Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 3

Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 3

0 Kommentare

Von Alexander Thomas |

Nachdem ich aufgezeigt habe, was das Modell unter chronischen Schmerzen versteht und wie du als chronisch schmerzgeplagter diese Schmerzen loswerden kannst – was für viele so schon unglaublich ist – zeige ich dir im Folgenden auf wie Faszien zu Knochen oder Knochen zu Faszien werden können.

Ich zeige auf, welche Beschwerden damit einhergehen können und vor allem, welche recht simplen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um diese Distorsion zu reponieren.

(Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Reihe zu Faszien & Fasziengesundheit. Hier findest du Teil 1 und Teil 2 zum Nachlesen)

Faszination Fitness: Das Geheimnis der Faszien – Teil 3

Wenn Faszien zu Knochen und Knochen zu Faszien werden: Die Continuum Distorsion

Knochen, Faszien, Muskeln, alles das gleiche nur der Aggregatzustand verändert sich. Die theoretische Grundlage dazu rufe ich noch einmal ins Gedächtnis. Aus Sicht des Modells bestehen Faszien aus bindegewebigen Verbindungen. Ebenso geht das Modell davon aus, dass auch Sehnen, Knochen, Kapseln etc. als Fasziengewebe zu verstehen sind, lediglich einen anderen Aggregatzustand aufweist.

Spätesten im Zuge der Vorstellung des Triggerbandes ist klargeworden, dass fasziales Gewebe ein sehr anpassungsfähiges Gewebe ist. Aus dieser Sicht heraus lässt sich – zumindest theoretisch – ableiten, dass flexibles, leichtes Fasziengewebe zu Knochengewebe wird und Knochengewebe wiederum zu flexiblen, leichten Fasziengewebe werden kann.

An dieser Stelle verweise ich noch einmal auf den Hintergrund der Annahme, dass Knochen, Faszien und Muskeln das Gleiche sind nur unterschiedliche Aggregatzustände aufweisen. Alles drei entsteht aus dem Mesoderm. Das Mesoderm ist eine Zelle, welche beim Menschen in der dritten Entwicklungswoche entsteht. Da sozusagen der gleiche „Rohstoff“ für die Entwicklung dieser Zellen genutzt wird, geht das Modell davon aus, dass sich alle drei nur in ihrem Aggregatszustand unterscheiden.

Stabilität versus Flexibilität und der Bluescreen

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Distorsion. Der Körper hat flüssige Übergänge zwischen ‚reinem‘ Fasziengewebe und Knochen. Diese Übergänge sind nicht nur flüssig sondern auch hochflexibel. Sie passen sich den konfrontierten Belastungen an. Bei einer Belastung die mehr Stabilität erfordert nehmen diese Übergänge eine Knochenmatrix an. Bei einer Belastung die mehr Flexibilität erfordert nehmen diese Übergänge die Eigenschaften von Fasziengewebe an.

Auch diese Übergänge können störungsanfällig sein. Die Folgende Abbildung soll diese Distorsion verdeutlichen. Aufgrund eines Traumas oder einer Fehlbelastung ist die physiologische Eigenschaft des Übergangsbereichs „abgestürzt“, d.h. er ist nicht mehr in der Lage sich in Knochenmatrix für mehr Stabilität oder Fasziengewebe für mehr Flexibilität zu verändern. Das Modell nennt diesen Absturz Continuum Distorsion.

Wenn Faszien zu Knochen werden ... das Continuum Distorsion. (Bildquelle: Thomsannutrition)

Wenn Faszien zu Knochen werden … das Continuum Distorsion. (Bildquelle: Thomsannutrition)

Stell dir vor (als Windows-Nutzer der älteren Generation kennst du das sicher), du hast wieder einmal einen Bluescreen. Nichts geht mehr, nicht mal mehr der Affengriff Strg+Alt+Entf. Du hast nur noch die Möglichkeit den Reset-Knopf zu drücken.

Die Distorsion selbst wird in invertiert und evertiert unterschieden. Liegt eine Distorsion vor, bei der Fasziengewebe in die Knochenmatrix ragt, spricht das Modell von einer invertierten Distorsion. Ragt Knochenmatrix in das Fasziengewebe spricht das Modell von einer evertierten Distorsion. Für die Behandlung selbst ist das zunächst unerheblich.

Nicht behandelt begünstig eine Continuum Distorsion weitere lästige Distorsionen

Eine Selbstheilung findet nur sehr selten statt, ähnlich wie bei all den anderen Distorsionen des Modells. Lediglich das Triggerband verfügt über eine recht große Wahrscheinlichkeit der Selbstheilung.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Beschwerden deutlich zunehmen, weil eine nicht behandelte Continuum Distorsion die Entstehung weiterer Distorsionen begünstigt. Nur bei der Entstehung weiterer Distorsionen kann es einen Unterschied machen, ob eine invertierte oder evertierte Distorsion vorliegt. Zumindest ist es bei einer evertierten Continuum Distorsion wahrscheinlicher, dass Triggerbänder als aufgespaltete Faszie entstehen, weil das Fasziengewebe durch die rausragende Knochenmatrix bereits geschwächt ist.

Stele dir vor, ein Seil reibt von links nach rechts die ganze Zeit an einer sehr spitzen Kante. Das Gewebe wird dadurch immer anfälliger bis es durch deutlich schwächere Kraftimpulse zum Reißen gebracht wird.

Für gewöhnlich beschreibt der Patient solche Distorsionen als einen punktuell stechenden Schmerz, welcher unter Belastung zunimmt. Aufgrund des Verlustes der sensomotorischen Informationsübertragung gehen meist ein Koordinationsverlust und ein vermindertes Feingefühl einher.

Bei andauernder Fehlbelastung wird die Übergangszone weiter in die Distorsion verlagert, was eine Zunahme der Beschwerden zufolge hat. Bei der Anwendung von Bewegungstests fällt auf, dass passive Bewegungen schmerzfrei sind und aktive Bewegungen den Schmerz reproduzieren.

Aus Sicht der Körpersprache wird die Distorsion punktuell mit Mittel- oder Zeigefinger gezeigt.

Entgegen dem Triggerband spielt die Palpation in diesem Fall eine deutlich wichtigere Rolle. Eine evertierte Distorsion ist als Reiskorngroße Veränderung zu ertasten. Dieses Reiskorn stellt den „Knochenvorsprung“ dar, welcher in das Fasziengewebe rein ragt. Bei einer invertierten Distorsion kann eine leichte Delle am Knochen ertastet werden.

Richtig lokalisiert hilft nur das „Alles oder Nichts“-Prinzip zur Reponierung

Ist die Distorsion lokalisiert worden, hilft nichts Anderes als das „Alles oder Nichts“-Prinzip. Wird der Punkt richtig reponiert, genügend Kraft und Druck aufgebracht, kann ein langsames Auflösen des Reiskorns gespürt werden und der schmerzgeplagte spürt wie der Schmerz langsam nachlässt.

Es gilt so lange auf dem Punkt zu bleiben, bis sich die Distorsion aufgelöst hat. Allerdings kann es sein, dass neu angesetzt werden muss, weil durch leichte Veränderungen der Daumenposition der richtige Punkt verloren wurde.

Die Erfahrungen des Modells empfehlen folgende Behandlungsreihenfolge: Zunächst die Behandlung möglicher Triggerbänder, im Anschluss die Reponierung der Continuum Distorsion, erneut das abziehen möglicher Triggerbänder und zum Abschluss (vor allem vorbeugend) das Abstreichen zur Behandlung von Zylinderdistorsionen, welche aufgrund der Triggerband Technik entstanden sein können. Die Zylinderdistorsion wird im späteren Verlauf erklärt.

Die Wahrheit hinter Gelenksblockaden: Faltdistorsionen

Wer schon mal bei einem Chiropraktiker war kennt das. Einmal verdreht, knacks, der Körper fühlt sich wieder frei und gut an. Ein unglaubliches Gefühl. Umgangssprachlich wird das als Gelenksblockade bezeichnet.

Die Arbeit des Chiropraktikers besteht darin, dass er Zug auf das Zielgelenk bringt, dieses quasi „auseinander“ zieht und dann einen kurzen Impuls setzt. Dadurch wird die vermeintliche Blockade gelöst. Der Chiropraktiker erzielt in vielen Fällen gute bis sehr gute Erfolge.

Manchmal aber hilft die Chiropraktik null. Der Patient sitzt trotzdem da, hat Beschwerden und während der Behandlung durch den Chiropraktiker ist sogar ein deutlicher Schmerz verspürt worden. In diesen Fällen hat eine so genannte Einfaltdistorsion vorgelegen. Zwar behandelt er mit seiner Technik von der Sache her Faltdistorsionen, doch warum er bei den einen erfolgreich ist und bei den anderen nicht, muss eine differenziertere Betrachtung erfolgen.

Nicht eine Verhakung der Facettengelenke, sondern eine Verdrehung der Faszien sind Ursachen für „Gelenksblockaden“

Entgegen der allgemeinen Auffassung, dass Gelenksblockaden (insbesondere im Bereich der Wirbelsäule) durch eine Verhakung der Facettengelenke entstehen, geht das Faszien-Distorsions-Modell davon aus, dass es sich dabei um eine Störung des Fasziengewebes handelt. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Faszien in verschiedenen Falten um die Gelenke gelegt sind. Dies soll dem Gelenk eine maximale, verschleißfreie Beweglichkeit garantieren. Gleichzeitig wird dadurch eine Pufferwirkung ermöglicht um auf die Gelenkkapsel einwirkende Kräfte zu reduzieren. Dies dient dem Schutz der Kapsel und spricht für die Schutz- und Stoßdämpfungsfunktion von Faszien.

Eine Störung dieser in Falten um das Gelenk gelegten Faszien wird allgemein als Faltdistorsion bezeichnet. Allerdings sind diese Faltdistorsionen noch einmal in Ein- und Entfaltdistorsionen zu unterscheiden.

Von der Sache her liegt beiden Störungen ein zu starker Druck zugrunde. Die Richtung ist dabei der wesentliche Unterschied. Bei der Einfaltdistorsion ist ein zu starker Kompressionsdruck aufgetreten. Bei einer Entfaltdistorsion ist ein zu starker Traktionsdruck aufgetreten. Diese Unterscheidung ist der wesentliche Grund, warum die Chiropraktik manchmal Erfolge und manchmal keine Erfolge mit sich bringt. Dazu im späteren Verlauf mehr.

Faltdistorsionen entstehen meist im Zusammenhang mit einem plötzlich aufgetretenen Trauma, bspw. einem Sturz. In der Theorie (ob Druck – Kompression oder Zug – Traktion) wird das Gelenk in seiner natürlichen „Position“ kurzzeitig verändert bei gleichzeitiger Rotation, wodurch eine Verdrehung der Faszie stattfindet.

Diese Verdrehung ist die eigentliche Ursache von Störungen. Eine Behandlung dieser Distorsion ist wichtig. Unbehandelt können sie viele weitere Distorsionen provozieren – bspw. chronifizierte Triggerbänder.

Der Zustand, der zur Störung geführt hat wird vom Patienten als angenehm empfunden

Bei der Behandlung ist es wichtig, den Unfallhergang nachzuempfinden. Bei einer Einfaltdistorsion, die aufgrund eines Kompressionsdrucks stattgefunden hat, muss bspw. ein erneuter Kompressionsdruck auf das Gelenk erzeugt werden – idealerweise die gleiche Gelenkstellung und gleiche Stärke – damit sich die Faszie in ihren Ursprungszustand zurückdrehen kann.

Daraus ergibt sich, dass entgegen der anderen Distorsionen bei einer Faltdistorsion die klinische Anamnese besonders wichtig ist. Je genauer die Schilderung des Unfallhergangs ist, desto zielführender kann die Behandlung angesetzt werden und desto erfolgversprechender ist die angesetzte Behandlung.

In jeden Fall lässt sich aufgrund der Schilderung des Unfallhergangs ein Rückschluss ziehen, ob es sich tendenziell um eine Einfalt- oder Entfaltdistorsion handelt. Das ist wesentlich denn aufgrund der Körpersprache kann nicht unterschieden werden ob Einfalt oder Entfalt.

Zusätzlich wird meist von einem Schmerz und Instabilitätsgefühl innerhalb des Gelenks gesprochen. Am Ende des Bewegungsumfangs liegt eine Bewegungseinschränkung vor, ansonsten kann das Gelenk frei genutzt werden. Auch Schlüsselwörter wie „damals, seit her“ bieten Indikatoren für eine Faltdistorsion. Bei der Körpersprache werden oft eine Kugel um das Gelenk oder aber mehrere Punkte am Gelenk gezeigt.

Um herauszufinden, um welche Art der Störung es sich handelt, muss mit Provokationstests gearbeitet werden. Dabei gilt: Annähernd der Zustand, der zur Störung geführt hat, wird vom Patienten als angenehm empfunden.

Das bedeutet im Falle einer vorliegenden Einfaltdistorsion wird ein Kompressionsdruck auf dem Gelenk als angenehm empfunden. Dem gegenüber wird ein Traktionsdruck als schmerzhaft und unangenehm empfunden. Das ist wesentlich zu berücksichtigen. Der Einsatz eines Manipulationsthrusts trotz Schmerzen kann zu weiteren Schädigungen, zu weiteren Störungen führen und die bereits vorhandenen Einschränkungen verschlimmern.

Der Manipulationsthrust: Es ist eine zusätzlich wirkende Kraft die aufgebracht wird, wenn sich das Gelenk in seiner möglichen Endstellung befindet, um aufgetretene Kraft zur Auslösung einer Faltdistorsion nachzuahmen und die Faltdistorsion zu lösen. Die größte Herausforderung stellt sich dabei, dass der Thrust nicht zu früh eingesetzt wird. Wird er zu früh eingesetzt, besteht die Gefahr das der potentielle Schmerzpunkt durch Schwung übergangen und eine Verletzung provoziert wird.

Die Behandlung einer Faltdistorsion ist wohl mit die schwierigste. Es bedarf viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung, denn Voraussetzung für die Anwendung des Manipulationsthrust ist es, das Gelenk in die maximale Stellung zu bringen.

Da beginnt die erste Herausforderung: Das erspüren, ob es sich tatsächlich um die maximale Stellung des Gelenkes handelt. Ist das Gelenk nicht in jener Stellung, so kann – wie oben beschrieben – der Schmerzpunkt durch Schwung übergangen werden, was im Zweifel weitere Störungen provoziert.

Beim korrekten setzen des Thrusts wird für gewöhnlich ein Ploppgeräusch bei einer Entfaltdistorsion und ein Klickgeräusch bei einer Einfaltdistorsion wahrgenommen.

Die Propriozeption der Haut erklärt, warum Tapes funktionieren

Faszien stellen wohl – neben der Haut – das größte Sinnesorgan unseres Körpers dar. Eine Distorsion, insbesondere eine Faltdistorsion hat eine Störung der Spannungsverhältnisse zur Folge. Dies (kann) führt zu einer falschen Informationsübertragung, meist zu einer verspäteten Informationsübertragung.

Die (zeitlich) korrekte Informationsübertragung wiederum ist wesentlich für die rechtzeitige Ansteuerung der Muskulatur durch das Gehirn. Im Falle einer Störung kommt es zu einer verspäteten Reaktion aufgrund einer verspäteten Ansteuerung. Dies erklärt das Instabilitätsgefühl in Gelenken, welches mit einer Faltdistorsion einhergeht.

Die Propriozeption bietet eine Erklärung, warum ein Tape auf der Haut eine zusätzliche Stabilität bietet. Während die Informationsübertragung über das fasziale System gestört ist, funktioniert diese über die Haut ohne Verzögerung.

Das Tape zieht an der Haut. Diese Informationen überträgt die Haut an das Gehirn. Da diese Information am Gehirn schneller ankommt, kommt es zu einer zeitgerechten Ansteuerung und zu einer scheinbar besseren Stabilität. Dies ist der Grund warum aus Sicht FDM Tapes zu meiden sind: Sie gaukeln eine Stabilität nur vor.

Wenn starker Husten, Pressatmung oder falsche Körperhaltung zu einer Bewegungseinschränkung führen

Das Web bietet zur Definition des Begriffs Triggerpunkt einige Auswahlmöglichkeiten. In erster Linie wird die mit der Triggerpunkttherapie verbundene Betrachtungsweise herangezogen. Diese Definition nach handelt es sich bei einem myofaszialen Triggerpunkt um lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur. Diese können ausstrahlende Schmerzerscheinungen verursachen.

Das FDM definiert nur einen einzigen Triggerpunkt: Den hernierten. Dieser Triggerpunkt unterscheidet sich deutlich von der herkömmlichen Definition.

Ein Triggerpunkt stellt in erster Linie eine Gewebsprotrusion dar. Unter Protrusion ist dabei das Vorschieben/Fortstoßen zu verstehen. In diesem Sinne ist Gewebe aus tieferen Schichten durch kleinere Öffnungen der darüber liegenden Schichten durchgestoßen.

Ursache für dieses Vorschieben ist meist ein zu hoher Druck, bspw. im Bereich des Thorax (Brustkorb) bei gleichzeitiger Bewegung. Die Pressatmung ist dafür ein ganz klassisches Beispiel. Aber auch zu starker Husten, eine dauerhafte falsche Körperhaltung oder falsches Training können zu dieser Störung führen.

Dieses vorgeschobene Gewebe stellt dabei nicht immer ein Problem dar. Das Modell geht davon aus, dass die Öffnungen, durch welche sich das Gewebe schiebt, eine Schutzfunktion haben und das Vorschieben des Gewebes ebenfalls unter die Schutzfunktion fällt – um einen Druckausgleich im Falle eines zu großen Drucks durchführen zu können.

Ich erinnere daran: Primäres Ziel des Körpers ist es nicht die Faszienstrukturen vor „Schäden“ zu bewahren, sondern mit Hilfe der faszialen Struktur die überlebenswichtigen Organe des Körpers vor einwirkenden Kräften zu schützen.

Zurück zum Thema: Das Vorgeschobene Gewebe sorgt also erst dann für Probleme, wenn es eingeklemmt wurde und nicht selbstständig zurück gleiten kann. Dieses fehlende zurück fließen führt oftmals zu einer schmerzbehafteten Bewegungseinschränkung.

Zu den Symptomen gehören Allerlei bekannte „Probleme“: Extreme Kopfschmerzen, Hexenschuss, nächtliches Einschlafen der Hände, eine Kiefergelenksdysfunktion und weitere.

Der Körper versteht diese Protrusion von Gewebe nicht als Verletzung oder Wunde, weshalb eine Selbstheilung für gewöhnlich ausbleibt. Ich wiederhole: Das Modell geht davon aus, dass diese „Bruchpforten“ als eine Art „Ventil“ dienen, um sicherzustellen, dass intraabdominal kein zu großer Druck entsteht. Ein erhöhter Druck kann Organe verletzen und dies gilt es für den Körper immer zu vermeiden. Eine weitere, naturgeschaffene Schutzfunktion.

Er fühlt sich an wie eine Murmel

Eine typische Körpersprache ist das Kneten oder Greifen bspw. der Nackenmuskulatur oder aber es wird mit mehreren Fingern auf ein Bereich gezeigt. Zusätzlich wird von einem dumpfen Schmerz gesprochen.

Klinisch wird von einem Schmerz in der Tiefe mit Bewegungseinschränkungen im Umfeld gesprochen. Aber auch ein ständig wiederkehrender Tinnitus und ein Schwindelgefühl können ein Indikator für einen hernierten Triggerpunkt sein.

Bei der Untersuchung lässt sich eine tiefliegende, schmerzhafte Gewebsprotrusion ertasten. Diese fühlt sich an wie eine gelartige Murmel.

Wird Druck auf diesen Punkt ausgeübt kann es zu neurologischen Erscheinungen wie bspw. Kribbeln oder Ameisenlaufen kommen. Außerdem ist sowohl eine passive als auch aktive Bewegungseinschränkung festzustellen.

Die wohl schmerzhafteste Behandlung – Die erfolgreiche Reponierung setzt eine hohe Schmerztolleranz voraus

Zur Reponierung dieser Störung wird ein großer Druck benötigt. Es kann notwendig sein, dass der Punkt zur Reponierung mehrmals neu angesetzt werden muss. Bei ausreichendem Druck am richtigen Punkt wird eine Art Aufschmelzen bzw. ein Nachlassen des Drucks verspürt. Sowohl derjenige der die Beschwerden hat als auch derjenige der die Behandlung durchführt spürt dies.

Die eigene Erfahrung zeigt aber auch, dass die Behandlung eines hernierten Triggerpunktes die wohl schmerzhafteste ist. Daher ist eine hohe Schmerztolleranz zwingend um eine Reponierung erfolgreich herbeizuführen.

Eine solche Behandlung kann einen selbst 2 bis 3 Tage außer Gefecht setzen. Die Auswirkungen können bis zu 24 Stunden verzögert eintreten. Dazu können Erbrechen, Schüttelfrost und vollkommene Plätte gehören.

Stelle dir vor jemand hat bei deinem vegetativen Nervensystem einmal den Reset-Knopf gedrückt. Diese „Auswirkungen“ haben aber keinen negativen, anhaltenden Nebeneffekt. Lediglich wenige Tage braucht der Körper, bis er wieder „hochgefahren“ ist. Danach ist alles wie verflogen und man strotzt nur so vor Energie.

Zwei sich in der Körpersprache sehr ähnelnde Distorsionen: Die Zylinderdistorsion und die Tektonische Fixierung

Eine recht häufig auftretende Störung ist die Zylinderdistorsion. Bisher wurden die Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Distorsion als nervale Ursache deklariert. Sie zeichnet sich in Form von Kribbeln, Missempfinden, Krämpfe, Taubheit, Ameisenlaufen etc. aus.

Typaldos Sichtweise über Faszien hat eine weitere Möglichkeit der Ursache hinzugefügt als es bisher immer angenommen wurde. So geht man in diesem Modell davon aus, dass eine Fehlspannung innerhalb der Faszie durch welche Nerven und Blutgefäße laufen, diese Symptome hervorrufen.

Der Ursprung einer ZD scheint meist willkürlicher Natur zu sein

Der Verlauf einer solchen Störung ist meist willkürlich. Bisher konnte keine Ursache identifiziert werden, wieso es zu einer solchen Störung kommt. Es scheint als sei sie einfach da, wenn sie da ist. Gerade springende Schmerzen sprechen für eine Zylinderdistorsion. Es gibt Phasen, die sind schmerzfrei und diesen folgt eine sehr starke Schmerzperiode.

Die Diagnose der Körpersprache gestaltet sich als sehr schwierig, da das Anzeigen einer solchen Störung sehr unterschiedlich und vielfältig ist. Am häufigsten wurde das Streichen mit der flachen Hand über die Stelle der Störung erkannt.

Die individuelle Schmerztoleranz entscheidet über den Verlauf der Behandlung der ZD

So vielfältig wie die Körpersprache und die Symptome dieser der Distorsion sind, so vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Gerade bei dieser Distorsionen bieten sicher diverse Hilfsmittel an. Dazu gehören Kleiderbürsten, Schröpfgläser, Akupunkturmatten usw. Aber auch ohne Hilfsmittel gibt es Möglichkeiten wie bspw. die Brennnessel-Technik eine solche Störung zu behandeln.

Zu beachten gilt es, dass die Beschwerden während der Behandlung schlimmer werden können. In diesem Zusammenhang entscheidet die individuelle Schmerztoleranz ob und wie intensiv die Behandlung fortgesetzt wird.

Eine völlig schmerzfreie Bewegungseinschränkung sind die Charakteristika einer tektonischen Fixierung

Abschließend gilt es noch die tektonische Fixierung zu betrachten. Diese zeichnet sich darin aus, dass eine Bewegungseinschränkung vorliegt, diese aber völlig schmerzfrei ist. Daraus ergibt sich, dass Patienten oftmals nicht zum Arzt gehen, weil sie keine Schmerzen haben. Noch schwerwiegender ist es, wenn eine solche Einschränkung in dem Bereich vorliegt, welcher im Alltag nur sehr selten genutzt wird.

Ursache ist meist eine Phase längerer Ruhigstellung

Ursprung einer tektonischen Fixierung ist der Verlust der Gleitfähigkeit einer Faszienfläche. Der Verlust der Gleitfähigkeit wiederum ist ein sehr langsam anlaufender Prozess. Ihm liegen meist Phasen langer Ruhigstellungen zugrunde, bspw. Schienen, Verbände oder Bandagieren oder aber in Folge anderer, nicht behandelter Distorsionen.

Insbesondere wenn weitere Distorsionen vorliegen gilt es zunächst diese zu behandeln. Sind diese erfolgreich behandelt ermöglicht dies dem Patienten selbst eine Mobilisierung vorzunehmen und gegen eine Tektonische Fixierung anzugehen.

Zur Verdeutlichung: Zwei Glasplatten werden aufeinander gelegt mit Flüssigkeit dazwischen. Diese beiden Glasplatten können problemlos bewegt werden. Die Glasplatten entsprechen den Faszienflächen und die Flüssigkeit dazwischen der interzellulären Flüssigkeit. Wird zu starker Druck auf die Platten ausgeübt oder aber die Platten lange nicht mehr bewegt wandelt sich die Flüssigkeit. Im Falle des Körpers findet eine Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin statt und sorgt dadurch für eine Verklebung der Faszie. Alles in allem kann eine solche Störung bis hin zu einer Degeneration der Gelenkfläche führen, welche durch eine Minderversorgung des Knorpels zu begründen ist.

Zur Behandlung gilt grundsätzlich Bewegung!

Entgegen der sonstigen Empfehlung auf Wärme zu verzichten, wird im Falle einer tektonischen Fixierung mit Wärme behandelt. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass die Behandlung mit Wärme nur in Kombination mit Bewegung stattfindet.

Die Körpersprache entspricht in etwa annähernd so wie die der Faltdistorsion. Zusätzlich wird versucht das Gelenk bzw. die betroffene Extremität kraftvoll zu mobilisieren. Klinisch gesehen wird weder bei aktiven noch bei passiven Bewegungen ein Schmerz verspürt. Auch die Palpation ist unauffällig.

Zur Behandlung bieten sich Techniken aus der manuellen Therapie sehr gut an. Ziel muss es sein, das Gelenk zu mobilisieren, damit die Gelenkschmiere wieder ihren Weg an ihren vorgesehenen Platz findet.

Zusammenfassend gilt zu sagen

Buchempfehlung zur Vertiefung des Wissens: Faszien Fitness von Robert Schleip

Buchempfehlung zur Vertiefung des Wissens: Faszien Fitness von Robert SchleipDieses Modell bietet mir die Möglichkeit einen alternativen Blickwinkel um Beschwerden am Bewegungsapparat zu verstehen. Gerade die in 6 Distorsionen zusammengefassten allgemeinen Beschwerdebilder fassen viele Probleme am Bewegungsapparat unserer Gesellschaft zusammen. Auch die eigene Erfahrung zeigt, dass dieses Modell sehr mächtig ist und scheinbar unverständliche Bewegungseinschränkungen sehr schnell wieder rehabilitiert.

Schlussendlich zeigt dieses Modell aber auch einen weiteren wesentlichen Punkt auf, welchen die Prävention von Bewegungseinschränkungen betrifft. Bewegung! Der Tod der Funktionsweise unserer Faszienstrukturen ist Bewegungsarmut.

Wir können dem zusätzlich entnehmen, dass es nicht nur allgemein um Bewegung geht, sondern auch um Bewegung im Sinne der Multifunktionalität. Aus meiner Überzeugung lässt sich daraus die Überflüssigkeit von Isolationsübungen ableiten. Das will ich an dieser Stelle aber nicht weiter ausführen.

Und als letzten wesentlichen Punkt: Wenn eine Bewegungseinschränkung vorliegt, welche faszialer Natur ist gilt es nicht, sich dieser Bewegungseinschränkung zu unterwerfen und Bewegungen zu vermeiden. Ganz im Gegenteil. Wie es der Abschnitt über das Triggerband zeigt, gilt es nun erst Recht die Bewegung aufrecht zu halten um eine Verschlimmerung der Beschwerden zu vermeiden.

Abschließende Empfehlung

Wenn du Probleme am Bewegungsapparat hast, dann suche dir einen Physiotherapeuten deines Vertrauens und lege nicht zu viel Wert auf die Aussage schulmedizinisch geprägter Ärzte.

So wie ich hier sitze erkenne ich die Kompetenz der Ärzte an, wenn es darum geht ernsthafte Krankheiten wie einen Virusinfekt oder der Erkrankung durch Bakterien zu behandeln. Und auch alles was damit zu tun hat, den Körper aufzuschneiden und irgendetwas in Ordnung zu bringen sind Ärzte die richtige Anlaufstelle. Wenn es sich aber lediglich um Einschränkungen und Beschwerden am Bewegungsapparat handelt gibt es fachkundiges Personal welches keinen weißen Kittel trägt und deutlich effizienter arbeitet.

Die eigene Erfahrung zeigt: In annähernd 99% meiner Probleme haben mir Physiotherapeuten mit alternativen Behandlungsansätzen erfolgreich zu einer Rehabilitierung verholfen während Ärzte teilweise die falschen Diagnosen gestellt haben bis hin zur Aussage „aus schulmedizinischer Sicht gibt es keine Ursache für ihre Beschwerden“.


Opt In Image
Werde zum Fitness- & Ernährungsexperten!
Schlanker, stärker, ästhetischer, gesünder!

Abonniere unseren Newsletter und erhalte - neben weiteren hochwertigen und einzigartigen Infos rund um Fitness, Gesundheit & Ernährung - regelmäßige Updates und Neuigkeiten rund um Aesir Sports.

Unser Versprechen: Kein Spam - nur 100% Aesir Sports!


Über Alexander Thomas

Mein Name ist Alexander Thomas, ich bin 89er Baujahr und Ernährung ist eines meiner Steckenpferde.

Bereits im jungen Alter habe ich angefangen mich mit der Thematik der Ernährung auseinanderzusetzen. Den leistungsbeeinflussende und die optimierende Komponente Ernährung hat schon immer ein Stück weit fasziniert. Aus der Praxis für die Praxis, das ist meine Stärke. Mein Wissen basiert nicht nur auf theoretischen Grundlagen, sondern die theoretischen Grundlagen wurden in der Praxis auf die Probe gestellt und das nicht nur im gewöhnlichen Alltag.

In den Jahren 2011 und 2013 habe ich aktiv am Wettkampfbodybuilding teilgenommen und an insgesamt 3 Wettkampfphasen teilgenommen (Frühjahr + Herbst 2011 und Herbst 2013). In jeder Vorbereitung habe ich eine andere Ernährungsphilosophie verfolgt um annähernd an das ‚beste‘ leistungs- und fettreduzierend orientiertes Konzept heran zu kommen. Zu meinen Erfolgen gehört der Titel des deutschen Meister der DBFV Männerklasse 1 bis 70kg im Jahr 2013.

Falls du mehr von mir erfahren oder lesen möchtest, dann besuche mich auf meiner Seite, www.thomsanutrition.de.

Besuche meine Website
Alle Beiträge ansehen

Bildquelle Titelbild: Fotolia / printemps

Teile diesen Artikel: