Buchrezension: „Better Body, Better Brain: Das Handbuch zur Selbstoptimierung von Körper und Geist” von Anja Leitz

Buchrezension: „Better Body, Better Brain: Das Handbuch zur Selbstoptimierung von Körper und Geist” von Anja Leitz

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Von Tim Böttner |

Better Body, Better Brain – Zum Buch

Das Buch ist 2016 als Taschenbuch im Riva-Verlag erschienen. Die Gestaltung ist farbenfroh und macht gute Laune. Die 306 Seiten sind für rund 25 € bei Amazon erhältlich.

Zur Autorin: Anja Leitz

Anja Leitz ist Inhaberin des Therapiezentrums Steinfels. Dort bietet sie neben einer Neurofeedbackpraxis und Kochschule auch Seminare zu individueller Ernährung an.

Die ausgebildete Neurofeedbacktherapeutin und Ernährungsexpertin legt ihren Schwerpunkt auf neurologische Stoffwechselstörungen, sowie Fettstoffwechsel und evolutionsmedizinische Ernährungslehren.

In Kooperation mit Ulrike Gonder hat sie die Bücher “Keto Küche kennenlernen – Die ketogene Ernährung in Theorie und Praxis“, “Backen Low Carb” und „Fett: Das Handbuch für einen optimierten Stoffwechsel“ verfasst.

Buchrezension: „Better Body, Better Brain: Das Handbuch zur Selbstoptimierung von Körper und Geist” von Anja Leitz

Better Body, Better Brain- Inhaltsverzeichnis

  1. Die Zusammenhänge – Wie Sie Ihr inneres und äußeres Milieu gesund gestalten 11Buchrezension: „Better Body, Better Brain: Das Handbuch zur Selbstoptimierung von Körper und Geist" von Anja Leitz
    • Sanieren und optimieren – bevor Körper und Geist Konkurs anmelden 12
    • Die vier Säulen der Gesundheit 14
    • Lipide: Fette Fische machen gesunde Zellen 16
    • Licht: Nahrung und Medizin 24
    • Chronobiologie: zirkadiane Rhythmik und Zeitgeber 40
    • Nahrung: Mittel zum Leben 52
  2. Das 4-Wochen Reset-Programm
  3. Fish Bites – Informative »Häppchen« zum Thema Fisch und Meerestiere 121
  4. Rezepte
    • Opti-Hauptgerichte 162
    • Opti-Beilagen 256
    • Opti-Süßspeisen 268

Better Body, Better Brain – Zum Inhalt

Für die Autorin fußt Gesundheit auf vier Grundpfeilern, welche im ersten Teil des Buches detailliert beschrieben werden:

  • Fette,
  • Licht,
  • Chronobiologie und
  • Nahrung

Meine Erwartung einer erneuten Abhandlung über die Bedeutung des richtigen Omega 3:6-Verhältnisses wurde bei weitem übertroffen.

Zwar wird das gesunde Verhältnis evolutionär hergeleitet und erläutert, allerdings geht die Autorin anschließend auf weiterführende Zusammenhänge zwischen Lipiden und Licht ein. Dabei spielt das relativ neue Forschungsfeld der Quantenbiologie eine große Rolle: Eine These ist, dass die Struktur unserer Zellen, welche unter anderem von Lipiden gebildet wird, die Absorptionseigenschaften von Licht beeinflusst.

Die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) ist dabei als Basissubstanz von Hirn und Nervensystem entscheidend

Es werden die unterschiedlichen Wirkungen der Wellenlängen des Lichtes vorgestellt. Der Clou: Eine optimierte Zellstruktur verbessert die Wirkung von Licht und damit unsere Gesundheit.

Das optimale zeitliche Auftreten der Wellenlängen wird im Kapitel zur Chronobiologie diskutiert. Letztendlich müssen wir überlegen, wie unsere Vorfahren im Rhythmus der Natur gelebt haben und diesen Lebensstil wieder adaptieren oder aber moderne Technik geschickt nutzen. Wir leben in der Regel nichtmehr naturgemäß, weshalb unsere innere Uhr außer Takt läuft.

Grob gesagt, sollte in der ersten Hälfte des Tages das volle Sonnenspektrum inklusive blauen Nuancen genutzt werden, wohingegen in der zweiten Tageshälfte auf blaues bzw. Tageslicht verzichtet wird (siehe hierzu auch den Aesir Sports Artikel „Künstliches Licht & Einschlafprobleme“). Wenn das zum Beispiel vormittags, im winterlichen deutschen Büro, nicht möglich ist, kann auf UV-Lampen zurückgegriffen werden. Muss abends noch unter Kunstlicht gearbeitet werden, kann eine Blaulicht-Blocker-Brille Abhilfe schaffen.

Interessant ist, dass das Auge eine „Ausstülpung“ des Gehirns ist. Sozusagen der direkte Draht von der Umwelt ins Gehirn. Darin begründet sich auch die Bedeutung des Lichts.

Rhythmen gibt es nicht nur innerhalb eines Tages. Wir sollten nicht nur gemäß dem Tagesrhythmus, sondern auch des jahreszeitlichen Wandels leben. Frieren gehört im Winter dazu, deshalb werden Kälteanwendungen (kalte Thermogenese) empfohlen. Frau Leitz bietet mehrere Progressionsstufen an, wobei Sie es dabei ziemlich ernst meint: Sie bedeckt sich regelmäßig für eine Stunde mit 20 bis 40 kg Eisbeuteln.

Über die vierte Säule “Ernährung“ werden die Lipide aufgenommen

Die Autorin spricht sich für täglichen Fisch- und Meeresfrüchtekonsum aus. Die Umwandlung von pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren in DHA läuft im Körper über mehrere Zwischenstufen sehr ineffizient ab (siehe hierzu unseren Artikel „Sind pflanzliche Fette eine gute Omega-3-Quelle?“). So liegen in Leinsamen die Omega-3-Fettsäuren vorrangig als α-Linolensäure (ALA) vor. Nur weniger als 0,5 % der ALA können vom Menschen in DHA umgewandelt werden. Der Rest wird zur Energiegewinnung genutzt.

Interessant: Frau Leitz rät von Fischölkapseln ab. Als erster Grund wird die schnelle Oxidation genannt, welche aber durch hochwertige Präparate verhindert werden kann. Die gewichtigere Begründung ist, dass sich DHA im Fischgewebe in der günstigen bioverfügbaren “sn2-Position” befindet. In Fischölkapsel kann sich die Position aufgrund der Verarbeitung verändern und die Bioverfügbarkeit sinken.

Im Anschluss an diese Zusammenhänge bietet die Autorin ein vierwöchiges Reset-Programm an. Ihr Ernährungskonzept ist LowCarb und in der Regel ketogen. Der anschließende Rezeptteil schaut sich wunderbar an. Die Bilder sind von bester Qualität und machen Lust auf Kochen.

Eingeschoben ist noch ein Kapitel über die Fangmethoden und Nachhaltigkeit von Fisch- und Meeresfrüchten. Außerdem werden allerlei maritime Lebensmittel vorgestellt.

Fazit zu „Better Body, Better Brain“

Das Buch bietet nicht nur eine Abhandlung über Lipide, sondern auch weiterführende Zusammenhänge zu Licht und Chronobiologie. Die Darstellung ist anschaulich und populärwissenschaftlich. Die Autorin führt häufig quantenbiologische Thesen an, einem mir bis dahin fast unbekanntem Feld.

Kritisch im Ernährungsteil finde ich, dass wenig Gemüse, Obst oder Pilze integriert werden. Pflanzenstoffen werden fast keine Beachtung geschenkt. Ebenso werden Ballaststoffe als Feinde betrachtet, da sie dem Körper Energie rauben und belasten.

Ein weiterer fragwürdiger Punkt ist der (mehrmals) tägliche Konsum von hochwertigen maritimen Produkten. Wer nicht gerade am Meer lebt, sollte es schwer haben, täglich frische Austern oder Krabben verfügbar zu haben.

Außerdem wird nicht auf die Bedeutung von Bewegung und Sport eingegangen. Aus unserer Erfahrung stellt körperliche Ertüchtigung aber quasi die fünfte Säule zur Optimierung von Körper und Geist dar.

Summa summarum: Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der sich tiefgreifender mit seiner Ernährung auseinandersetzen möchte und insbesondere in die Thematik der (essenziellen) Nahrungsfette abtauchen möchte.

HIER kannst du das Buch „Better Body, Better Brain“ kaufen

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Über den Autor – Tim Böttner

Tim ist Ingenieur, Sportler und Trainer. In der Jugend fuhr er jahrelang Skateboard und betrieb Leichtathletik; später entdeckte er Bodybuilding und Powerlifting für sich.

Seine Leidenschaft gilt seit Jahren dem Klettern und Bouldern, aber auch Turnen, Yoga und lange Trailruns reizen ihn. Seine Faszination gilt dem Lernen, Verstehen und Lehren von Bewegung und Optimierung von menschlicher Leistung.

Dazu bietet er im Raum Dresden Personal Training (https://www.facebook.com/thinkflowgrow/) und Gruppenkurse bei http://kettlebells-and-more.de/ an.


Bildquelle Titelbild: Better Body, Better Brain & Riva Verlag


 

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