Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 2: Der Bod Pod

Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 2: Der Bod Pod

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Von James Krieger |

In meinem letzten Artikel habe ich dir darüber berichtet, dass Körperfettmessungen immer nur eine Schätzung, jedoch keine (exakte) Messung sind (siehe Teil 1). Ich habe auch über das 2-Komponenten Modell und seine Limitationen geschrieben.

Das hydrostatisches Wiegen ist zwar für Gruppen relativ genau, allerdings kann die Fehlerhöhe bei Individuen bis zu 6% betragen. Es ist aber nicht das einzige 2-Kompontenten Modell.

In diesem Teil soll es um ein anderes 2-Komponenten Model gehen: den Bod Pod.

Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 2: Der Bod Pod

Bod Pod = schlecht

Der Bod Pod basiert auf einem ähnlichen Prinzip wie das Unterwasser-Wiegen; deshalb könnte man annehmen, dass es ähnliche Fehlerquoten gibt.

In einigen Fällen stimmt das; eine Studie hat Fehlerraten von 2% im Durschnitt und bis zu 6% für Individuen gefunden [1]. Allerdings haben andere Studien zum Bod Pod höhere Fehlerraten als die des Unterwasser-Wiegens gefunden; eine andere Untersuchung fand beispielsweise eine durchschnittliche Abweichung von 5,3% des Bod Pods zum 4-Komponenten Modell [2] – und bei Individuen von bis zu 15% [2]!

Einer der Gründe, warum der Bod Pod schlechter als das Unterwasser-Wiegen ist, liegt in den vielen Variablen begründet. Beispielsweise können Gesichtsbehaarung, Körpertemperatur, Feuchtigkeit [3] oder die Festigkeit des Anzugs das Ergebnis beeinflussen [4].

Und genau wie das Unterwasser Wiegen, kann auch beim Bod Pod die Messung über einen längeren Zeitraum zu Fehlern führen. Eine Studie von Mahon et al. (2007) hat gezeigt, dass der Bod Pod sehr schlecht in der Messung von Änderungen über längere Zeit abschneidet [5].

Hier ist eine Grafik aus der Studie:

Änderungen des Körperfettanteils in %, Vergleich des Bod Pod zum 4-Komponenten Modell (Bildquelle: Mahon et al, 2007)

Änderungen des Körperfettanteils in %, Vergleich des Bod Pod zum 4-Komponenten Modell (Bildquelle: Mahon et al, 2007)

Die X-Achse zeigt die Änderung des Körperfettanteils in % bei der Messung mit dem Bod Pod, während die Y-Achse die entsprechenden Änderungen bei der Messung mit der 4-Komponenten Methode zeigt. Jeder Kreis steht für ein Beobachtungssubjekt. Es lässt sich teilweise ein großer Unterschied zwischen den Methoden erkennen.

  • Beispielsweise hat sich der Körperfettanteil einer Person um 10% erhöht, aber die Messung mit dem Bod Pod ergab eine Senkung des Körperfettanteils um 1%.
  • Eine andere Person hat fast 10% Körperfett verloren, während der Bod Pod nur eine Senkung von 1% ergab.
  • Noch eine andere Person hat ca. 5% Körperfett verloren und die Messung mit dem Bod Pod zeigte einen Verlust von 11%.
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Siehst du die „R² = 0“ Aussage?

Siehst du auch die dünne Linie in der Grafik? Das bedeutet, dass es keinen beobachtbaren Zusammenhang zwischen dem 4-Komponenten Modell und dem Bod Pod gibt. Es gab praktisch keine Übereinstimmung der beiden Methoden.

Der Bod Pod ist für die Messung der Änderungen des Körperfettanteils über einen bestimmten Zeitraum völlig ungeeignet. Vergleiche diese Grafik einmal mit der Grafik des hydrostatischen Wiegens aus dem ersten Teil.

Auch wenn das hydrostatische Wiegen einige große Fehler bei Individuen aufweist, schlägt es sich dennoch viel besser, als der Bod Pod. Es lässt sich zumindest ein gewisser Zusammenhang zwischen dem hydrostatischen Wiegen und dem 4-Komponenten Modell erkennen.

Der Bod Pod: das Urteil

Betrachtet man durchschnittliche Ergebnisse, schneidet der Bod Pod relativ OK ab. Studien zeigen hier Fehlerhöhen von 2% oder teilweise auch 5%.

Allerdings ist die Fehlerquote bei Individuen inakzeptabel hoch und der Bod Pod schneidet bei der Messung über einen längeren Zeitraum katastrophal ab. Deshalb würde ich niemanden den Bod Pod als Instrument für die Schätzung des Körperfettanteils empfehlen. Obwohl auch das hydrostatische Wiegen einige Fehler aufweist, ist es um einiges valider, als der Bod Pod.

Das Unterwasser Wiegen und der Bod Pod sind ebenfalls nicht sehr leicht verfügbar, weshalb es noch andere Techniken – wie die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) und die Hautfaltenmessung – gibt. Um diese Messmethoden wird es in den Folge-Teilen gehen.


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Über James Krieger

James Krieger ist der Begründer von Weightlology. Er hält einen Master-Abschluss in Ernährung von der University of Florida und einen zweiten Master-Abschluss der Washington State University. Er ist der ehemalige Forschungsdirektor für ein unternehmerisches Programm zum Gewichtsmanagement, welches mit über 400 Menschen pro Jahr gearbeitet hat, wobei ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 18 kg in 3 Monaten erreicht wurde.

James ist ein publizierter Wissenschaftsautor und Sprecher im Bereich von Training und Ernährung. Seine Forschungsarbeiten wurden bereits in zahlreichen prestigehaften wissenschaftlichen Journals, darunter dem American Journal of Clinical Nutrition und Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

James ist seit über 20 Jahren auf den Gebieten von Gesundheit, Ernährung und Fitness unterwegs und hat insgesamt mehr als 500 Artikel veröffentlicht. Er ist ein starker Gläubiger der evidenz-basierten Ansätze bezüglich der Transformation des Körpers und Gesundheit.

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