Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 6: 8 praktische Tipps zur Ermittlung des Körperfettanteils

Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 6: 8 praktische Tipps zur Ermittlung des Körperfettanteils

2 Kommentare

Von James Krieger |

Nach dem Lesen der mehrteiligen Artikelreihe solltest du nun gelernt haben, dass selbst die besten Techniken zur Schätzung des Körperfettanteils mit viel größeren Fehlerraten auskommen, als so mancher realisiert.

Heißt das nun automatisch, dass das Messen des Körperfettanteils nutzlos für Individuen ist? Nein, aber es bedeutet, dass du mit Vorsicht an die Sache herangehen solltest, wenn du diese Techniken nutzt. Du musst dir über die größeren Fehlerraten im Klaren sein.

Die Tücken der Körperfettmessung – Teil 6: 8 praktische Tipps zur Ermittlung des Körperfettanteils

Zum Abschluss seien hier noch einmal die wichtigsten Tipps angeführt, die du im Hinterkopf behalten solltest:

  1. Denke stets daran, dass es sich bei jeder Zahl, die du aus einem solchen Körperfettanteil-Test herausbekommst, um eine sehr GROBE Schätzung handelt, die wohlweißlich auch daneben liegen könnte. Du solltest dich also nicht zu sehr auf einer bestimmten Zahl festhängen.
  2. Punkt #1 gilt auch, wenn du Veränderungen über Zeit misst. Ich habe viele Leute Dinge sagen hören, wie z.B. „Ich habe zwei Kilogramm Fett und ein Kilogramm Muskeln aufgebaut.“ Diese Zahlen sind weit davon entfernt präzise zu sein. Bedenkt man die Fehlerrate von Messungen über die Zeit, so stehen die Chancen recht gut, dass die Zahlen nicht die Wahrheit wiedergeben.
  3. Selbst die besten Techniken zur Messung des Körperfettanteils besitzen eine Fehlerrate von 4-5% bei Messungen über die Zeit hinweg. Das bedeutet, dass der prozentuale Körperfettanteil um mindestens 4-5% fallen muss, bis man eine akkurate Reduktion des Körperfetts in den meisten Menschen messen kann. Deswegen solltest du immer zwischen längeren Zeitabständen Messungen durchführen – mindestens 3 Monate, würde ich behaupten, aber vermutlich sind 6 Monate sogar besser. Sehr oft sehe ich Leute, die alle 4 Wochen nachmessen. Das ist nicht nur zu häufig, sondern führt auch zu unzuverlässigen Ergebnissen.
  4. Bedenke, dass fettfreie Masse und Muskeln nicht ein- und dasselbe sind. Nur weil der Anteil an fettfreier Masse hochgegangen ist, bedeutet das nicht automatisch, dass du Muskeln aufgebaut hast.
  5. Du brauchst dein Körperfett nicht zwangsweise zu messen. Die Kombination aus Körpergewicht und Ermittlung der Umfänge (z.B. Hüftumfang) wird dir bereits eine sehr gute Orientierung darüber liefern, ob du Körperfett verlierst oder nicht.
  6. Wenn du die Veränderung deines Körperfettanteils über die Zeit hinweg messen willst, dann empfehle ich dir die Methode des hydrostatischen Wiegens oder die Messung via Fettzange (Caliper). Diese Methoden haben die zuverlässigsten Raten der Messung gezeigt, wenn es um Veränderungen über Zeiträume geht. Leider sind diese Methoden sehr schwierig mit extrem fettleibigen Menschen durchzuführen – in solchen Fällen empfehle ich die simple Methode des Wiegens und Umfängenehmens.
  7. Wenn du die Fettzange (Caliper) nutzt, um Veränderungen über die Zeit zu messen, musst du nicht einmal einen prozentualen Körperfettanteil ermitteln (% KFA). Wenn die Hautfaltendicke sinkt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du auch Fett verlierst.
  8. Egal welche Technik du auch nutzt: Sorge stets für die gleichen Bedingungen, wenn gemessen wird. Das heißt auch, dass die Messung von derselben Person mit demselben Equipment und zur selben Tageszeit durchgeführt wird.

Abschließende Worte

Ich hoffe, du hast die Artikelserie zur Körperfettmessung genossen und ich hoffe auch, dass ich dir dahingehend die Augen öffnen konnte, was die Messmethoden betrifft. Nochmals: Das Ermitteln des Körperfettanteils ist nicht sinnlos, aber du musst äußerst vorsichtig sein, wenn es darum geht die Ergebnisse zu interpretieren.


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Über James Krieger

James Krieger ist der Begründer von Weightlology. Er hält einen Master-Abschluss in Ernährung von der University of Florida und einen zweiten Master-Abschluss der Washington State University. Er ist der ehemalige Forschungsdirektor für ein unternehmerisches Programm zum Gewichtsmanagement, welches mit über 400 Menschen pro Jahr gearbeitet hat, wobei ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 18 kg in 3 Monaten erreicht wurde.

James ist ein publizierter Wissenschaftsautor und Sprecher im Bereich von Training und Ernährung. Seine Forschungsarbeiten wurden bereits in zahlreichen prestigehaften wissenschaftlichen Journals, darunter dem American Journal of Clinical Nutrition und Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

James ist seit über 20 Jahren auf den Gebieten von Gesundheit, Ernährung und Fitness unterwegs und hat insgesamt mehr als 500 Artikel veröffentlicht. Er ist ein starker Gläubiger der evidenz-basierten Ansätze bezüglich der Transformation des Körpers und Gesundheit.

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Bildquelle Titelbild: Fotolia / Voyagerix


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  • Ana

    ok… ich sehe im Titel 9 Punkte und im Text 8… ansonsten super Beitrag, danke!

    • Danke für den Hinweis, Ana. Da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen – wird gleich korrigiert. Super aufgepasst!