Faktoren zur effektive(re)n Rehabilitation nach Verletzung & Erkrankung: Worauf solltest du achten?

Faktoren zur effektive(re)n Rehabilitation nach Verletzung & Erkrankung: Worauf solltest du achten?

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Von Stefan Krause |

Nach nahezu allen orthopädischen Verletzungen – operativ wie nichtoperativ versorgt – stellt Krafttraining eine äußerst effektive Rehabilitationsmaßnahme dar. Der  Betroffene wird durch individuelle Krafttrainingsprogramme schneller wieder mobil und belastbar, und der Heilungsprozess wird durch die antientzündliche und anabole Wirkung begünstigt. Insbesondere nach stationären Aufenthalten – aber auch vor der OP – ist ein Krafttraining sehr empfehlenswert.

Um wirklich funktionelle Effekte zu erreichen, sind Kenntnisse über Trainingsadaptationsvorgänge, Belastungsvariablen, über die physiologischen Änderungen bei der Wundheilung und dem damit verbundenem Training notwendig. Regenerationsvorgänge (Wundheilung) sind körpereigene Prozesse, welche wir nicht beschleunigen können. Wir können aber dafür sorgen, dass diese Prozesse optimal ablaufen, indem wir die dafür notwendigen funktionellen Reize liefern = Training.

Faktoren zur effektive(re)n Rehabilitation nach Verletzung & Erkrankung: Worauf solltest du achten?

Bindegewebsphysiologie

Die Grundlage der Trainingstherapie im Rahmen der Rehabilitation nach Verletzungen und/oder Operationen am Bewegungsapparat beruht auf zwei Grundkenntnissen der Bindegewebsphysiologie:

  1. Über Aufbau und Funktion der jeweiligen Bindegewebsarten – Kapsel, Knorpel, Bandscheiben, Sehnen, Bänder -, damit man weiß, welche physiologische Belastung dieses Gewebe braucht, um seine Funktion optimal durchzuführen.
  2. Über den Ablauf der Wundheilung. Aus den Stadien der Wundheilung leiten sich Dosierung und Intensität der Belastungsreize ab, die das Gewebe während der Heilung braucht.

Damit das Gewebe seinen normalen Aufbau und seine Funktion beibehält, müssen die Zellen ständig zur Synthese stimuliert werden. Die dafür notewendigen Reize erfährt die Zelle durch die normale physiologische Belastung des Gewebes.

So hat jeder Gewebetyp des Menschen die Möglichkeit, sich der Belastung anzupassen, der er ausgesetzt wird. So wird z.B. ein Bindegewebe bzw. eine Bindegewebszelle, die permanent mit Zugbelastungen konfrontiert wird, andere Bindegewebsanteile produzieren als eine Zelle, die Kompression als primäre Belastung kennt.

Ein Praxisbeispiel: Degeneration der Gelenkkapsel

Ein Klient/Patient hat z.B. eine Verletzung bzw. eine Degeneration einer Gelenkkapsel. Die Kapsel hat eine Struktur die vorwiegend mit Zugbelastungen konfrontiert wird. Damit die Zelle während der Wundheilung in der Lage ist, die Wunde zu reparieren (dass dabei das entsprechende Gewebe genau den gleichen Aufbau, die gleiche Funktion und Stabilität erhält wie das ursprüngliche Gewebe) muss die Zelle in dieser Phase mit wiederholten Zugbelastungen konfrontiert werden. Selbstverständlich muss die Belastung am Anfang so reduziert sein, dass keine neue Verletzung entsteht.

Hat ein Klient/Patient dagegen eine Verletzung oder Degeneration eines Gelenkknorpels, braucht er für die Regenration des Gewebes eine regelmäßige Druckbelastung im Gewebe.

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Alle Organe im Blick

Neben der Physiologie des Bewegungsapparates, nimmt auch die Physiologie aller Organsysteme einen hohen Stellenwert bei der umfassenden Betreuung eines Sportlers ein. Meiner Meinung nach ist es sehr hilfreich, sich auch intensiv mit der Physiologie des Verdauungsapparates zu beschäftigen. Vom Funktionieren dieses Systems hängt es ab, ob die über die Nahrung aufgenommen Makronährstoffe in für die Zelle entscheidenden Mikronährstoffe umgesetzt werden können.

So sind Trainingsreize nur effektiv, wenn in den Zellen ausreichende Mengen hochqualitativer Nährstoffe zur Verfügung stehen die auch für die Heilungs- bzw. Reparaturprozesse notwendig sind. Der Prozess hängt weiter davon ab, wie gut Magen, Leber, Gallenblase, Pankreas und Dünndarm funktionieren.

Diese Organe werden durch Stress, Medikamente sowie Ess- und Trinkgewohnheiten sehr stark beeinflusst. Wichtig ist dann letztlich auch, wie gut die Ausscheidungs- bzw. Entgiftungsorgane in der Lage sind, die entstandenen Giftstoffe aus dem Körper zu entsorgen. Trainingsreize können noch so optimal aufgebaut und appliziert werden, sie nutzen nur, wenn die Zellen in der Lage sind, eine optimale Synthese neuen Gewebes durchzuführen.

Was ist mit Schmerz(en)?

Zuweilen werden vorhandene Schmerzen durch das Training am Anfang stärker. Das stellt eine Reaktion dar, die signalisiert, dass er Körper damit begonnen hat, seine „Selbstheilungskräfte“ zu aktivieren.

Innerhalb dieses Prozesses wandelt der Organismus z.B. einen chronischen in einen akuten Zustand um, der im Übrigen auch bei der Akupunktur oder Magnetfeldtherapie geschieht. Das sollte von Trainerseite im Vorfeld unbedingt erwähnt werden.

Grundlegendes zur Wundheilung

Die Regeneration von Bindegewebe ist ein Prozess, der sich in drei verschiedene Phasen mit entsprechenden charakteristischen Eigenschaften, unterteilen lässt. Durch die Einteilung kann der entsprechende Rehabilitationsfahrplan erstellt werden, der auf den physiologischen Reaktionen, den zellulären Interaktionen und dem mechanischem Verhalten, während jeder einzelnen Phase beruht. Eine absolute Einteilung ist natürlich nicht möglich, da alle Phasen voneinander abhängig sind und die jeweiligen Phasen fließend ineinander übergehen.

Der wichtigste und grundlegendste Faktor im Prozess der Wundreparatur stellt die Blutversorgung dar. Diese ist von essentieller Bedeutung für die Sauerstoffversorgung im Gewebe und für die Lieferung der für die biomechanischen und zellulären Prozesse der Wundheilung notwendigen Nährstoffe. Zudem werden über den Blutkreislauf Endprodukte und Wundmetaboliten von Zellen entfernt, die bei der Wundheilung beteiligt sind.

Aber es existieren auch einige Faktoren, die die optimale Blutversorgung beeinflussen können. So können verschiedene Mechanismen oder Situationen die Blutversorgung verändern. So wären zum Beispiel das Alter, (falsche) Ernährung, Medikamente z.B. Kortisonhaltige und Hormone zu nennen.

Die Bedeutung von Krafttraining

Bei orthopädischen Erkrankungen und degenerativen Veränderungen bietet sich ein individuell ausgerichtetes Kraft- und Rehabilitationstraining meist als das effektivste Therapeutikum an.

Es ist  erfahrungsgemäß äußerst erfolgreich einsetzbar u. a. bei: Osteoporose, Arthrose, diversen Gelenkerkrankungen und -beschwerden z.B. Knie- und Schulterprobleme, Ellenbogenbeschwerden, Fußproblemen und Rückenbeschwerden (z.B. Bandscheibenvorfälle, Skoliose)  etc. Aufgrund seiner feinen Dosierbarkeit und seiner Vorbereitung auf den Alltag/Sport bietet das Krafttraining „unschlagbare“ Vorteile für eine schnelle Genesung.

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Fazit

Ein individuell geplantes Rehabilitationstraining unterstützt Sie dabei, ein bestimmtes, funktionales Leistungsniveau wiederzuerlangen. Dabei wird das (Wieder)-Erreichen eines höheren Niveaus Superkompensation genannt.

Diese Superkompensation führt, wenn es richtig angewandt wird, zu einer stetigen Verbesserung der trainierten Strukturen. So wird die Belastbarkeit bzw. der Trainingszustand von Woche zu Woche gesteigert. Und zwar nicht durch Schmerzmittel oder Massagen, sondern durch gezieltes Training mit alltagstauglichen Belastungsreizen.


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Über Stefan Krause

Master Personal Trainer Stefan Krause (Potsdam-Personaltraining.de), der nach über zehn Jahren Personal-Trainer-Tätigkeit jetzt umschwingen – nun mehr die Feder zu Wort kommen lassen – möchte, um seine eigenen Erfahrungen aus über 25 Jahren Kraftsport und Ernährung sowie die seiner Klienten (Frauen und Männer) wiederzugeben und auch ein Augenmerk auf die Motivationen lenken möchte.

„Meine Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren auf die Wirbelsäulen und Gelenkproblematik, sowohl im präventiven, als im rehabilitativen Bereich konzentriert. Ich sehe hierin die Möglichkeit eine größere Zielgruppe (in allen Altersgruppen) zu erreichen, so dass ich einer breiten Schicht von Trainierenden die Möglichkeiten biete, sich ständig neu zu erfinden, zu hinterfragen, zu motivieren und das Bestmögliche aus ihrem Körper herauszuholen. Es gilt für Otto-Normal-Verbraucher, aber auch für den fortgeschrittenen Athleten. Dies praktiziere ich jetzt mit dem Wiedergeben von Trainings-, Ernährungs- und Motivationsthemen aus meiner Praxis.

Ich würde mich freuen wenn wir in Zukunft gut miteinander kooperieren können.“

Du hast Fragen an Stefan? Du möchtest persönliche Beratung rund um Training & Ernährung? Dann schreibe Stefan eine Mail.

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Master Personal Trainer Stefan Krause (Potsdam-Personaltraining.de), der nach über zehn Jahren Personal-Trainer-Tätigkeit jetzt umschwingen - nun mehr die Feder zu Wort kommen lassen - möchte, um seine eigenen Erfahrungen aus über 25 Jahren Kraftsport und Ernährung sowie die seiner Klienten (Frauen und Männer) wiederzugeben und auch ein Augenmerk auf die Motivationen lenken möchte.

„Meine Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren auf die Wirbelsäulen und Gelenkproblematik, sowohl im präventiven, als im rehabilitativen Bereich konzentriert. Ich sehe hierin die Möglichkeit eine größere Zielgruppe (in allen Altersgruppen) zu erreichen, so dass ich einer breiten Schicht von Trainierenden die Möglichkeiten biete, sich ständig neu zu erfinden, zu hinterfragen, zu motivieren und das Bestmögliche aus ihrem Körper herauszuholen. Es gilt für Otto-Normal-Verbraucher, aber auch für den fortgeschrittenen Athleten. Dies praktiziere ich jetzt mit dem Wiedergeben von Trainings-, Ernährungs- und Motivationsthemen aus meiner Praxis.

Ich würde mich freuen wenn wir in Zukunft gut miteinander kooperieren können.“

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / contrastwerkstatt

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