Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 1

Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 1

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Von Alexander Thomas |

Der Begriff Faszie ist nicht neu – er wird nur neu verstanden!

Der Begriff Faszie ist kein sonderlich neuer Begriff. Wenn ich mich mit Physiotherapeuten unterhalten schütteln viele den Kopf und antworten „Wir behandeln Faszien schon seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten“. Das bezweifelt sicherlich keiner. Tatsache ist aber, dass der Begriff Faszie in den letzten Jahren, vor allem auch im Bereich Sport immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Im Zuge dieser Entwicklung geht es nicht da rum etwas Altes neu aufblühen zu lassen oder dem Kind einen neuen Namen zu geben. Tatsächlich haben neue Erkenntnisse und neue Modelle zu einer neuen oder weiter differenzierenden Betrachtung geführt. Zu diesen Modellen gehört das Faszien-Distorsions-Modell (kurz FDM).

Die größte Kritik, welche vor allem schulmedizinisch geprägte und überzeugte über das Modell loswerden: Mangelnde wissenschaftliche Belege und Untersuchungen. Und trotzdem verzeichnen Therapeuten durch die Anwendung dieses Modells bei Patienten mit Einschränkungen und Problemen am Bewegungsapparat beeindruckende Erfolge.

Chronische Schmerzen sind binnen weniger Sitzungen, teilweise nach nur einer Sitzung obsolet. Steife Gelenke gewinnen wieder ihre Geschmeidigkeit. Was von Schulmedizinern als „Unheilbar“ diagnostiziert wurde – Achtung provokativer Vorwurf: Um die eigene Unwissenheit zu überspielen – und zu einer deutlichen Lebenseinschränkung geführt hat kann binnen weniger Sitzungen rehabilitiert werden und zu einer komplett neuen, verbesserten und überzeugenden Lebensqualität führen.

Nun soll und wird dieser Artikel aber kein reines Geschwafel und keine Abrechnung mit der Schulmedizin. Im Folgenden werde ich euch den Begriff Faszien definieren, die Funktionsweise von Faszien beschreiben, die wesentlichen Distorsionen (Störungen, hier 4 der insgesamt 6) am Fasziengewebe definieren und beschreiben und die Definition des Modells beleuchten.

An dieser Stelle mache ich noch einmal deutlich: Alle Erklärungen und Beschreibungen finden aus dem Blickwinkel des Modells statt. Dadurch ist es unvermeidlich, dass es zu Reibungspunkten zwischen den bis dato gelehrten Meinungen und der hier aufgezeigten Betrachtung kommt.

Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 1

Es gibt 3 differenzierbare Betrachtungen: die schulische, die osteopathische und die des Modells

Zu Beginn eines jeden Modells gehören Definitionen. Meist sind es Begriffsdefinitionen oder (in der Mathematik) die Definition von Variablen. Zum besseren Verständnis des Modells definiere ich euch den Begriff Faszie.

Google ist in unserem Zeitalter des wissbegierigen bester Freund. Wirfst du Google an und suchst nach einer Definition von Faszien, so findest du in erster Linie die gängigen Betrachtungsweisen:

Wikipedia bspw. bezeichnet Faszie als „Weichteil-Komponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen.“ Geht man die List an Ergebnissen und schaut sich die Definition von DocCheck an, so wird Faszie als „eine derbe Hüllschicht aus Bindegewebe, die einzelne Muskeln, Muskelgruppen oder ganze Körperabschnitte umgeben kann“. Schnell fällt auf, dass das Web viele weitere Definitionen zur Verfügung stellt und sich viele nur in Nuancen unterscheiden.

Die Ursache zu diesen unterschiedlichen Definitionen ist recht einfach zu begründen. Faszien werden schlichtweg unterschiedlich verstanden.

Aufbau der Muskulatur inkl. Faszie

Aufbau der Muskulatur inklusive Abbildung der Faszie (“Fascia”). (Bildquelle: designua / Fotolia)

Die Schulmedizin betrachtet Faszie als bindegewebige Muskelhülle und schenkt ihr ansonsten keine weitere Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: Sie ist vorhanden. Dem gegenüber ersteht die Osteopathie Faszien als Bindegewebshülle, was die Annahme begründet, dass Faszien Spannungskräfte und –zustände übertragen. Das hier vorgestellte Modell geht noch etwas weiter. Demnach sind Faszien straffes und weiches kollagenes Bindegewebe. Diese Betrachtung schließt u.a. Sehnen, Bänder, Kapsel als Faszie ein.Faszien stellen eine dreidimensionale Hülle des Körpers dar

Eine Gemeinsamkeit aller Betrachtungen ist die Tatsache, dass Faszien zumindest bindegewebige Verbindungen sind, welche kontinuierlich durch den Körper gehen und eine Art „dreidimensionale Hülle“ darstellen.

Das FDM differenziert in zwei Schichten von Faszien: Die Oberflächliche und die Tiefe. Oft wird eine dritte Schichte bestimmt, die viszerale Schicht. Im FDM wird die viszerale Schicht als Bestandteil der tiefen Schicht verstanden. Der Unterschied besteht darin, dass die oberflächliche Schicht unmittelbar unter der Haut liegt und Verbindungen zu Unterhautfettgewebe, Nerven, Arterien, Venen und Lymphgefäße hat. Die tiefe Schicht hingegen liegt um den Muskel herum, fixiert und hält diesen zusammen, sorgt für Beweglichkeit umhüllt und schützt damit Nerven, Organe, Knochen, Blut- und Lymphgefäße.

Innerhalb der Faszie selbst befinden sich freie Nervenendigungen. Dies – so die Annahme – ist der Grund, warum mechanische Reize über Faszien vermittelt werden können. Darin liegt die Ursache, warum Faszien für eine Behandlung solch eine enorme Bedeutung haben.

Die 5 Funktionen des Modells

Aus der Definition des Begriffs Faszie lassen sich unterschiedliche Funktionen von Faszien ableiten. Das Modell selbst definiert fünf – in meinen Augen faszinierende – Funktionen des Fasziengewebes:

  • Träger
  • dynamische Stabilität
  • Stoßdämpfung
  • Schutz und
  • Transport

Funktion #1: Faszien sorgen für Form und Kontur – Die Träger- und Übertragungsfunktion

Untersuchungen haben gezeigt, dass die am Muskelursprung gemessene Kraft nicht der am Muskelansatz gemessenen Kraft entspricht. Die Kraft muss irgendwo hin sein, sie verfliegt ja nicht ins Nirgendwo.

Da der Muskel ebenfalls von Faszien umgeben und durchflochten ist geht man davon aus, dass Faszien eine Kraftübertragungsfunktion haben. Diese Funktion ist maßgeblich von der Gleitfähigkeit (Verklebung) der Faszien Struktur abhängig. Eine erhöhte Verspannung der faszialen Struktur führt zu Verklebungen. Verklebungen schränken die Gleitfähigkeit der Faszie ein. Eine eingeschränkte Gleitfähigkeit führt zu einer reduzierten Kraftübertragungsfähigkeit. Die einwirkende Kraft wird sich aber nicht verändern und in der Folge muss der Muskel mehr Kraftleistung aufbringen.

Diese Mehrbelastung der Muskulatur führt zu Verspannungsschmerzen der Muskulatur. Spätestens wenn du das nächste Mal auf der Liege deines Physiotherapeuten liegst, dieser Gewebe triggert, dein BWS-Syndrom behandelt oder andere „diagnostizierte“ Verspannungen und du ein ausstrahlendes ziehen gefolgt von einem Gefühl der Entspannung bis in andere Extremitäten verspürst. Dann kannst du unter Berücksichtigung einer eingeschränkten Kraftübertragungsfunktion den Zusammenhang herstellen.

Die Träger- und Kraftübertragungsfunktion werden als eine Funktion zusammengefasst verstanden.

Funktion #2: Wie ein Baum im Wind – Die Funktion der dynamischen Stabilität

Betrachten wir einmal Bäume, Getreide oder Gräser. Wenn ein starker Wind geht bleiben jene trotzdem in ihrer Form bestehen – mit Ausnahmen. Man erkennt lediglich eine gewisse Nachgiebigkeit. Sobald es windstill ist nehmen sie ihre ursprüngliche Form wieder an. Es existiert eine gewisse Dynamik bei gleichzeitiger Stabilität.

Auch das Fasziengewebe weist diese Funktion auf: eine dynamische Stabilität. Wäre dem nicht so, so könnten wir vielen von außen einwirkenden Impulsen nicht standhalten und unser Leben würde nicht existieren. Wir würden bei jedem stärkeren Impuls schwerere Verletzungen davontragen.

Funktion #3: Warum wir Kraftimpulse überleben – die Stoßdämpferfunktion

Wer kennt die Geschichten von unglaublichen Stürzen, Sport- oder Autounfällen nicht. Man hört sie sich an, hat einen teilweise entsetzen Blick drauf und am Ende erfährt man, der Person selber ist nichts weiter passiert. Jeder denkt sich einfach nur: Wahnsinn! Mit einem Hauch von Sprachlosigkeit.

Bestimmt gibt es physikalische Erklärungen. Der richtige Kraftvektor zur richtigen Zeit im richtigen Verhältnis blablabla…. Keine Frage spielt das mit eine Rolle. Nicht zu übersehen ist die Fähigkeit der Faszien, Kraftimpulse mittels einer Stoßdämpfungsfunktion zu absorbieren. Der ganze Körper ist darauf ausgelegt, Impulse über eine Stoßdämpfung zu absorbieren.

Betrachten wir die Wirbelsäule welche in Verbindung mit den Bandscheiben tagtäglich Kräfte absorbiert. Wenn wir etwas aus der Luft fangen, keinen Ball, einen Menschen – beispielsweise kleine Kinder die wir in die Luft werden – wirkt ein Kraftimpuls auf den Körper. Durch die Verkettung und Vernetzung des Fasziengewebes durch den kompletten Körper sind wir in der Lage diese Kraftimpulse über den Körper zu verteilen und sogar bis in den Boden abzuleiten.

Funktion #4: Faszien opfern sich der Gesundheit wegen – die Schutzfunktion

Natürlich ist diese Funktion nicht perfekt. Das zeigt sich immer wieder bei teilweise banalen Unfällen oder Stürzen wo es zu Prellungen oder einer Bewegungseinschränkung kommt. Trotzdem ist auch dies einer Funktion des Fasziengewebes zuzuschreiben.

Ist der Kraftimpuls für die Stoßdämpfungsfähigkeit zu groß, reist Fasziengewebe oder es kommt zu besagter Prellung/Stauchung. Dafür ist das Fasziengewebe vorgesehen. Bevor Knochengewebe oder Organe durch einen Kraftimpuls eine Verletzung davon tragen reist zunächst die Faszie oder trägt in irgendeiner Art eine Störung/Verletzung davon.

Warum mal stärkere, mal schwächere Impulse ausreichen, um eine Verletzung herbeizuführen das hängt von vielen Faktoren ab: Liegt bereits eine Störung der Faszie vor? Wie war die Gelenksstellung? Welcher Kraftvektor ist bei welcher Gelenkstellung aufgekommen usw. Vor allem aber die Vorbelastung der Faszien Struktur bzw. störungsfreie Funktion spielt eine wesentliche Rolle. Davon ist abhängig, ob ein stärkerer oder schwächerer Impuls benötigt wird um eine weitere Störung herbeizuführen.

Das Modell geht sogar noch einen Schritt weiter. Da Faszien nicht nur Organe umhüllen, sondern diese auch durchdringen und segmentieren, geht man davon aus, das Faszien bei einem Befall von Viren oder Bakterien den befallenen Bereich segmental „versiegeln“ und so eine Ausbreitung verhindert werden soll.

Funktion #5: Nicht nur Schützer, sondern auch Versorger – Die Transportfunktion

Die letzte aber nicht weniger wichtige Funktion zeigt sich im Transport von Abbau- und Aufbaustoffen wieder, weshalb sie den passenden Namen Transportfunktion erhält. Zwischen Faszien wird (Lymph)Flüssigkeit transportiert wodurch die Versorgung von Abbau- und Aufbaustoffen sichergestellt wird.

Diese Versorgung ist absolut notwendig um eine maximale Leistungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Logik zwingt einem regelrecht auf, dass eine Störung dieser Funktion – bspw. durch Verklebungen/Verspannungen – zu einer Reduzierung der maximalen Leistungsfähigkeit führt. Ähnlich wir im Produktionssektor der Industrie: Beim Ausbleiben von Ressourcen, findet keine Produktion statt.

Kurz zusammengefasst: Faszien sind mehr als nur eine Hülle

Zu Beginn habe ich den Begriff Faszien definiert. Nach diesem Modell sind Faszien weit mehr als nur eine Hülle. Es sind bindegewebige Verbindungen die sich als Netzwerk durch den kompletten Körper erstrecken, Muskeln, Organe, Nerven, Venen, Arterien und vieles mehr umgeben und eine Art dreidimensionale Hülle darstellen.

Neben den „Hüllen“ geht das Modell davon aus, dass auch Sehnen, Bänder, Gelenkskapseln etc. als Faszien Struktur zu verstehen sind. Aus dieser Betrachtung heraus ergeben sich fünf wesentliche Funktionen, welche diese Struktur in unserem Körper übernimmt. Dazu gehören: die Träger- und Kraftübertragungsfunktion, die Funktion der dynamischen Stabilität, die Stoßdämpfungsfunktion, die Schutzfunktion und die Transportfunktion.

Alle Funktionen sind wesentlicher Bestandteil für das Funktionieren unseres Körpers. Eine Störung der Struktur führt zu einer Störung und zumindest nicht einwandfreien Ausübung der aufgezeigten Funktionen. Dies führt zu vielerlei Beschwerden am Bewegungsapparat wobei die Beschwerden selbst meist nur das Symptom darstellen und die Ursache in einer Störung der Faszien Struktur besteht. Damit gewinnt die Faszien Struktur, entgegen der schulmedizinischen Betrachtung „Sie sind da“, eine essenzielle Bedeutung.

Weitere Begriffsdefinitionen des Modells

Im folgenden Abschnitt werden einige letzte Definitionen aufgezeigt bzw. erkläre ich ein paar letzte Begrifflichkeiten. Diese Begrifflichkeiten beziehen sich zu einem Großteil auf die Diagnostik des Modells. Es wird sich zeigen, dass die Diagnostik mit nur wenigen, kostengünstigen Instrumenten einen sehr großen Mehrwert bietet und die Ursache vieler Bewegungseinschränkungen sehr schnell identifiziert werden kann.

Die ausschlaggebende Stärke des Modells: Körpersprache

Stephen Typaldos, ein US-amerikanischer Mediziner und Osteopath, hat dieses Modell begründet und federführend „entwickelt“. Bereits 1991 hat er das erste Triggerband für sich entdeckt. Für diese „Entdeckung“ hat er keine bildgebende Diagnostik angewendet oder an Körpern rum geschnitten. Lediglich ist ihm aufgefallen, dass seine Patienten zur Schmerzdarstellung die gleiche Körpersprache verwendeten, während sie in der verbalen Beschreibung durchaus unterschiedliche Begrifflichkeiten nutzten.

Viel mehr steckt auch gar nicht in der großen Stärke dieses Modells, doch ist diese Stärke ein ganz wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Behandlungsansätzen: Die Analyse der Körpersprache während der Schmerzbeschreibung.

Neben dem Triggerband hat Typaldos fünf weitere Distorsionen identifiziert:

  • Die Continuum Distorsion
  • Den Hernierten Triggerpunkt
  • Die Zylinder-Distorsion
  • Die Faltdistorsion und
  • Die tektonische Fixation

Die einzelnen Distorsionen werde ich im späteren Verlauf erläutern, ebenso wie ich die Diagnostik noch einmal aufgreife. Zuvor aber gehe ich auf die an dem Modell verübte Kritik ein.

Das Modell baut auf keinen wissenschaftlichen Belegen auf

Die wohl größte Schwäche des Modells – zumindest aus Sicht der gängigen Kritiker – sind mangelnde wissenschaftliche Belege. Würde das Modell von sich behaupten es wäre vollkommen, so könnte ich diese Kritik auch zu 100% nachvollziehen. Doch sind sich die gängigen Vertreter des Modells darüber im Klaren, dass das Modell nicht vollkommen ist.

Faszia: Lat. Das Bündel, medizinisch Bindegewebe

Distorsion: Verdrehung, allgemein im Sinne des Modells als Störung verstanden

Modell: zweckmäßige Betrachtung der Wirklichkeit

Im Gegenteil. Das Modell stellt lediglich eine zweckmäßige Betrachtung der Wirklichkeit dar. Es erhebt damit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Wahrheit. Es wäre auch ziemlich naiv das zu tun. Auf jeden Fall ist an der Kompetenz jener Person zu zweifeln, die diese Aussage tätigt denn die Vergangenheit und neusten Erkenntnisse aus der Gegenwart zeigen immer wieder: Wir wissen nicht alles und woher können wir wissen, dass wir tatsächlich alles wissen?

In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, dass Kritiker einem Modell mangelnde wissenschaftliche Belege vorwerfen, obwohl dieses Modell auf Beobachtungen aufbaut. Nur weil es keine metrische Studie gibt, welcher irgendwelche Variablen, Standardabweichung, Varianz usw. zugrunde liegen kann ich nicht behaupten, dass etwas nicht belegt ist. Auch die Beobachtung ist durchaus eine in der Wissenschaftstheorie bekannte Methode.

Und, zugegebenermaßen jetzt mache ich es mir einfach aber deswegen ist es nicht verwerflich: Bisher konnte noch keiner beweisen, dass dieses Modell falsch ist. Gerne kann wissenschaftlich darüber diskutiert werden, dann aber bitte mit Tatsachen oder „Beweisen“, welche Aussagen des Modells tatsächlich entkräften.

Der Erfolg gibt einem Recht und das Modell erzielt beeindruckende Erfolge

Tatsache ist das passende Stichwort. Eine Tatsache die unanfechtbar ist: Während viele Schulmediziner (v.a. aufbauend auf meinen eigenen Erfahrungswerten) kopfkratzend vor chronischen Beschwerden stehen, keine zielführende Therapie kennen um die Lebensqualität wiederherzustellen und keinerlei zielführende Therapien für so genannte „frozen shoulders“ haben, zeigen Therapieansätze nach diesem Modell in genau diesen Fällen beeindruckende Erfolge.

So kann der Bewegungsumfang einer „frozen shoulder“ binnen weniger Minuten wiederhergestellt werden oder diagnostizierte chronische Schmerzen mittels weniger Handgriffe oder nur ein paar Sitzungen komplett rehabilitiert werden. Mir bleibt nur zu sagen: Der Erfolg gibt dem Modell Recht.

Die Drei-Säulen-Diagnostik: Klinisch, Köpersprache, Palpation

Ich komme zurück auf den größten Mehrwert zu sprechen: Die Körpersprache. Allgemein werde ich im Folgenden die Wege der Diagnostik beschreiben. Diese umfasst drei Säulen. Die Körpersprache ist eine dieser Säulen. Ergänzend wird eine klinische Betrachtung vorgenommen und die dritte Säule stellt die Palpation dar.

Säule #1: Die Körpersprache

Das Modell versteht die Körpersprache als Versuch sich selbst zu behandeln. Wenn wir an jede Ecke unseres Körpers kämen und überall den gleichen maximalen Druck aufbringen könnten, wäre die Sache schon erledigt – zumindest was die Beschwerden am Bewegungsapparat betreffen.

Doch die Anatomie unseres Körpers schränkt uns ein. Des Weiteren haben wir einen eigenen Schutzmechanismus was Schmerz betrifft. Die Masse von uns kann – aufgrund des Schutzmechanismus – nicht den notwendigen Druck aufbringen, weil mit dem notwendigen Druck ein Mindestmaß an Schmerz verbunden ist.

Dieser Druck ist notwendig um einen Behandlungserfolg herbeizuführen. Gleichzeitig ist dies aber auch ein Problem, weshalb viele vielleicht niemals von ihren Leiden befreit werden können. Der Grund liegt in der individuellen Schwelle der Schmerztoleranz. Bei manchen ist diese so niedrig, dass ein Behandlungserfolg ausbleiben wird.

Die Körpersprache ist nicht manipuliert, sie ist natürlich.

Für mich gibt es einen weiteren Mehrwert der Körpersprache und diese hat mit Sozialisierung und Erziehung zu tun. Während wir im Rahmen unserer Erziehung Begrifflichkeiten erlernen und diese mit Bedeutung hinterlegen, diese Bedeutungen sehr stark gesellschaftlich abhängig sind und teilweise sogar innerhalb einer Gesellschaft noch einmal unterschiedlich verstanden werden, ist die Körpersprache zur Schmerzdarstellung eine naturgegebene intuitive Gestik, welche uns keiner beigebracht hat. Sie wurde auch nicht durch dritte Konditioniert. Aus diesem Grund ist anzunehmen, dass die gleiche Körpersprache bei unterschiedlichen Patienten die gleiche Ursache beschreibt.

Würde man die Bedeutung der drei Säulen bildlich darstellen, so wird die Körpersprache wohl durch die breiteste Säule dargestellt um zu verdeutlichen, dass dies der wichtigste Schritt der Diagnose hin zu einer zielführenden Behandlung ist.

Abbildung 1: Säulenmodell der Diagnostik (Bildquelle: Alexander Thomas)

Säule #2: Die klinische Betrachtung

Die klinische Betrachtung bedient sich vor allem der schulmedizinischen Betrachtung. Dabei erklärt der Patient den Unfallhergang, aufgrund welchem der Therapeut bereits erste Rückschlüsse ziehen und einige Distorsionen ausschließen oder einschließen kann. Hier gilt: Je detailreicher die Schilderung des Unfallhergangs, desto besser die Anamnese.

Säule #3: Die Palpation

Die Palpation ist ebenfalls eine bereits gängige Methode. Sie beschreibt die Diagnose durch Betasten des Körpers. Spätestens daran lässt sich – meiner Meinung nach – sowohl ein guter Arzt als auch ein guter Therapeut erkennen.

Dennoch spricht das Modell dieser Säule eine eher untergeordnete Rolle zu. Die größte Herausforderung bei dieser Säule ist die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl. Es bedarf viel Übung die richtigen Rückschlüsse zu erzielen und nicht jeder wird dazu in der Lage sein. Das ist ähnlich wie mit dem Taktgefühl: Manche haben es und können gut tanzen, andere nicht.

Das bisher geschrieben kurz zusammengefasst…

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Damit komme ich an das Ende des ersten Teils. Der nächste Teil behandelt eine ausgiebige Erklärung der Distorsionen selbst, den dazugehörigen Diagnosen und die Merkmale der Körpersprache.

Zuvor fasse ich die wichtigsten Punkte noch einmal stichpunktartig zusammen.

  • Das Faszien-Distrosions-Modell nach Typaldos entstammt der Osteopathie.
  • Faszien sind bindegewebige Verbindungen und stellen eine „dreidimensionale Hülle“ dar.
  • Es wird in oberflächliche und tiefe Schichten unterschieden
  • Es bestehen Verbindungen, ein Netzwerk zu sämtlichen Bestand- und Einzelteilen unseres Körpers (Muskeln, Arterien, Venen, Nerven, Organen, Knochen, Blutgefäße etc.)
  • Faszien übernehmen 5 essenzielle Funktionen in unserem Körper: Die Träger-, Kraftübertragungs-, Stoßdämpfung-, Schutz-, Transportfunktion und die Funktion der dynamischen Stabilität
  • Eine Störung der Gleitfähigkeit der Faszien führt zu einer Störung der zu übernehmenden Funktion der Faszien. Punktuelle Muskelverhärtungen können (haben meist) ihre Ursache in einer Funktionsstörung des Fasziensystems.
  • Das Modell geht von sechs Störungen aus: Triggerband, Continuum Distorsion, Hernierter Triggerpunkt, Zylinder-Distorsion, Faltdistorsion und tektonische Fixation.
  • Als Modell hebt es keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Wahrheit.
  • Die Diagnostik baut auf den drei Säulen der Körpersprache, der klinischen Betrachtung und der Palpation auf.

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Über den Autor – Alexander Thomas

Über den Autor – Alexander ThomasMein Name ist Alexander Thomas, ich bin 89er Baujahr und Ernährung ist eines meiner Steckenpferde.

Bereits im jungen Alter habe ich angefangen mich mit der Thematik der Ernährung auseinanderzusetzen. Den leistungsbeeinflussende und die optimierende Komponente Ernährung hat schon immer ein Stück weit fasziniert. Aus der Praxis für die Praxis, das ist meine Stärke. Mein Wissen basiert nicht nur auf theoretischen Grundlagen, sondern die theoretischen Grundlagen wurden in der Praxis auf die Probe gestellt und das nicht nur im gewöhnlichen Alltag.

In den Jahren 2011 und 2013 habe ich aktiv am Wettkampfbodybuilding teilgenommen und an insgesamt 3 Wettkampfphasen teilgenommen (Frühjahr + Herbst 2011 und Herbst 2013). In jeder Vorbereitung habe ich eine andere Ernährungsphilosophie verfolgt um annähernd an das ‚beste‘ leistungs- und fettreduzierend orientiertes Konzept heran zu kommen. Zu meinen Erfolgen gehört der Titel des deutschen Meister der DBFV Männerklasse 1 bis 70kg im Jahr 2013.

Falls du mehr von mir erfahren oder lesen möchtest, dann besuche mich auf meiner Seite, www.thomsanutrition.de.


Bildquelle Titelbild: Fotolia / Sebastian Gauert

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