mehrwert für die Zukunft für sich zieht.

Da sehe ich eigentlich auch für Menschen ohne Wettkampfambitionen den größten Nutzen: Das man eingenordet wird, lernt einige Dinge erstmal umzusetzen und dann nach einigen Wochen selbstständig in der Lage ist, den weiteren Weg allein zu beschreiten, wenn man möchte.

Wenn ich aber etwas benennen müsste, dann ist es wohl die Fixierung auf die Waage. Immer noch setzen sich Männer wie Frauen X Kilogramm Zu- oder Abnahme als Ziel. Die Waage ist ein netter Effekt, um die Veränderung der Körperzusammensetzung im Rahmen eines Coachings zu bewerten. Aber für mich kommen Maßband und Spiegelbild deutlich davor als Bewertungskriterien.

Nehmen wir einmal an du hast einen neuen Klienten: Wie steigst du mit ihm in ein neues Trainings- und Ernährungsprogramm ein? Führst du eine Anamese durch?

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Becoming Fit) | Januar 2017Bevor irgendwas losgeht, gibt es von mir einen allgemeinen Fragebogen, wo ich alles Mögliche abfrage, um mir erstmal selbst ein Bild von dem Menschen zu machen. Der Fragebogen ist für mich eine Struktur, auf die dann weitere Fragen aufbauen.

Das Ganze ist noch unverbindlich und wir beide schauen dann, ob es Sinn macht. Ob die Ziele also realistisch sind und ob ich meine, bei der Umsetzung helfen zu können. Es bringt nichts, wenn mir jemand Geld in den Rachen wirft und ich habe keine Ahnung, wie ich das gewünschte Ziel umsetzen soll oder das ganze Unterfangen von Anfang an für unrealistisch halte.

Personal-Trainer sind auch nicht perfekt. Welche typischen Fehler machen viele Trainer in deinen Augen?

Ich äußere mich nicht über andere in so einer öffentlichen Form.

Wenn du noch einmal mit deiner Personal Trainer Karriere von vorne anfangen könntest – was würdest du diesmal anders machen?

Müsste es dafür nicht erst einmal eine Karriere sein?

Welche Maßnahmen ergreifst du, dass deine Klienten auch nach einem Coaching dranbleiben? Gibt du ihnen Trainings- und Ernährungspläne mit auf den weiteren Weg?

Ich muss zugeben, dass ich da keine Maßnahmen ergreife, da ich darin nicht meine Aufgabe sehe. Wenn jemand Motivation braucht „dranzubleiben“, dann bin ich von Anfang an der falsche Coach, da dann die Grundmotivation schon die verkehrte ist. Ich will Menschen besser machen, nicht bespaßen. Wenn jemand etwas gegen seine innere Motivation tut, funktioniert das dauerhaft nie.

Was tust du, damit deine Klienten motiviert bleiben?

Siehe oben, ich bin nicht der Bespaßer, was nicht bedeutet, dass das Training nicht Spaß machen sollte. Ganz im Gegenteil ist, was diesen Punkt angeht, das Feedback unerlässlich, dass das Training angepasst werden kann. Gezielte und zielführende Intensität kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden und wichtig ist, dass derjenige sein Training motiviert und gerne ausführt. Es gibt immer mal blöde Tage, aber insgesamt sollte man Freude am Training haben. Wenn der Coach einem diese nimmt, dann macht der Coach etwas falsch.

Kommen Klienten auch mit privaten Problemen zu dir? Fühlst du dich manchmal eher als Therapeut, denn als Personal-Trainer?

Also ich habe zumindest ein offenes Ohr, wobei ich niemanden ausfrage. Ist sicherlich auch eine Typ-Frage. Im Rahmen meiner Betreuung biete ich Monitoring an, im Rahmen dessen knapp 20 Werte täglich dokumentiert werden. Einiges davon betrifft auch das Privatleben und wenn da entsprechend schlechte Werte eingetragen sind, frage ich natürlich nach, woran es lag und ob ich etwas tun kann.

Trainierst du Frauen anders als Männer?

Ich trainiere jeden anders. Nicht abhängig vom Geschlecht, sondern abhängig von Ausgangslage, Zielsetzung und Möglichkeiten des Einzelnen. Natürlich gibt es bei Männer und Frauen ein paar spezifische Sachen zu beachten, wobei ich beim Training da eher generell Schwachstellen als Grundlage sehen würde, weniger das Geschlecht.

Vielmehr muss da auf die Ernährung die Dauer bzw. Gestaltung einer Diät geachtet werden. Zu lange Diäten oder zu viel Stress in einer Diät bereiten bei Frauen deutlich größere (bzw. schneller spürbare) Probleme für den Hormonspiegel als für Männer, wobei natürlich auch da bei zu langen oder krampfhaft harten Diäten viel falsch laufen kann.

Die Frage ist eben auch immer, was das Ziel ist, aber niemand sollte seinen Körper kaputt machen, egal was er oder sie erreichen will. Da sollte ein Coach im Zweifelsfall also durchaus auch bremsen und mit Weitsicht planen können.

Bevorzugst du eher männliche oder eher weibliche Klienten? Wieso?

Da habe ich keine Präferenz. Ich bevorzuge Leute, die bereit sind zu lernen und hart arbeiten wollen.

Wie stehst du zu dem Thema Supplemente? Empfiehlst du gewisse Produkte an deine Klienten weiter?

Supplemente dienen dazu Mängel auszugleichen. Ob man welche hat, kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, was ein Coach auch versuchen sollte, zu reflektieren. Dann ist natürlich auch die Frage, wie das Budget desjenigen ist oder ob er beispielsweise Supplemente gesponsort bekommt. Da kann man dann auch mehr nehmen, was ich niemandem zum Kauf empfehlen würde.

Letztendlich ist das aber kein Geheimnis und nicht das entscheidene Puzzleteil, wenn die Ernährung halbwegs passt und man nicht eine generelle Ausnahme darstellt. Ich spreche aber mit den Kunden darüber und gebe Empfehlungen, wobei ich auch immer versuche transparent die Gedanken dahinter zu erklären, dass niemand sich verpflichtet fühlt, Dinge zu kaufen, die er normalerweise nicht nehmen würde.

Hast du deinen Coaching-Ansatz nach all den Jahren an Erfahrung verändert? Was hat sich seit Beginn deiner Karriere getan?

Also natürlich entwickelt man sich weiter, versucht neue Dinge und probiert mal Sachen aus. Aber generell glaube ich, bin ich mir ziemlich treu geblieben. Eher sogar konsequenter.

Trainings- und Ernährungspläne kann man z.B. nicht mehr einzeln bei mir kaufen, da es meiner Philosophie des Lernens und Mehrwertbietens ein wenig widerspricht. Zumindest ein paar Wochen sollte man schauen, wie jemand reagiert, um Dinge anpassen zu können. Wer Geld für einen Plan ausgibt, muss ja offenbar Defizite habe, das Ganze allein umzusetzen. Da ist es fahrlässig, den- oder diejenige dann alleine „einfach machen zu lassen“.

Was kostet das Personal Training / Coaching bei dir? Und was bekommt man als Klient dafür?

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Becoming Fit) | Januar 2017Puh, da ich es mir offenhalte, die Preise auch mal wieder zu ändern, will ich hier keine konkrete Zahl nennen. Aber ich bin vermutlich teuer genug, um viele Leute abzuschrecken. Das ist OK, denn in solchen Fällen passt es in der Regel dann auch nicht. Das sind Sachen, die ich aus der Vergangenheit gelernt hatte, wo ich anfangs teilweise für weniger als 49 € im Monat online betreute, um überhaupt erstmal das Ganze ins Laufen zu bringen.

Inzwischen zahlt man Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und hat laufende Kosten, so dass die Betreuungen für mich persönlich aktuell keine wirkliche Einnahmequelle sind, wenn ich davon leben müsste. Das ist tatsächlich ein schwieriges Thema: Wer von so etwas wirklich leben will, müsste eigentlich sehr hohe Preise verlangen, oder Abstriche bei der Qualität der Betreuung machen. Letzteres ist in der Praxis fast immer der Fall, wobei ich Abstriche in Relation zu meinem eigenen Anspruch beziehe.

Aber um zur Frage, was man bei mir bekommt, zurückzukommen: Es gibt eine Anamnese (die zunächst sowieso erstmal unverbindlich ist), eine Beratung, wie die Ernährung stressfrei und zielorientiert angegangen werden könnte und einen auf die Bedürfnisse angepassten Trainingsplan. Individuelle Trainings- und Ernährungsvorgaben würde der Werbeausdruck dafür sein. Das Problem ist, dass dieser inzwischen wohl auch etwas an Wert verloren hat und zu inflationär genutzt wird.

Außerdem biete ich Mobility und Bewegungsanamnese an, wenn die Person nach Hannover kommen will. Für WK-Betreuungen ist diese Option Pflicht. Ich kann inzwischen zwar einiges online lösen und weiß, wie ich Leute Schritt für Schritt in die richtige Richtung führe, aber im „Real Life“ ist sowas immer besser und zielführender umsetzbar. – Im Zweifelsfall gibt’s dann eben keine Kniebeugen und kein Kreuzheben.

Die Betreuung erfolgt online dann in einem privaten Internetforenbereich, den nur ich und die andere Person sehen. Dort stehe ich jederzeit für Fragen zur Verfügung, lasse mir Training und Entwicklung dokumentieren und gebe Feedback. Feste Zeiten oder so etwas gibt es also nicht, da gerade kleine Fragen schnell mal aufkommen und genauso schnell von mir beantwortet werden können.

Bei WK-Athleten wie Helene stehe ich dann auch per WhatsApp zur Verfügung, ohne dass da irgendwelche Mehrkosten oder sowas entstehen. Deshalb ist mir der Spaß an jeglichen Projekten auch wichtig. Rein finanziell könnte ich mich nicht dazu motivieren.

Darüber hinaus biete ich seit kurzem (zunächst probeweise), da danach immer mal gefragt wurde, eine Template Betreuung für deutlich weniger Geld an. Hierfür ist eine größere Eigenverantwortung erforderlich: Die jeweilige Person sucht sich eines meiner konzipierten Programm selbstständig aus und ich biete quasi den Support über mindestens 4 Wochen, wenn Fragen zum Programm bestehen oder die Entwicklung beurteilt werden soll.

Da die Programme allesamt bereits fertig sind und ich bereits unzählige Personen jeweils betreute, ist der Aufwand für mich natürlich geringer, als wenn eine individuelle und umfangreichere Betreuung erfolgt.

Wahrscheinlich ist man damit aber immer noch besser bedient, als bei manch halbgaren Angeboten im Internet, aber das muss der mündige Sportler selbst entscheiden. Es ist, wie gesagt, ja auch nur ein Angebot.

Bietest du auch ein Online-Coaching an? Wenn ja: Wie unterscheidet sich das von einer persönlichen Betreuung?

Das wurde ja im Prinzip beantwortet.

Ein Personal Trainer sollte immer up to date sein, was neuste Erkenntnisse in Sachen Training, Ernährung und Regeneration betrifft – wie hältst du dich up to date?

Indem ich jeden Monat mehr Geld für Bücher ausgebe, als mein (zugegeben sehr altes) Auto wert ist oder ich mit den Coachings selbst verdiene und diese auch lese.

Personal Trainer des Monats: Frank Acker (Becoming Fit) | Januar 2017

Know How im Internet: Gibt es Personen, Seiten oder Institutionen, denen du im World Wide Web folgst? Wo findet man deiner Meinung nach die besten Informationen, um sich eigenständig fortzubilden?

Da kann man von mir keine neutrale Antwort erwarten, da ich seit fast 10 Jahren den Artikel-Bereich auf Team-Andro betreue. Das Thema, inwieweit Informationen im WWW sinnvoll sind oder nicht, lässt sich bestimmt streiten. Vieles ist heute ja auch auf Klicks und Effekthascherei ausgelegt. Ich sagte schon vor Jahren, dass im Prinzip alles mal irgendwie da war und wir das Internet abschließen könnten, wenn das unser Anspruch ist.

Wirklich Neues, was für die Praxis von Bedeutung ist, gibt es selten, was eben das Problem der genannten Effekthascherei (gewollt oder ungewollt) ins Boot holt. Mit 3 – 4 guten Büchern kommt man vermutlich deutlich weiter als mit 300 – 400 Artikel im Internet. Und das sagt jemand, der selbst schon hunderte für verschiedene Seiten geschrieben hat.

Know How aus dem Buch: Welche 3 Werke kannst du interessierten Lesern ohne Bedenken weiterempfehlen? Welche Bücher sollte man als Personal Trainer unbedingt im Wandschrank stehen haben?

Wieder so eine knifflige Frage. Das ist ja auch immer ein wenig Gradmesser dafür, auf welchem Stand der „Coach“ oder „Experte“ oder sonst was ist. Ich finde es zum Beispiel zum Schmunzeln, wenn Online-Trainer manchmal Bücher als ihre Wissensgrundlage in die Kamera halten, die eigentlich eher an interessierte Laien gerichtet sind. Die Bücher sind ja keinesfalls schlecht, meist ganz im Gegenteil, aber als PT sollte man sich meiner Meinung nach an Literatur orientieren, die in entsprechenden Studiengängen genutzt wird und eben auch mal zu englischen Büchern greifen.

Um dennoch was zu empfehlen, muss ich da natürlich mein eigenes Buch nennen: „Ernährung für (Kraft-)Sportler: Intermittent Fasting 2.0“ ist eigentlich für jedermann geeignet. Anwender werden abgeholt und bekommen eine sinnvolle und strukturierte Übersicht. Coaches kriegen mit den Literaturhinweisen ein paar Sachen für ihre Einkaufsliste zumal ich ein paar Kleinigkeiten darstelle, die es bis dahin meines Wissens noch nicht im Bodybuilding- und Fitnessbereich gab. Ich muss „bis dahin“ sagen, da es schon die ersten Social Media Beiträge gab, wo das Ganze aufgegriffen wurde. Mal mit Hinweis aufs Buch und mal ohne…

Intermittent Fasting 2.0

Ansonsten also Übersicht „Der Mikronährstoff-Coach“ von Schmidbauer und  dann „Periodization: Theory and Methodology of Training“ von Bompa und Haff aus dem Trainingsbereich vielleicht noch.

Wer das jetzt bei Amazon sucht, wird feststellen, dass vor allem die zwei Letztgenannten ganz schön teuer sind, wenn man da leichtere Kost aus einschlägigen Verlagen gegenhält. Aber gute Bücher kosten eben durchaus Geld.

Das sollte man auch nicht an der Seitenzahl messen. Ich bekam zum Beispiel Kritik, dass ich bei meinem Buch ein wenig viele Freizeilen habe. Das habe ich (ein wenig durchs Internet geprägt) im Sinne der Lesbarkeit gemacht. Ich könnte das Buch sicherlich um einige Seiten einschmelzen und würde dadurch meine Gewinnmarge erhöhen, denn den Preis von 29,99 € verlange ich für mein Buch nicht fürs Papier, sondern für die gebündelten (und teils neuen) Informationen.

Viele Leute neigen da heutzutage zu falschen Maßstäben. Handy, die 800 € kosten, Autos im 5-stelligen Bereich, aber das Proteinpulver bitte für weniger als 10 Euro pro Kilo und das Buch als PDF umsonst. Ich will damit auch niemanden kritisieren, man rutscht da sicherlich auch ein wenig in diese Denkweise herein. Beispielsweise ruft Wikipedia jedes Jahr zum Spenden auf. Ich nutze Wikipedia vermutlich wie jeder andere, wenn ich etwas mir komplett Fremdes egal aus welchem Lebensbereich gut strukturiert anschauen will. Dennoch fiel es mir einen kleinen Moment schwer ein paar Euros zu spenden. Nun möge man sich mal vorstellen, ab morgen gäbe es kein Wikipedia mehr. – Viele Leser kennen „dieses Internet“ vermutlich gar nicht mehr.

Und genauso ist es mit guten Büchern, die Wissen vermitteln. Da sollte man nicht die Cent-pro-Seite-Quote als Qualitätsmerkmal heranziehen. Genauso wie der Fitnesstyp, dem die meisten auf Facebook oder Instagram folgen, nicht die sinnvollsten Tipps geben wird. Ich denke, es ist klar, was ich meine.

In diesem Zusammenhang auch der Hinweis, dass man Seiten wie eure ruhig supporten sollte, wenn man hier regelmäßig reinschaut und vom kostenlosen Inhalt profitiert. Kauft über die Amazon-Links von Aesir Sports, bestellt euch mal ein Shirt aus dem Shop oder erzählt auch mal euren Freunden von guten Infos im Internet. – Support ist kein Mord, wie ein gewisser Uwe zu Recht feststellte!

Wie und wo kann man mit dir in Kontakt treten, wenn man sich für weitere Informationen zu einem Coaching informieren und mit dir in Kontakt treten möchte?

Das allereinfachste  ist auf meine Seite www.become-fit.de zu gehen. Ansonsten gibt es mich unter facebook.de/thecoachcoach auch bei Facebook und manch einer folgt mir bei Instagram, wo ich ebenfalls „thecoachcoach“ heiße, wobei ich den Account tatsächlich mehr zum Spaß betreibe.

Vielen Dank, für den Aufruf zum Support und dass du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast, Frank. Das Aesir Sports Team wünscht dir weiterhin viel Erfolg bei deiner Coaching-Laufbahn (oder eher Nebentätigkeit ;-))


Du möchtest dich als Personal Trainer des Monats bei uns bewerben oder kennst einen guten Coach, der es verdient hätte sich bei uns vorzustellen? Dann schick uns eine Mail mit dem Betreff „Bewerbung: PT des Monats“ an info@aesirsports.de.

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Bildquelle Titelbild: Copyright by Frank Acker & Become Fit

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