Die Wahrheit über Aspartam – Teil 4: Gibt es eine große Aspartam Verschwörung?

Die Wahrheit über Aspartam – Teil 4: Gibt es eine große Aspartam Verschwörung?

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James Krieger |

Im vergangenen Teil der Serie habe ich dir über die fadenscheinigen Forschungsarbeiten von Morando Soffritti berichtet, der angeblich einen Zusammenhang zwischen Aspartam und Krebs gefunden haben wollte. Anti-Aspartam Gegner haben sich bei ihrer Argumentation sehr stark auf diese Studien gestützt.

Diese Gruppierungen bedienen sich aber nicht nur derartiger Forschung, um ein dunkles Bild von Aspartam in der Bevölkerung zu zeichnen … sie greifen auch auf Täuschung zurück.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Teile verpasst? Dann hol sie hier nach:

Die Wahrheit über Aspartam – Teil 4: Gibt es eine große Aspartam Verschwörung?

Waltons List

Dr. Robert Wilson präsentierte seine eigene Forschung im Web (kein Journal mit Kreuzgutachten („peer review“), in der behauptet wird, dass man über 166 Studien zu Aspartam analysiert hat, die über ein Kreuzgutachten verfügen [1].

Exkurs: Das Kreuzgutachten („Peer Review“)

Das Kreuzgutachten ist eine Praxis aus der Wissenschaft zur Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Arbeiten, bei der unabhängige Gutachter (üblicherweise aus dem gleichen Fachgebiet wie die Autoren) die Studien auf Fehler im Design und bei der Interpretation der Ergebnisse prüfen.

Hierbei wird ermittelt, ob sich die Arbeit zur Publikation überhaupt eignet. Studien die absichtlich kein Peer-Review durchlaufen, sind daher stets intensiv zu prüfen, zu evaluieren und kritisch zu hinterfragen.

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Laut Walton wurden 74 dieser Studien aus der Industrie finanziert und sie alle (100%) zeigten keine adverse Wirkung infolge von Aspartam. Weiterhin wurde behauptet, dass 92 dieser „Studien“ unabhängig finanziert wurden und dass 85 von ihnen (also 92%) problematische Ergebnisse bei Aspartam aufzeigten.

Ich habe den Begriff „Studien“ in Klammern gesetzt, weil eine nähere Betrachtung zu Tage bringt, dass die meisten dieser 85 „Studien“ entweder gar keine Studien sind oder Walton’s Annahmen gar nicht unterstützen.

Von diesen 85 unabhängigen „Studien“:

  • Verwendete eine kein Aspartam, sondern missbräuchliche Mengen von Glutaminsäure in jungen Mäusen.
  • Waren 16 Briefe, die an den Editor adressiert waren.
  • Haben 5 von ihnen keinen adversen Effekt durch die orale Zufuhr von Aspartam gefunden.
  • Verwendete eine kein Aspartam, sondern missbräuchliche Mengen von MSG (Mononatriumglutamat).
  • Existiere eine Studie anscheinend gar nicht.
  • In einer dieser Untersuchungen handelte es sich um ein Review über andere Studien, welche missbräuchliche Dosierungen verwendeten.
  • Handelte es sich bei 9 um Reviews oder einfache „Meinungs“-Paper.
  • Verwendeten 7 eine missbräuchliche Menge an Aspartam.
  • Handelte es sich bei 5 um Fallbeispiele (Case Studies).
  • Handelte es sich bei 4 um in Vitro Studien mit hoher Dosierung, die nicht korrekt abbildeten, wie Aspartam im Körper verstoffwechselt wird.
  • Bezogen sich 2 nicht auf die Aspartam-Sicherheit.
  • Handelte es sich bei einer um eine Verbraucherbeschwerde und nicht um eine kontrollierte Studie.
  • Verwendeten 3 überhaupt kein Aspartam.
  • Handelte es sich bei 12 von ihnen um Kapitel aus Büchern.
  • Handelte es sich bei 2 von ihnen um Wiederholungen von bereits weiter oben erwähnten Papern.
  • Stellten 2 lediglich Hypothesen auf (keine Studien).
  • War eine lediglich eine Umfrage.
  • Handelte es sich bei einer um eine unglaublich schlecht designte, epidemiologische und mittlerweile widerlegte Studie.
  • Handelte es sich bei einer um eine mittlerweile widerlegte Studie mit Formaldehyd Addukten [2].

Unglücklicherweise nehmen sich die meisten Menschen nicht die Zeit, um die gelieferten Quellen zu überprüfen. Stattdessen verlässt man sich einfach auf das Wort des Autors. Carb Sane hat auf ähnliche Probleme hingewiesen, die z.B. Gary Taube’s Forschung betreffen [8], wo die Quellenangaben in der Realität nicht die Behauptungen, die angestellt wurden, stützten.

Die Quintessenz des Ganzen ist Folgendes: Nur weil etwas mit vielen Quellen belegt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass diese Quellen die Behauptungen des Autors unterstützen. Du musst erst tief graben, um wirklich zu erfahren, was an der Sache dran ist.

Zusätzlich dazu hat Walton mal eben so eine wichtige Publikation der MIT Group ausgelassen, die keine schädlichen Effekte durch Aspartam bestätigte [6]. Diese Studie wurde in einer Kooperation mit der Nutrasweet Company und dem Center for Brain Science finanziert. Handelt es sich jetzt also um eine Studie, die von der Industrie gesponsort wurde oder nicht?

Manchmal sind die Dinge eben nicht so trennscharf, wie man es gerne hätte.

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Von der Industrie finanzierte Forschung: Handelt es sich hierbei wirklich um ein Problem?

Waltons fadenscheinige „Forschung“ wurde verwendet, um eine allgemein gehaltene Richtung der Anti-Aspartam Gruppierungen zu unterstützen: Das all die Forschung, welche die Sicherheit von Aspartam belegt, in Wahrheit von der Industrie finanziert wird und daher nicht nur verzerrt, sondern auch unglaubwürdig sei.

Ist das tatsächlich der Fall? Hier ist der Kopf eines Artikels einer Studie zur Supplementation von Glutamin hinsichtlich Immunfunktion, die ich 2004 veröffentlicht habe:

Die Wahrheit über Aspartam – Teil 4: Gibt es eine große Aspartam Verschwörung?

Meine damalige Studie zu Glutamin kam zu gemischten Ergebnissen. (Bildquelle: Krieger et al, 2004)

Und hier ist der Abschnitt, der aufzeigt, von dem die Studie finanziert wurde:

Wer hat Geldmittel für diese Studie zur Verfügung gestellt? (Bildquelle: Krieger et al, 2004)

Wie du daraus entnehmen kannst, wurde meine Untersuchung teilweise von EAS (Experiental and Applied Sciences) finanziert. Wer EAS nicht kennt: Es handelt sich um eine Supplementfirma. Zu dieser Zeit verkaufte EAS auch ein Glutamin-Supplement.

Führt dies dazu, dass meine Studie verzerrt ist? EAS lieferte die Geldmittel, war aber ansonsten nicht in der Untersuchung beteiligt. Sie haben keine Datenerhebung durchgeführt, keine Analyse und auch keine Zusammenfassung der Ergebnisse. Sie haben auch nicht darüber entschieden, ob die Studie veröffentlicht wird oder nicht.

Unsere Ergebnisse waren gemischt: Wir fanden heraus, dass Glutamin eine Wirkung auf eine der Variablen hat, aber nicht auf andere – und genau das haben wir veröffentlicht. Man hat uns weder Druck gemacht, noch hat man versucht uns zu beeinflussen, um Glutamin in ein positives Licht zu rücken.

Tatsache ist, dass eine Studienfinanzierung nicht bedeutet, dass die Industrie bei der Datensammlung, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse beteiligt ist. Viele Studien über Aspartam wurden, obwohl sie von der Industrie finanziert wurden, an Universitäten durchgeführt und in Journalen mit Kreuzgutachten veröffentlicht. Wenn diese Arbeit nicht repliziert werden kann oder sich beim Peer Review herausstellt, dass erhebliche Mängel existieren, verliert der Autor der Untersuchung an Reputation und kann dazu gezwungen werden das Verfahren zu wiederholen.

Ich will an dieser Stelle nicht behaupten, dass der Peer Review Prozess perfekt ist und es ist in der Tat so, dass eine ganze Menge „schlechter Wissenschaft“ publiziert wird, während gute Forschungsarbeiten darum kämpfen müssen, um veröffentlicht zu werden – doch worum es hier geht, ist die Tatsache dass eine Finanzierung durch die Industrie kein Grund in und an sich ist, um die Arbeit als unglaubwürdig hinzustellen.

Genauso gut sollte man eine Studie, die nicht von der Industrie finanziert wurde, automatisch als glaubwürdig einstufen. Nicht-industrielle Forschung kann ebenso über Konflikte verfügen – z.B. wenn es darum geht neue Geldmittel zu bekommen, um Bücher oder Artikel zu schreiben und diese gewinnbringend zu verkaufen oder einfach nur um mehr Patienten auf sich aufmerksam zu machen und so sein persönliches Einkommen zu steigern oder Ansehen zu bekommen.

Wie ich bereits erwähnt habe: Robert Walton wurde nicht von der Industrie finanziert, doch seine Arbeiten sind trotzdem fadenscheinig. Dr. Joseph Mercola, ein weiterer – angeblich „unvoreingenommener“ – Aspartam-Kritiker, verfügt über eine ganze Webseite und Newsletter [9], in denen er seine Supplemente und andere Produkte an den Mann bringt, die wenig oder gar keine wissenschaftliche Grundlage besitzen; Mercola wurde in der Vergangenheit bereits von der FDA verwarnt, weil er unrechtmäßige Behauptungen zu seinen Produkten aufgestellt hat [10].

Wir müssen uns daran erinnern, dass eine Finanzierung durch die Industrie bei Lebensmittelzusätzen (wie z.B. Aspartam) gesetzlich vorgeschrieben ist. Es obliegt demjenigen, der den Lebensmittelzusatz in seinen Produkten verwenden möchte, zu beweisen, dass dieser Zusatz nicht schädlich ist. Um eine Zutat zugelassen zu bekommen, ist das Unternehmen dazu verpflichtet für die Forschung zu zahlen. Es wäre auch sehr unfair, wenn man stattdessen Steuergelder verwendet, die durch den Steuerzahler aufgebracht werden.

Und noch einmal: Ich behaupte an dieser Stelle nicht, dass Studien, die von der Industrie finanziert sind, niemals verzerrte Ergebnisse abbilden; es gibt beispielsweise Beweise, dass Forschung, die von Pharmaunternehmen finanziert wird, mit höherer Wahrscheinlichkeit positivere Ergebnisse liefert, als Studien, die nicht von Pharmaunternehmen finanziert werden [4]. Oftmals ist die Qualität von Industrie-finanzierten Studien jedoch auch besser [4].

Wann immer du also auf wissenschaftliche Forschungsarbeiten schaust, solltest du auch einen Blick auf die Qualität der Studie werfen und nicht nur darauf, wer sie finanziert hat. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer gut-designten Studie, die von der Industrie finanziert wird und einer schlecht-designten Studie, die nicht von der Industrie finanziert wird, dann würde ich mit Sicherheit die erste Option wählen.

Statistische Täuschung

Anti-Aspartam Gruppierungen geben oft an, dass Beschwerden über Aspartam rund 80-85% aller Lebensmittelbeschwerden ausmachen, die bei der FDA eingehen [11]. Das ist falsch. Von 1984 -1988 erhielt das Center for Food Safety and Applied Nutrition genau 3.762 Verbraucherbeschwerden zu Aspartam [12]. Dennoch trinken in den Vereinigten Staaten 100 Millionen Menschen Getränke, die mit Aspartam gesüßt sind, insofern fällt die Zahl der Beschwerden relativ klein aus.

Tatsächlich ist es sogar so, dass – aus einem statistischen Standpunkt aus – Beschwerden sogar unvermeidbar sind, wenn es eine solch hohe Zahl an Konsumenten gibt. Diese Beschwerden stellen keine nachgewiesenen adversen Reaktionen dar und die genauere Analyse dieser Daten konnte keinen Zusammenhang zwischen Aspartamkonsum und eingegangenen Beschwerden finden [7].

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Der Wolf lügt

Eine oft gehörte Behauptung, die von Anti-Aspartam Gruppierungen vorgebracht wird, ist, dass Aspartam eine der Ursachen für multiple Sklerose (MS) oder Lupus ist [13]. Ihre Begründung? Sie geben an, dass Lupus und MS insbesondere in jenen Personengruppen vorkommen, die Diät Cola bzw. Pepsi trinken. Es werden allerdings keine statistischen Beweise für so eine Behauptung geliefert.

Berichte über die Aspartamaufnahme in Patienten, die später MS oder Lupus erleiden, sind kein Beweis dafür, dass Aspartam dafür verantwortlich zu machen ist (nicht mehr, als jemand, der morgens Cornflakes isst und nachmittags ein Tor beim Fußball schießt, behaupten kann, dass die Cornflakes zu dem Tor geführt haben); und wer etwas anderes behauptet, der macht sich des post hoc ergo propter hoc Denkfehlers schuldig („Weil es danach auftrat, ist es die Ursache“).

Worauf ich hinaus möchte ist Folgendes: Es gibt keine seriösen Beweise dazu, dass Aspartam zu MS oder Lupus beiträgt. 1999 widersprach die Multiple Sclerosis Foundation den Gerüchten um Aspartam [14]; Dr. David Squillacote, Senior Medical Advisor der Multiple Sclerosis Foundation, beschrieb die Behauptungen als „höchst inakkurat und skandalös desinformierend“ [15].

Die Lupus Foundation of America gibt an, dass es „keine spezifischen Beweise für eine Beziehung zwischen Aspartam und der Ursache oder Verschlimmerung von SLE (Systemic Lupus Erythmatosus) gibt“ [16].

Roberts Wanderung

Anti-Aspartam Gruppierungen zitieren oftmals die „Arbeiten“ von Dr. H. J. Roberts als Beweis dafür, dass Aspartam gefährlich sei [17]. Ich nutze den Begriff „Arbeiten“ weitgefasst, weil Roberts gar kein Wissenschaftler ist, sondern lediglich ein begabter Brief- und Buchautor. Die meisten Zitate sind Briefe an den Editor, wie dieser hier [18].

Wer auf PubMed nach seinen „Arbeiten“ sucht, findet größtenteils nur Briefe an den Editor und Fallberichte, die in Journalen veröffentlicht wurden, die ein geringes Level an wissenschaftlicher Prestige genießen; der Mann hat niemals eigene Forschung bezüglich Aspartam betrieben.

Nancy Markle … oder Betty Martini?

1998 wurde ein Internetbrief von einem Individuum namens „Nancy Markle“ versendet, in dem behauptet wurde, dass Aspartam für eine Myriade an Krankheiten verantwortlich ist. Klar, normalerweise ist es so, dass man derartigen Behauptungen stets mit einer gesunden Prise an Skepsis begegnen sollte, insbesondere dann, wenn ein bestimmtes Produkt für eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen verantwortlich gemacht wird. Dieser Brief wurde als Betrugsmasche und Hoax von diversen Webseiten enttarnt, z.B. von Snopes [18] und TrutOrFiction [19].

Wer hätte es gedacht? Bei „Nancy Markle“ handelt es sich in Wahrheit nicht einmal um eine richtige Person. Es handelt sich um ein einzelnes Individuum mit dem Namen Betty Martini, die mittlerweile zugab diesen Brief im Jahre 1995 verfasst zu haben [18].

Diese Person bezeichnet sich als „Dr. Betty Martini“, aber es handelt sich um keine wirkliche Ärztin. Die Dame hält lediglich einen Ehrendoktortitel in Humanwissenschaften (was ungefähr so viel heißt, als dass es sich hierbei um keinen wirklichen Doktorgrad handelt, der erarbeitet wurde). Sie gibt nicht einmal an woher dieser Titel stammen soll.

Frau Martini hat eine Organisation ins Leben gerufen, die sich „Mission Impossible World Health International“ nennt und die auf unzähligen Webseiten vertreten ist, wo massigweise Anti-Aspartam Literatur zu finden ist.

Aspartam und Verschwörungstheorien

Falls Aspartam zu so vielen Problemen führt, wie es oftmals behauptet wird, lässt sich die Frage stellen, wieso das gesamte medizinische Establishment den Kampf gegen diese Behauptungen aufgenommen hat. Wieso verfügt die Substanz nach 3 Dekaden immer noch über die Erlaubnis von Seiten der FDA? Wieso bezeichnen renommierte Forscher und Ärzte die Anschuldigungen als Angstmacherei? Betty Martini wird dir hierfür die klassische Verschwörungstheorie liefern.

Sie behauptet, dass die Nutrasweet Company ihr vieles Geld dafür ausgegeben haben, um alles und jeden – bis auf einige wenige Kritiker – zu schmieren. Weiterhin behauptet sie, dass es zwischen der Nutrasweet Company, dem medizinischen Establishment und der FDA eine Zusammenarbeit gibt und das jegliche Forschung, die von der NC finanziert wird, unglaubwürdig ist.

In anderen Worten: Sie behauptet, dass es eine tiefgreifende Verschwörung gibt, um Nutrasweet auf dem Markt zu halten.

Unglücklicherweise ignoriert Betty (wie viele andere Verschwörungstheoretiker) ein sehr großes Problem, welches alle Verschwörungstheorien gemeinsam haben – nämlich, dass je größer und komplexer eine Verschwörung ist, desto schwieriger wird es sie aufrechtzuerhalten und geheimzuhalten (und damit auch weiterhin eine „erfolgreiche Verschwörung zu bleiben).

Aspartam und die Ermordnung von J. F. Kennedy

Das Attentat auf J.F. Kennedy zieht viele Verschwörungstheoretiker an, die behaupten, dass es sich nicht um einen verrückten einsamen Schützen (Lee Harvey Oswald) gehandelt hat, der Kennedy ermordet hat, sondern dass es sich stattdessen um eine ausgetüftelte Verschwörung der Regierung, Mafia-Gangster und/oder einer großen Organisation handelt, die ihn ermorden ließen. Und all das wurde so gedreht, dass es am Ende aussieht, als handele es sich um einen Einzeltäter.

Die Ermordung von JFK repräsentiert das perfekte Beispiel (jedoch mathematisch sehr unplausibel) von großen Verschwörungen und wieso sie so unwahrscheinlich sind (sowohl das Attentat, als auch das Halten von Aspartam auf dem Markt).

Nehmen wir einmal an, dass drei Personen sich dazu verschworen haben den Präsidenten zu ermorden. Nehmen wir weiterhin an, dass die Wahrscheinlichkeit, wonach einer der Verschwörer auspackt und die Bombe platzen lässt bei 1 zu 20 liegt (5%). Die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht einknickt, liegt also bei 95% oder 0,95. Um nun die Wahrscheinlichkeit zu erhalten, dass keiner der Drei auspackt, müssen wir Folgendes rechnen:

0,95 x 0,95 x 0,95 = 0,857

Das bedeutet: Es gibt eine 86%ige Chance, dass keiner er drei Verschwörer auspackt. Oder in anderen Worten: Es besteht eine Chance von 14%, dass die Verschwörung irgendwann auffliegt.

Jeder der nun mit der JFK Verschwörung vertraut ist, wird an dieser Stelle zugeben, dass eine solche Tat nicht einfach nur von 3 Personen begangen werden kann, sondern dutzenden von Leuten. Jeder, der sich mit den Tatsachen dieses Falles vertraut macht, wird realisieren, dass einfach eine unglaublich hohe Zahl an Beteiligten existieren MUSS (sofern es wirklich eine Verschwörung gibt) – angefangen bei der Planung, bis zur Autokolonne, bis zu Lee Harvey Oswald, bis zu Jack Ruby, bis zu den Personen, die Oswald anheuern usw.

Nehmen wir einfach mal an, dass 20 Personen an der Verschwörung beteiligt sind (was immer noch zu klein für das JFK Attentat gewesen wäre). Jeder von ihnen muss dichthalten, um die Verschwörung nicht der Öffentlichkeit preiszugeben. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Verschwörung läge dann bei:

0,95^20 = 0,358

Bei 30 Beteiligten läge die Wahrscheinlichkeit bei:

0,95^30 = 0,215

Mittlerweile wären wir bei einer Wahrscheinlichkeit angelangt, die knapp über 20% liegt, damit die Verschwörung erfolgreich geheimgehalten bleibt – unter der Voraussetzung dass alle Aktionen perfekt ausgeführt wurden. Meistens ist es jedoch so, dass bei einer solchen Geschichte nicht alles nach Plan läuft.

Nehmen wir also weiterhin an, dass es eine 95%ige Wahrscheinlichkeit, dass alles nach Plan läuft. Die Wahrscheinlichkeit, dass 30 Verschwörungsteilnehmer alles perfekt ausführen liegt bei:

0,95^30 = 0,215

Unter der Voraussetzung das niemand redet! Die Wahrscheinlichkeit, dass 30 Personen 30 Verschwörungstaten mit absoluter Perfektion ausführen und nicht reden, lautet:

(0,95^30)^30 = 0,0000000000000000000089

Damit liegt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Verschwörung im infinitesimalen Bereich, je weiter die Anzahl der Beteiligten steigt. Basierend auf Statistiken und Wahrscheinlichkeiten alleine erscheint es unglaublich unrealistisch, dass es so etwas wie eine Verschwörung gegeben hat, um JFK zu töten. Oder wie es Gary Summer in seinem Essay „Logic and the Killing of John Kennedy“ ausgedrückt hat:

„Imagine all the things that could have gone wrong in attempting a difficult, dangerous operation such as killing the President of the United States. Considering the idiotic nature of the plan, the slightest mishap, the tiniest unforeseen circumstance, could have brought the operation to ruin.  But nothing went wrong. The killers achieved perfection. And since then they have successfully resisted the urge to talk about it. Various authors have postulated anywhere from a couple dozen conspirators to several hundred. At this writing the assassination took place 40 years ago, yet no conspirator has talked…

Think about it. These mysterious men, many of whom must not have known one another before the lot was hatched, got together, planned and carried out the crime of the ages, in public and on television, then vanished ghostlike into history. Nobody saw them and they didn’t make any mistakes. None of them ever talked. They committed the perfect crime, using the stupidest plan imaginable, and got away with it.” – [20]

In die gleiche Richtung geht die Theorie einer erfolgreichen Verschwörung, um Nutrasweet am Markt zu halten (was Betty Martini postuliert). Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Die Chancen für so eine Verschwörung stehen bei einer Million zu eins; es wären einfach viel zu viele Leute darin involviert, damit so ein Plan für mittlerweile 3 Jahrzehnte aufrechterhalten werden könnte.

Basierend auf Logik und Wahrscheinlichkeit können wir derartige Verschwörungsmärchen getrost als Fantasien abschreiben.

Irreführende Auflösung

Die Tatsache ist, dass Aspartam-Alarmisten sich in zahlreichen Strategien der Täuschung verstricken, um ein Bild zu malen, in dem Aspartam als Gift dargestellt wird – und dieser Artikel kratzt lediglich an der Oberfläche einer Vielzahl an Problemen, die mit den Statements dieser Anti-Aspartam Gruppierungen einhergehen.

Leider werden Fakten, Begründungen und Beweise zur Nebensache, wenn es um derartige Situationen geht. Im nächsten Artikel dieser Serie werde ich die neurologischen Effekte von Aspartam besprechen. Bleib am Ball… | Diskutiere mit uns über diesen Artikel in unserer Facebook Gruppe


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Über James Krieger

James Krieger ist der Begründer von Weightlology. Er hält einen Master-Abschluss in Ernährung von der University of Florida und einen zweiten Master-Abschluss der Washington State University. Er ist der ehemalige Forschungsdirektor für ein unternehmerisches Programm zum Gewichtsmanagement, welches mit über 400 Menschen pro Jahr gearbeitet hat, wobei ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 18 kg in 3 Monaten erreicht wurde.

James ist ein publizierter Wissenschaftsautor und Sprecher im Bereich von Training und Ernährung. Seine Forschungsarbeiten wurden bereits in zahlreichen prestigehaften wissenschaftlichen Journals, darunter dem American Journal of Clinical Nutrition und Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

James ist seit über 20 Jahren auf den Gebieten von Gesundheit, Ernährung und Fitness unterwegs und hat insgesamt mehr als 500 Artikel veröffentlicht. Er ist ein starker Gläubiger der evidenz-basierten Ansätze bezüglich der Transformation des Körpers und Gesundheit.

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / raimund14


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