Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

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Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

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Wer mit dem Namen “Siggi Spaleck” bis dato noch nichts verbinden konnte, der wird spätestens – nach unserem mehr als ausführlichen Personal-Trainer Interview – ein stückweit schlauer sein.

Tatsächlich zählt Siggi zu den Urgesteinen der Online-Fitness-Szene und mit seinem langjährigen Background und Erfahrung als Trainer ist er eine wahre Fundgrube an Know How – nicht nur, was Training, Fitness und Gesundheit für Klienten betrifft, sondern insbesondere auch dann, wenn es darum geht die Kollegen seiner Zunft besser und erfolgreicher zu machen. Sein Podcast “Personaltrainer-werden” dient vielen angehenden und bestehenden Coaches als nützliche Informationsquelle – nicht zuletzt deswegen, weil er sich viele Profis aus dem Bereich einlädt, die wiederum ihre persönliche Erfahrung aus dem Bereich zum Besten geben.

In unserem Interview erfährst du mehr über Siggis Werdegang als Trainer, seinen Trainings- und Ernährungsansatz und die Projekte, die aktuell voller Elan und Leidenschaft verfolgt.

Peronal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Grüß dich Siggi! Zuerst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um dich unseren vielen Fragen zu stellen. Erzähl uns und unseren Lesern ein wenig über deinen Background – persönlich und professionell. Wie und wann bist du Personal Trainer bzw. Coach geworden? Machst du das alles hauptberuflich oder nebenher?

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)Zunächst einmal wird es ein wenig langweilig klingen, wenn ich sage, dass ich meiner Leidenschaft nachgegangen bin. Ich hatte vielleicht auch Glück im Unglück. Denn nachdem ich 10 Jahre mehr oder weniger professionell als Tänzer (Breakdance) in meiner Jugend unterwegs war, hatten mir meine Eltern geraten: „Sohn, lerne was Anständiges“. Also machte ich eine Ausbildung bei Volkswagen als Automobilkaufmann mit „Schlips und Kragen“.

In dieser Zeit erlebte ich das, was wahrscheinlich viele Leser kennen oder schon mal durchgemacht haben: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Doch in meinem Fall war das noch etwas extremer. Mit meiner schon damals kreativen modernen und an Wachstum interessierten Art stieß ich in diesem klassischen Unternehmen auf enormen Widerstand. Ich passte einfach nicht wirklich in das System, welches diese Art von Lifestyle und Wachstum nicht zuließ. Ich durfte mir Dinge anhören, wie: „Spaleck, aus Dir wird nix“ und andere Klassiker.

Ich weiß noch genau, als ich der Küche meiner Eltern vor meiner Mum stand und angefangen habe zu heulen, wie ein Schlosshund. Genau dieser Moment (und ein zwei weitere) gaben den Anstoß alles zu geben und alle Beteiligten vom Gegenteil zu überzeugen. Weil ich in meinen damaligen Unternehmen in der Praxis nur teilweise glänzen konnte, konzentrierte ich mich zunächst darauf in der Berufsschule zu glänzen und einfach mit Top-Noten klar zu machen, dass aus mir sehr wohl was werden könne.

Eines Tages berichtete im Schwimmbad eine gute Freundin von mir von einem Studiengang, welcher Sport- und Wirtschaft vereinen würde, und bei dem sie dachte, dass dies gut zu mir passen würde. Und siehe da … ich habe mich dann für diesen Studiengang (BA Studiengang) in unterschiedlichen Städten beworben und bekam auch direkt mehrere Zusagen.

Gelandet bin ich dann zunächst in Darmstadt, wo ich die erste Hälfte absolvierte. Später folgte dann die zweite Hälfte in Heppenheim an der hessischen Bergstraße. Dort genoss ich großes Vertrauen und durfte schon in meiner Studienzeit als Vertriebsleiter arbeiten und parallel Personal Training starten. Mein Herz schlug schon immer für Menschen. Ich liebe Menschen – das ist kein Scherz. Und ich liebe meine Klienten. Ich denke es ist einer der Schlüsselfaktoren, um erfolgreich als Personal Trainer zu arbeiten.

Nach erfolgreichen Abschluss meines Sport- und Wirtschaftsstudiums wurde ich von meinem damaligen Unternehmen vor die Wahl gestellt. Entweder Du bist Personal-Trainer oder Vertriebsboss. Meine Antwort war: Personal Trainer. Unter anderem aus diesem Grund war ich dann ca. 2-4 Wochen später „arbeitssuchend“. 1500 Euro Fixkosten und keine Ersparnisse, kein Cent in der Tasche.

Ich erinnere mich noch genau, als ich meiner damaligen Freundin, heutigen Frau Mareike Spaleck sagte, dass ich Ihr eventuell die nächsten Monate keine Miete mehr zahlen könnte. Mareike hielt schon damals zu mir und dafür bin ich bis heute unendlich dankbar. Wie kommt man also unter diesen Voraussetzungen an Neukunden im Personal Training? Genau über diesen Prozess und meine Erlebnisse werde ich noch ein Buch schreiben.;) Das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

Nach einigen Monaten entschlossen Mareike und ich uns, einer der ersten Mikrostudios (Mikrogym) für Personal Training in Deutschland zu gründen – das Shape Bensheim. Seither arbeite ich hauptberuflich als Personal Trainer.

In den ersten 5 Jahren arbeiteten Mareike und ich nahezu täglich und an Wochenenden 10-16 Stunden. Wir haben über 10.000 Coachings in der Praxis auf dem Buckel. Heute frage ich mich manchmal, wo wir diese Energie damals aufgebracht hatten. Doch die Mühe sollte sich lohnen. Dreimal in Folge waren wir ausverkauft, konnten keine Member mehr aufnehmen. Zwei Mal zogen wir in eine größere Räumlichkeit und erweiterten dann 2015 unser Konzept durch ein 24h Fitness Loft dem Private Sportsclub.

Zwischen 2010 und 2015 bauten wir zudem mit 0 Euro Eigenkapital und einer „verrückten“ Vision die VIP Fitness Lounge, welche direkt an der Autobahn A5 gelegen hat und somit Unternehmern, Prominenten Kunden und Jedermann eine exklusive Anlaufstelle für Personal Training im Premium Bereich bieten sollte. Auch dieser Plan ging auf. Ich bin heute nicht nur vor Ort, sondern auch international als Personal Trainer für meine Klienten unterwegs.

Wie sieht dein Trainings-Stil aus? Welche Methoden nutzt du hauptsächlich?

Ein Grund, warum ich meinen Podcast für Personal Trainer (und die, die es werden wollen) gegründet habe, ist jener, dass mir damals die Anlaufstelle, wie bspw. ein Mentor oder andere Quellen gefehlt haben.

Heute biete ich mit dieser Arbeit als Podcaster anderen Personal Trainern – von der Existenzgründung bis zum Praxisleben als Personal Trainer – eine Anlaufstelle. Damals dachte ich, dass ich mich in allen Bereichen gut auskennen sollte und habe deswegen über 20 Aus- und Weiterbildungen nach meinem Studium besucht. Heute würde ich dazu nicht mehr raten. Stattdessen sollte man sich lieber erstmal auf eine Sache spezialisieren.

Inspiriert haben mich ein Paar Personal Trainer, die weitaus mehr als 10 Jahre Erfahrung aufweisen konnten. Letztendlich haben meine Frau, Mareike Spaleck und ich, uns auf Krafttraining spezialisiert.

Mein Trainingsstil ist kein Geheimnis und das werde ich gerne mit den Lesern teilen. Für mich ist der perfekte Trainingsplan: Schwere mehrgelenkige Kraftübungen kombiniert mit sogenannten Assistenzübungen (Schwachstelle, Problemzone). Diese werden über den vollen Bewegungsumfang (ROM) trainiert, wobei meine Klienten maximale Resultate in Kraft und Mobilität erzielen.

Das Ganze kombiniere ich mit „intuitivem Essen“ und einem holistischen mentalen Coching-Ansatz.

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Hast du für uns Beispiele von Erfolgsstories von Kunden, die du trainiert hast?

In über 10.000 Coachings haben wir viel erlebt. Und ich würde lügen, wenn nicht jeder kleine Erfolg für mich eine große Bedeutung hätte.

Zu den Erfolgsstories gehören mit Sicherheit die vielen Menschen, die wir trotz Anweisungen der Ärzte, vor Operationen bewahrt haben und die zudem heute völlig schmerzfrei und dabei absolut leistungsfähig sind.

Die schönste aller Erfahrungen ist die, wenn ich es schaffe, einen Klienten in völlige Unabhängigkeit (Mündigkeit) von mir zu bringen. Denn wenn er mich nicht mehr braucht, habe ich alles erreicht.

Wer waren die bekanntesten Klienten, die du trainiert hast?

Hier wird dir wahrscheinlich jeder Personal Trainer das gleich sagen: Es gibt Klienten, über die ich reden darf und es gibt Klienten, die absolute Diskretion wünschen. Was soweit geht, dass nicht einmal deren eigene Familienangehörige davon Wind bekommen sollen. Diskretion ist mein zweiter Vorname. :-)

Unter meinen Klienten befinden sich unter anderem Fußballprofis, Rennfahrer, Sänger und Models etc. Teilweise reise ich mit meinen prominenten Kunden um die Welt. Denn oftmals haben die nur sehr wenig Zeit und sind somit auch den „Reisebedingungen“ unterlegen. Gerade auch die Auswahl von vernünftigem Essen auf Reisen macht hierbei einen großen Beratungsanteil aus.

Kannst du uns einen Beispiel-Ernährungsplan und –Trainingsplan vorstellen, den du für einen Klienten zusammengestellt hast?

Eine sehr häufig gestellte Frage ist die nach dem perfekten Ernährungs- und Trainingsplan. Und auch wenn es Zusammenhänge und Dinge gibt, die für viele Menschen gleich oder ähnlich sind, wäre ich kein seriöser Trainer, wenn ich darauf eine konkrete Antwort geben würde. Denn jeder Mensch hat einen anderen Lebensstil, andere Kontraindikationen, andere Grundvoraussetzungen und Ziele.

Welche typischen Fehler machen Klienten, ehe sie zu dir kommen und du sie coachst?

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)Die Liste an potenziellen Fehlern ist sehr lang. Dazu gehören: Schwarz-Weiß-Denken, Halbweisheiten aus dem Internet oder Gesellschaftskreis, „Viel bringt viel“ (zu großes Ego oder Ehrgeiz), und viele weitere.

Hauptsächlich jedoch haben viele Klienten oder Leute da draußen einfach keine wirkliche Vorstellung davon, was sie für ein gesundes leistungsfähiges und zufriedenes Leben brauchen. Und heute mehr denn je, arbeite ich vermehrt an der Ursache des Problems (der wahren Zielsetzung), als an Training und Ernährung.

Nehmen wir einmal an du hast einen neuen Klienten: Wie steigst du mit ihm in ein neues Trainings- und Ernährungsprogramm ein? Führst du eine Anamese durch?

Der Ablauf ist simple, but not easy.

  • Erstgespräch und anschließende Anamnese
  • Optional: Ein Lifestyle Coaching oder Teilnahme an meinem lifeDETOX Programm
  • Optional: Ein Personal Food Coaching (Ernährungsberatung)
  • Finale Zielfindung und Erstellung eines ersten Masterplans

…und daraus resultiert ein individualisiertes holistisches Coaching.

Personal-Trainer sind auch nicht perfekt. Welche typischen Fehler machen viele Trainer in deinen Augen?

Auch hierbei gibt es eine ganze Menge an Dingen, die nicht nur ich, sondern auch viele andere Kollegen – vor allem in ihren Anfängen -hätten anders machen können. Aus diesem Grund habe ich ein eBook mit dem Titel: „Startup Personal Training – 5 Erfolgsfaktoren, die die heutigen erfolgreichen Personal Trainer damals anders gemacht hätten“ geschrieben. Hierbei habe ich eine Umfrage bei den heutigen erfolgreichen und erfahrenen Personal Trainern gemacht, wo ich mich fragte, was ihre größten Fehler und Learnings waren – und habe diese schließlich in diesem eBook zusammengefasst (gibt es übrigens hier kostenlos zum Download).

Gängige Fehler sind meiner Meinung nach:

  • Fokus auf Spezialisierung, anstatt alles anbieten zu wollen.
  • Kein Wertegefühl für die eigene Dienstleistung zu haben.
  • Fehlendes oder kein Zeit- und Aufgabenmanagement
  • Mehr Schein als Sein
  • Zahlreiche Weiterbildungen bedeuten nicht gleich Erfahrungswerte und Coachingkompetenz
  • Fehlendes oder schlechtes Marketing
  • Fehlende oder keine Persönlichkeitsentwicklung (Softskills)
  • Oftmals fehlende Coachingkompetenz im Bereich Hands-On und Coaching-Ques

All diese Themen und weitere wichtige Dinge behandle ich neuerdings in meinem Podcast für Personal Trainer: Personaltrainer-werden.de. Auf Itunes, Spotify, Soundcloud und Deezer.

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Wenn du noch einmal mit deiner Personal Trainer Karriere von vorne anfangen könntest – was würdest du diesmal anders machen?

Im Grunde habe ich viel richtig gemacht. Die Fehler die ich begangen habe, haben dazu beigetragen, dass ich heute da bin, wo ich bin. Es gibt allerdings Dinge, die ich mit meinem Wissenstand heute „Status Quo“ anders machen würde.

Beispielsweise würde ich nicht mehr „privat“ bauen. Wir haben ein tolles Haus, welches wir die ersten 5 Jahre weniger als 30 Tage im Jahr genutzt haben, da wir nur auf Reisen waren oder maximal zum Schlafen nach Hause gekommen sind. Heute würde ich eher ein Mehrfamilienhaus kaufen und dieses vermieten, oder eine kleine Eigentumswohnung, welche schnell abbezahlt ist und mir somit maximale Freiheit (Flexibilität) und Leichtigkeit erlauben würde.

Weiterhin würde ich mich viel früher mit dem Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ auseinandersetzen und vor allem viel mehr lesen oder Sachbücher (Hörbücher) konsumieren. Das hat mich in den letzten Jahren nochmal deutlich weitergebracht.

Welche Maßnahmen ergreifst du, das deine Klienten auch nach einem Coaching dranbleiben? Gibt du ihnen Trainings- und Ernährungspläne mit auf den weiteren Weg?

Ich nutze hierfür unterschiedliche Maßnahmen. Denn auch hier ist es meistens ein individueller Weg, welcher jeder Klient von mir macht. Das wären beispielsweise Dinge, wie Ernährungspläne, Trainingspläne und andere Maßnahmen, wenn das erwünscht ist.

Mir ist es allerdings sehr wichtig, dass meine Klienten „selbstständig“ werden und mich irgendwann nicht mehr brauchen bzw. nur noch hin- und wieder meinen Rat benötigen, weil sie selbstbestimmt leben lernen.

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Was tust du, damit deine Klienten motiviert bleiben?

Motivation ist auch für jeden anders. Der eine braucht Humor. Der andere ein gewisses Maß an Strenge. Prinzipiell nutze ich das Prinzip der kleinen Erfolge.

Das heißt ich gebe dem Klienten nur kleine Hürden (Ziele) vor, welche er sehr gut schaffen kann. Dann folgen die nächsten und die nächsten. Bis der Klient dahin transformiert ist, wo er sich selbst haben möchte.

Kommen Klienten auch mit privaten Problemen zu dir? Fühlst du dich manchmal eher als Therapeut, denn als Personal-Trainer?

Ein Coach sollte gut zuhören können. Daher bin ich sehr dankbar, dass meine Klienten mir so viel Vertrauen schenken. Das ist nicht selbstverständlich und daher gehe ich gut damit um. Ein Großteil meiner Klienten haben sich zu wahren Freunden entwickelt. Für mich ist es nur wichtig, dass ich trotz der Freundschaft weiterhin in meiner Rolle als Coach ein gewisses Maß an Effizienz im Coaching beisteuern kann. Entscheidend ist hierbei auch, dass der Personal Trainer eine gewisse Distanz wahren sollte.

Hiermit meine ich, dass dieser sich schützen sollte. Denn manchmal geht es zu weit. Und hier sollte der Personal Trainer seine Grenzen wissen und evtl. Dinge dann auch an Ärzte oder andere Experten weiterleiten.

Trainierst du Frauen anders als Männer?

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)In der Trainingspraxis würde ich sagen nein. Mein Statement ist schon immer: Männer sollten mehr Bauch, Beine und Po trainieren und Frauen mehr Oberkörpertraining machen. Weiterhin durchläuft jeder Klient mein Programm: „Fundament der Fitness“, welches die großen Schlüsselübungen: Kniebeuge, Kreuzheben, Klimmzug, Bankdrücken, Schulterdrücken, Dips und Liegestützen beinhaltet.

Hinzu kommen individuelle Übungen für Kontraindikationen und Problemzonen (Schwachstellen). Ich denke der wesentliche Unterschied beim Coaching zwischen Frau und Mann besteht in der Kommunikation.

Bevorzugst du eher männliche oder eher weibliche Klienten? Wieso?

Ich trainiere tatsächlich JEDEN. Ich liebe die Vielseitigkeit und die Herausforderung. Geht nicht, gibt es nicht. Wenn ich nicht weiterkomme, dann ziehe ich immer meine Kollegen (Deutschlands beste Personal Trainer) zu Rat.

Aktuell trainiere ich einen 12-jährigen verletzten Fußballer. Seine Entwicklung in 8 Wochen ist unglaublich. Es macht einfach große Freude Menschen wachsen zu sehen.

Wie stehst du zu dem Thema Supplemente? Empfiehlst du gewisse Produkte an deine Klienten weiter?

Meiner Meinung nach, kann man im Normalfall auf Supplemente verzichten. Im Zuge der Industrialisierung, der erhöhten Schadstoffmengen, den behandelten Lebensmitteln und des ungesunden Lifestyles vieler Menschen kann es dazu kommen, dass der eine oder andere etwas nachhelfen darf.

Das wird dann entweder ärztlich abgeklärt oder es macht in bestimmten Trainings- oder Lebenslagen einfach Sinn.

Hast du deinen Coaching-Ansatz nach all den Jahren an Erfahrung verändert? Was hat sich seit Beginn deiner Karriere getan?

Selbstverständlich. Ich kenne nur wenige, die sich nicht verändert haben. Ich komme ja aus dem Breakdance. Also war mein Training eher akrobatisch.

Dann habe ich Erfahrung im Group Fitness gesammelt. Am Ende bin ich dann über Bodybuilding und CrossFit beim differenzierten Krafttraining angekommen. Hinzu kommt, dass ich heute weniger Wert auf Training oder Ernährung lege, sondern eher holistisch (ganzheitlich) coache. Das Thema gesunder Lifestyle, Persönlichkeitsentwicklung und Mindset ist für mich heute auch bei meinen Klienten präsenter denn je.

Was kostet das Personal Training / Coaching bei dir? Und was bekommt man als Klient dafür?

Personal Training ist eine exklusive Dienstleistung. Ich biete hierbei unterschiedliche Längen, Pakete und damit verbunden Preise an. Daher lässt sich diese Frage nur individuell konkret an einem Beispiel klären. Eins kann ich garantieren: Ein guter Personal Trainer ist seinen Preis wert.

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Bietest du auch ein Online-Coaching an? Wenn ja: Wie unterscheidet sich das von einer persönlichen Betreuung?

Online Coaching nimmt für mich immer mehr Bedeutung an. Zum einen, weil ich selbst immer mehr auf Reisen bin und andererseits weil die technischen Voraussetzungen sich enorm verbessert haben. Ich würde behaupten, dass ich 2008 einer der ersten Online Coaches am Markt war. Allerdings hat mir die Technik häufig einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Es gibt im Wesentlichen keine großen Unterschiede. Ich versuche immer zu ermöglichen, dass mein Online Kunde wenigstens einmal mit mir persönlich trainiert hat. Spätestens dann sind wir eingespielt. Ich entwickle gerade ein innovatives Online Coaching Konzept, welches wahrscheinlich das durchdachteste vermeintlich beste Online Coaching Konzept werden wird. Weil ich hierbei nicht nur über die Ferne coache, sondern zudem eine große Sammlung von zusätzlichen Coaching Tools integriere, welche das ganze Coaching nochmals revolutionieren werden.

Siggi, du hast ein eigenes Ernährungskonzept entwickelt: „SPA- me – heldenhaft essen“. Magst du unseren Lesern ein wenig darüber erzählen? Was verbirgt sich dahinter? Und was erwartet einen?

Hinter SPA-me stehen 10 Jahre Erfahrung, der aktuelle Stand der Ernährungswissenschaft und die Zukunft der Ernährung: „Intuitives Essen“. Wir haben es damals für mich entwickelt, weil ich mich in einer 16-wöchigen Dauer-Krankheits-Schleife befand und einfach nicht mehr gesund wurde.

Auf dem Papier beim Arzt war ich kerngesund. Trotzdem war mein Immunsystem unten und ich erholte mich nicht wirklich. Man muss vielleicht noch ergänzen, dass ich mich gesund ernährt und regelmäßig Sport getrieben hatte. Die Frage ist ja immer: Wie viel gesünder kann man sich ernähren? Und was ist für mich die optimale gesunde Ernährung? Wir haben alles durch. Sämtliche Diätformen etc. Unserer Meinung nach, hat alles bis zu einem gewissen Grad Erfolg und seine Berechtigung. Doch am Ende ist es wieder der Mensch, welcher mit seinem Bauchgefühl, seiner Intuition seine Ernährung steuern wird.

Wir können ihm mit SPA-me helfen zu diesem ursprünglichen Bauchgefühl (Intuition) wieder zurück zu kehren. Das schaffen wir in der Regel in 16 Wochen. Hierbei durchläuft jeder Klient eine Art Ausbildung, welche vielseitig ist und für Klarheit sorgt.

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Du hast einen eigenen, gleichnamigen Youtube Kanal, der recht erfolgreich läuft. Seit wann gibt es den Kanal? Wie kam es dazu und welche Inhalte behandelst du dort? Erscheinen regelmäßig neue Videos?

Youtube ist eine Sache, die ich heute auch anders machen würde. ;)

Ganz ehrlich: Ich habe Deutschlands erste Fitnesskochschule gegründet, da konnte ich nicht mal ein Spiegelei anbraten. Hinzu kam, dass ich bis heute nie wirklich ein Konzept verfolgt habe und zudem bis vor einiger Zeit weder mit den Usern interagiert habe noch Beständigkeit gebracht habe. Ich hatte damals ein paar gute Videos, welche mir nicht nur Millionen Klicks, sondern auch 20.000 Abonnenten beschert haben.

Das alles bringt Dir allerdings nichts, wenn Du weder ein Konzept hast, noch wirklich authentisch bist. Denn nicht jeder ist im ersten Moment für die Kamera gemacht. Ich war es nicht. Und heute muss ich mich auch ziemlich anstrengen, um eine gewisse Leichtigkeit zu bringen und mich vor allem nicht zu verstellen. Das ist nach wie vor eine echte Herausforderung. Mir geht es wirklich „nicht mehr“ darum etwas darzustellen. Daher habe ich auch über 60% meiner Videos, zu denen ich nicht mehr ganz stehen kann, gelöscht.

Ich bin dankbar dafür, mich von dieser Geisel der Selbstdarstellung und anderen Dingen befreit zu haben. Ich weiß noch nicht wo die Reise hingeht. Aktuell ist mein Kanal mehr oder weniger tot. Ich habe mich neu ausgerichtet und verfolge jetzt eine klare Strategie. Allerdings ist es nach wie vor viel Arbeit und aktuell noch ein ständiges auf und ab. Bis diese Phase überstanden ist und sich meine Followerschaft neu formiert hat, wird es wohl noch ein wenig dauern. Spannend ist es allemal. Was ich am meisten an der ganzen Sache liebe ist der Prozess. Etwas zum „laufen“ zu bringen. Mal sehen ob es mir hierbei gelingt.

Einen größeren Schwerpunkt meiner Arbeit lege ich auf meinem Personal Trainer Podcast, welcher regelmäßig fix 1x pro Woche auf Spotify, Itunes, Podcast App und auch Youtube erscheint. Dazu gleich mehr.

Ein Personal Trainer sollte immer up to date sein, was neuste Erkenntnisse in Sachen Training, Ernährung und Regeneration betrifft – wie hältst du dich up to date?

Personal Trainer im Interview: Siggi Spaleck (Personaltrainer-werden.de)

Früher war ich „Schein-Geil“. Ich dachte ich muss für jede Sache eine Ausbildung, einen Schein oder Lizenz haben. Ähnlich wie mein Kollege Johannes Kwella habe ich mit Sicherheit sehr viel Geld in unnützen Weiterbildungen verbrannt. Weil ich eben mehr „Schein“ als „Sein“ gewesen bin.

Nach mittlerweile bestimmt über 15.000 Coachings mit echten Menschen habe ich viel dazu gelernt und meine Spezialisierung gefunden. Mein großes Baby sind Hands On Coaching, Coaching Cues und Krafttraining in der Praxis. Zu diesem Thema gebe ich auch Fort- und Weiterbildungen.

Ich nutze heute einen anderen Weg der Weiterbildung. Ich lasse mich ganz nach dem Motto: Coach-the-Coach von meinen Kollegen trainieren. Das macht zum einen richtig viel Spass und andererseits lerne ich hierbei von den Besten und bleibe somit immer up to date.

Know How im Internet: Gibt es Personen, Seiten oder Institutionen, denen du im World Wide Web folgst? Wo findet man deiner Meinung nach die besten Informationen, um sich eigenständig fortzubilden?

Gute Frage. Wie oben schon erwähnt, würde ich mir meine Coaches und mein Know How (Informationen) in der Personal Trainer Szene holen.

Weiterhin besteht die Möglichkeit Science-basiertes Wissen über diverse Seiten zu erlangen. Diese bieten außerdem ihre Zusammenfassungen gegen ein Entgelt an. Im deutschen Bereich ist Aesir Sports eine tolle Informationsquelle sowie zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige eBooks.

Eine weitere Top Informationsquelle für Coaches und PTs (und jene, die es noch werden wollen) mein Podcast „Personaltrainer-werden“, welcher Informationen, Know How und Erfahrungen von Top-Leuten aus der Personal Trainer Szene vermittelt.

Für alle Neugierigen – hier geht es zur Sendung:

Know How aus dem Buch: Welche 3 Werke kannst du interessierten Lesern ohne Bedenken weiterempfehlen? Welche Bücher sollte man als Personal Trainer unbedingt im Wandschrank stehen haben?

Es auf 3 Werke zu limitieren macht es für mich echt schwer. ;)

Es gibt wirklich viele gute Bücher, welche mich geprägt haben. Wenn Du als Coach mit dem Thema Personal (Mitarbeiter) zu tun haben solltest empfehle ich:

       

Wie und wo kann man mit dir in Kontakt treten, wenn man sich für weitere Informationen zu einem Coaching informieren und mit dir in Kontakt treten möchte?

Aktuell sind …

…bevorzugten Kanäle der Kommunikation. Hier findet man auch meine Telefonnummer und meine Email Adresse.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser ausführliches Interview genommen hast, Siggi!


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Bildquellen: Siggi Spaleck

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