Buchrezension: … trotzdem ja zum Leben sagen von Viktor E. Frankl

Buchrezension: … trotzdem ja zum Leben sagen von Viktor E. Frankl

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Von Robin Köhler |

Wenn man glaubt das Thema NS-Zeit könnte ausgelutscht sein, wegen der Masse an Büchern oder Erlebnisberichten, der sollte in dieses Buch schauen. Es bietet neugewonnene Details über die in dieser Weise nur Frankl berichten kann und beeindruckt mit einer positiven Nachricht an das Leben für Jedermann.

Buchrezension: … trotzdem ja zum Leben sagen von Viktor E. Frankl

… trotzdem ja zum Leben sagen | Zum Buch

Buchrezension: …trotzdem ja zum Leben sagen von Viktor E. FranklDas Buch gibt es bei allen großen Online-Versandhäusern. Der Preis beläuft sich auf 18,99€ für die gebundene Ausgabe (auf Amazon) mit schlichtem schwarzem Hardcover. Mit seinen 191 Seiten ist es kurz und knackig. Die 4 Kapitel sind in verständlicher und einfach zu lesender Sprache geschrieben.

Es bietet sich an dieses Buch ruhig mehrmals zu lesen!

Zum Autor: Viktor Emil Frankl

Der Autor Viktor E. Frankl, 1905 geboren und 1997 gestorben in Wien, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, außerdem hat er auch als Professor für Logopädie in San Diego (Kalifornien) gearbeitet.

Des Weiteren hatte er viele weitere Professuren inne, unter anderem hat er in Harvard und Stanford gelehrt und reiste für Vorträge um die ganze Welt. Der Begründer der „Dritten Wiener Richtung der Psychotherapie“ schrieb 32 Bücher, welche in 34 Sprachen übersetzt worden sind.

Sein erfolgreichstes Buch – eben jenes „…trotzdem ja zum Leben sagen“ – verkaufte sich in der amerikanischen Version (Man’s Search for Meaning) 9 Millionen Mal und wurde von der Library of Congress zu einem der 10 einflussreichsten Bücher Amerikas gewählt.

Doch nicht nur das Schreiben erfüllte ihn, so war er über 25 Jahre hinweg Vorstand der Wiener neurologischen Poliklinik und seit Gründungsbeginn Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Psychotherapie.

Weitere Werke sind unter anderem „der bewusste Gott“ aus dem Jahre 1943 oder „Das Leiden am sinnlosen Leben: Psychotherapie heute“ aus dem Jahre 1977.

… trotzdem ja zum Leben sagen | Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager
  • Synchronisation in Birkenwald
  • Über den Autor

… trotzdem ja zum Leben sagen | Zum Inhalt

In seinem Buch „… trotzdem ja zum Leben sagen“ berichtet Viktor E. Frankl über seine Zeit als KZ-Häftling in einem Filiallager, einer sogenannten Dépendance und versucht einen Einblick in die Psyche von KZ-Häftlingen aus der Sicht eines Psychologen zu geben.

Zu Anfang erklärt Frankl, dass man als persönliches Opfer der Nazis nicht objektiv von solch einem Thema berichten kann. Dennoch wäre die Distanz zum Thema zu groß gewesen, sofern man nicht selbst ein Häftling in genau dieser Situation gewesen wäre. Dies beschreibt, in welchem Konflikt Frankl während seiner Verschriftlichung stand.

Zunächst erfolgt ein Einstieg indem Frankl beschreibt, wozu das Buch dienen soll und wie man es versuchen kann zu interpretieren: Das Buch dient dazu, den Menschen die Geschehnisse in den Konzentrationslagern begreiflich zu machen – dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die folgenden 3 Teile befassen sich mit den Phasen im KZ, der Aufnahme, dem Lagerleben und der Befreiung.

Phase 1

Die Aufnahme in einem Lager beschreibt, dass zwischen den Menschen eine große Lähmung herrscht, da man einfach nicht glauben kann, was man sieht. Jeder einzelne reagiert auf die neuen schockierenden Erlebnisse anders: Mal mit Galgenhumor, mal mit Neugier, andere können die Zustände nicht verkraften und begehen Selbstmord.

Phase 2

Der zweite Teil stellt das Lagerleben in den Mittelpunkt. Frankl beschreibt einen Zustand, in der die Menschen mit der Zeit abstumpfen, da man sich an das ständige Leid um einen, gewöhnt. Solch eine Apathie, also eine Unfähigkeit Leid als Leid anzusehen, ist die Folge aus einer Mischung von Mangelernährung und Selbstschutz.

Alles im Lager ist auf die unmittelbare Lebenserhaltung ausgelegt, d. h. bloß nicht krank werden oder falls man Schmerzen hat, nicht zu zeigen dass jene bestehen –  in solch einem Fall wäre die Selektion (Vergasung) sicher. Es gilt in keinem Fall aufzufallen.

Diese Zwangslage führt bei den Häftlingen zu langanhaltenden Veränderungen der Persönlichkeit. Die Häftlinge selbst sehen sich mittlerweile nur noch als Objekte: Sie werden behandelt wie Tiere und alles was an „Persönlichkeit“ geblieben ist, ist ihre eigene Nummer – kein Name und auch kein ehemaliger Beruf.

Trotz der krassen Mangelernährung ist das Hauptgesprächsthema unter den Häftlingen das Essen, es werden Rezepte ausgetauscht und von Vorlieben berichtet. Weitere Triebe, werden wegen des Zwangs sich auf die Lebenserhaltung konzentrieren zu müssen, zurückgeschraubt, so empfinden die Häftlinge keinen Sexualtrieb, kein Interesse an Politik oder Religionen und zudem waren die meisten Häftlinge nur auf sich selbst bedacht – es gibt keinen Platz für Gefühle oder Wünsche von anderen.

Träume bieten den Häftlingen eine Flucht aus dem tristen Alltag, nur hier können sie ihrer geistigen Freiheit freien Lauf lassen und brauchten keine Angst vor jedem weiteren Tag zu haben. Letztendlich entsteht eine große Sehnsucht nach Einsamkeit und Privatsphäre, in die man sich zurückziehen kann.

Doch wie schafft man es ein solch grausames Schicksal zu überleben in einer doch schier aussichtslosen Situation? Die zwei Hauptgründe sind laut Frankl das Schicksal und die innere Einstellung.

Während man Ersteren so gut wie gar nicht beeinflussen kann, ist man beim Zweiten Grund wahrlich sein eigener Herr, doch dazu später mehr. Das Leben spielt einem manchmal übel mit – Frankl hingegen hatte wahrlich das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Gleich zweimal bleibt ihm der Transport in ein Vergasungslager erspart, weil der Aufseher sie nicht auswählt – rein subjektiv ein Wink des Schicksals.

Den zweiten Hauptgrund für das Überleben im KZ (und einen ungleich Wichtigeren) stellt jedoch die eigene Willenskraft dar. Das Überleben sichert nämlich keine besondere körperliche Fitness, sondern nur die innere Einstellung. Man muss die Situation, das endlose Leiden, akzeptieren – einen Sinn im Leiden sehen und Leiden als Leistung annehmen. Zudem gilt es sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der Sinn des Lebens, ist dem Leben einen Sinn zu geben. Doch die Antwort auf die Frage steht immer nur dem Individuum allein zu. Nur er bestimmt sein konkretes Ziel für sein Leben, nur dann kann er schlimme Erfahrungen überstehen.

Diese Gedanken hielten laut Frankl viele Insassen am Leben. Doch auch die Gedanken an die Familie, Frau und Kinder, spielen eine große Rolle, allein die Liebe zu ihnen kann Menschen am Leben erhalten und lässt sie viel Leid aushalten. All diese Punkte lassen sich in der inneren Freiheit zusammenfassen – sie bezeichnet einen inneren Halt, der einen selbst am geistigen Fallenlassen hindert, denn:

„Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, läßt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten.“

Phase 3

Phase 3 beschreibt die Psychologie des befreiten Häftlings, also die Zeit nach der Gefangenschaft im Konzentrationslager.

Die freien Menschen können zunächst nicht glauben, dass ihr langersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Sie freuen sich nicht, denn sie haben das Freuen verlernt. Doch auf den surrealen Zustand, dass der Traum endlich war geworden ist, folgt erst die Befreiung des Körpers und dann der Seele. All der Druck und die Last auf den Schultern fällt ab und der Häftling isst stundenlang, tagelang alles was er in die Finger bekommt.

Alsbald beginnt er zu erzählen von all seinen durchlebten Erfahrungen und dem Glück jetzt frei zu sein. Doch es lauern auch Gefahren für den befreiten Häftling, die plötzliche Entladung des Drucks kann zu einem Schaden der seelischen Gesundheit führen.

Eine weitere Gefahr ist die Enttäuschung davor, dass man jetzt Gewissheit hat, dass niemand mehr auf einen wartet. Alle positiven Gedanken im Lager auf Frau und Kind sind mit einem Male verpufft. Frankl kommt jedoch aller Gefahren zu dem Schluss, dass sich auch der befreite Häftling nach einiger Zeit an seinen jetzigen Traum als Realität gewöhnen und die Zeit im Konzentrationslager nur noch als bösen Traum abtun.

…trotzdem ja zum Leben sagen | Fazit

Zusammenfassend beschreibt Frankl in seinem Buch „… trotzdem ja zum Leben sagen“ in aller Ausführlichkeit die seinerzeit herrschenden Zustände in Konzentrationslagern.

Die Häftlinge dort mussten Schicksale ertragen und mit ansehen, die wir uns heutzutage wohl kaum vorstellen können. Ich persönlich würde selbst meinem ärgsten Feind nicht wünschen in solchen Zuständen leben zu müssen.

Gründe für meine absolute und uneingeschränkte Weiterempfehlung sind zweierlei: Zum einen, dass Menschen nach diesem Buch ihr Leben in einem anderen Blickwinkel sehen. „…trotzdem ja zum Leben sagen“ lässt die Menschen erkennen, in welch großartigen Reichtümern sie momentan leben und dass sie dankbar dafür sein können immer genug Lebensmittel auf dem Tisch zu haben – gerade in unserer heutigen Konsumgesellschaft, in der es immer höher, schneller, weiter sein muss – ist Demut und Bescheidenheit eine Tugend die wir leicht vermissen lassen.

Zum anderen beschreibt Frankl wie er es geschafft hat aus solch dramatischen Umständen mit schier keinem lebenserhaltenden Ausweg lebend wieder herauszukommen. Frankl beschreibt, dass man im Leiden einen Sinn erkennen muss und dieser immer ein Ende findet. Leid ist nie überdauernd: Zwar kann es Stunden, Tage oder Wochen dauern, doch irgendwann kommt der Punkt an dem man befreit wird und diese Befreiung bringt einen neuen Menschen zustande. Diese geschilderten Erfahrungen kann jeder auf sein eigenes Leben mitnehmen und viel Kraft für bevorstehende Probleme tanken.

Alles in allem würde ich das Buch gerne der Allgemeinheit empfehlen, da es mich extrem in seinen Bann gezogen hat. Jedoch ist es besonders Menschen anzuraten, die gerade an einem Tiefpunkt in ihrem Leben stehen und glauben, dass sie sich selbst nicht mehr herausziehen können.

Natürlich tut in einem solchen Fall professionelle Hilfe von außen gut, jedoch sollte man nie die eigene Kraft unterschätzen.

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Bildquelle Titelbild: Amazon.de


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