Ist ein Kohlenhydrat ein Kohlenhydrat?

    • Ist ein Kohlenhydrat ein Kohlenhydrat?

      Macht es hinsichtlich Körperfettreduktion einen Unterschied, ob ich mir komplexe Kohlenhydrate oder Einfachzucker reinziehe?

      Laut einer aktuellen Untersuchung: Nein.

      Setup
      In diesem Experiment erhielten 91 übergewichtige Probanden über einen Zeitraum von 17 Wochen eine Ernährung mit 55 bzw. 70 % Kohlenhydraten, die entweder komplex oder simpel waren. Protein-, Ballaststoff- und Energiezufuhr wurde kontrolliert und war in den Gruppen identisch.

      Ergebnis
      Das Ergebnis: "No effect of dietary carbohydrate content or GI on body weight loss or percentage of weight lost as fat mass (FM) was observed."

      Fazit
      Oder zu Deutsch: Der GI machte keinen Unterschied bezüglich Gewichts- und Fettverlust. Das Fazit der Forscher:

      Karl et al. (2015) schrieb:

      "Moderate-carbohydrate and low-GI diets did not preferentially reduce FM, preserve lean mass, or attenuate metabolic adaptation during weight loss compared to high-carbohydrate and high-GI diets."
      ...ein Kohlenhydrat (Zucker) bleibt also ein Kohlenhydrat (Zucker) - egal ob aus Reis, Vollkornbrot, Cornflakes oder Sirup.

      Quelle: Karl, JP., et al. (2015) Effects of carbohydrate quantity and glycemic index on resting metabolic rate and body composition during weight loss. In: Obesity. URL: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26530933?dopt=Abstract
      "Perfection is achieved, not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away." - Antoine de Saint-Exupery
    • Wie schon bei Facebook geschrieben:
      Gerade in der Diät ist Sättigung ein großer Faktor. 100g Carbs aus Gummibärchen != 100g Carbs aus Kartoffeln.
      Von Mikronährstoffen mal ganz abgesehen.
      Und den "Nebenwirkungen" vom Fruktoseanteil in Industriezucker.
      "It is our goal to be stronger, to achieve our potential and not rest upon our laurels. We are the seekers, not the shepherds." - Yuthura Ban

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    • Ich bin da noch anderer Meinung.
      Es gibt da den Film "Voll Verzuckert" welchen man sich bei Gelegenheit mal anschauen sollte.

      "Für seinen Dokumentarfilm "Voll verzuckert - That Sugar Film" konsumierte Regisseur Damon Gameau täglich fast 160 Gramm Zucker. Er bekam schlechte Leberwerte und nahm zu - trotz unveränderter Kalorienaufnahme."

      Abgesehen davon dass der Einfach zucker aus der Industrie ungesund ist, gehe ich schon stark davon aus dass der Körper eben diesen direkt einspeichert, wenn er nicht direkt verwertet werden kann.
    • So wie ich das sehe, waren in der Studie aber alle Carb-Quellen Lebensmittel (Stichwort gewisses Maß an Mikros) und es wurde drauf geachtet, dass auch Protein und Ballaststoffe gleich bleiben. Hier ist halt die Frage, ob das auch bei dem Selbstexperiment gemacht wurde. An solchen Punkten kranken diese Experimente (auch die tollen Galileo-Selbsttests) ja oft.

      Soll sich aber nur auf die Carbhypothese hier aus der Studie an sich beziehen. Über den Vorteil von hochwertigen Lebensmitteln (und Carbquellen) muss man wohl nicht diskutieren
    • aestheticmechanic schrieb:

      Ich bin da noch anderer Meinung.
      Es gibt da den Film "Voll Verzuckert" welchen man sich bei Gelegenheit mal anschauen sollte.

      "Für seinen Dokumentarfilm "Voll verzuckert - That Sugar Film" konsumierte Regisseur Damon Gameau täglich fast 160 Gramm Zucker. Er bekam schlechte Leberwerte und nahm zu - trotz unveränderter Kalorienaufnahme."

      Abgesehen davon dass der Einfach zucker aus der Industrie ungesund ist, gehe ich schon stark davon aus dass der Körper eben diesen direkt einspeichert, wenn er nicht direkt verwertet werden kann.
      Man kann sich da natürlich drüber streiten. Das Problem beim Essen von raffiniertem Zucker ist eben, dass dieser bar jeder Vitamine und Mineralien ist. Du veränderst vielleicht nicht die kcal aber du verdrängst mikro- und vitaminreicheres Essen, was natürlich auch den Stoffwechsel beeinflusst. Zucker ist halt schon ein sehr verarbeitetes Produkt. Ob du jetzt aber Vollkorn oder Weißbrot ist, wird vermutlich - je nach konsumierter Menge - keinen Unterschied machen (du isst ja sicher kein halbes Kilo Brot am Tag)

      Wäre auch blöd, wenn man jetzt nur noch Kohlenhydrate mit hohem GI essen würde - zu einer gesunden Ernährung gehört auch eine möglichst natürliche Lebensmittelwahl. Das sagt uns der gesunde Menschenverstand (dafür brauchst du auch keine Studien).
      "Perfection is achieved, not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away." - Antoine de Saint-Exupery
    • In der Diät habe ich in der Tat mit Haferflocken am Morgen bessere (=länger sättigende) Erfahrungen gemacht als mit Sandwiches (Weißbrot, Toastbrot). Mag natürlich von den KH her keinen Unterschied machen (abgesehen von den generellen Nährwerten eines Toastbrots - da könnte man auch ein Blatt Papier futtern). An den Ladetagen greife ich aber gerne auf Cola oder Gummiebärchen zurück, weil beides kein Fett hat und ich die wenigen Fette, die ich an diesen Tagen zu mir nehme, dann lieber gezielt aus hochwertigen Quellen beziehe.